Zündspule(n) defekt?

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    habe z.Z. folgendes Problem mit meiner SDR Bj. 2015, km 15550.


    Nach einer Motorradwäsche - die natürlich ohne Hochdruckreiniger erfolgte, startete ich die Maschine um sie
    trockenzufahren. Der Motorlauf war wie immer - nach einigen Sekunden veränderte er sich jedoch hörbar.
    Bei der nachfolgenden Fahrt, bemerkte ich ein bis dahin nicht gekanntes Ruckeln im unteren Drehzahlbereich
    bei Teillast (Konstantfahrruckeln). Beim Beschleunigen war keine Veränderung festzustellen.


    Meine erste Vermutung war irgendwo eingedrungene Feuchtigkeit (Zündspulendome, Steckverbindungen) und ich hoffte das es beim
    nächsten Mal wieder gut sein würde.


    Dem war aber leider nicht so. Das Fahrverhalten war weiter genauso wie oben beschrieben.


    Ich habe mich daraufhin entschlossen die Zündspulendome auf eingedrungene Feuchtigkeit zu prüfen. Tatsächlich
    stellte ich beim Zerlegen fest, das beim hinteren Zylinder an der äußeren Spule aufgrund einer nicht gut sitzenden
    Dichtung, wohl bereits seit längerem Feuchtigkeit eingedrungen sein mußte da diese Spule am Schaft verrostet war.


    Mein Frage ist nun wie kann ich feststellen ob die Spulen noch i.O. sind z.B. über Widerstandsmessung und wenn ja,
    an welchen Anschlüssen, an welchen Pins in welcher Kombination mit welchen Sollwerten? Gibt es sonst noch Hinweise die auf einen
    Defekt schließen lassen?. Bei einem Stückpreis von 76€ tauscht man mal nicht eben so alle
    vier Spulen auf Verdacht.


    Über die Suchfunktion konnte ich nichts passendes finden, auch im Reparaturhandbuch ist über die Spule nichts zu
    lesen.



    Vielen Dank schon im Voraus für Eure Hilfe
    Siggi

  • ich würde die einzige verdächtige Zündspule im Vergleich mit mindesten einer anderen "Unverdächtigen"


    durchmessen und die Messwerte vergleichen,
    vielleicht hilft dir das weiter

    Gruß Klaus :wheelie:
    1290 SE

  • Mein Frage ist nun wie kann ich feststellen ob die Spulen noch i.O. sind z.B. über Widerstandsmessung und wenn ja,
    an welchen Anschlüssen, an welchen Pins in welcher Kombination mit welchen Sollwerten?


    Kurz auf Google gesucht (Quelle), vielleicht hilft das weiter:


    Ausgebaute Zündspule mit dem Multimeter überprüfen. Zur Messung der Primärwicklung ein Ohmmeter direkt an dem Komponentenstecker anschließen.


    Sollwert: 0,3 ? –1,0 ?

    Zur Messung der Sekundärspule Prüfspitzen direkt an den
    Hochspannungsausgängen der Zündspule messen.


    Sollwert: 8,0 k? –15,0 k?


    Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang immer die
    Angaben des Fahrzeugherstellers.

  • Hallo an alle,


    erstmal danke für die Hinweise.


    @ Gorbimley - Diese Seite hatte ich auch schon besucht.
    Die
    beiden PINS 1 + 2 (wohl die Sekundärspule??) an den Zündspulen des
    hinteren Zylinders habe ich auch schon durchgemssen (1,7 Ohm).



    Unsere Zündspulen sehen aber anders aus wie die in den Beispielbildern auf der verlinkten Seite (s. Bilder). Von daher weiß ich nicht ob ein Vermessen der Primärspule bei den Spulen der Super Duke möglich ist (Stichwort Einfunkenzündspule) bzw. wenn ja, wie vorzugehen ist.
    Eine Messung vom Zündkerzenkontakt zu PIN 1 + 2 ergab 0 Ohm. Kann aber nicht sein das hier beide kaputt sind da die Maschine bis auf ein erhöhtes Ruckeln im Teillast beim Beschleunigen noch wie immer durchzog.
    Weiß sonst noch jemand Rat ??
    VG Siggi

