Leerweg am Bremshebel

  • Hallo,


    habt ihr auch einen relativ großen Leerweg am Bremshebel?
    Die Bremse ist ansich ganz gut und bremst auch sauber und dosierbar, aber der Leerweg nervt leider sehr.


    Jede 790er, wo ich mal die Bremse gezogen hatte, hat auch diesen Leerweg.?


    Hat jemand nochmals entlüftet oder die Sättel (neu) ausgerichtet?
    Helfen andere Beläge?


    Danke

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  • Kann ich nur bestätigen. Mir wäre es auch lieber, wenn eher Druck aufgebaut wird, aber ansonsten sehr ordentliche Bremsleistung!
    Ich bin Freitag beim Händler meines Vertrauens und werde den Meister mal befragen.
    Achso, 2500 km auf der Uhr ....

  • So, ich habe heute mit dem Meister gesprochen: ist so!
    Ihr könnte höchstens die Grundeinstellung vom Hebel (weiter weg) ändern, aber es ändern sich nichts am Grundproblem. Da werden auch andere Hebel nix ändern. Auch keine Entlüftung etc.
    Gruß Winne

  • Ja der Leerweg ist schon weit wenn man anderes gewöhnt ist. Bin gestern mal mit ner Streety 765 RX gefahren, konnte es gar nicht glauben wie schnell die Vorderbremse greift!

  • Die 765 RS hat auch eine Radialbremspumpe mit Brembo M50 und nicht diese spanische "KTM" Zange.

  • Hi Leute,


    jetzt habe ich auch das Problem mit dem komischen Leerweg. (nach ca. 2700 km)


    Erst habe ich mich gewundert, dass hier alle meckern, weil meine Bremse immer sofort, nach kurzem Hebelweg (ca. 20%) kräftig ansprach.


    Jetzt ist es Folgendermaßen, ich versuche es mal mit einer Beschreibung:


    Ich ziehe 20 % vom Hebelweg: mittlere Verzögerung ist da. Dann beginn der Hebel nachzugeben auf ca 30% Hebelweg (bei gleicher Handkraft und gleicher mittlerer Verzögerung), dies geht so weiter bis auf 50 % Hebelweg (bei gleicher Handkraft und mittlerer Verzögerung) :traurig:


    Wenn ich dann


    a) die Hebelkraft erhöhe, komme ich auf ca. 70% Hebelweg und die Bremsleistung erhöht sich.
    oder
    b) die Hebelkraft konstant halte, bleibt der Hebelweg bei 50% stehen und die Bremsleistung erhöht sich erst bei langsamer werdender Geschwindigkeit.


    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dies mit dem ABS zu tun hat, spüre aber kein vibrieren im Hebel.
    Das Regel-Vibrieren habe ich bisher nur im Fußhebel gespürt.


    Ist es bei euch auch so?


    Viele Grüße


    Tom

  • interessantes Verhalten... :denk:
    Also bei mir ist der Leerweg ganz am Anfang des Betätigungsvorgangs. Hätte keinen Unterschied feststellen können in der Weise wie ich den Bremshebel ziehe.


    Ich hab die Bremskolben mit etwas ATE-Bremspaste eingeschmiert. Danach wars sofort besser.
    Nach ca. 3000km hat die Wirkung nun wieder etwas nachgelassen, ist aber noch besser als am Anfang. (bilde ich mir zumindest ein)


    Eigentlich kann man das "Problem" auf 2 Dinge eingrenzen:


    1. Schnüffelbohrung an der Pumpe nicht optimal gesetzt (oder defensiv ausgelegt)
    2. Reibung zwischen Dichtungen am Sattel und Kolben zu hoch. (gibt ein ähnliches Problem an einer Triumph Tiger)
    Hier hilft die ATE-Paste oder aber auch einfach Geduld, wenn die Dichtungen aufgrund der Benutzung geschmeidiger werden.


    Auf jeden Fall hab ich mich mittlerweile (5.000km) daran gewöhnt. Trotzdem waren da meine letzten Motorräder (690R, 990 SD) besser.

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  • Danke Bernie für Deinen Tipp.
    Naja, dass es sich bei einem Neumotorrad empfiehlt die Kolben gängig zu machen, finde ich nicht so prickelnd. :staun:


    Bei meinem alten Motorrad mache ich das 1* im Jahr und anschließend ist das Druckpunktverhalten super. Allerdings ist mein altes Motorrad jetzt schon 19 Jahre alt, daher mache ich gerade die Dichtungen in den Kolben komplett neu.
    Ich schaue mal, wann ich an der KTM dazu komme und werde berichten...


