Kette und gleichzeitig Spur einstellen

  • Anläßlich eines Beitrages hier im Forum zum Thema Spur einstellen ...mit Kettenspannung einstellen...hier im Forum stelle ich meine Vorgehensweise zur Umsetzung durch eine Person vor.

    Den Ideengeber "Einstellen per Schnur" habe ich trotz intensiver Suche hier im Forum nicht wieder gefunden!

    Falls er diesen Beitrag findet bitte ich um Info um seine tolle Idee hier entsprechend zu würdigen.


    Bei neuen Reifen mache ich mir die Mühe eine möglichst optimale Einstellung der Spur und gleichzeitig der Kette zu realisieren.

    Bei Nachstellung der Kettenspannung verändere ich dann später nur noch mit gleichem Verdrehen der Kettenspanner.


    Bei der erwähnten Vorgehensweise mit der Schnur musste ich auf Hilfe einer ungeduldigen 2. Person:motzki: zugreifen....da der Vorgang doch Zeit braucht....habe ich mir einfache Hilfsmittel ausgedacht.

    Diese stelle ich hier vor:


    Der Lenker wird mit 2 Gurten in Geradeausstellung ausgerichtet.

    Beim Hinterrad ein Balken, welches die Schnur in einer definierten Höhe hält.

    Beim Vorderrad ein identischer Balken(wegen der identischen Höhe) mit 2 Nägeln welche im Abstand der gemessenen Breite des Hinterrades zueinander stehen.

    Ein Maßband an der Kette welches zur Messung der Kettenspannung dient.


    Spur-Kette-Überblick.jpg


    Da das Vorderrad fix ist in der Achse, ist das der eigentliche Ausgangspunkt. Vorderbalken also so verschieben das das Vorderrad an allen 4 Kanten zur Schnur identischen Abstand hat.

    Dazu muss dann auch die Lenkerstellung angepasst werden.

    Danach ist die Kettenspannung auf linker Seite einzustellen(erstmal maximaler Wert...da Spannen im weiteren Vorgang einfacher ist als Entspannen der Kette) und rechte Seite bis Anlage zur Schnur anzupassen.

    ..erneute Prüfung aller 4 Maße vorne zur Schnur....eventuelle ..nun sicher kleinere Korrektur der Lenkerstellung und/oder des vorderen Balken nach rechts oder links....

    Anpassungen vornehmen.....Kettenspannung prüfen

    ..erneute Prüfung aller 4 Maße vorne zur Schnur....eventuelle ..nun sicher noch kleinere Korrekturen der Lenkerstellung und/oder des vorderen Balken nach rechts oder links....


    Na klar.....bleibt "Fummelei"...aber ich schaffte Genauigkeit auf 1mm:Daumen hoch:! Das ist mir der Aufwand wert.

    ...und: Bei Nachstellung der Kettenspannung verändere ich dann später nur noch mit gleichem Verdrehen der Kettenspanner.:ja:



    Nochmals Danke an den wirklichen Ideengeber!:knie nieder:


    ...und falls jemand Verbesserungen auf Lager hat.....oder alternative Lösung.....Her damit.


    Gruß Schaumburger


    Unten noch Detailbilder vorne / hinten

    Spur-Kette-hinten.jpgSpur-Kette-vorne.jpg

    :wheelie:immer wieder schön..

  • Das wäre mir zu aufwendig.

    Mit dem Auge von hinten durchsehen und gut is.

    Das Auge ist meistens die beste Wasserwaage:peace:

  • Ein bissl arg umständlich!


    Das geht, gerade bei diesem Moped, deutlich einfacher, wenn man auf beiden Seiten den Abstand von Schwingenachse zu Hinterachse mißt. Wenn der auf beiden Seiten identisch ist, stimmt die Hinterradspur 100%ig!


    Für die Sportenduros gibt's dafür von KTM sogar ein eigenes Werkzeug:

    KTM Hinterachslehre.jpg


    In etwas abgewandelter Form (längere und dickere Dornen) funktioniert das auch bei den großen KTM's.


    Noch einfacher, aber das gleiche Prinzip, ist es passende Rundstäbe in die Achsen zu stecken und deren Abstand zu messen.

    Sicheres Auftreten, auch bei völliger Ahnungslosigkeit :zunge:

  • Vielen Dank für eure Meinungen und Alternativen!

