Bosnien Rallye - 3. Etappe / 3. Fahrtag

die Vorbereitungen für die Rallye 2020 laufen...


 


..und im Kopf, bin ich schon in Bosnien. Bierdurst!


Fahrtag 03 began so:


20:30 Uhr Briefingraum



Stefan begrüßte uns zum Briefing zu Tag 03 und philosophierte kurz über Fahrtag 02.


Ihn wunderte es, dass bei so einer langen Etappe Fahrer gegen 9 Uhr noch auf der Hotelterrasse saßen und frühstückten. Mich wunderte das auch. Diese Ruhe finde ich beneidenswert.


Allerdings gab es am Tag 02 auch einen Verletzten, welcher geborgen werden und ins Krankenhaus transportiert werden musste.


Weitere Kuriositäten des Tages war eine Gruppe von GS-Fahrern mit einem Plattfuß in der Nähe des Nationalparks. Die Jungs fuhren dann zur nächsten Ortschaft und reparierten in Ruhe die Bikes. Aber immer auf die Details achten! Der Nationalpark liegt an der Grenze zu Kroatien, und die Ortschaft, in welches sie die Bikes reparierten, war bereits in Kroatien. Kein Problem, man repariert die Bikes und fährt auf dem gleichen Weg zum Dorf zurück zum Track. Die Reparatur leider so lange gedauert, dass sie sich entschlossen eine Abkürzung zu nehmen, durch eine offizielle Grenzstation der Kroaten. Da die Gsler aber offiziel nie in Kroatien eingereist waren, konnten sie ja auch nicht ausausreisen. Mag sein, dass auf dem Balkan vieles etwas lockerer gesehen wird, etwas Schärfe bekommt die Story, sobald festgestellt wird, dass man aus einem EU Staat in einen Nicht-EU Staat „unbürokratisch“ einreisen will. Die Bosnier sahen das locker, die EU-Kroaten nicht. Irgendwer aus dem Fahrercamp ist am späten Nachmittag, mit irgend einem Schreiben vom Hotel zurück nach Bihac gefahren. In der Nacht waren dann auch die Gsler wieder im Camp.


So ging Fahrtag 02 mit einem Verletzten und mehren verirrten BMW Fahrern erst spät zu Ende.


Fahrtag 03


21:00 Uhr Briefingraum


Stefan, in feinster österreich-englische Aussprache: die moargige Etappn hoabn wir „the doarkside of Mostar“ getauft.


Stefan begann, die Etappe zu erklären. Es stehen nur 350 km an, ich freue mich. Da wir nicht über 350 km fahren werden, könnten wir „ausschlafen“. Der Start ist wieder auf 8:00 Uhr gelegt. Stefan verwöhnte uns regelrecht. Mit viel Disziplin könnten wir ganze 6h schlafen, sofern keine lauwarme Gute-Nacht-Biere unsere Wege kreuzen. Aber ich hatte mir fest vorgenommen, am Abend kein Zimmerbier zu trinken. Das musste ich vor Walter möglichst lange geheim halten, sonst hätte es Tumulte geben können.


Die Etappe sollte uns in das Tal von Mostar führen. Der Startpunkt lag knappe 30 km vom Hotel entfernt. D.h.: die ersten Kilometer feinster, bosnischer Straßenbelag. Walter sorgte sich um seinen Hinterreifen. Gestartet wird auf einer wilden Müllkippe. Der Gag ist irgendwie an mir vorbei gegangen.


Schlunzke: Hat der gerade Müllkippe gesagt?

Walter: Jup.

Schlunzke: Wieso von einer Müllkippe?

Walter: Was weiß ich?

Schlunzke: Prima, das hätte er früher sagen sollen. Ich hab schon geduscht, jetzt habe ich sinnlos Ressourcen verballert.


Es sollte wirklich bei einer Müllkippe losgehen. Später verlief die Strecke durch einen Steinbruch, mit einem, nicht übersehbarem, uralten Sattelzug und Container darauf, am Eingang des Steinbruchs. Der uralt Laster sollte komplett verrostet und unbewegbar den Einsitieg in den Track markieren. Danach noch eine Gefahrenstelle nach einer Kreuzung, ein tiefes Loch, oder doch mehr ein kleiner Abgrund?


Also ich fand die Besprechung irgendwie kurios. Was denn nun, Loch oder kleiner Abgrund? Abgrund klingt so endgültig. Egal, ich nahm mir vor, die Gefahrenstellen gleich ein Bild vorher im Roadbook zu markieren, und knallrot. Sicher ist sicher!


Wir sollten viel trinken. Das Tal in Mostar sollte unglaublich hohe Temperaturen um diese Jahreszeit haben, also immer schön die Camelbag auftanken.


Stefan: Und seid bitte vorsichtig auf den ersten 50km. Wir starten im Nachbartal, da kann es immer spontan neblig am Morgen sein.

Zuhörerfrage: Wird es morgen neblig sein?

Stefan: Woher soll ich das denn jetzt wissen?

Zuhörer: Allgemeines lachen.


