Schaltung überarbeiten - Schaltstern bearbeiten - leerläufe zwischen den gängen

  • servus, das hier ist nur die zusammenfassung aus einem anderen thema. der übersichtlichkeit halber:


    das problem is ja allseits bekannt: labbrige gangschaltung, verschalten 5. und 6. gang... leerlauf, wo keiner sein sollte... etc.


    vorweg: es ist nach wie vor keine 100% exakte schaltung, zwischen dem 5. und 6. gang merkt man einfach, dass das getriebe hakt. aber immerhin spürt man das jetz beim schalten und ein verschalten ist mir so bisher nicht mehr passiert, weil man einfach merkt, wenns hängen bleibt.
    außerdem halte ich nicht viel vom köstler schaltstern. der ist sehr weit und außermittig ausgeschliffen und bietet keine saubere arretierung mehr. dadurch wird es maximal knackiger, aber labbrig bleibt es nach wie vor. und um 80 euro kann man das auch selber machen...
    wer sich das nicht zutraut, den stern auszuschleifen, der kann ihn mir schicken. für nen 10er unkostenbeitrag und versandkosten bekommt ihr ihn fix und fertig wieder zurück. wer in der nähe wohnt, kann auch gleich seine ganze karre vorbei bringen.


    ihr müsst bestellen: 60034023100 - feder rally - für den arretierhebel. kostet ungefähr 8 euro, ist deutlich stärker als das original. das ist alles.
    ihr braucht: werkzeuge. 8 mm nuss auf einer ratsche mit verlängerung oder am besten eine verlängerung, die man als schraubendreher verwenden kann. einen dremel mit polierwerkzeug und schleifwerkzeug 16 mm, schleifpapier zum wechseln. einen inbusschlüsselsatz, lang, ohne kugelkopf. einen schraubstock, eine zange und eine spitzzange. ach und die allseits beliebte schraubensicherung mittelfest - thats all.


    den umbau hab ich im zuge des fälligen motorölwechsels gemacht. man kann die maschine auch auf die seite legen, aber ich bevorzuge es, das öl abzulassen. das saut dann nicht so :grins:
    anschließend hängt ihr den bremshebel an der augenschraube aus. der bremshebel klappt dann nach unten und braucht nicht weiter beachtet werden. rundherum die schrauben aus dem kupplungsdeckel schrauben und selbigen vorsichtig abnehmen, damit ihr die papierdichtung drunter nicht beleidigt.


    2015-01-23 17.17.20 by infected.shen, on Flickr


    zuerst baut ihr dann den arretierhebel aus. das ist eine schraube und ne starke feder dahinter. ihr braucht euch auch nicht unbedingt merken, auf welcher position der stern eingebaut war. der stern passt nur in zwei richtungen und wenn ihr in neutral wart, ist es leicht.


    am schaltarm, den ihr links unten in der ecke sehen könnt, entfernt ihr nun die feder in der mitte - aber passt auf, dass euch die nicht abhaut und am ende im motor landet, oder überhaupt ganz verschwindet! hierfür die spitzzange benutzen.
    ihr könnt jetz den ganzen schaltarm herausziehen.


    als nächstes schraubt ihr den schaltstern ab. vorsicht, ihr müsst einen inbusschlüssel ohne kugelkopf verwenden, denn die inbusschraube ist nicht tief genug für eine kugel und wird dadurch ausgenudelt!
    bei mir war die komplette schraube allerdings von oben bis unten mit schraubensicherung vollgekleistert und hatte sich mit dem schaltstern verklebt,... war ein ziemliches geficke, das da auseinander zu bekommen, ohne was zu ruinieren!
    es hilft, auf das kurze ende des inbusschlüssels einen kleinen ringschlüssel zu stecken. so kann man mit kraft und druck gleichzeitig an der schraube drehen.


    wenn ihr jetz den schaltstern betrachtet, seht ihr eine ordentliche kraterlandschaft auf der oberfläche. das ist nicht so berauschend, weil die laufrolle des aretierhebels nicht ortenlich drüber rollen kann.
    das macht aber nix, denn jetz kommt der dremel zum zug: mit dem schleifpapier - aufsatz, der etwa 16 mm durchmesser hat, schleift ihr nun die täler des schaltsterns ordentlich tief aus. fast bis ganz runter. dazu nehmt ihr grobes schleifpapier. den ersten - den neutralen - und den zweiten gang könnt ihr auslassen, oder nur den ersten und den zweiten ausschleifen. der neutrale ist wirklich nicht notwendig, aber alle anderen - soll sich beim schalten später ja gleich anfühlen!


    beim schleifen müsst ihr den dremel stark entgegen der richtung drücken, in die dieser laufen möchte. sonst schleift ihr nicht exakt mittig! wenn ihr fast ganz runter geschliffen habt, nehmt ihr das feine schleifpapier. mit dem schleift ihr die mulden zuende und fahrt auch alle laufflächen entlang nach. die kanten ganz leicht verrunden, die beim schleifen entstanden sind. jetz holt ihr euren polieraufsatz und poliert die laufflächen und die mulden ordentlich nach.