    Die Benutzung des Laser kann ich nicht bewerten.....da keine Angabe zur Messmethode (ich kenne das allerdings nur zur optimalen Einstellung der Kettenrichtung und nicht der Spur)


    Ich habe den Stand der Markierungen der Schwinge zu den Aluplatten (nach Einstellung mit der ersten Seilmethode) abgelesen. Die Markierung differiert ca. 1 mm linke Seite zu rechter Seite.

    ...heißt das an meinem Motorrad die Markierungen an der Schwinge ziemlich gut passen.


    Allerdings ist zu betrachten das eine Fehlstellung von 1 mm an der Hinterradachse...welche ja nur ca. 30 cm breit ist auf den Radstand von ca. 220 cm doch eine erhebliche (Winkel-)Abweichung darstellt.


    In der Reihenfolge der Einfachheit stellt sich das für mich so dar:

    1. Radwechsel durch Werkstatt.....Genauigkeit unklar....ohne eigenen Aufwand

    2. Einstellung durch Einstellung an Achse hinten mit Serienmäßig vorhandenen Markierungen.....Toleranzen von Rahmen/Radlagerung vorne, der Schwinge und Felge/Reifen werden nicht berücksichtigt, hinten mit ungenauer Ablesbarkeit....schnell

    3. Einstellung mit Werkzeug oder genau passenden Rohren Schwingenlagerung zu Radachse oder genaue Rohre....Toleranzen von Rahmen/Radlagerung vorne und Felge/Reifen werden nicht berücksichtigt, hinten mit genauer Ablesbarkeit....schnell und gut ablesbar/einstellbar

    4. Einstellung mit Seil an Reifen....Einbeziehung aller Bauteile und deren Toleranzen....langwierig und nur durch mehrmaliges Messen ablesbar/einstellbar


    Was passiert eigentlich bei falsch eingestelltem Hinterrad? Hat das schon mal jemand bemerken können?

    Gruß Schaumburger

    :wheelie:immer wieder schön..

  • eine Fehlstellung von 1 mm an der Hinterradachse..

    eine erhebliche (Winkel-)Abweichung darstellt.


    Was passiert eigentlich bei falsch eingestelltem Hinterrad? Hat das schon mal jemand bemerken können?

    Bei allen bislang gefahrenen Enduros haben wir weder Achsmessungen noch Lasergeräte benutzt .

    Allenfalls mal einen Zollstock pi mal Daumen vorn re u li den Abstand zur Schwinge gemessen .

    Fahrtechnisch nicht zu merken .

    Bei der SM wurde , nachdem eine ” Korrekte Einstellung ”
    Kette Frist Reifen Flanke ergeben hat

    sogar bewußt das Rad so gestellt das hier an der vorderen linken Reifenflanke

    mehr Luft ist um das zu verhindern...
    Fahrtechnisch bei der Sumo weder in Kurven , Geradeaus oder am Reifenbild nachvollziehbar ...

    Es gibt extra versetzt eingespeichte Felgen mit Radnaben um das zu verhindern, auch hier wird dann ”die Spur ” so nicht stimmen ...
    Wie das ev. bei weit über 200 auf der Bahn ist kann ich nicht schreiben .....

    Das ist nicht mein Nutzerprofil

    Da wird ev. das Profil etwas schräg abgenutzt sein .

    Bei den vielen Berichten über Sägezahn und anderen Erscheinungen an Reifen aber zu vernachlässigen ...

  • Ich finde den Ansatz mit den Schnüren interessant, wenn auch aufwändig. Problem sehe ich bei groben Reifen mit seitlich rausstehender Stolle.

    Mir hat es bisher immer mit Augenmass gereicht, wenn das Kettenblatt mittig ins Kettenglied fällt.

    Einmal editiert, zuletzt von tux-warp4 ()

  • Ich messe einfach nur mit dem Zollstock die Abstände hinten vom "Achsblock" bis "Ende Schwinge".

    Scheint genau genug zu sein.

    Wofür eigentlich 4-Zylindermotoren? Am Motorrad sind es 2 zu viel und im Auto 2 zu wenig....

  • Ich messe einfach nur mit dem Zollstock die Abstände hinten vom "Achsblock" bis "Ende Schwinge".

    Scheint genau genug zu sein.

    mach ich so ähnlich, jedoch nehme ich die Achsen selbst, also Radachse und Schwingenachse und messe dort. Wenn man die Schwinge als Messpunkt nimmt, wäre mir die mögliche Fertigungstoleranz etwas im Weg :grins:

    Grüße
    André :wheelie:

  • Ich unterstelle KTM einfach mal, dass sie in der Lage sind eine Schwinge herzustellen, welche auf beiden Seiten gleich lang ist. :zwinker:


    Könnte man ja auch mal mit einer Messung Schwingenachse -> Ende Schwinge verifizieren.

    Hab ich aber wahrscheinlich keine Muße zu.. :grins:

    Wofür eigentlich 4-Zylindermotoren? Am Motorrad sind es 2 zu viel und im Auto 2 zu wenig....

  • Ich habs heute mal mit der einfachen Schnurmethode ausprobiert. Dazu das Moped auf den Hauptständer aufgebockt, das Vorderrad gerade gestellt und dann einen Wollfaden einmal um Vorder- und Hinterrad gespannt und mit Klebeband am Reifen fixiert. Dann einen einfachen Trinkstrohhalm auf Länge geschnitten (Reifenbreite des Hinterrades) und kurz hinter dem Vorderad zwischen die beiden Fäden geklemmt. Wenn man jetzt hinter dem Moped kniet oder am besten liegt und vom Hinterrad den Faden entlang nach vorne guckt, sieht man genau, ob das Rad gerade in Flucht zum Vorderad steht und kann es entsprechend einstellen. Bei mir ergab diese Methode auf der in Fahrtrichtung rechten Seite eine Differenz von 2mm nach hinten.

    Einmal editiert, zuletzt von Ingmar71 ()

  • Hinterrad wird ja hinterher gezogen und ist nicht sehr empfindlich auf Schlag zumindest. Ab mehreren mm merkt man Unruhe und leichten shimmy!

    Ich hatte letztes Jahr Mords nen Achter im Hinterrad und Gruppenfahrer hinter mir sagte, wie kann man so denn fahren und ich hab es so gut wie nicht gemerkt...


    Vorderrad ist sehr viel sensibler aber ja auch lenkbar und damit veränderbar.


    Bei Autos mit Hinterachslenkung wird das ja auch aktiv verändert...

    :guckst du hier: Jede Erledigung mit dem Moped ist Fun :grins: - jede mit dem Auto ist Pflicht!

  • Ich hatte mal einen Unfall. Da wurde dann der Rahmen, mit Schwinge und Gabel vermessen. Ergebnis: super maßhaltig - am unteren Ende der Toleranz.


    Ich denke wenn die Achse um 1mm versetzt in der Schwinge sitzt, macht das vorne am Reifen 2-3mm aus. Ich stelle immer nach der Markierung ein schaue dann von hinten auf der Kettenseite nochmal rein ob das Rad parallel zur Schwinge steht. 2-3 mm würde ich in jedem Fall sehen.

    Bei den vorgestellten Schnurkonstrukten wage ich mal zu behaupten , dass da ein Messfehler von mindestens 1 mm auftreten wird. Es ist schon schwer genug das zum Schwingendrehpunkt sauber zu messen.


    Wie heißt es so schön: Wer viel misst misst Mist. :grins:

  • Naja, viel falsch machen kann man zumindest nicht mit dieser Methode. Einfache Geometrie halt. Und offensichtlich genauer als die Methode, die von KTM vorgesehen ist. 2mm Abweichung an den Markierungen der Schwinge! Und ja, ich bin in solchen Sachen pingelig. 😉

  • Puh! Da hat sich aber jemand so richtig Mühe gegeben. Mir reicht aber der Messpunkt Schwingenachse zu Radachse.

    Was nicht passt sollen die Stollen von VR und HR ausgleichen :Daumen hoch:

  • Ein Spurversatz des HR zum VR spielt, solange es im mm Bereich ist, fahrtechnisch keine Rolle. Evtl. empfindsame Naturen bemerken einen Unterschied zwischen Links- und Rechtskurve. Stabiler Geradeauslauf ist dadurch nicht betroffen.

    Kardanboxer mit fetten HR (z. B. BOT-Rennserie) haben einen Versatz jenseits von gut und böse. Auch HPN-Felgen werden außermittig gespeicht, damit ein 140er mit 18" seinen Platz findet. Trotzdem gute Straßenlage.

    Gruß vom Harald
    "S. Auerteig"
    KTM ADV1190/R ´14; Suzuki DR 800S ´99; :prost: