Beiträge von Babsi

    es ist immer schwer sich einzugestehen dass man eigentlich eine Menge Holz für nichts ausgegeben hat, ist aber in diesem Fall nunmal leider so

    Das muss sich Cappox NICHT eingestehen,

    denn wenn der Kit bei SEINEM Motorrad nicht so funktioniert wie bei einer dreistelligen Anzahl an Motorrädern, die wir im Jahr tunen,

    wird er nichts bezahlen.


    Malte hat das auf den Punkt gebracht:

    Wie gesagt: Bei ihm liegt ein individuelles Problem vor.

    Es liegt halt in der Natur der Sache, dass ein Tuning-Kit Motorräder nicht reparieren kann.

    So ist es

    und Strömungswiderstände sorgen dafür, dass der Motor weniger ansaugt, als er ansaugen KÖNNTE

    und das kostet Leistung ... so wie wenn man nicht GANZ Vollgas gibt.


    MINDSTENS soviel wie die Strömungswiderstände wirken sich jedoch die Schwingungsverhältnisse aus:

    Befindet sich zum Zeitpunkt des Einlassventilschlusses ein Unterdruck im Saugrohr,

    schlürft das bereits angesaugte Luft wieder aus dem Zylinder raus.

    Umgekehrt bewirkt ein Überdruck zu diesem Zeitpunkt eine willkommene "Nachladung"

    und damit einen drehzahlabhängigen (!) Leistungsschub.

    Das ist ja eben dir Krux mit der Schwingungsabstimmung:

    Man muss das wirklich auf die Drehzahlbereiche abstimmen

    und das macht man durch ändern der Ansaug-(bzw. Krümmer-)-Längen.

    Will man IMMER einen leistungsfördernden Überdruck im Ansaugtrakt,

    braucht man einen Turbo oder einen Kompressor,

    aber selbst dann ist die Schwingung nicht irrelevant.

    Ich hab mir deine Diagramme noch mal angeschaut, und beim Prüftstandslauf mit Kit war die Temperatur bei 2°Celsius, beim Prüfstandslauf mit original Setup jedoch 22°C (brachte jedoch trotzdem mehr Leistung und Drehmoment)...

    JEDER richtig eingestellte Prüfstandsrechner korrigiert die Umgebungstemperatur (und den Luftdruck),

    indem er im Ergebnis auf Normbedingungen umrechnet ... soweit das möglich ist:

    Sehr niedrige Temperaturen (Reifentemperatur, Walzenschmierung, ...)

    und sehr hohe Temperaturen (ab 30°C wirken auch andere leistungsbremsende Faktoren)

    lassen sich aber dann nicht mehr "rausrechnen" - wie schon weiter oben erklärt.

    Da lässt man die Messerei dann besser sein und wartet auf bessere Tage.


    Die "Programmierung" des Kastls (genauer: das Mapping) hat fast keinen Einfluss auf die Leistung:

    Das Gemisch muss schon heftig neben dem Optimum liegen, dass man das an der Leistung merkt!

    (Das ist ja gerade das Problem beim fröhlichen Entdrosseln ohne Gemischkontrolle!)

    Bei der Entwicklung eines Kits ist das Gemisch zunächst unwichtig:

    Die Dauer eines Prüfstands-Runs schadet dem Motor auch nicht mit zu magerem Gemisch.

    Die Herstellung des richtigen Gemischkennfeldes ist dann der Abschluss und in 1...2 Stunden erledigt.


    Der Drehmomentgewinn im unteren Drehzahlbereich ist übrigens nicht unbedingt das Ergebnis der Entdrosselung:

    Da wirkt hauptsächlich die eben dort drosselnde Schwingungsabstimmung der Airbox,

    welche im oberen Drehzahlbereich sogar leistungfördernd wirkt.

    Nachdem dieser Effekt mit dem RU1750 dann wegfällt, wirkt dort die Entdrosselung.

    Ich kenn diesen Wings nicht

    aber die Physik gilt auch für Wings.


    Üblicherweise gilt der simple Schluss:

    Ist der Schalldämpfer kleinvolumig und hat eine EG-Genehmigung,

    dann kostet er Leistung.

    Ist so.


    P.S.: Auf "Soundfiles" geb ich gar nichts:

    Da hört man in erster Linie das (Handy-)Mikrofon und den (PC-)Lautsprecher

    und schon aufgrund der Aufnahmeposition gibt das kein realistisches Klangbild.

    (Das klanglich gar nicht unwesentliche Ansauggeräusch fehlt da völlig.)

    Um einen Schalldämpfer zulassungsfähig zu bekommen,

    gibt´s folgende Möglichkeiten:


    OHNE die Leistung zu reduzieren

    1.) muss den Schalldämpfer GROSS machen.

    2.) oder das grosse Volumen auf ZWEI KLEINE Schalldämpfer aufteilen.

    3.) oder einen VORschalldämpfer und einen KLEINEN ENDschalldämpfer machen.

    4.) Oder man legt den Motor so aus, dass er nur bei hohen Drehzahlen Leistung hat.

    Das ist technisch einfacher zu dämpfen und wird heutzutage oft und gerne angewendet.


    Die "alternative" Lösung:

    Wenn ein knackig KLEINER Schalldämpfer aureichend leise sein soll,

    muss der hinten und/oder innen restriktive Querschnitte haben

    und das kostet Leistung.

    Kostet der kleine Schalldämpfer KEINE Leistung,

    ist er nicht ausreichend leise und damit nicht zulassungsfähig.

