Moin,
Bei mir ist bislang auch immer alles gut gegangen , und ich habe in über 30 Jahren einiges an Moppeds verkauft, da ich max. 1 Saison mit den Kisten fahre und auch meist 2 Maschinen parallel habe.
Ohne Kaufpreis hinterlegen , ohne Führerschein oder Perso , ohne Vertrag. War evtl. leichtsinnig , aber ich hatte die Kaufpreise immer sehr sehr hoch angesetzt und wollte die Interessenten , wenn dann doch mal einer kam , auf keinen Fall mit Umständlichkeiten verschrecken
Habe die Fahrzeuge auch immer mit meinem Kennzeichen zwecks Überführung aus der Hand gegeben.Ein einziges Mal ist ein Käufer damit 4 Monate rumgefahren ohne abzumelden.Heute kann man ja zwangsstilllegen lassen oder sowas.....Damals wusste ich nicht was zu tun ist,und da kostete die Versicherung auch noch ordentlich Geld.Aber mehr ist nie passiert.
Aber egal wie vorsichtig man ist , wenn einer kommt der betrügen will oder damit stürzt , ist der Ärger riesengroß trotz aller Verträge.
Die Frage ist auch immer , ob so Sachen wie "gekauft bei Unfall" oder Einbehalten des Geldes nach Sturz überhaupt rechtlich haltbar sind.Da kann man böse Überraschungen erleben wenn nicht alles mit 100% wasserdichten Verträgen abgesichert ist....
Genau wie die berühmte "Anzahlung" bei Kaufinteresse nicht einfach so bei Nichtabhlung in allen Fällen einbehalten werden kann.
Einen Kollegen hat es vor ewigen Jahren böse erwischt:
Hatte mir damals mit ihm zusammen zwei Yamaha V-Max aus den USA geholt,bevor sie irgendwann auch hier "kastriert" auf den Markt kamen.Mopped war sehr selten und die ganze Schose sehr sehr teuer und aufwändig.
Nach 1 Saison wollte der Kollege verkaufen.Käufer kam zur Probefahrt mit einem Porsche 928 und blonder hübscher Beifahrerin
.Käufer im Anzug und zog dann den Kombi aus dem Kofferaum über.Die beiden waren sehr vertraut miteinander,sprachen über die Kinder die gleich noch von Oma abgeholt werden müssen usw....
Das war sowas von seriös , das mein Kollege auf alle Sicherheiten verzichten wollte.Ich riet ihm ab und letztendlich behielten wir während der Probefahrt dann den Porsche samt Schlüssel , die blonde Tussi sowie den Perso,Fahrzeugschein und den Führerschein (damals noch der graue Lappen)
Nach 5 Minuten fragte Blondi ob irgendwo ne Bäckerei wäre , sie hätte noch nichts gegessen.War um die Ecke und wir schickten sie dahin......
Blondi kam nicht wieder,aber egal,wir hatten ja ein 70 000 DM Auto mit Schlüssel und Schein im Tausch , sowie Perso und Führerschein
Nach ca. 4 Stunden riefen wir die Polizei.
Fahrzeug war vor gut 1 Woche als gestohlen gemeldet.Wie der "Dieb" an den Fahrzeugschein und Schlüssel kam wurde uns nie mitgeteilt.Schein war echt.Perso und Führerschein waren gefälscht,was man als Laie natürlich nicht feststellen konnte bzw. gar nicht erst in Frage stellte.
Der eigentliche Fahrzeugbesitzer freute sich seinen Wagen wieder zu haben.Auf Diebesgut hast natürlich keinen Besitzanspruch.
Wir waren beide 4 mal auf der Wache zu Befragungen,die V-max wurde nie wiedergefunden , die Diebstahlversicherung zahlte nicht weil kein Diebstahl sondern Unterschlagung vorlag wenn man freiwillig die Schlüssel ausgehändigt hat.
Auf allen erreichbaren Moppedplätzen hatten wir Zettel hingehänht , da die Maschine auch noch gelb war und es in D nur eine Hand voll gab.In der Zeitung stand es auch.
Aber nichts , Karre weg und kein Pfennig.Mit allen Auslagen die der "Import" damals kostete , über 20 000 DM.War viel Geld .
Und wir dachten nun wirklich das es bei so viel Sicherheiten keine Probleme geben könnte
Gruß Jörg