Hallo KTM-Freunde,
Ich fahre eine 2019er 790AdvR mit aktuell 11 tkm und jetzt habe ich ein Problem wo ich mal Experten-Rat brauche 
Meine Kupplung hat bei der vorletzten Fahrt nicht mehr richtig getrennt und der Leerlauf ging ungewöhnlich schwer rein. Dann war ich noch einmal eine Probefahrt gemacht und die Kupplung hatte da noch mehr Probleme gemacht. Mal ging sie kurz wieder und dann war der Druckpunkt komplett weg und sie hat gar nicht mehr getrennt. Das kam relativ spontan und war irgendwie komisch und nicht nachvollziehbar. Anfahren ging dann nur noch mit Gang reinhauen und Gas geben. Mit dem Quickshifter konnte ich trotzdem normal schalten.
Ich habe dann am Ausrücker (also dem Teil am Kupplungsdeckel) den Hebel der den Bowdenzug hält hin- und hergestellt und konnte keine Verbesserung für das Problem finden.
Nach etwas rumprobieren im Stand habe ich dann den Kupplungsdeckel abgeschraubt und mir die Kupplung Stück für Stück angeschaut. Ich habe bisher keine Erfahrung mit der Kupplung von der 790 und da war ich etwas überrascht was ich festgestellt habe:
- ich habe die Maschine von 2,5 Jahren mit 7 tkm gekauft und bei mir war die Kupplung noch nie auf.
- Das Motoröl habe ich erst mal dringelassen. Es wurde vor 1000 km gewechselt.
- die erste Lamelle von den Kupplungslamellen ist um eins versetzt und da frage ich mich ob das normal ist? Die erste Lamelle ist auch mit einem gelben Strich zum Korb fixiert und das muss schon so gewesen sein. Mir ist die also nicht versehentlich verrutscht.
- der ganze Kupplungskorb hatte lateral (90° zur Welle) richtig viel Spiel (so ca. 2-3 mm)
- die große Mutter die den Korb hält war komplett locker und hing nur so halb noch dran. Das war sicher mein Hauptproblem und deswegen hat auch der Korb so gewackelt. Laut Video von Rottweiler muss die Schraube ja mit 90 Nm festgezogen sein. Das war sie bei mir nicht im Ansatz
- der Kupplungskorb ist ja so eng im Gehäuse dass er nicht ohne das Lager da drunter rauszunehmen abgeht. Ich glaube er war durch die fehlende Mutter so locker, dass er wenigstens ganz kurz innen am Motorgehäuse geschliffen hat. Höchstens eins zwei Umdrehungen.
- ich habe unten Fotos angehangen.
- Die Länge der Federn ist mit 43 mm in Ordnung. Auch die Lamellen sollten vom Verschließ her ok sein. Da messe ich noch mal nach.
Ich wollte mal fragen was ihr für Tipps habt.
Meine konkreten Fragen:
- was ist mit der einen Lamelle die verschoben zu den anderen ist? Ist das normal? In dem Rottweiler-Video sieht das nicht so aus. Soll ich die Lamellen alle einheitlich einbauen?
- reicht das wenn ich die Mutter mit dem Schlagschrauber richtig anziehe? Ich habe kein Spezialwerkzeug um den Kupplungskorb zu halten. Den Schlagschrauber mit so einer großem Nuss muss ich mir aber erst mal besorgen.
- Muss ich den Motor jetzt spülen, falls bei der Aktion ein paar wenige Späne von dem Zahnrad hinterm Kupplungskorb abgegangen sind? Wenn ja: wie spüle ich den Motor?
- Frisches Öl würde ich eh reinmachen, aber ich weiß nicht ob ich das einfach kalt ablassen soll oder den Motor (wenn alles zusammen ist) nochmal warmfahren soll damit das ÖL gut rausgeht.
- Darf der Kupplungskorb am Ende, wenn die Mutter wieder fest ist, Spiel auf der Welle haben?
Ich wüsste zu gern ob der Vorbesitzer (ein älterer Herr der sie bei BMW gegen eine GS getauscht hat) einmal an der Kupplung war. Ich kann mir das nicht vorstellen, da sie wie neu aussah und nie Gelände gesehen hat.
Viele Grüße,
Marco