    Aus Maus.

    Sorry!


    Ihr könnt euch jetzt aussuchen, was davon ihr wollt,

    aber wenn euch NICHTS davon gefällt,

    braucht´s neue Naturgesetze:

    Die Physik gilt eben für ALLE Schalldämpfer-Hersteller.

    Lieber Weity,

    wir sind eben ein und dieselbe Person,

    wie wir auch für alle unsere fiktiven Kunden schreiben (Mann, DAS ist eine Arbeit!),

    und wenn´s erforderlich ist, sind wir auch Elvis!

    :achtung ironie:


    P.S.: Müssen wir den Account MalBabCap einrichten, damit du nicht verwirrt bist?

    Nur mal so ne Idee: Könnt das Kaltstartproblem nicht auch an der Lambdasonde liegen? Was is, wenn die elektrische Heizung nicht richtig arbeitet und die Sonde falsche Werte liefert? Ist der Motor warm, wird die Sonde ausreichend vom Abgasstrom beheizt und die Sensorwerte passen dann.

    Kann man zum Testen die λ-Sonde einfach mal abstecken, oder braucht man zwingend einen Eliminator?

    Wenn von der Sonde kein Signal kommt, wie es IMMER der Fall ist, oslange die Sonde noch kalt ist,

    läuft das Steuergerät auf einem ungefähr passenden, eher fetten Notlaufprogramm.

    Es könnte also sein, dass das beim warmen Motor ZU fett ist.


    Die Sonde ohne Lambda-Eli einfach abzustecken,

    produziert nach kurzer Zeit einen Lambda-Fehler in der Anzeige.

    Wenn der Effekt gleich ist, lässt das auf eine defekte Sonde schließen,

    aber die würde ich eher mit einem (schnellen!) Voltmeter diagnostizieren.


    (Achtung: Nicht lang mit nichtbeheizter Sonde rumfahren:

    Die wird durch die Feuchtigkeit im Auspuff kaputt!)

    Ich denke, dass er meint, auf der Rennstrecke wäre es möglich, ohne dB-Killer rumzufahren,

    aber dort braucht man dann keine niedrigen Drehzahlen.

    Allerdings gibt´s mittlerweile auch schon auf vielen Rennstrecken Lärmmessungen,

    sodass das auch dort nicht mehr unbedingt geht.

    Das Ruckeln hat mehrere Ursachen:

    1. hat unser Einzylinder wirklich wenig Schwungmasse (und drum dreht er auch wie die Sau. :knie nieder:)

    2. läuft gerade ein Einzylinder mit großem Volumen sehr schlecht mit Lambda 1 und

    3. spielen natürlich die ganzen Schwingungsverhältnisse eine wesentliche Rolle - ein- wie auslasseitig.

    Letztere beeinflusst du durch deine Schalldämpferexperimente.

    Allerdings ist die Aufgabe des Auslassystemes NICHT das Minimieren des Ruckelns

    sondern einen schön gleichmäßigen Drehmomentverlauf zu unterstützen.

    Das kann man jedoch durch etwas fetteres Gemisch durch Ändern Schwingungssituation auf der Einlasseite wesentlich besser,

    Weil dort ist die Schalldämpfung viel schwieriger umsetzbar ist (!), sind die KTMs ABSICHTLICH so abgestimmt,

    dass sie zwar eine medienwirksam hohe Leistungsspitze aber unten extra wenig Leistung haben.

    Das Bike beschleunigt dann bei der Zulassungsmessung wenig und produziert dadurch auch wenig Emissionen:

    Es ist dabei also schön leise und erreicht nicht die Drehzahlbereiche, wo die Post abgeht,

    aber es ist elendig zu fahren.


    Kann man das Luftleitblech jetzt wirklich als Handschuhfach bezeichen, oder dient es wirklich zum leiten der Frischluft und ableiten der Stauhitze?

    Macht es Leistungs- und Drehmomentstechnisch viel aus wenn der Motor die warme Luft vom Motor ansaugt, also wenn das Luftleitblech nicht da ist?

    Das Handschuhfach IST ein Luftleitblech,

    aber das leitet weniger kühle Zuluft ZUM Ansaugtrakt,

    als dass es heiße Motor-(Kühler-)Abluft vom K&N fernhält.


    Nachdem sich Gase pro °C um 1/273 ausdehnen

    und die Leistung nicht vom volumen sondern von der angesaugten LuftMASSE abhängt,

    verursacht nur um 10°C wärmere Ansaugluft schon einen Leistungsverlust von ca. 4%.

    Abgesehen davon wird dann auch früher die Klopfgrenze erreicht - auch nicht gut.


    Die Bezeichnung "Handschuhfach" haben übrigens die Forenmitglieder ersonnen,

    denn dort lassen sich wirklich Werkzeug, ein Ölflascherl oder sogar ein Regenoverall verstauen.

    Interessanterweise wird im Zuge von Maßnahmen, die Leistung bringen, auch die FAHRBARKEIT verbessert:

    die Laufkultur (ruckeln), wie der Motor bei tiefsten Drehzahlen am Gas hängt, wie sauber er aus engen Kehren rauszieht,

    Verbreiterung des Drehzahlbands ohne Drehmomentlöcher und ohne plötzlichen Stufen ("Biss") usw.

    DAS können 99,9% sehr gut brauchen

    das hilft auch der Fahrsicherheit

    und schnell macht das auch!