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  • »christoph60« ist der Autor dieses Themas

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Vorname: Christoph

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1

Montag, 30. Oktober 2017, 11:37

Kaufberatung: will ich ABS?

Gutem Tag,

ich trage mich mit dem Gedanken mir demnächst eine 990 SMT zuzulegen, und eine Frage die ich mir dabei stelle, ist: 'will ich eine mit ABS?'

Meine bisherigen Motorräder hatten alle kein ABS, und ich hatte auch (zum Glück) in 40 Jahren und >200.000 km noch nie eine Situation, in der mir ein ABS was gebracht hätte. Und mittlerweile fahre ich eher weniger riskant als früher (ähm, also _noch_ weniger riskant). So ein ABS-System ist nun mal eine mögliche Fehlerquelle, und eine TÜV-relevante und teure dazu. Mein Kumpel fährt auf seinem Mopped (den dreibuchstabigen Namen des bayerischen Herstellers möchte ich nicht verraten) seit Monaten ohne TÜV herum, weil die ABS Lampe leuchtet und die notwendigen Ersatzteile neu über 1000 Euro kosten - ohne Einbau. Und ein Bremsflüssigkeitswechsel wird durch so ein ABS auch nicht einfacher.

Auf der anderen Seite: wenn es zuverlässig und ohne große Nachteile funktioniert (quasi im Hintergrund), warum nicht? Vielleicht sind auch die KTM-Brembo-Bremsen so griffig, dass es deswegen zu empfehlen ist?

Der oft zitierte Wiederverkaufswert ist übrigens kein Thema für mich, denn erstens denke ich dass ich bereits beim Kauf einer gebrauchten Maschine entsprechend günstiger wegkomme, und zweitens habe ich vor das Motorrad zu fahren bis zur Rente.

Also, was meint Ihr? Wer war schon froh dass er ABS hatte und aus welchem Grund? Wer hat sich schon geärgert dass er ABS hatte, und aus welchem Grund?

Danke und Grüße,
Christoph

2

Montag, 30. Oktober 2017, 12:03

Hallo,

ich habe eine 950 SM, natürlich ohne ABS, weil es das bei dieser noch nicht gab. Ich gehe ja mal von aus, da du eine SMT suchst, das du diese eher auf Touren Bereifung haben wirst und nicht auf Supersport Bereifung, wie z.B. Conti Sport Attack
Die Brembo Bremsanlage (gehe von aus ist bei der 990 SMT identisch), ist definitiv super. Sie hat ohne Ende Power, lässt sich aber auch super dosieren. Fahre diese mit den Brembo Sinter Belägen. Diese benötigen etwas Temperatur, bis sie richtig giftig werden.

Ob du eine mit oder ohne ABS haben möchtest muss man prinzipiell selber wissen. Man sollte sich überlegen, wie sicher und erfahren man ist, vor allem auch mal in Grenzsituationen.
Ich persönlich benötige kein ABS. Warum?
Auf der Hinterachse will ich definitiv kein ABS, da ich dieses ab und zu gerne mal blockieren lassen um in Kurven etwas rein zu Driften. :driften:
Auf der Vorderachse wäre ich erstmal nicht davon abgeneigt, aber bisher hatte ich noch kein zwingenden bedarf gehabt von ABS. Vor kurzem erst, habe ich meine 950er von knapp über 180 Km/h auf rund 70 Km/h abgebremst und das fast nur über das Vorderrad, da das Hinterrad zwischenzeitig in der Luft war. Ich hatte kein Gefühl von rutschen oder Blockieren vorne. Liegt aber vlt. auch den Conti SportAttack2 die ohne ende Grip haben und ein super Gefühl geben.

Wäre ich eher der gemütliche Touren Fahrer ohne große Erfahrungen in Grenzbereichen, würde ich vlt. eher zum ABS Greifen, wenn das Budegt es zulässt.

