Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Highscore« (28. Juni 2011, 11:51)
. Als Threadersteller möcht ich dazu doch noch meine Erkenntnisse (auf boarisch "meinen Senf") dazu geben.Das ist, meinen Erkenntnissen nach eben nicht so. Der Gaszug wirkt nicht direkt, sondern indirekt über einen intelligenten Feder- und Anschlagmechanismus auf die Drosselklappe. Geöffnet, oder besser gesagt freigegeben wird die Drosselklappe vom Stellmotor - aber nie weiter, als der Gaszug vorgibt. Damit kann man die Drosselklappe rein mechanisch mit dem Gaszug schließen, geöffnet wird sie unter der Kontrolle des EPT. Ist also mehr oder weniger ein "halbes" drive-by-wire.Bei der KTM wird also die Drosselklappe ganz traditionell mechanisch über Seilzug geöffnet. Der einzige Job, für den der Stellmotor, samt dem dazu gehörigen EP-Steuergerät da ist, besteht darin, die Drosselklappe dezent zu schließen, bzw. langsamer zu öffnen, als es der Seilzug und damit der Fahrer-Input vorgibt.
Stimme ich absolut zu. Allerdings sehe ich hier den Sinn viel mehr in der Fahrbarkeit. Den Lärm könnte man viel einfacher mit den FI- und Zündtabellen in den Griff bekommen (passiert auch im 2. und 3. Gang so). Als netten Nebeneffekt kann man mit dem EPT auch sehr schön die Übersetzung zwischen Gasgriffstellung und Drosselklappenöffnung verändern - ähnlich wie das vorher durch einen Gasgriff mit variablen Hub realisiert wurde. Und genau da liegt der Unterschied zwischen Map-Pos. 2 und 3. Beide liefern aber bei Vollgas die gleiche Leistung und daher ist der Unterschied auf dem Prüfstand nicht sichtbar. Bei Map Pos. 1 und bei der 34 PS Map wird einfach die Drosselklappe nicht voll geöffnet, wirkt also so, wie ein Gasschieberanschlag.Der Sinn dieser "Übung" war bereits beim Gleichdruckvergaser eine "Lärm-Manipulation", um aus der "beschleunigten Vorbeifahrt" bei der Geräuschmessung einfach ein wenig Beschleunigung herauszunehmen. Ein zweiter, durchaus gewüschter Nebeneffekt - so eine olle 1000er ging schon in den 90ern eigentlich recht stramm und forsch bei Vollgas - bestand drain, daß die sanftere, weniger abrupte Öffnung der Vergaserschiebers den Leistungeinsatz beim Gleichdruckvergaser schön kontrollierbar machte. Der Gegenpol damals war der Flachschieber-Racing-Vergaser, bei dem die Schieber direkt über eine Mechanik vom Gaszug betätigt wurden. Das garantierte natürlich einen Rasiermesser-scharfen Leistungseinsatz, mit dem aber nicht jeder Fahrer wirklich glücklich wurde: Nicht wenige waren gerade auf der Rennstrecke mit den Serienvergasern und deren gutmütigerem Leistungseinsatz einfach schneller.
Das ist vollkommen richtig für die Beschleunigungsanreicherung. Ist ja beim Gleichdruckvergaser auch so. Da wird die Beschleunigerpumpe auch direkt ohne Umweg über die Unterdruckmembran angesteuert. Falsch dagegen ist es für die Grundabstimmung. Die ist eben abhängig vom tatsächlich geöffneten Querschnitt. Deswegen hängt im Gleichdruckvergaser die Nadel auch am membrangesteuerten Schieber und nicht an der Drosselklappe. Übertragen auf das EPT heisst das: die Einspritzwerte sollten von der tatsächlichen Drosselklappenöffnung (TPS Signal) und nicht vom "Wunsch" (APS Signal) abhängen.Das Gesagte erklärt auch, weshalb meiner Einschätzung nach ein "Bepflegen" der Maps für das EP-Steuergerät verlorene Liebesmühe ist. Und es erklärt auch, weshalb ich das Kastl auf den Sensor hänge, der zum Seilzug und zum Gasgriff gehört: Mich interessiert als Stell-Parameter für das Kastl einzig das Lastkommando vom Fahrer, und nicht das Ergebnis eines elektronischen Algorithmus in einem Steuergerät. Mein Kastl braucht einfach die Geschwindigkeit, mit welcher der Fahrer rechts den Griff dreht. Das ist für mich die Eingangsgröße, mit welcher mein Kastl seine Beschleunigungsanreicherungen bestimmt.
Na dann muss ich mich hier als "weichen" Map-3 Fahrer outen. Die Map-2 mag ja ok sein, um das Vorderrad zu lupfen, aber mit Map-3 bin ich schneller ums Eck und das zählt für mich.Und überhaupt: Sind wir nicht alle harte Männer? Für einen solchen gibt es eh nur eine Einstellung an diesem Schalter: Direktes Durchreichen der Gasgriffstellung an die Drosselklappe. Das ist, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, "Einstellung 2".

