Hallo an Alle,
Natürlich lockt die 690er und sie ist das bessere Motorrad. Aber bringt sie wirklich mehr Fahrspass?
Seit Jahren werden meine Motorräder im kleiner. Ich begann mit einer XT600. Danach wechselte ich zur damals neuen GS1100, die mich ehrlicherweise überforderte. BMW brachte nochmals die rot-weiße R100GS Paris Dakar und ich liebte sie, bis die BMW R80GS Basic herauskam. Jahrelang bewegte ich die 50PS über die heimischen Berge. Bedingt durch meinen beruflichen Umzug nach Kambodscha vor zehn Jahren verkaufte ich sie schweren Herzens. Jetzt fahre ich mit meinen fünfzig Jahren die 390er Duke und sie bringt mir echten Fahrspass. Und natürlich ist sie tourentauglich! 400 Tageskilometer auf kambodschanischen Straßen überfordern meinen Hintern kaum. Sie fährt auf Schotter, durch knietief überschwemmte Straßen in der Regenzeit und überhitzt nicht im täglichen Chaos des Grossstadtverkehrs in Phnom Penh. Sie fährt mit schlechter Benzinqualität und ließ mich bisher noch nicht im Stich (wichtig, da kein ADAC und Motorraddiebe an jeder Straßenecke). Natürlich hat sie kleine Defekte, doch ehrlicherweise machten meine BMWs mehr Probleme.
Vielleicht sind wir Fahrer zu anspruchsvoll geworden und Verlangen nach einer Perfektion, die es bei Motorrädern kaum gibt. Vielleicht würden wir sie eher bei den Japanern finden ... auf Kosten unserer Emotionen fürs Bike.
Ich genieße meine 390er und sie gibt mir, was ich brauche: einfach zu fahren, extrem leicht, ausreichend Power und ein geniales Design. Auch mit der 690er würden meine Fußrasten nicht am Asphalt kratzen und ich wäre keine Sekunde schneller unterwegs. Da fehlt's mir persönlich an meiner Leistung und nicht am stärkeren Motorrad.
Grüße,
Rainer