Ich durfte mal ein bayrisches Fabrikat mit ABS Probefahren, wo ich noch nicht meine KTM hatte. Das ABS ist schon nicht schlecht. Denke es bringt dir in der Gefahren Situation echt einiges mehr an Sicherheit und vlt die entscheidenden Meter.

Am Ende bleibt es deine Entscheidung. Wenn dir Sicherheit am wichtigsten ist, dann nehme die ABS.

3

Montag, 30. Oktober 2017, 13:21

>> "wenn es zuverlässig und ohne große Nachteile funktioniert (quasi im Hintergrund), warum nicht?"

Bin die SM-T/ABS mit Sozia einen Tag in den Alpen gefahren.
Super Moped :ja:
Das ABS bzw. die gesamte Bremsanlage war völlig unauffällig.
Nachteile sind mir auch nicht aufgefallen.
Übrigens, das ABS lässt sich an der SM-T abschalten.

Beiträge: 95

Vorname: Chris

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4

Montag, 30. Oktober 2017, 13:26

Nur mit ABS.
Im Normalbetrieb brauchst du es zwar nicht (obwohl ich auch Spezies kenne, die ganz bewusst in den Regelbereich bremsen) aber es gibt im Regen, auf Schotter und Spit Sicherheit. Bei Schreckbremsungen oder Situationen, in denen das VR blockieren würde, liegst du nicht gleich auf der Fresse.
Da hilft jetzt auch kein, "ich kann ja fahren", denn im Gegensatz zur Renne hast du auf der LS eben nun mal (auch unerwartet) unterschiedliche Gripniveaus und, wie du bei einer Schreckbremsung reagierst, wissen nur die / deine Sterne.
Definitiv eines der besten Sicherheitsfeatures. Ist ja nicht umsonst zur Pflicht geworden.
Und was nützen dir im Krankenhaus gesparte Euros?
Früher war ich schizophren - heute sind wir einen Schritt weiter.

  • »christoph60« ist der Autor dieses Themas

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Vorname: Christoph

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5

Montag, 30. Oktober 2017, 14:34

Hallo nochmal, und vielen Dank für Eure Antworten.

Aber so richtig weiter bin ich jetzt noch nicht. Kennt denn niemand jemanden der mal gesagt hat 'Ein Glück dass ich ABS hatte, sonst wäre das viel schlimmer verlaufen!'. Also ich kenne keinen und hab' auch noch von keinem gehört. Die meisten die ich kenne und die ABS haben probieren das ein- zweimal aus indem sie irgendwo ohne sonstigen Verkehr mal zum Spaß die Bremse zuhauen, aber im richtigen Leben spricht das ABS bei denen nie an. Ich selber hatte wie gesagt noch keinen richtigen Unfall (die paar harmlosen Abflüge beim Enduro-Fahren früher kann man nicht zählen), und wenn es mal knapp war, lag das nicht an blockierenden Rädern beim Bremsen, sondern immer am eigenen Fehlverhalten oder dem von anderen. Wenn ich ABS hätte müsste ich mich mit Sicherheit dazu zwingen und es vorher trainieren, dass ich auf Teufel-komm-raus am Hebel ziehe und nicht wie in den ganzen Jahrzehnten vorher selber versuche das Blockieren zu verhindern.

Und ich setze noch einen drauf: Vor einem Jahr gab es einen tödlichen Motorradunfall eines Ex-Kollegen hier aus der Firma. Der ist auf einer Strecke im Wald in einer leichten Rechtskurve mit seiner 1200 GS geradeaus gefahren, durch das Gras des Seitenstreifens und ein paar kleine Büsche und dann nach mehr als 50 m an einen Baum. Ich hab' mir die Stelle angeschaut. Zwischen Straße und Baum keine Unfallspuren, nur eine fast kerzengerade Linie auf der das Gras plattgefahren war. Sah wirklich seltsam aus. Also ich hätte erwartet dass man sich dort ablegt, eine Spur der Verwüstung hinterlässt, sich u.U. auch schwer verletzt, aber auf jeden Fall ein gutes Stück vor dem Baum liegen bleibt. Mir kam der Verdacht, dass stattdessen das ABS die ganze Fuhre bei quasi Null Bremswirkung aufrecht und am Rollen gehalten hat, was in diesem Fall die schlechtere Variante war. Ist aber natürlich Spekulation, ich weiß nicht ob es ein Gutachten gab und was das dabei herausgekommen ist.

