Hallo Freunde,
das Zündschloss von SMT 990, anderen LC8 Modellen wurde auch an vielen weiteren Motorrädern (Moto Guzzi, Aprilia, BMW) verbaut und sorgt dort regelmäßig für Probleme
Typischerweise fängt es zumindest bei unseren KTMs so an, daß die Maschine ausgeht, wenn der Lenker bis an den Lenkanschlag nach links oder nach rechts dreht wird. In Mittellage oder bei geringem Einschlag kann die Maschine eventuell noch ganz normal laufen.
Da ich in den letzten beiden Jahren häufiger Übungen am Lenkanschlag fahre, habe ich vor einem Jahr erstmalig den Ausfall der Zündung erlebt. KM Stand war damals so ca. 75.000 km. Zunächst dachte ich worstcase-mäßig an einem schwer zu ortenden Bruch irgendwo im Kabelbaum. Mit Hilfe des KTM Forums fand ich schnell die Information, dass die Fehlersuche mit dem Zündschloß und dessen Verkabelung zu tun haben könnte.
So war es dann auch. Nach Demontage und Öffnung des Zündschalters lag auch bei mir ein Kabelbruch in der Zuleitung vor und ich fand eine morsche Lötverbindung auf der Kontaktplatte des im Zündschalters. Vonon außen waren übrigends keinerlei Beschädigungen an den Kabel oder am Gehäuse zu erkennen.
Ich habe dann vor einem Jahr den Zündschalter erfolgreich repariert.
Letzte Woche bei KM ca 82.000km trat das Problem wieder auf und ich mußte tiefe Ursachenforschung betreiben um diesmal die Fehlerquellen zu finden. Meine Reparatur von vor einem Jahr war jedenfalls noch intakt.
Woran lag es diesmal?
Über folgenden Link könnt Ihr eine Bilderserie anschauen, wie ich zuerst letztes Jahr die erste Reparatur durchführte und wie ich vor ein paar Tagen das Problem löste. Dabei führte ich eine Modifikation des Zündschalters mit Hilfe einer sogenannten “Affenschaukel” durch.
Damit kann das abgehende Kabel perfekt in 90° Winkel aus dem Zündschalter geführt werden und ist gleichzeitig eine optimale Zugentlastung. In die Bilder sind Erläuterungen geschrieben, so dass ich hier nicht endlos texten muß:
Generell besteht das Zündschloß aus zwei Komponenten:
Oben das Zündschloß (Herstellerbezeichnung ZADI PF 385). Darin befindet sich der Schließzylinder und der Schalter für die Wegfahrsperre. Das Zündschloß ist mit Sicherungsschrauben in der Gabelbrücke befestigt und nicht ohne Weiteres demontierbar oder zerlegbar. Von ZADI PF 385 geht ein separates Kabel für die Wegfahrsperre ab. Glücklicherweise hatte ich mit diesem Bauteil bislang keine Probleme.
Hauptsorgenkind ist der Zündschalter (ZADI PL 336), welcher von unten mit zwei Kreuzschlitzschrauben mit dem Zündschloß verbunden ist.
Die mechanische Verbindung zwischen Zündschloß und Zündschalter erfolgt durch einen T-förmigen Zapfen. Er überträgt die Drehbewegung des Schlüssels auf den Zündschalter.
Im Originalzustand kommen die beiden Kabel von unten aus dem Zündschalter und werden bogenförmig nach hinten durch eine Plastikverkleidung in das Rahmendreieck hinter dem Lenkkopf geführt. Bei jeder Bewegung des Lenkkopfes läuft der Kabelbogen über den starren Hauptträger der Frontverkleidung. Dadurch entstehen verschiedenen Bewegungen Hebel und Zugkräfte im Kabel, die sich auch auf das Gehäuse übertragen , für das die Teile auf Dauer offensichtlich nicht ausgelegt sind.
Weiterhin gibt es Probleme mit Abnutzung an den Kontaktflächen, welche zu Kontaktunterbrechungen führen und es können beim Öffnen des Gehäuses Beschädigungen (Ausbruch an Rastöffnungen) entstehen, die später ebenfalls optimalem Kontakt abträglich sind.
Der Zündschalter ist leider, böse gesprochen , ein billiges Wegwerfprodukt. Nur leider bei KTM nicht mehr lieferbar. Reparatur und Optimierung sind daher sinnvoll.
Affenschaukel:
oder: