Beiträge von TimFinnegan

    DUC985: Woher weißt Du, dass die Tanks eine Innenbeschichtung haben? Eine Innenbeschichtung sollte ja normalerweise in jedem Fall eine Besserung bringen, weil weniger schnell Wasser eindringen kann.


    Ich bin der Meinung, dass eine Innenbeschichtung schon das Problem dauerhaft lösen kann. Die Frage ist nur, ob die Innenbeschichtung ordentlich auf dem Tank haftet. Ich weiß, dass es eine Menge Leute gibt, die professionell Tanks von Innen beschichten, aber ob die Jungs auch eine Garantie geben und einen abholen, wenn die Einspritzung voller Partikel ist? Am besten direkt mal in einem Fachbetrieb nachfragen, aber wie gesagt, ich befürchte, dass die keine Garantie übernehmen werden, weil es unzählige Additive im PA6 geben kann, die denen dann einen Strich durch die Rechnung machen können.


    Nach meiner Erfahrung versuchen die meisten Hersteller um eine Innenbeschichtung herum zu kommen(siehe oben^^). Eventuell reden wir über zwei verschiedene Dinge: Ich rede über eine nachträglich aufgebrachte Schutzschicht, die dann lackiert wird. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit Tanks direkt aus mehreren Schichten herzustellen, beispielsweise eine Trennschicht für den Kraftstoff und dahinter ein Material durch welches sonst der Kraftstoff diffundieren würde. Diese Schichten werden aber direkt beim Gießen aufgebracht und nicht wie ein Lack im Anschluss.

    Ich beschäftige mich schon etwas länger am Rande mit diesem Problem. Genau wie bereits gesagt wurde, bestehen diese Tanks aus PA6, welches die Eigenschaft hat Wasser einzulagern. Um nur mal eine Hausnummer zu nennen, wenn PA6 nicht besonders behandelt wurde, kann es bis zu 9,5 zusätzliche Massenprozent Wasser einlagern. Was das an Volumenzunahme ausmachen kann, kann sich der geneigte Leser gerne selber ausrechnen.
    Ist der Tank montiert, dann nimmt er genauso Wasser auf, als wenn er neben dem Bike auf dem Boden liegt. Das Problem ist, dass dem Tank an den Halterungen keine Kräfte mehr entgegenwirken, die im montierten Zustand größer werden, je mehr Wasser eingelagert ist. Dies wirkt der Vergrößerung im eingebauten Zustand entgegen.
    Dass PA6 Bestandteile von Ottokraftstoff, wie Benzin, Toluol, Benzol, Ethanol, Methanol usw. wie Wasser einlagern kann, ist mit gänzlich neu. Leider habe ich auch keine dieser Chemikalien in Reinform bei mir zu Hause, dass man in die Richtung mal eine Testreihe machen könnte und wie gesagt, in keiner der Fachliteratur wird etwas derartiges erwähnt.
    Von daher würde ich zu 99% auf eine Volumenvergrößerung durch Wassereinlagerung tippen. Diese könnte übrigens auch der Grund für Lackabplatzer sein^^


    Wenn Ihr die Möglichkeit habt den Tank zu trocknen, beispielsweise in einem großen Ofen oder in einer beheizten Lackierkabine(Kraftstoff voher rauskippen!), müsste sich die Volumenausdehnung wieder verringern. Das das kein Dauerzustand sein kann ist klar, das ist aber ein konstruktives Problem von KTM. Entweder wurde vergessen die mögliche Volumenausdehnung mit einzukalkulieren oder es wurde das falsche Material ohne Bestandteile, die der Wasseraufnahme entgegenwirken, verwendet. Tankinnenbeschichtung wird bei den wenigsten Tanks ab Werk gemacht, um nicht zu riskieren, dass sich der Lack im Kraftstoff zersetzt oder abplatzt und dann weitere Probleme erzeugt, insbesondere bei Einspritzern^^.


    Könnte noch ein bisschen mehr darüber erzählen, aber ich glaube, dann wird es langweilig für Euch :winke:


    Fazit: Fehler liegt meinem Empfinden nach beim Hersteller; trocknen, um das Wasser raus zu ziehen, sollte Besserung bringen!


    edit: Ich würde Temperaturen unterhalb der 100° C empfehlen, nicht, dass jetzt irgendwo die Tanks in Flammen aufgehen :Daumen hoch: