Ich möchte hier mal exemplarisch berichten, was ich gemacht habe für die "Heilung". Das wird auch zugleich so etwas wie die "Top-10" der möglichen Masse-Fehler:
Auf Platz 1 dieser Liste steht nach meinen Erfahrungen dabei nicht der "übliche Verdächtige", der Massepunkt am Rahmen (der kommt gleich auf Platz 2), sondern das Anschlußkabel des Reglers für die Masse. Der Regler ist ein rechteckiges Alu-Trum mit markanten Kühlrippen. Bei der Duke-III sitzt es unter dem Lenkkopf. Das folgende Bild zeigt einen Regler an einer SMC:

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highscore23 at 2011-05-21
Die Kühlrippen weisen schon darauf hin, daß dieses Bauteil heiß wird. Denn es leitet den überschüßigen Strom, der den akuten Leistungsbedarf der Elektrik übersteigt, ab, und zwar gegen Masse. Daher fließen an dieser Masseleitung recht große Ströme. Und wenn sich hier nur ein kleiner Übergangswiderstand auftut, hat das gleich massive Konsequenzen, das macht Spannungsspitzen, die der Elektronik nicht gut tun, der CAN-Bus, der auf der KTM die Steuergeräte und mit der Armatureneinheit vernetzt, will so was gar nicht.
Der Reglermasse wird auf den KTM über zwei recht dicke GRÜNE Kabel an einen der Massepunkte am Rahmen angeschlossen. Der Hund liegt aber eben nicht in diesem Anschluß am Rahmen, an der Verschraubung als solchen, denn gar nicht mal so selten (drum Platz 1 in der Hitliste) macht dieses zweiadrige Massekabel zum Regler optisch von Außen einen super Eindruck, aber innen drinnen, unter dem Schrumpfschlauch spielt es sich ab: Exakt da, wo die beiden grünen Kabel mit der Öse vercrimpt sind, über die sie an den Rahmen geschraubt werden, neigen besagte Kabel zur Korrosion und/oder zum Bruch.
Diese Problem mit der Reglermasse bemerkt man auch daran, daß es Probleme mit der Batterie gibt. Die leidet nämlich auch unter Spannungsexzessen und verschleißt dann vorzeitig.
Das Abschneiden der originalen Öse von den grünen Kabeln - die sind lang genug -, und das Verlöten von neuen an "gesundes" Kupfer im Kabel wirkt daher oft Wunder.

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highscore23 at 2011-05-21
Auf Platz 2, wie gesagt der übliche Verdächtige, die Kontakt-Korrosion an den Massepunkten am Rahmen. Hier sollte alles Metall, auch der Kableösen, blank sein. Es empfiehlt sich, sie Kontaktflächen mit Kupferpaste vor weiteren oxidativen Angriffen zu schützen.
Auf Platz 3 kommen die Steckverbindungen der KTM. Die sind zwar alle abgedichtet und spritzwassergeschützt, aber die Feuchtigkeit findet manchmal ihren eigenen Weg. Die Stecker auseinander ziehen, mit Kontaktspray behandeln, dann ausblasen, das ist dann die Lösung. So war es auch auf der Duke-III, von der ich hier berichte. Hier drang, sollte nicht sein, aber es geschieht doch, Feuchtigkeit in den Zentralstecker zur ECU. Denn eigentlich ist der heiße Kandidat für Schwitzwasser im Stecker bei den 690 mit deren E-Gas-Drosselklappe der Stecker zum Servomotor links am Drosselklappenkörper, welcher vergleichsweise exponiert außen liegt.
Platz 4 nimmt in dieser Loste kein eigentlicher Massefehler ein, sondern ein Work-Around für Masseprobleme an der ECU. Der kann helfen, wenn irgendwo zwischen Massepunkt am Rahmen und ECU ein Hund tief im Inneren des KTM-Kabelbaums schlummert:

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Der Diagnosestecker an der KTM bietet nämlich so etwas wie eine 2. Chance für die ECU-Masse. An diesen Stecker sind drei Kabel angeschlossen, eines für die 12V-Versorgung der Onboard-Diagnose, eines für die Datenleitung und eines für Masse. Dieses braune Kabel am Stecker führt direkt zu dem Masseknoten im Kabelbaum, an den die ECU-Massen (gewöhnlich sind das zwei am Steuergerät, erkennbar an der Code-Farbe "Braun" für Masse bei KTM.
Wenn man nun dieses braune Kabel direkt und solide an die Fahrzeugmasse, an den Rahmen anschließt, schafft man so etwas wie einen Masse-Bypass für die ECU. Ich schließe zu diesem Zweck gern an Zusatz-Massekabel über den "Verschluß-Stecker" für die KTM-Diagnose an. Optional kann man sich auch drirekt an des braune Masse-Kabel zum Diagnosestecker hängen.
Meine Liste hört hier auf. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn mir Neues einfällt, werde ich davon berichten
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P.S.
Das Kastl hat dasselbe Funktionsprinzip wie der PC von Dynojet, auch das Anschlußschema ist dasselbe. Ergo sollten diese Masse-Probleme auch für den PC gelten. Sie sind glücklicherweise nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Je älter jedoch ein Motorrad wird, umso höher die Wahrscheinlichkeit für Elektrik-Probleme. Im Prinzip reden wir hier über Verschleiß, Kabelbaum-Verschleiß. Der hat auch mit Vibrationen zu. Davon hat leider der Einzylinder deutlich mehr zu bieten als der V2 von KTM. Entsprechend häufiger gibt es daher offenkundig Kabelärger im 690er-Lager.
Wenn der Servomotor in der 690 brummt, sobald ein Kastl angeschlossen wird, liegt das ebenfalls an einem Masseproblem. Vereinzelt (ist wirklich selten, aber alles kommt vor) schüttelt es auf den 690er (diesen Rüttel-Kisten) die Masse an der Kastl-Platine ab. Das ist dann ein interner Fehler am Kastl, der sich aber im "Werk" wieder beheben läßt. Also Kastl zurück schicken und Alles wird wieder gut.