Also ich sehe es so: ja, ein ABS kann Gutes bewirken, aber ich denke nur unter ganz bestimmten Bedingungen, welche sehr selten vorkommen. Die größte Risiko-Verminderung erreicht man nach wie vor durch seine eigene Fahrweise. Wenn's regnet, fahre ich halt langsamer.

Wenn das ABS einfach da ist und weiter nicht auffällt, würde ich es natürlich nehmen. Wenn ich aber jetzt diesen im Prinzip vorhandenen potentiellen Sicherheitsgewinn mit einer über längere Zeit andauernden Nerverei erkaufen müsste, würde ich das nicht machen wollen. Laufend in die Werkstatt weil die ABS Lampe an ist wäre nicht so mein Ding. Bremsflüssigkeit nicht mehr selber wechseln können auch nicht. Und hab' ich nicht irgendwo gelesen dass Yamaha vorschreibt, dass nur spezielle in ABS geschulte Mitarbeiter die Räder aus- und einbauen dürfen? Sprich ich darf neue Reifen nicht vom Reifenhändler montieren lassen, geschweige denn wie heute die Räder selber ausbauen und dorthin bringen? Also da hört's dann bei mir auf.

Aber es stimmt schon, die Entscheidung 'ABS ja oder nein' ist was sehr individuelles, da gibt's keine endgültigen Wahrheiten. Aber wenn jemand noch Erfahrungen beisteuern möchte, dann gerne!

Viele Grüße,
Christoph

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Vorname: Hartmut

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6

Montag, 30. Oktober 2017, 15:57

ABS stört nicht, mir hats 2x mindestens ein paar Sturzteile gerettet bzw einmal hätte ich ein ABS gebraucht dann hätt ich jetzt nicht die weiße Stelle am Knie. Jeweils übrigens bei niedrigen Geschwindigkeiten, nasse Straße oder Sand.
Das BMW-ABS von deinem Kumpel ist sicher das mit dem Bremskraftverstärker, das sie glaube bis 2006 verbaut haben, da gabs teure Probleme bei schlechter Wartung. Im Zweifel nehmen.

Beiträge: 198

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7

Montag, 30. Oktober 2017, 16:16

ABS ist top und macht bei meinen Mopeds keine Probleme. Hat mich mindestens 2 x vor einem Abflug bewahrt bzw. für wesentliche Sicherheit in brenzligen Situationen gesorgt. Mir ist die passive Sicherheit am wichtigsten, auch eine vorausschauende Fahrweise schützt Dich nicht vor den Gefahren sorgloser Verkehrsteilnehmer um Dich herum. Ich leg noch einen nach: Ich möchte kein Kurven ABS mehr missen. Das habe ich bei einem Sicherheitstraining geübt. Ein echter Sicherhwitsgewinn, falls es mal richtig eng wird und es greift generell erst sehr spät ein.
Gruss bricoleur

Beiträge: 69

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8

Montag, 30. Oktober 2017, 16:44

ABS ist überbewertet. Spar dir die Kohle!
(Du wolltest es hören, also sag ich´s :zwinker: ).
Gruss, aldebaran.

Beiträge: 1 709

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KTM: 1190 Adventure T

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9

Montag, 30. Oktober 2017, 17:04

Jedenfall kaufe ich kein Mopped mehr ohne, die süße Krankenschwester hat mir seinerzeit den Rollsplitt mit der Zahnbürste aus dem Knie geschrubbt, das prägt.

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10

Montag, 30. Oktober 2017, 18:05

Wer war schon froh dass er ABS hatte und aus welchem Grund?

Ich! Wenn Dir überraschend die Vorfahrt genommen wird langst Du automatisch voll in die Bremse und das ABS hilft dann den Sturz aufgrund eines wegrutschenden Vorderrades zu verhindern. Ansonsten hat sie das ABS während der über 50.000 km mit meiner SM-T völlig unauffällig gezeigt.

Beiträge: 222

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11

Montag, 30. Oktober 2017, 18:16

Hallo Christoph,

die SM-T ab 2011 (also die mit ABS) soll im Gegensatz zu der ab 2009 ein etwas straffer abgestimmtes Fahrwerk haben. "Soll" sage ich deshalb, weil ich noch nie eine vor 2011 gefahren habe.

Meine 2012er SM-T ist mein erstes Moped überhaupt mit ABS. Das System fällt eigentlich gar nicht negativ auf. Einzig beim bergab Kehren anbremsen in Verbindung mit schlechtem Belag (Hahntennjoch z.B.) löst es bei mir ab und zu am Hinterrad aus. Damit kann ich gut leben denn anderenfalls schwänzelt ja das blockierende Hinterrad hin und her. Die Spezies, die da jede Woche lang fahren bremsen eh nur vorne...
Punktum: es fällt nicht auf und wenn man es wirklich braucht, macht es was es soll. Und es ist abschaltbar.

Negativ: ich habe seit Jahrzehnten immer selbst die Flüssigkeit gewechselt. Das habe ich nun wegen des ABS nicht mehr gemacht. Habe die Erwartung, dass es die KTM Werkstatt vollständig wechseln kann soll heißen inkl. der Flüsigkeit, die sich rund um den Druckmodulator befindet. Vielleicht irre ich mich da aber auch.

Wenn du die Räder ausbaust, oder die Beläge wechseln musst, kannst du das ganz normal erledigen auch mit ABS. Du musst halt nur darauf achten, die Abnehmer wieder richtig zu montieren.

Meine Entscheidung für die SM-T mit ABS habe ich aufgrund des Modell-Updates getroffen und wegen des Wiederverkaufswerts (der dir ja ohnehin nicht wichtig ist).

Gruß Stefan

Beiträge: 2

Vorname: Olaf

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12

Montag, 30. Oktober 2017, 19:22

Die SMT ist mein erstes eigenes Motorrad mit ABS.
Ich fahre die SMT die zweite Saison und habe mich an die Hinterradbremse nun gewöhnt. Sie ist einfach schwach! Hier kommt schon vor dass das ABS beim anbremsen einer Kurve etwas eingreift, um so mehr man sich aber an die Bremse hinten gewöhnt hat desto seltener kommt das vor. Mich stört das aber nicht. Das ABS vorne greift nur ein wenn man plötzlich ohne Gefühl reinlangt oder der Untergrund sehr glatt ist.
Bei Vollbremsungen auf dem Übungsplatz auf griffigem Untergrund regelt das ABS nur sporadisch und nur wenn es sein muß.
Da hast du aber mit Maschine stabilisieren dich auf dem Bike halten zu tun und merkst die Regelintevalle nicht sehr, das Ganze endet bei mir in der Endphase dann meist mit einem Stoppie.
Das ABS ist abschaltbar, ich habe es noch nie abgeschaltet weil es einfach unauffällig arbeitet und nicht stört. Schotterpiste bergab hatte ich noch nicht, da würde ich es dann abschalten.
Auf einer BMW hatte ich das Vergnügen das mir das ABS den A. gerettet hat, ich wäre sonst in der vorausfahrenden Maschine die plötzlich und unerwartet anhalten musste eingeschlagen! Mir schoß nur noch durch den Kopf ABS! Ich habe da dann voll reingelangt. Ohne das ABS wäre ich mit Sicherheit gestürzt und hätte den Vordermann abgeräumt!
Natürlich kann man, wenn alles passt, ohne ABS kürzere Bremswege erreichen. Aber was ist nach einer langen Tour im Regen, müde, unkonzentriert und durchgefroren, wenn der italienische Opa dir die Vorfahrt nimmt?
Die meisten ABS-Schäden kommen bei Maschinen vor deren ABS-Ventile nie arbeiten müssen, ich bremse bei jeder Fahrt so das das ABS kurz anspricht. Hinten geht das ja leicht und unauffällig, vorne muß man das schon mit bedacht provozieren,geht aber auch.

