Ja, am Anfang, ohne Geld, macht man das. Auch, weil die recht häufigen Wildschäden abgedeckt sind. Was beim Auto ein kleiner Blechschaden ist, wird beim Motorrad nach Kontakt mit Kaninchen oder Reh schnell zum ausgewachsenem Schaden. Ganz wichtig dabei: Haare des Tieres aufheben, Versicherungen zicken immer rum.
Aber nochmal genauer zum Schalten. Wie schon andere schrieben, nicht wie beim Auto schalten, also zuerst die Kupplung ziehen und dann schalten. Das geht in die Hose. Autogetriebe sind syncronisiert, Motorradgetriebe nicht, sind also nicht vergleichbar. Ziel ist es, Belastungsspitzen und harte Lastwechsel zu vermeiden.
Wenn man hochschaltet, also z.B. vom 3. in den 4. Gang sinkt die Motordrehzahl minimal ab. Man bringt als erstes kurz vor dem Schalten Druck auf den Schalthebel, dann nimmt man ganz kurz Gas weg, dann schaltet es eigentlich schon von alleine. Die Kupplung hilft dann nur, die Beschleunigungsspitze zu minimieren. Man muss die Kupplung also nicht durchziehen, sondern nur so weit, dass sie etwas rutscht, damit der für den neu eingelegten Gang zu schnell drehende Motor langsam abgebremst wird, naja "langsam" im Sinne von in ein paar Zehntelsekunden. Dann muiss man einfach üben, bis es syncron abläuft. Da liegen hunderstel in Bewegungsablauf zwischen Gas wegnehmen und Kupplung minimal ziehen.
Runtenschalten ist ähnlich und doch ganz anders, weil man viel mehr Zeit hat. Runterschalten macht man in der Regel parallel zum Anbremsen einer Kurve oder wenn man im beim ausrollen auf z.B. ein Ortsschild im Drehzahlkeller ist und die Gangsprünge minimale Drehzahländerungen am Motor bringen. Man gibt wieder Druck auf den Ganghebel, zieht dann in Ruhe die Kupplung relativ weit durch, legt den kleineren Gang mit nachdruck ein und gibt parallel einen Gangstoß, um die Motordrehzahl zu erhöhen. Gasstoß und Kupplungziehen sind syncron. Und dann kuppelt man "vorsichtig" wieder ein. Man hat ja eh unendlich Zeit, also irgendwas im Sekundenbereich.