Der Rest der Tour war dann nur mit normalen, nicht erwähnenswerten Gefahrenstellen versehen. Nicht der Rede wert, wenn man die ersten zwei Tage überstanden hat. Leider war es Stefan dieses Jahr nicht erlaubt, durch die Innenstadt von Mostar und über, die weltbekannte und neu aufgebaute Brücke, zu fahren. Der Track ging zwar durch die Stadt aber, ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten zu kreuzen. Interessanter sollten die Bunker und die Tunnelanlagen auf der Rücktour und weitere Teile der Region Mostar werden, an welchen man noch immer deutliche Spuren des Krieges erkennen kann. Bei so etwas geht mir immer der Stift. Ich finde es gut wenn man sich „nur“ Mensch gegen Mensch die Fresse polieren kann. Sobald Schuss- und automatische Waffen ins Spiel kommen, hat der Besitzer dieser Dinger deutlich zu viel Macht in den Händen und oftmals zu wenig Hirn zwischen den Ohren. Schwerter zu Flugscharen!


Nach den letzten Ausführungen und kleinen Witzchen von Stefan wurden wir zum markieren des Roadbooks in die Nacht entlassen.


   


22:00 Uhr Hotelrestaurant


Wir saßen noch einmal zu einem Bierchen und einer gemischten Grillplatte zusammen und ließen den Tag Revue passieren. War ein geiler Fahrtag, hat alles gepasst. Bis auf meine Stürze. Aber alle 3 waren harmlos und bei mir machten sich auch keine Angst und sonstige Manschetten breit. Kopf ist locker oder total übermüdet. Ah, dann kamen schon die gekühlten Biere. An was wollte ich beim Stichwort Bier eigentlich noch denken?


Walter: Prost!

Schlunzke: Wohl sein!


Wir gingen kurz den morgigen Tag durch, Walter war besorgt wegen seines Reifens und ich aus Unwissenheit oder Sympathie, heute ist es nicht mehr abschließend zu klären was es war, war jetzt auch besorgt um meinen Hinterreifen. Jetzt waren wir beide nicht mehr nüchtern und besorgt. Walter aus gutem Grund, und ich, weil ich ungern allein etwas bin.


Walter: Ich denke wir sollten morgen die Abkürzung vor Mostar nehmen und dann zurück über die Straße. Im Camp die Reifen wechseln und die Maschinen gründlich warten.

Schlunzke: Nicht durchfahren?

Walter: Hmmmm, mein Reifen macht das vielleicht nicht mit, und wir hätten bei einem halben Tag noch Zeit, etwas Kraft für den letzten Tag zu tanken.

Schlunzke: Wenn du den Hinterreifen wechselst, mach ich das auch.

Walter: Warum?

Schlunzke: Du bist die Baja gefahren.

Walter: Wasn das für ne Antwort?

Schlunzke: Cheers!

Walter: Prost.


Bier können sie da unten, sehr lecker.


Ach ja, wir haben uns dann für einen halben Fahrtag aus den bereits formulierten Gründen entschieden: Hinterreifen, Bikepflege und Krafttanken. Aber bewusst keine „cut off“ Zeit gesetzt. Das wollten wir spontan entscheiden.


Nun kann man behaupten, es liegt am Fahrzeug, das auch der jeweilige Pilot eine entsprechende Macke hat. Eine gewagte Theorie, aber ein BMWler hat den Bogen im Restaurant am Abend deutlich überspannt. Ein erwachsener Mann schmeißt seine gesamten Roadbookrollen jeden Abend in den Hauptgang des Restaurants. Dort wo Gäste und Personal ständig durchgehen müssen. Stört den Typen aber nicht, er bastelt weiter an seinem Roadbook auf allen Vieren und markiert, rollt später ein.


Walter: Wie bekloppt ist der denn?

Schlunzke: Die Nummer gibt er jeden Abend. Vielleicht werfen wir ihm mal ein Stück Zucker oder einen Euro zu. Dann merkt er vielleicht, wie dämlich seine Aktion ist.

Walter: Ein Erwachsner benimmt sich wie ein Kleinkind.

Schlunzke: Ich wette, der ist eine Art Vorstandsvorsitzender...irgendwas Hohes.

Walter: Wieso?

Schlunzke: Weil ihm der Pöbel, wir und die „Diener des Hauses“ , egal sind.

Walter: Ich hau ihm eine rein.

Schlunzke: Ich auch, Cheers!

Walter: Prost!


Wir haben ihn am Leben gelassen und weiter Bier getrunken.

Nach dem Restaurant gings aufs Zimmer, Roadbook markieren und mal früh schlafen gehen.


Mittwoch, 24.07.2019


Hotelzimmer 120, 0:00Uhr


Schlunzke: Gute Nacht, gut das wir mal zeitiger ins Bett kommen.

Walter: ich muss noch schnell die Brille sauber machen.


Mittwoch 24.07.2019


Hotelzimmer 120, 0:30Uhr


Das Licht geht aus.


Schlunzke denkt in sich hinein: super, das mit dem zeitiger Schlafen hat ja gut geklappt.

Gehirn Schlunzke: „und was war das für`ne Nummer mit dem Bier? Du wolltest doch ohne.“

Schlunzke an Gehirn: „schlaf jetzt, bitte!“

Gehirn, singend, an Schlunzke: „nö....la, la, la, la!“


Irgendwann bin ich dann eingepennt, trotz lärmenden Hirns. Werd erwachsen, Hirn!





Wichtigster Link:

http://bosnia-rally.com


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