Gruß
DarkRider

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13

Montag, 30. Oktober 2017, 21:12

Die Antwort auf die Frage ob man ein ABS braucht oder nicht verändert sich fundamental zu welchem Zeitpunkt man fragt: Vor oder nach einem Crash...

Anbei etwas Grundlagenwissen veröffentlicht 2009 in MOTORRAD

Interessant dabei ist das hier auch Brenswege mit deaktiviertem ABS vom versierten Fahrer verglichen wird:

Das Märchen das man ohne ABS einen kürzeren Bremsweg hat / haben kann, kann man sich abtoasten.

Das hat vielleicht vor 30 Jahren bedingt gestimmt mit der damaligen Regel- und Reifenqualität.

Und keiner von uns würde auf diesem Stand der Technik heute noch durch die Gegend fahren wollen.
Der Hirntod bleibt ja bei vielen jahrelang unbemerkt. :teuflisch:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kondos« (30. Oktober 2017, 21:22)


Beiträge: 2

Vorname: Olaf

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14

Montag, 30. Oktober 2017, 22:06

Meine Erfahrung das man ohne ABS kürzer bremsen kann basiert in der Tat auf einem Perfektionstraining so um 2003/2004.
Damals mit einer Cagiva Navigator. Das waren aber auch ideale Voraussetzungen, trocken warm mit wiederholungsbremsen.
Nach der 5. oder 6. Bremsung wurde mir eine Zwangspause verordnet weil ich zu dem Zeitpunkt kürzere Bremswege als die Maschinen m. ABS hatte! Wie gesagt Idealbedingung mit Wiederholungen, auf der Straße wird das so eher nicht funktionieren!
Da wäre ein Vergleich zwischen Navigator u. der SMT interessant, denke aber auch das die SMT nicht schlechter sein wird.
Im realen Tourenbetrieb aber möchte ich auf das ABS lieber nicht verzichten!

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15

Montag, 30. Oktober 2017, 22:17

Für mich ist das ABS das wichtigste sicherheitsrelevante Bauteil am Motorrad (skandalös, das die verpflichtende Ausstattung so viele Jahre nach den PKW erfolgte!). Ein Motorrad ohne ABS schaffe ich mir nicht mehr an.
Ich habe es bisher noch nie gebraucht, das ist aber auch nicht entscheidend. Nicht wegzudiskutieren ist die bauartbedingte Instabilität des Motorrades als Einspurfahrzeug, v.a. wenn der Untergrund überraschend wenig Grip aufweist (Nässe, nicht bemerkter Sand/Schotter auf dem Asphalt, Bitumen o.ä.). Wenn man die üblichen Motorrad-Unfallberichte in der Tageszeitung verfolgt, sind doch ein großer Anteil der Unfälle auf genommene Vorfahrt und nachfolgende Schreck-(Über)-Bremsungen wg. blockiertem Vorderrad zurückzuführen.

Für mich ist das ähnlich wie bei einem Auto: Hier würde ich auch auf keinen Fall auf Airbags oder Sicherheitsgurte verzichten - obwohl ich sie noch nicht gebraucht habe.

16

Montag, 30. Oktober 2017, 22:31

Habe mit meiner 690 letzen Winter mal bremsen geübt.
70kmh voll reingreifen, ich war nur in 1 von 10 Versuchen besser als ABS, und ich war vorbereitet. Entweder hinten hoch, oder Rutschen vorn, und das auf bekanntem Untergrund ...