  • Vergleichsmessungen hast du ja wohl keine gemacht ???
    Ich glaube nicht, das KTM das Rad neu erfunden hat.
    Habe den Messvorgang sekundär, primär mal angehängt, allerdings für die Fazer, aber...vielleicht hilft es dir

    Dateien

    • zündspule.JPG

      (106,91 kB, 58 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Gruß Klaus :wheelie:
    1290 SE

  • zwischen Pin 1 und 2 misst du die Primärspule, kann schon sein dass die ziemlich niederohmig ist, womöglich auch unter 1 ohm. Die Sekundärspule misst du zwischen Pin 2 und dem Zündkerzenkontakt. Werte einfach vergleichen mit den "trockenen" Spulen.
    Wichtig : gegen den Massekontakt des Kerzensteckers messen- Widerstand muss unendlich sein. Sonst hast du einen Nebenschluß, der Zündenergie kostet.


    Aber ganz ehrlich, ich glaube nicht dass du hier mit dem Multimeter eine Veränderung feststellst. Die Zündspule selbst ist doch vergossen und gut gegen Wasser geschützt. Ein Wasserschaden führt höchstens zu einem erhöhten Übergangswiderstand an den Kontakten zur Kerze aufgrund Korrosion (ist ja auch sichtbar, wenn ich dich richtig verstanden habe), oder eben zu einem Nebenschluß im Stecker der Zündkerze. Und ist schwierig herauszumessen.
    Wenn du doch schon selbst sagst, dass hier bei dieser einen sichtbar Wasser eingedrungen ist, dann tausch diese auf jeden Fall aus- und die anderen nicht.
    Die Wahrscheinlichkeit ist hoch dass du dann Ruhe hast.


    Grüße & viel Erfolg!

    jetzt ist praktisch der Punkt erreicht, an dem es mir fast schon beginnt egal zu sein...

  • Hallo zusammen



    und danke für Eure Hinweise!


    Ich habe jetzt alle 4 Spulen der SDR plus zwei von meiner 690 (sind die gleichen wie in der 1290) lt. der Anleitung von Klaus vermessen (Vielen Dank dafür).


    An allen sechs Spulen habe ich die gleichen Werte gemessen nämlich an der Primärspule ca. 1.6 Ohm (zwischen den oberen beiden Pins) und an der Sekundärspule ca. 8.3 kOhm (vom oberen Pin zur Zündkerzenaufnahme)


    Ich gehe nun davon aus das die Spulen allesamt i.O. sind - da gleiche Werte.


    Zwei der Spulen waren zwar an ihrem Schaft rostig aber das blieb anscheinend ohne Einfluss auf die die elektrischen Werte. In einem der Kerzendome am Zylinder vorne außen war die Zünkerze stark oxidiert und rostig was wohl der Grund für den schlechten Motorlauf im Teillastbereich war. Habe nun alle vier Kerzen erneuert und hoffe das Problemm damit gelöst zu haben.


    Im WHB für die SDR 1290 gibt es zu den elektrischen Werten der Spulen jedenfalls keine Angaben. Auch der Freundliche konnte mir nicht weiterhelfen. Dort würde man sich im Fall eines Falles auf eine reine Austauschaktion beschränken - Trial and Error. Ein für den Kunden kostspieliges Verfahren - bei einem Stückpreis von 76€ pro Spule und den Lohnkosten für den Ab- und Anbau von Tank und Luftfilterkasten. Eigentlich nicht akzeptabel und mir unverständlich das KTM seinen Händlern und Kunden hier nichts an die Hand gibt.



    VG Siggi

  • Du hast also alle Zündspulen wieder eingebaut. Ich hätte die "Verrostete" ersetzt. Hast du nochmal gecheckt, ob der Zündkerzenschacht jetzt auch wirklich dicht ist.
    Könnte sein, das sich die Dichtung an der Zündspule nach ca.15tkm wegen der falschen Montage ab Werk dauerhaft verformt hat.

    Gruß Klaus :wheelie:
    1290 SE

  • Habe gestern meine SDR wieder zusammmengebaut und gestartet.


    Leider ist das Problem mit dem unrunden Motorlauf noch nicht gelöst. Eine bzw. einige der vier Spulen haben ev. doch einen Treffer trotz gleicher elektr. Werte. Werde jetzt die beiden rostigen, äußeren Spulen durch die der 690er ersetzen. mal sehen ob das was bringt.VG Siggi