Verhalten ABS ??

  • Hallo,


    habe bei meiner neuen Duke 390 nun das erste mal das ABS beim "richtigen" Fahren erlebt und ein etwas merkwürdiges und störendes Verhalten festgestellt.
    Hatte natürlich das ABS schonmal auf Schotter getestet und funktioniert hinten wie vorne genau so wie erwartet. So weit, so gut.
    Folgendes ist allerdings passiert:


    Ich habe auf einer meiner Hausstrecke eine enge Kehre, die man etwas heftiger anbremst. Das bedeutet ca. ca. von 120km/h auf 50km/h und dabei vom 4. bis in 2. Gang runterschalten. Übrigens funktioniert die Slipper-Clutch dabei super, kaum Hinterradstempeln, deutlich besser als bei meiner Duke 2. Also ich lange am Bremspunkt vorne ordentlich rein, hinten wird ein bisschen mitgebremst und wie gesagt runtergeschaltet, so das das Hinterrad ziemlich viel Schlupf hat, aber noch lange nicht blockiert. Ich hätte jetzt auch ein ABS Eingriff hinten erwartet und der hätte auch nicht gestört. Aber leider hat das ABS vorne eingegriffen und zeitweise die dringend benötigte Bremsleistung reduziert. Reifen waren warm, Belag sauber, also hatte ich mich eigentlich auf das Vorderrad verlassen. War jetzt nicht weiter schlimm, habe nur den optimalen Einlenkpunkt etwas verpasst, aber ist nicht so wirklich ein angenehmes Gefühl, wenn man mal so richtig bremsen will und das ABS macht die Bremse wieder auf ! Ich habe das dann übrigens auch an anderen Stellen noch ein paar mal provoziert, immer wenn es hinten deutlich in den Schlupfbereich geht, greift das ABS unsinnigerweise vorne ein.
    Hat irgendjemand auch schonmal so ein Verhalten erlebt ?
    Ja, ich weiss, man kann das ABS ausschalten, aber wenn man mal losgefahren ist, hält man deswegen nicht nochmal an.
    Bin dann mal gespant auf die Erfahrung von ABS-Erfahrenen.


    Danke und Gruß
    Hin

  • Beschreib mal die Strecke genauer. Eben oder abschüßig?, Welliger Belag? Und deine Reifen? Erstbereifung oder schon getauscht?


    Grundsätzlich, wenn du vorne kräftig bremst, hast du hinten kaum noch Bremskraft, ob das ABS hinten aufmacht oder nicht, das merkst du gar nicht.


    Bei welligen, abschüßigen Strecken kommt es (leider) schon mal vor, dass das ABS aufmacht. Wurde aber schon besser, mein erstes ABS-Bike (eine Suzuki Bandit aus 1999) war da extrem.
    Setzt das ABS zu häufig und/oder zu früh ein, kann auch sein dass mit deiner Gabel etwas nicht stimmt, bzw. dass dein Gewicht außerhalb des Abstimmungsbereichs der Seriengabel liegt.

    einen schönen Spruch überleg ich mir noch..... :grins:

  • Sobald das Hinterrad in die Luft geht regelt das abs vorne- überschlag Schutz. Ob das jetzt bei der 390 so ist weiß ich nicht.
    Jedes System arbeitet anderst.
    Die bremsleistung vorne wäre noch höher wenn es nicht regeln würde jedoch regelt das so früh das du gar nicht merkst das dein Heck in die Luft gehen will und dann denkst du natürlich scheiss abs...


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    Ich trinke auf Gute Freunde

  • Hi,


    bei meiner 200er arbeitet das ABS ähnlich wie bei der 390er, es ist nur etwas ruppiger. Ich habe das Gefühl, dass dieses Bremsverhalten viel mit der Balance des Fahrers auf dem Bike zu tun hat. Lehne ich mich nach hinten und bremse vorne voll rein, regelt das ABS sehr früh und sehr abrupt. Lehne ich mich beim Bremsen "dynamisch" mit nach vorne und bringe viel Last aufs Vorderrad, so sind sogar beachtliche Stoppies möglich. Also ich denke das hat viel mit Balance und Gefühl für die Bremse zu tun.

  • @ Die Duke:


    Strasse eben und glatt, guter Belag, Reifen 700km alt und ein super sticky Diabolo irgendwas , 25°C, trocken, also eigentlich optimale Bedingungen. Ein Vorderradblockierer halte ich unter den Bedingungen eigentlich für ausgeschlossen. Ich wüsste auch nicht, wie das ABS das merken sollte, da das Hinterrad in jedem Fall schon langsamer als das Motorrad war.
    Ob es nun schon hinten geregelt hat, kann ich nicht genau sagen, aber wie du schon sagst, ist auch egal, denn nur vorne spielt die Musik.


    @ Saudepp:
    Überschlagschutz wäre eine logische Erklärung, aber ich glaube nicht, das die kleine Duke sowas hat . Falls doch, dann kommt das jedenfalls deutlich zu früh.

  • ist bei mir genauso habe mal an der roten Ampel vorne voll reingelangt und hinten wenig,bin dann echt übers Ziel hinausgeschossen,komme durch das ABS da ganz schön spät zum stehen da die Bremse immer wieder löst,hinten passierte nichts hab auch nicht hinten voll gebremst,denke aber genauso muss das sein sonst fliegste vorne rüber,achja und in Kurven geht das ja eh nicht bei der Duke.

  • Wie bremst du denn?
    Sofort voll reinlangen? Das könnte was erklären, da kommt das ABS an seine Grenzen.
    Gefühlvoll anfangen und Bremsdruck zügig steigern bringt bessere Bremswerte und verhindert zu frühes regeln.


    Ansonsten bin ich mit meinem Latein am Ende.

    einen schönen Spruch überleg ich mir noch..... :grins:

  • Na ja, für gefühlvolles, langsames Bremse antasten und dann erhöhen ist nicht wirklich Zeit, denn der Bremspunkt ist schon einigermaßen optimiert. Das muß dann schon zackig gehen. Geht ja bei Bremsen ohne ABS auch.
    Aber ich habe inzwischen bei Bosch nachgelesen und das neue 9M ABS hat in allen Varianten eine sogenannte "Hinterrad Abheberegelung" (siehe link Produktbeschreibung http://www.bosch-motorcycle.co…_MP_292000P10C_DE_low.pdf).
    Ich denke, die ist es.
    Also heißt es dann doch, jedesmal ABS abschalten, wenn man nicht nur Blümchenpflücken will....

  • ja normal bremms ich auch nicht so aber wenn man mal gepennt hat und plötzlich ist die Ampel rot und Fussgänger vor dir sind dann langst du automatisch voll rein,da bleibt keine Zeit für "Gefühl" beim bremsen