Vorab:
Deine Wahl scheint schon getroffen. Wie von Dir bereits beschrieben, hast Du die orangene Brille auf. Muss kein Nachteil sein, da Motorradfahren ein Hobby mit Emotion ist und nicht immer mit Logik oder Vernunft entschieden wird.
Wenn Du die Wahl eines passenden Gefährts kritisch angehen möchtest, musst Du Dir Dein eigenes Anforderungsprofil anfertigen und für Dich selbst die jeweilige Gewichtung festlegen.
..Persönlicher Fahrstil? (sportlich, gemütlich, Racer)
..Einsatzgebiet? ( Stadt, Landstraße, Rennstrecke, evtl. mal Schotterpisten bei Touren)
..Einsatzzeit? (längere Touren, Wochenend-Trips, kurze Ausfahrten (2-3 Std.), …)
..Ergonomie? (wie z.B. Körpergröße. Dies kann auschlaggebend für die bevorzugte Sitzposition sein)
..Vorlieben (eigentlich schon beschrieben) wie Hang zu Racern, Naked-Bikes, Enduros, …)
….
Dies lässt sich (fast) unendlich fortsetzen.
Wofür ist die SMC-R gut?
Wie bereits erwähnt für die Landstraßenhatz.
Das Fahrwerk reagiert extrem gut auf Unebenheiten, was auf der Landstraße sehr wichtig ist. Im „standard“ Trimm nicht zu straff das man nur „hoppelt“ aber auch keineswegs schwabbelig. Der Einstellbereich lässt aber noch viel Luft nach oben oder unten offen, um es auf die persönlichen Bedürfnisse abzustimmen.
Durch das geringe Gewicht ist die SMC auch sehr handlich, was Dir als Fahranfänger/Wiedereinsteiger ebenfalls entgegenkommen wird. Sie lenkt sehr leicht und präzise ein.
Gehen wir mal von einer Neuanschaffung aus, so wird Dir im Falle eines Fahrfehlers das ABS auch sehr behilflich sein, da es ein rutschen des Vorderrads verhindern wird, wenn Du mal spontan zu fest in die Bremse greifst.
Sei Dir aber bewusst, dass die SMC-R ein Sportgerät ist, welches für die Kurvenhatz entwickelt wurde. Wohlfühlgebiet: Landstraße mit engen Kurven. Da ist ‚se schnell, stark und macht am meisten Spass.
Der Tank mit seinen 12 Litern reicht für eine Reichweite von sagen wir mal 170 bis 200 km aus. Je nach Fahrstil (unter 5 Liter bei „normaler“ Fahrweise, über 5 Liter bei sportlichem Stil). Ist aber völlig OK, da Du die Pausen zum Tanken gerne in Anspruch nehmen wirst. Dein Hintern wird Dir dankbar sein das er durchschnaufen kann, da die Sitzbank recht schmal und dünn gepolstert ist . Dafür wird Dir aber der Rücken nicht schmerzen. Bist ja als SMC Treiber kein „Gebückter“, bei dem irgendwann die Bandscheiben zwicken und die Handgelenke einschlafen, weil Deine Griffel kurz über der Bremsscheibe montiert sind (ich darf das so schreiben, bin selbst jahrelang durch diese Schule gegangen
).
Vielleicht kann, wenn es Dich interessiert, ja jemand etwas zur Sozius-Tauglichkeit schreiben. Möglich ja, habe es selbst aber nie ausprobiert. Wenn meine Holde mit will wechsel ich das Bike. Das macht beiden mehr Spass.
Fährst Du mit einer Truppe Gebückter, welche überwiegend langgezogene Kurven mit großen Radien oder Landstraßen mit langen Geraden suchen, wirst Du schnell den Spass verlieren. Sicher ist es möglich da mitzuhalten, jedoch wird es recht anstrengend und gerade als, ich betitel es mal als „Anfänger“ wird man schnell die Lust verlieren. Hier wäre ein Naked-Biker a la SuperDuke, Z1000 oder was auch immer wohl der bessere Kompromiss wenn man keine reinrassigen Sportler mag.
Wenn Du übrigens wissen willst wie eine SMC sich auf der Autobahn oder bei höherer Geschwindigkeit anfühlt, so kannst Du das super selber testen. Auch jetzt schon. Halte einfach mal bei 130 km/h den Kopf aus'm Schiebedach. So ähnlich fühlt es sich dann mit dem Enduro-Helm und ohne Vollverkleidung an.
Last but not least mach Dir auch Deine Gedanken was für einen Qualitätsanspruch Du hast. KTM kommt nicht aus Japan. Dessen musst Du Dir auch bewusst sein. Eine Kinderkrankheit hier, ein kleinerer Defekt da ist nicht allzu selten. Auch bei einem Neufahrzeug nicht. Fahre schon seit mehreren Jahren KTM. Immer Neufahrzeuge und es gab noch kein Bike was „einwandfrei“ war. Sicher werden hier noch einige schreiben es kann auch anders sein. Fakt ist aber das meine Japaner, welche ich vorher gefahren bin, qualitativ hochwertiger waren.
ABER: ich fahre trotzdem KTM – was den Bogen zurück zur Emotion schlägt