    Ein weiterer Faktor ist meines Erachtes auch das ABS, bzw. deren sehr defensive Abstimmung. Im Motorrad-Alpentest hat die Duke einen kräftigen Abzug aufgrund des langen Bremswegs bekommen. Auch ich hatte bei der letzten Fahrt das Gefühl, dass die absolute Bremsleistung unter den Möglichkeiten des Reifens zurückbleibt.
    Da bezweifel ich das eine andere Handhebelarmatur oder schärfere Beläge etwas bringen, wenn das ABS frühzeitig beginnt aufzumachen. :traurig:
    Schade irgendwie. Dabei bauen die so geille KurvenABS-Technik ein. Ob das wohl daran liegt, das ein Gyrosensor weniger ggü. den großen KTMs verbaut ist?


    Viele Grüße


    Tom

  • Sooo defensiv ist das ABS auch nicht abgestimmt.


    Letzten Sonntag war ich auf der Rennstrecke und hatte beim Anbremsen am Ende der Geraden mehrmals mit einem abhebenden Hinterrad zu kämpfen.
    Beim ersten Mal waren es laut einem Kumpel der hinter mir war mindestens 30 cm auf einer Strecke von 10 Metern oder mehr.
    Das Einzige was da geregelt hat, war meine rechte Hand.
    Des weiteren hat man, wenn die Bremse heiss ist, einen super Druckpunkt und absolut kein Fading.
    Von Anfang bis Ende des Stints eine gut zu dosierende 2-Finger Bremse.

    1290 SAT(Für den Urlaub)
    Duke 790 (nur für Kringel)
    690SMCR(für ein wenig Spaß in den Bergen)

  • Hey Achim,


    Danke für Deine Rückmeldung.


    Das passt auch durchaus zu meinen Erfahrungen insofern, dass ich vor der letzten Fahrt immer nur mit 2 Fingern gebremst habe. Da war ich auch happy und habe garnicht verstanden, was alle am Motzen sind wegen der Bremse.


    Bei der letzten Fahrt habe ich aber lieber die ganze Hand beim starken Bremsen genommen, da ich Angst bekomme habe mir die Finger einzuklemmen, wenn ich nur mit 2 Fingern ziehe. Da ich das Verhalten bei der letzten Fahrt so komisch fand, habe ich am Ende mal auf freier Strecke versucht richtig stark zu bremsen: Mit einem Motorrad ohne ABS hätte ich mich wahrscheinlich auf die Nase gepackt. Das kostet mich natürlich ordentlich Überwindung und vielleicht wär noch mehr gegangen, aber das Hinterrad hat wenig Anstalten gemacht hochzukommen, bis auf das ABS, was hinten anfing zu regeln. Ich hatte eher das Gefühl hatte, dass die Bremsleistung vorne zurückgenommen wird. Sowas ist natürlich immer subjektiv und es wäre am besten das Verhalten gegen eine andere 790er gegenzuchecken. Letztlich würde das Bremsverhalten, so wie ich es jetzt erlebe, aber zu der Aussage der Motorradzeitschrift passen.


    Viele Grüße
    Tom

  • Pulsieren hatte ich am Bremshebel keines, falls du das meinst. Ich hatte aber ein verhärten des Bremshebels beim umlegen auf der Bremse. Wird wohl mit dem Kurven ABS zusammen hängen.


    Trotzdem war weiterhin eine vernünftige Bremswirkung vorhanden.
    Pulsieren nur am Fußbremshebel

    1290 SAT(Für den Urlaub)
    Duke 790 (nur für Kringel)
    690SMCR(für ein wenig Spaß in den Bergen)

  • Heyho,


    ich habe das Gefühl, dass die Bremse warm/heißgefahren deutlich besser funktioniert.


    Als ich gestern losgefahren bin, hatte ich noch das schlechte Bremsverhalten, inklusive Beinahe-Einklemmen der Finger sobald ich nur mit zwei Fingern stark bremste.


    Nachdem ich sportlich die Schauinsland-Strecke runter und wieder raufgefahren bin, war es wesentlich besser: Bessere Bremsleistung, zwei Finger reichen. Anscheinend nimmt die Bremse „Ready to race“ wörtlich. :zwinker:


    Viele Grüße


    Tom

  • Bin in letzter Zeit manchmal bergab mit ausgeschaltenem Motor gerollt.
    Zieht man dann die Bremse, merkt man, dass die Kolben bereits sehr früh zu greifen beginnen. Man hört es sehr gut am Summen, das von vorne kommt.
    Nur ist halt da noch keine Bremswirkung zu spüren.
    Mein Verdacht ist, dass die 2 Kolben je Seite nicht gleichzeitig herauskommen und der Belag möglicherweise dadurch anfangs nur einseitig anliegt oder dass es einen großen Abstand zwischen Bremsscheibe und Beläge gibt, die sich aber eigentlich von selber nachstellen sollte. Vielleicht wird das durch eine ungünstige Reibpaarung zwischen Kolben und Dichtungen hervorgerufen. Wenn hier mehr Reibung entsteht und die Kolben nicht schön in den Dichtungen gleiten, dann kann sich der Belag nicht gut an die Scheibe drücken...


    Nur mal ein paar Gedanken dazu... :denk:

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