Beiträge von Dr. Speed

    @1290edi: es geht hier nicht um langweilig, in so einem Forum bei dem sich die KTM-Gemeinde quasi gedanklich trifft geht es auch darum die Preis- und Modellpolitik eines Herstellers zu diskutieren und zu hinterfragen. Schließlich sind wir es, die Käufer, von dem so ein Hersteller lebt und auch in Zukunft noch bestehen will. Wen das stört dem gebe ich nen Tipp: am besten nicht mehr mitlesen und vll sogar Thema abbestellen. Ansonsten hat hier jeder das Recht zu schreiben und zu diskutieren.



    Und jetzt mal zum Preis:


    Ich finde, da gibt es verschiedene Herangehensweisen den Preis zu beurteilen. Ich denke wir sind uns einig, dass bis jetzt im Motorradbereich die Supersportler immer die Fahrzeuge mit dem aktuellen technischen Stand waren, da war immer das eingebaut was so geht. Supesportler kosten schon immer so ca. 15-18 T€, mit Zusatzausstattung und bei Ducati auch gerne 20T€. Früher hat man in diesen Fahrzeugen nicht so viel Elektronik gefunden. Heute ist Elektronik von vorne bis hinten angesagt, und das soll jetzt auch gar nicht diskutiert werden. Die Elektronik ist einfach der status quo. Und auch die Presse pusht das ganze nach oben (da werden top Bikes in Tests mal Gutdünken gerne letzter nur weil Elektronik fehlt). Bei den Supersportlern hat man, da jetzt aktueller technischer Stand, diese Elektronik, also diese neue MEHRausstattung, bei fast allen Modellen der Hersteller eingebaut. Die Preise: im Bereich 16, 17, 18 T€ und Ducati wie immer um die und ab die 20 T€. Da ist der Preis jetzt fast stabil geblieben.


    Nur ist die Sache so: Supersportler gehen am Markt in der Nachfrage zurück. Und da erfindet man mehr oder weniger neue Modellkategorien (BMW mit der XR: "Adventure Sports" etc.) und befördert die Naked-Bikes zu neuen Technologieträgern. Und ja, das sind sie: so ein Naked Bike von heute oder Sport Tourer a la GT braucht sich bei der Ausstattung vor einem Superbike nicht verstecken.


    Aber wir dürfen nicht vergessen wo diese Bikes her kommen. Früher haben wir in diesem Segment eine 990 SM-T gefahren und auch ein Naked mit der 990 SD war vertreten. Was haben diese Bikes gekostet? Eine 990 SM-T in D so ca 12/13 T€, eine 990 SD-R lag im letzten Jahr 2013 bei unter 12 T€. Für die "Nachfolger"-Modelle bekommt man jetzt natürlich eine gewisse MEHRausstattung, aber auch für einen erheblichen Mehrpreis. Hier haben wir absolut keine Preisstabilität wie bei den Supersportlern. Und die Technik ist einfach der aktuelle Stand, das fordert die Presse, der Kunde, die Politik (bzgl. ABS).


    Das es auch anders geht zeigt KTM selbst mit der 690 Duke R. Dieses Teil hat fast die Technik der ganz großen Modelle und kostet im Vergleich zu den Vorgängern der letzten Jahre ein paar hundert EUR mehr. So gehört sich das und so ist auch die Preiserhöhung völlig okay.


    So eine Überlegung der Preis- und Modellpolitik ist eine wichtige Sache, wirkt sie sich doch sehr auf die Zukunft aus. Und nur weil es aktuell gut läuft und man alles dafür tut ganz oben in den Zulassungszahlen zu stehen, heißt das nicht, dass das in den nächsten Jahren auch so bleiben wird.


    Wir erinnern uns gerne daran wie KTM bei der Preispolitik der RC8/RC8R ins Klo gegriffen hat als plötzlich die S1000RR heraus kam und die Bayern nur knapp 16 T€ wollten plus Extras.


    Das wäre auch eine Überlegung: wäre es vll nicht sinnvoll die GT etwas günstiger anzubieten mit der Option die technischen Details als Extra in Paketen anzubieten. Denn nicht jeder braucht an der GT dieses Komplettpaket. Das wäre auch für spätere Gebrauchtpreise sehr gut, da es dann besser und schlechter ausgestattete GTs gibt. Und so könnten auch einige aus dem 990 Lager umswitchen.


    Ich denke, diese Kategorie von Motorrad, als neuer Technologieträger, liegt voll im Trend und das lassen sich die Hersteller auch gut bezahlen, das bringt Kohle in die Kassen und viele werden es auch kaufen, völlig ok. Ich denke aber, dass sich diese Bikes in Zukunft auch preislich attraktiver entwickeln ließen, wenn wir nicht den Fehler begehen uns über solche Dinge keine Gedanken mehr zu machen und uns an diese Preisentwicklung gewöhnen lassen...

    @kda: die Aussage über das elektronische Fahrwerk bezgl. Renne ist relativ. Für jemanden der sich mit dem Einstellen eines Fahrwerkes nicht beschäftigen kann/möchte und einfach nur fahren will, mag es reichen. Und für die Landstraße hat es absolut seine Vorteile. Aber wer auf der Renne richtig fahren will oder richtig fahren lernen will ist mit einem manuellen Fahrwerk besser bedient. Die individuellen Konfigurationsmöglichkeiten sind viel größer als bei einem elektronischem. Das elektronische kommt da einfach noch an seine Grenzen. Mag sein, dass sich das in den nächsten Jahren zum positiven ändern wird.


    Und generell: richtig fahren lernt man immer noch am besten mit einem manuellen, bei dem man sich mit der Materie beschäftigen muss und auch noch spürt was das Bike macht oder auch nicht macht und dann überlegt wie man darauf reagiert. Ja, dafür braucht man den Willen, Zeit und man muss denken! Aber das gehört dazu, wenn man etwas richtig machen will.


    Und by the way: auch das modifizieren von Fahrwerken lohnt erst, wenn die persönliche Rundenzeit um 1-2 Sek. schwankt/einpendelt. Und dann reicht auch meist erstmal eine individuelle Einstellung bevor man Geld in die Hand nimmt. Vor allem bei unseren Bikes aus dem Hause KTM braucht unser einer in der Regel nichts tauschen, die WP Fahrwerke sind top.


    Dass man auf einem Sport-Tourer wie der GT auf Reisen den Komfort eines elektronischen Fahrwerks genießen möchte ist mir völlig klar und das soll auch gar nicht negativ gesehen werden. Für die Landstraße und gerade auf langen Touren, mit Beladung, Sozia etc. ist das top und würde ich auch nur so nehmen. Mein Kommentar gilt nur bezgl. dem Kringel.


    Im übrigen wird das so auch u.a. von Martin Bauer bestätigt. Es reicht schon das Fazit, gerade zum elektronischen Fahrwerk der BMW (und das elektronische Fahrwerk der neuen S1000RR ist schon besser als das der HP4):


    http://www.bikeperformance.at/…ed-by-der-reitwagen-41742

    Komisch ist doch irgendwie, dass man bei den "alten" (und auch günstigeren) Modellen (also vor Bj. 2014) am manuellen Fahrwerk mehr und auch leichter einstellen konnte im Vergleich zB zur 1290 SDR.

    Es ist doch eigentlich ganz einfach: man muss verstehen wofür welches Motorrad gemacht ist, was man selber machen möchte und was da zu einem passt und man sich leisten kann/will und auch wirklich braucht.


    Die SDR ist doch absolut ein aufrechtes Sportgerät (für den ein oder anderen sogar ein Supersportler-Ersatz) für den sehr sportlichen Einsatz auf der Hausstrecke, mit etwas Zubehör auch mal für eine Tour und auch gut für die Rennstrecke (auch wenn da für einen ernsten Einsatz nur Supersportler hingehören, trotzdem haben Nakeds auf der Renne ihren Reiz). Auf der Renne ist ein elektronisches Fahrwerk aber (noch) nicht so das Wahre.


    Die GT ist einfach eine sportliche Tourenmaschine mit allem was mach braucht oder auch nicht, aber einem das Leben versüßt (so lange es funktioniert ;o)). Ist also bestens für Fahrer, die häufig lange Touren fahren, aber nicht auf "Sport" verzichten wollen. Auf die Renne wird wohl niemand ernsthaft und regelmäßig gehen.