Lustig wurde es beim Elchtest mit 70kmh, die Enduro R ist sehr hochbeinig und weich, es kommt soviel Unruhe ins Fahrwerk, wenn man die Bremswirkung korrigieren muss.
Sodass ich zuletzt für mich als Optimum gefunden habe: ABS an, 70% reingreifen und schön den Bogen auch wieder zurück auf die eigene Spur zu fahren.
Voll rein, lösen, ausweichen, voll rein, ... zu viel Unruhe .... in meine Spur bin ich zwar meist gekommen, aber mit viel Restspeed gegenüber ABS.
:guckst du hier: https://youtu.be/NJ6AYEXClOE
Training mit 690 Rally Raid inkl. Outtakes

17

Dienstag, 31. Oktober 2017, 07:07

ABS nie mehr ohne

Gutem Tag,

ich trage mich mit dem Gedanken mir demnächst eine 990 SMT zuzulegen, und eine Frage die ich mir dabei stelle, ist: 'will ich eine mit ABS?'

Meine bisherigen Motorräder hatten alle kein ABS, und ich hatte auch (zum Glück) in 40 Jahren und >200.000 km noch nie eine Situation, in der mir ein ABS was gebracht hätte. Und mittlerweile fahre ich eher weniger riskant als früher (ähm, also _noch_ weniger riskant). So ein ABS-System ist nun mal eine mögliche Fehlerquelle, und eine TÜV-relevante und teure dazu. Mein Kumpel fährt auf seinem Mopped (den dreibuchstabigen Namen des bayerischen Herstellers möchte ich nicht verraten) seit Monaten ohne TÜV herum, weil die ABS Lampe leuchtet und die notwendigen Ersatzteile neu über 1000 Euro kosten - ohne Einbau. Und ein Bremsflüssigkeitswechsel wird durch so ein ABS auch nicht einfacher.

Auf der anderen Seite: wenn es zuverlässig und ohne große Nachteile funktioniert (quasi im Hintergrund), warum nicht? Vielleicht sind auch die KTM-Brembo-Bremsen so griffig, dass es deswegen zu empfehlen ist?

Der oft zitierte Wiederverkaufswert ist übrigens kein Thema für mich, denn erstens denke ich dass ich bereits beim Kauf einer gebrauchten Maschine entsprechend günstiger wegkomme, und zweitens habe ich vor das Motorrad zu fahren bis zur Rente.

Also, was meint Ihr? Wer war schon froh dass er ABS hatte und aus welchem Grund? Wer hat sich schon geärgert dass er ABS hatte, und aus welchem Grund?

Danke und Grüße,
Christoph
ich bin über 10 jahre hobbyrennen gefahren und war zwar nicht der schnellst aber auch nicht besonders langsam. (99er fireblade brünn 2:17, pan 2:07). also ich denke dass ich recht beherzt bremsen kann, jedoch um das geht es eigentlich nicht sondern nur um die sicherheit wenn der straßenbelag nicht einschätzbar ist, zb: wasser, sand, ...., und du eine notbremsung machen musst.
ABS ist für mich kein performance teil sondern eine versicherung.
zur haltbarkeit gab es vor ein paar wochen einen artikel in der zeitschrift motorrad da wurden defekte beim abs herausgesucht und die kosten für die reparatur angegeben. und klar ist das relativ teuer, allerdings sind die teile meist schon sehr alt und oftmals auch durch falsche oder fehlende wartung defekt geworden. es gibt auch einige wenige spezialbetriebe die defekte abs systeme reparieren, lt. dem artikel, und dafür oft nur die hälfte der original teile und werkstattkosten verlangen.

18

Dienstag, 31. Oktober 2017, 10:50

Prinzipiell ist ABS nicht schlecht bzw. wie schon erwähnt
eine "Versicherung". Es kann in der Schrecksekunde nützlich sein und
Geld sparen, wenn man dadurch nicht "umfällt". Geschweige von
Personenschaden, den man nicht beziffern kann!

Man muss halt schauen, ob man es sich auch leisten kann. Das es mittlerweile Pflicht
ist führt dazu, dass es in aktuellen Bikes vergleichsweise immer billiger wird.

Aber klar, da wo wieder mehr Technik, gerade Elektrotechnik, vorhanden ist,
kann auch wieder mehr kaputt gehen, bzw. direkt hohe kosten entstehen.

