Komme gerade von der Hellas Rally retour
Elektronisches Roadbook (mit Carpe Iter). PDFs wurden problemlos zur Verfügung gestellt.
Vorteil Digital: Immer das aktuellste Roadbook. Keine nachträglichen Ausbesserungen nötig.
Gefahrenstellen sind bereits in rot markiert. Ebenso sind Flüsse/Wasser und Wald in Farbe. Ist angenehm. Zu markieren sind eigentlich nur noch die abzweigungen und das ist sehr einfach.
Kein tauschen bei "zu langen rollen" an Marathon Tagen. Einfach nur nächstes PDF laden.
Sichtbarkeit am Bildschirm im großen und ganzen sogar besser als auf Papier. Wurde mir von mehreren Teilnehmern bestätigt,
Kann Hochformat oder Querformat gefahren werden.
Keine großartige "Rally- Roadbookhalterung" nötig
Nachteil:
Es ist ein elektronisches Gerät. Und wie es mit elektronischen Geräten so ist, gibts halt immer Probleme.
GPS Sensor des Carpe Iter ist ausgefallen. Somit keine Kilometeranzeige möglich. Ich empfehle zusätzlich ein separates GPS Modul für Kilometeranzeige oder etwas über Radsensor. Zumindest 1 Backup sollte dasein, hat mich zum Teil viele Nervern gekostet.
Bluetooth Verbindung zwischen Lenkradfernbedienung zum Weiterscrollen des PDF am Carpe Iter ist zumindest 1-2x am Tag ausgefallen. Dann stehenbleiben, neustart, Neuverbinden. Mühsam wennst um eine Platzierung fahren willst. Da kämpst dich mühsam Positionen nach vor und dann musst dein Tablet neu starten und verlierst wieder alles.
Ich denke bei entsprechender vorbereitung und testen und kennen lernen des Systems sind diese Probleme vermeidbar. Die Zeit hatte ich leider nicht. Und es gab auch genug, die Probleme mit der Papierrollen-Navigation hatten. Auch da kann der Motor zum weiterrollen ausfallen oder die Batterien für die Kilometeranzeige sind leer. War auch alles dabei. Ich würde mich besser mit der digitalen Navigation vertraut machen und wieder darauf setzen.
Ich habe ein KTM 790 Adventure R mit folgenden Änderungen für die Rally
- Radsatz von HAAN Wheels mit Mousse (meiner Ansicht unbedingt notwendig, zumindest für die Hellas Rally mit vielen großen, spitzen steinen)
- Motorschutz (denke auch unbedingt notwendig gerade bei zügiger fahrt, da krachts schon ordentlich schon allein bei herumfliegenden steinen)
- 15er Ritzel (unverzichtbar :-) )
- hinten hätt ich mir noch ein 47er Kranzl gewunschen, gerade in engen Schotterkehren bergauf
- One Finger Clutch (angenehm, aber nicht unbedingt nötig)
- Neckbrace von Camel Adventures für das Cockpit. (unverzichtbar) Trotz Neckbrace (eine Schraube hat sich leider gelöst und ich habs übersehen) ist bei mir am 5. Tag die Aufhängung des Cockpit am Rahmen gebrochen. Das ist extrem ärgerlich und Scheisse. Also unbedingt Neckbrace UND Schraubensicherung UND regelmässig kontrollieren.
- Vanasche Ritzelabdeckung. Sicher nicht unbedingt nötig, aber auch nicht schlecht zur kontrolle und Pflege der Kette bzw. besseren Schutz des Motorgehäuses.
- Irgendeine Variante den Seitenständerschalter zu überbrücken. (seitenständer Bypass) Bei schnellem fahren auf welligem Untergrund geht der Ständer oft nach unten und der Motor setzt aus. Gibt verschiedene Varianten von Vanasche.
- Powerparts Scheinwerferschutz. Die steine fliegen nur so, wennst hinter jemanden nachfahrst. Würd ich unbedingt empfehlen.
Dann ist noch das hintere ABS Kabel anfällig dass es sich irgendwo verhängt. Hatte aber keinen Schutz mehr bekommen und ging so auch. Ich hatte auch keine zusätzliche Abdeckung für Motor bzw. Kupplungsdeckel. Schadet aber sicher auch nicht. Handschützer hatte ich die originalen und die haben ihren Dienst getan. Ich stürze aber auch nicht all zu oft.
Die Schrauben der Halterung vom Heckrahmen haben sich immer wieder gelöst. Unbedingt regelmässig kontrollieren.
Wenns ernst werden soll, unbedingt einen geraderen Lenker, ohne die Kröpfung.
Für das nächste Mal wünsch ich mir auch einen Lenkungsdämpfer.
Reifen hate ich den Metzeler 6 days Extrem und den Karoo Extrem. Der 6 Days gefiel mir viel besser, weil wesentlich besserer Seitenhalt beim herausbeschleunigen. Vorne gefiel mir der Karoo Extreme besser weil härtere Karkasse, besserer durschlagschutz und wesentlich stabiler beim anbremsen (mit dem 6days vorne habe ich mir ein paar Dellen in der Felge geholt)
Montage Roadbook:
Habe zwei Varianten probiert. 1x mit der Touratech Halterung an der Navihalterungs Position am original Cockpit. ging eigentlich ganz gut, denke aber es war dann doch zu viel Gewicht/Belastung. Dann einen Adapter für die direkte Lenkermontage. Ging auch ganz gut. Fühlte sich fast besser an.
Rallycockpit ist nicht nötig, wenn die halterung des Originalcockpit entsprechend verstärkt wird.
Aber dann auf jeden Fall auch den Powerparts Lichtmaskenschutz dazunehmen, weil so ein neues Licht is teuer.
Eventuell die hohe Rade Garage Scheibe dazu, damit das Navi besser geschützt ist.