    Wer aber häufig mehrere Tausend-KM-Touren fährt und das vll auch zu zweit für den ist die GT doch okay. Für alle anderen ist das KTM Regal ja auch gefüllt. Warten wir doch aber erst mal ab wie sich die GT in Wirklichkeit fährt.


    So ähnlich ist es im Automobilbereich ja auch: da gibt es Sportwagen, GT's und noch viele weitere...

    Das Problem mit den Reifen gibt so ähnlich aber auch schon mit dem normalen ABS. Bei der 990 SMR mit ABS, Erstausrüstung Conti SportAttack (1), gibt es zB keine Freigabe für den CSA 2 :denk: .


    Nachfrage bei Conti ergab, dass Tests mit der 990 SMR als ABS-Variante kritisch waren, sodass es keine Freigabe für den CSA2 gab.


    Für andere Reifen, auch von anderen Hersteller, sind natürlich Reifenfreigaben vorhanden. Die Wirkung eines Reifens auf Fahrwerk und Bremsen darf man generell nicht unterschätzen.


    Wie es jetzt mit dem Kurven-ABS aussieht weiß ich nicht, wäre aber denkbar...

    esemer: ja, das war etwas missverständlich ausgedrückt. Natürlich ist 1 EUR = 1 EUR. Nur wurde damals bei der Euro Umstellung ja von der alten Landeswährung in EUR umgerechnet, also von DM in EUR für Deutschland und von Schilling in EUR für Österreich. So sind 1 € = ca. 1,95583 DM.


    Und so hat sich die Preisgestaltung (oder nennen wir es mal das "Teuer-Sein" oder "Günstig-Sein") des Landes auf den EUR in diesem Land ausgewirkt. Natürlich ist 1 € = 1 €. Die Frage ist nur was man dafür bekommt und das ist obwohl in vielen Ländern EUR nicht gleich. Und warum das so ist hat versch. Gründe (s. Link).


    Hoffe, es ist jetzt verständlich was ich eigentlich meinte....

    Hatte jemand vor der 1290 SDR eine 990 SMR und ist damit durch die Alpen bzw. Landstraße gefetzt? Und ist jetzt mit der 1290 SDR schneller? Ich kenne beide Maschinen, die 990 SMR ja sogar sehr gut und ich würde sagen, dass man mit der 1290 SDR in den Alpen/auf der Landstraße nur auf den Geraden zur nächsten Kurve und vll noch in langgezogenen Kurven schneller ist. Das macht aber nicht viel aus. In der Kurve und vor allem in den ganz engen ist die 990 SMR eine Macht und denke nicht dass die 1290 SDR da flotter ist!?


    Es hängt aber auch immer viel vom Fahrer ab und auch was demjenigen liegt...


    Für die langgezogenen Kurven ziehe ich dann aber sehr gerne ein Superbike vor ;o).

    Es ist echt schlimm, dass im 21. Jahrhundert (immer noch genügend) Menschen ihre Kaufentscheidung so massiv von Tests beeinflussen lassen... Für Infos und einen Überblick ist so eine Testzeitschrift ganz nett, aber ansonsten braucht man ja so eine Zeitschrift gar nicht mehr aufschlagen um zu wissen wer gewonnen hat :lautlach: . Im Übrigen geht es, wie ich finde, auch nicht darum eine Maschine zu fahren oder zu kaufen, die bei irgendeinem Test gewonnen hat.


    Die RC8 ist, so wie ihr auch gesagt habt, völlig unterschätzt. Das Konzept RC8, die Qualität und die Fahrbarkeit sind absolut genial. Design auch genial und das Potential der RC8 ist auch enorm hoch. Und wenn man sich das Paket anschaut hat man da schon einen "kleinen" Werksrenner, der sich sogar zum vollwertigen Werksrenner sehr leicht aufbauen lässt.


    Übrigens: Einen schönen Werksrenner kann man jetzt bei Aprilia mit der RSV4 RF W kaufen. Da reden wir aber von bis zu 80 TEUR :prost: . Ist aber ein hammer Eisen!