Einen Porsche zu kaufen ist Finanziell nicht so schwer, ob man sich die
Werkstatt leisten kann, ist dann aber eine Frage wieder...



Wenn dein Budget es zulässt, nehme die mit ABS, abschaltbar ist es ja wohl,
falls du es unbedingt willst, ansonsten bleibt dir leider keine andere Wahl als
ohne ABS zu nehmen.

Ich würde auf jeden Fall mal im Forum googeln, welche defekte am ABS passieren
können bzw. öfters vorgekommen sind und die kosten einfach mal im
Hintergrund mit einplanen, das diese "eventuell" mal kommen könnten.





Kurzes off-Topic

Das nächste wäre Thema: Vergaser/Einspritzer.

Die einen schwören auf Vergaser, die anderen auf Einspritzer. Aus der Umweltsicht,
klar Einspritzer. Vom Fahren her, 50/50... Da ich noch nichts anderes hatte und
nur zwei dreimal einen Einspritzer kurz gefahren bin, bin ich ein Fan von
Vergaser. Und von den Kosten her, bis auf das regelmäßige Synchronisieren, hat
der Vergaser die Nase vorne. Da lässt sich fast alles noch Problemlos so
reparieren ("alte schule"). Aber da wirst du bei Befragten auch
wieder 11 Meinungen haben.




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19

Dienstag, 31. Oktober 2017, 11:05

Wer einsieht, dass ein Helm mehr nützt als schadet sollte von sich aus ABS bevorzugen.

- Bremsflüssigkeit kann man selber wechseln, ist gar kein Thema
- Defekte sind sehr selten
- Die meisten Systeme arbeiten (nahezu) Wartungsfrei

Ich hatte in über 3 Jahren und 30.000KM nie ein Problem mit dem ABS System. Vor 4 Jahren hatte ich eins: nämlich, dass ich keins hatte... die Folge war ein gebrochenes Bein.

Weil ich viel und bei jedem Wetter in der Stadt fahre rettet mir das ABS regelmäßig den Arsch. Nasse Zebrastreifen, Tram Gleise, etc. dann Passt einer kurz nicht auf und ohne ABS darf man sich nach neuen Bremshebeln umschauen...

Würde nie mehr ein Bike ohne ABS kaufen. Ist für mich so selbstverständlich wie Helm und Handschuhe

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20

Dienstag, 31. Oktober 2017, 13:40

So, also nochmal vielen Dank für die vielen Antworten.

Die vorherrschende Meinung geht anscheinend zum ABS. Immerhin schreibt doch der ein oder andere dass es froh war es gehabt zu haben, bzw. es in bestimmten Situationen geholfen hätte. Und von 'Nerverei' schreibt zum Glück niemand.

Ich bin halt Hobbyfahrer in vorgerücktem Alter und lege absolut keinen Wert auf 'erster am Ziel!' oder den kürzesten Bremsweg. Und es ist mir auch nicht wichtig ob es abschaltbar ist. Wenn es vorhanden wäre würde ich es natürlich auch angeschaltet lassen. Mit querstehendem Hinterrad in die Kurve kann und will ich nicht. Für mich wäre ein ABS gut für die erwähnten unvorhergesehenen Situationen, auch wenn es bisher noch keine davon gegeben hat.

Also ich denke, ich suche mir eine SMT von 2011 oder 2012. Die letzten Baujahre eines Modells sind meistens sowieso eher zu empfehlen als die frühen. ABS wäre dann halt dabei, und es macht normalerweise keine Probleme. Und wenn ich es nie wirklich brauche, dann umso besser.

Viele Grüße,
Christoph

P.S. Der örtliche KTM-Händler hat mir am Samstag übrigens gesagt, dass man bei den 1290ern tatsächlich irgendwelches Spezialwerkzeug braucht um bei dessen ABS-System die Bremsflüssigkeit zu wechseln. Bei den 'alten' Systemen wäre das aber nicht so.