Sammelthema Abtriebswellen-Bruch (2007 - 2016)

  • die da wären? Außer jetzt des Zeitfaktors?

    Die Belastungsspitzen kommen nicht nur aus dem reinen Verbrennungsdruck. Es geht ums Einkuppeln, schalten ohne Kupplung, Drehschwingungen im Antriebsstrang, Einflüsse beim Bremsen und durch die Kette, etc. Kurz gesagtr, alles was ruckt, erhöht die Belastung mehrfach. Das hatten wir jetzt schon oft genug. Alles kommt zusammen und hin und wieder führen dann diese Belastungen zu einen lokalen kleinen Überlastung in der Welle und einem ersten Mikroriss als Start des Dauerschwingbruches. Und der wächst jedesmal, wenn er wieder so eine Lastspitze abgekommt. Die Bruchform heißt nicht ohne Grund "Dauerschwingbruch".

  • Gut, danke. Bin weder Rentner noch im HomeOffice, man sehe mir es nach, wenn ich nicht alle Beiträge lesen kann :)

    Grüße, Dirk

    KTM 950SM(R) ´06

    Honda VTR1000 SP1 ´01



  • das eine ist die Theorie und das andere ist die Realität

    so geht wissen; und meine bescheidene Meinung und auch Erfahrung tendiert auf/gegen Realitäten!

    so is es und einzig, was kann man dagegen tun zählt;

    ergo Leute macht euch einmal drann und sucht Leute die sowas könnten, wenn sie denn wollten, das wäre dann eine mögliche Möglichkeit die uns offen stünde wenn wir denn dann wollten, ähhmmm :denk::denk: ja genau so und nicht anders oder doch??

    ein gesundes vorurteil erspart einem das nachdenken!

    Frauen sind die einzige Beute die ihrem Jäger auflauert.

    Einmal editiert, zuletzt von v2lover ()

  • Dafür bin ich bekannt.

    Ich mag deinen Humor :lol:  :Daumen hoch:


    Kann man die Mutter auch falsch lösen, also mit eingelegtem Gang und Schlagschrauber?

    Ich hab gerade die Mutter von meinem Primärritzel an der Kurbelwelle mit einem 1200(!)NM Bärli gelöst und was schätzt du wieviel Drehmoment die Welle dabei abbekommen hat?


    20220114_163931.jpg


    Auflösung: so wenig, dass ich sie auf der anderen Seite mit der bloßen Hand gegenhalten konnte :ja:

    Gruß, Martin

    Einmal editiert, zuletzt von Weity1980 ()

  • Haben wir das schon andiskutiert, mit dem 5. & 6. Gang? Der manchmal nicht schön reingeht, resp. rausfliegt und schön aufs Getriebe haut. Das wäre noch ein typisches 690er Verhalten, dass andere Motoren nicht haben.

    Ride hard or stay home :driften:

  • Das möchte ich mir dann auch anschauen warum das bei unseren Kübeln so ist.

    Ich vermute dass hier der Grund allen Übels bereits in der Schaltwalze begraben liegt, also dass die Schaltgabel für das Schieberad hier nicht sauber in der Schaltwalze geführt wird.

    Aber schau ma mal

    Gruß, Martin

  • Hab übrigens auch bereits etwas entdeckt bei dem Motor, was auch nicht unbedingt so cool ist:

    Der äußere Simmering der WaPu sitzt komplett schief im Gehäuse. Keine Ahnung ob sich der selbstständig so verdreht hat oder ob da bereits im Werk bei der Montage gepfuscht wurde:


    20220114_165928.jpg


    Bei meinem 690ccm Motor saß der bei gleicher Laufleistung (~20tkm) jedenfalls noch sauber und bündig im Gehäuse

    Gruß, Martin

  • Sodale, für heute langt's erstmal:


    20220114_194752.jpg


    Weiß nicht wieviel Zeit ich am WE finden werde um weiterzumachen (Fahrwerksservice bei der Flunda steht z.B. auch an), aber ich werd dann im Laufe der Zeit natürlich alles fein säuberlich vermessen und beaugäpfeln.

    Wenn Fragen sind oder jemand etwas spezielles wissen/sehen möchte, dann nur raus damit.


    Der Motor ist übrigens bis zum Ausbau ohne Probleme gelaufen.

    Was ich daraus irgendwann mal machen werde, weiß ich noch nicht

    Gruß, Martin

  • Was ich daraus irgendwann mal machen werde, weiß ich noch nicht

    Verbessern und zurück an den Absender! :gute besserung:

    Einzahlungsschein für die Verbesserungsvorschläge + Bewerbung als QM-Mensch gleich mit beilegen :zwinker:

    Ride hard or stay home :driften:

  • Wenn ich mir z.B. anschaue dass das untere Pleuellager 0,75mm axiales Spiel hat, bei einer Vorgabe von 0,40mm...0,60mm, dann muss man wohl nicht viel können um dort als QS zu bestehen (das vergrößert sich im Betrieb nämlich nicht von selbst :nein: )


    Aber das Pleuellager an sich und auch die Hauptlager sind noch tip top :ja:

    0,005 radiales Spiel im Pleuellager und keinerlei güldener Glitzer im Kurbelraum.

    So muss das :Daumen hoch:


    20220114_192637.jpg



    Wenn Interesse besteht dann kann ich auch einen eigenen Thread mit Fotos etc. zu dem Motor machen, damit wir hier nicht alles zumüllen

    Gruß, Martin

  • Am besten machen wir dann ein neues Thema auf, sobald die Ursache bekannt ist.

    Apropos Ursache:

    hab heute die 3Stk. D25 Sicherungsringe bekommen die KTM im Laufe der Zeit zur Sicherung der Losräder so verwendet hat.


    1.) 52033096000

    Sicherungsring 25x1,64 (€ 1,44)

    Diesen hat KTM bei den älteren LC4 (620, 640 etc.) verwendet:


    20220114_211138.jpg




    2.) 0417025000

    Sprengring Seeger SW25 (€ 1,12)

    Dieser wurde bei den 690iger Modellen (654ccm und 690ccm Motoren) bis inkl. BJ.2011 verbaut


    20220114_211207.jpg



    3.) 0471025000

    Sicherungsring d25 (€ 4,97)

    Dieser wurde dann ab Bj.2012 verbaut


    20220114_211249.jpg

    Gruß, Martin

  • Absolut richtig.

    Die Euro4 Modelle haben schon die allerneueste Version als XDNS Variante: 0471027000.

    Das ist die 27mm Variante.

    Für unsere Modelle wärs dann die 0471025001.

    Die 25mm Variante.


    Gruss

  • einfach gesagt: es bleiben Vermutungen

    Nein, das sind keine Vermutungen, das ist Physik. Die Welle bekommt zuviel Belastung und alles, was die Belastung erhöht ist kontraproduktiv.


    Die Sicherungsringe haben rein gar keinen Einfluss, weil sie nach dem Wellenbruch versagen. offen bleibt die Frage für mich, aber der Wellengrund den jeweils geänderten Ringen angepasst wurde. Das wäre eine Einflussgröße.

  • Hi

    Zitat:

    Die Sicherungsringe haben rein gar keinen Einfluss, weil sie nach dem Wellenbruch versagen.

    Was bitte bedeutet die Sicherungsringe versagen nach dem Bruch?

  • Was bitte bedeutet die Sicherungsringe versagen nach dem Bruch?

    Die Welle bricht und dabei zerbröselt die Nut des Sicherungsringes. So sieht es auf den Fotos aus. Der Dauerschwingbruch kommt durch stetige Überlastung der Welle.


    Wäre ein abgehender Sicherungsring Ursache und nicht Folge, gäbe es keinen Dauerschwingbruch. Jetzt ist nicht auszuschließen, dass es zum Ende des Bruchs zuerst zu einem Abgehen eines Ringes kommt. Dann ist die Welle aber trotzdem schon kaputt und man redet über wenige tausend Kilometer.

  • Die Welle bricht und dabei zerbröselt die Nut des Sicherungsringes. So sieht es auf den Fotos aus.

    Falsch

    Die Welle bricht, manchmal links, manchmal rechts am Einstich der Welle, welche für die Bearbeitung der Fläche für die Rollelager der Losräder des 3ten und 4ten Gang nötig sind.

    Das sind die beiden schwächsten Stellen der Welle.

    Die Sicherungsringe und die Anlaufscheiben sitzen auf der Verzahnung der Schiebräder.


    Ist etwas schwer zu erklären, werd das dann aber zeigen sobald ich die Welle in ihre Einzelteile zerlegt habe

    Gruß, Martin

  • Sodale, Freunde der gerissenen Abtriebswelle :prost:


    Hab jetzt mal ein bisschen weiter zerlegt damit die Diskussionsrunde neuen Nährboden erhält :ja:


    Also, so schaut das Ganze aus:


    20220115_125712.jpg



    20220115_131736.jpg



    20220115_131639.jpg


    Blau markiert hab ich die Stelle auf der Verzahnung des Schieberads wo dann die Anlaufscheibe sitzt.

    Ich hab die Anlaufscheibe am Foto bewusst weggelassen damit man sieht dass sie auf der Verzahnung sitzt.


    Grün markiert hab ich den Einstich. Und genau an dieser Stelle reißt unsere Abtriebswelle ab.

    Dieser Einstich ist links und rechts der bearbeiteten Stelle wo dann die Nadellager der Losräder drauf sind.

    Ich hoffe es kann sich jetzt jeder vorstellen wie das aussieht. Wenn nicht, dann sagt bitte Bescheid.


    Also, diese Einstiche sind lediglich 0,1mm tief, die Welle hat hier in den Einstichen also einen Durchmesser von 21,80mm. An der bearbeiteten Fläche der Nadellager dementsprechend 22,00mm.


    Meine Meinung: diese Einstiche sind absolut sauber.

    Natürlich sind sie nicht weiter bearbeitet oder poliert, aber das wäre auch nicht möglich bei einem 0,1mm tiefen Einstich der auch nur ~0,15mm breit ist.


    Meine Meinung ist, ich kann mir die Rissprüfung bei dieser Abtriebswelle schenken, denn da wird nichts dabei rauskommen.

    Natürlich sind diese beiden Einstiche die schwächsten Stellen in der Welle, weil sie genau in der Mitte der Welle liegen und eben 0,2mm weniger Durchmesser haben als die angrenzende Lagerfläche.

    Aber das ist halt so und das lässt sich fertigungstechnisch auch nicht verhindern.

    Andere Wellen von anderen Modellen werden exakt gleich aussehn, also da ist bei unserer Welle nichts besonderes daran.


    Wieder meine Meinung: Warum kommt es zu den Abrissen?

    Punkt 1: weil die Welle an sich für die Belastungen unseres Einzylinders grundsätzlich einfach zu schwach ausgeführt ist. Das ist so, und daran gibt es glaub ich einfach nichts zu rütteln.


    Punkt 2: weil von den beiden Losrädern zu den Anlaufscheiben/Sicherungsringen Spiel ist.

    Bei meiner Welle sind das summiert 0,4mm.

    Das würde ich noch als akzeptabel betrachten, wobei mir persönlich 0,2mm Spiel lieber wären.


    Durch dieses Spiel können die Losräder auf den Nadellagern kippen und so eine punktuelle Belastung auf die Außenseite der Zylinderrollen bringen.

    Diese punktuelle Belastung drückt dann auf den Einstich und Knack ist Feierabend.

    Wie gesagt, das ist jetzt mal meine grobe Einschätzung der Lage.

    Ich werd das natürlich noch genauer behirnen, aber das ist eben das, was mir mein Bauchgefühl sagt.


    Wenn dieses Spiel größer ist als bei meiner Welle, was aufgrund von Fertigungstoleranzen natürlich jederzeit sein kann, und Hausnummer dann 0,7mm beträgt, dann wird das Kippmoment und damit die Belastung auf die Einstiche natürlich umso größer.


    Was könnte man dagegen tun?

    Dieses Spiel mittels passenden Anlaufscheiben auf das Mindestmaß (~0,2mm) reduzieren.

    Gruß, Martin

    Einmal editiert, zuletzt von Weity1980 ()