    das sieht dann so ähnlich aus wie hier:
    2015-01-24 12.46.57 by infected.shen, on Flickr


    das ganze baut ihr wieder ein. ihr könnt auch schon den schalthebel wieder mit der feder bestücken und einbauen. schraubensicherung auf die schraube des schaltsterns nicht vergessen.


    ich hab auch das rädchen des arretierhebels etwas poliert. anschließend mit WD40 ausgespült und mit bremsenreiniger gewaschen. das rädchen ist nicht kugelgelagert und das gleitlager hat deutlich spiel. wenn das nicht aufgepresst wäre, hätte ich evtl ein passendes kugellager gesucht und gegen das rädchen ausgetauscht...
    jetz biegt ihr noch die neue feder des arretierhebels ordentlich auf, damit noch mehr spannung drauf kommt.


    2015-01-23 19.26.51 by infected.shen, on Flickr


    so, nun das hebelchen mit der feder wieder einbauen. ist ne ganz schöne fummelei, mit der starken und aufgebogenen feder, aber das ist es wert! passt nur auf, dass ihr das alugewinde des getriebegehäuses dabei nicht ruiniert! also die schraube immer schön senkrecht zum gewinde halten, beim einschrauben, auch wenns durch die feder noch so schwer fällt!


    wenn das alles geschafft ist, baut ihr den kupplungsdeckel wieder drauf, wenn ihr mit der dichtung aufgepasst habt, könnt ihr die alte weiter verwenden.


    bremshebel wieder einhängen und sich freuen, dass es jetz besser ist :grins:

  • Nur zur INFO


    DA ich demnächst meine Kupplung neu machen muss wollte ich auch gleich auf die 690er Rally Arrietierfeder wechseln.


    Diese gibt es leider nicht mehr beim KTM-Händler zu kaufen.
    Die Nr. 600 340 23 100 (rally Feder) wurde ersetzt durch Nr. 600 340 23 000 (ist die Original Feder) und koste jetzt 1,74€.


    Somit werde ich die alte Original Feder etwas aufbiegen wie es auch die Mannen von Pirate Racing machen.


    mfg
    Duke690rider


    edit:




    So hab jetzt mal die beiden Federn bestellt.


    Und zwar die Nr. 600 340 23 000 (welche die 690 Rally ersetzt) und somit wie die alte schon verbaute ist,


    und die Feder 600 340 23 200 (450 Rally).


    Ergebnis siehe Bild, beide Federn sind mit einer Drahtstärke von 2,2mm.


    Werde bei der Kupplungsrevision im Winter dann mal die von der 450 Rally verbauen.




    mfg

  • bei einem Kugellager hätte ich Bedenken, das rollt sicher besser, die Frage ist nur WIE LANG? auf Grund der für ein Kugellager ungewöhnlichen Belastung


    Funktioniert doch auch bei Lenkkopflagern. :zwinker:
    Und besonders hoch wird die Belastung im Getriebe eher nicht sein, oder?

  • Die Zahnflanken der An/Abtriebswellen, welche das durch den Verbrennungsdruck an der Kurbelwelle anliegenden Drehmoment bis ans Ritzel weitergeben, bekommen sicher das Meiste ab. Auch die zugehörigen Lager angefangen vom Kolbenbolzen bishin zum ausgangsseitigen Wellenlager vorm Ritzel werden dementsprechend je nach Auslegung beansprucht.


    Ein hochwertiges Kugellager an einer fußbetätigten Schaltwelle sollte die entstehenden "Schaltkräfte" schon für längere Zeit überstehen.


    Wobei wenn der "Hulk" höchstpersönlich schaltet, welcher den Schalthebel auf Anhieb wohl sicherlich 10 cm in den Asphalt stampft, könnte schon sein, dass dieses hochwertige Kugellager dem nicht gewachsen ist.


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    Btw. bei Lenkkopflagern, nach Möglichkeit immer Kegellrollenlager nachrüsten. Sie halten länger stand als Kugellager welche ganz gern bei japanischen Motorrädern verbaut sind.

    Einmal editiert, zuletzt von cometeus ()

  • KTM hatte bis Mitte der 90er selber ein Kugellager am Hebel.


    Damals gab es kapitale Schäden, nachdem sich der Lagerkäfig zerschüttelt hat und sich die gehärteten Kugeln im Getriebe verteilt haben.
    (Info eines bekannten KTM Tuners und Motorüberholers)


    Das Lager ist halt sehr klein und kann nicht mit anderen Lagern im Getriebe verglichen werden.


    Das Risiko ist es m.E. nicht wert.

  • Nur weil es vor rund 2o Jahren nicht gut funktkioniert hat muss es ja nicht heißen, dass es heutzutag nicht besser klappen könnte.


    Interessant wäre es allemal ob es Abhilfe schaft.

  • Moin,


    wäre schön, wenn dieser, gut dokumentierte, oben angepinnte Thread nicht "zugemüllt" wird.
    Schaltstern und Kugellager am Hebel gehören zwar zusammen, irgendwie aber doch nicht zur Schaltsternbearbeitung.


    Grüße