Tourensportreifen-Test 2019

Wir schreiben Februar 2019. Es ist immer noch:arsch:kalt, der Winter ist abermals eingebrochen und Sonne gibt's nur hinterm Mond.:rolleyes:

"Und? Was liegt dieses Jahr motorradmäßig an?" fragt mich meine Freundin.

":grins: Unser KTM Sauerland-Treffen! Sonst nichts Besonderes – :denk:es sei denn…:crazy:"


Tourensportreifen-Test 2019



Teilnehmer




Um einen gut vergleichbaren Test aller Reifenmodelle zu gewährleisten,

treten diese auf der selben Teststrecke mehrfach direkt gegeneinander an

– im Neuzustand sowie im Trockenen und bei Nässe.

Hier können die Probanden auf einer Bergaufstrecke beim Durchbeschleunigen,

sportlichen Bremsen und in unterschiedlichen Kurvenradien sich beweisen – was für ne Radwechselei…

Teststrecke – Video ungeschnitten

Zitat

:staun::zorn:"Hey, was machen Sie denn da? Das geht aber nicht hier immer rauf und runter fahren…"

"Doch, das muss sein! Im Auftrag ewiger Jugend und Glückseligkeit!":crazy::peace:


Darüber hinaus wurden die Reifen bevorzugt auf Straßen dritter Ordnung und bzgl. Verschleiss und Geradeauslauf auf der Autobahn eingesetzt.

Für die Vergleichbarkeit ist der Reifendruck für alle Modelle identisch und auch die Fahrwerkseinstellungen sind für alle Reifenmodelle sowie Strecken dieselben.




Schnellübersicht (persönliche Bewertung)

Reifen

max. Punkte

Bridgestone T31 [T31]

ContiRoadAttack 3 [CRA3]

Dunlop RoadSmart III [DRS3] *

Metzeler Roadtec 01 [MR01]

MICHELIN Road 5 [MR5]

Pirelli Angel GT II [PAGT2]

Grip trocken/warm:

30

27

29

28

26

30

29

Grip nass/kalt:

30

26

28

26

29

27

28

Handling:

20

18

18

17

15

18

17

Spurtreue:

20

17

17

19

15

18

18

Eigendämpfung/Fahrkomfort: 10 5 9 7 7 8 9
Feedback: 10 8 9 7 6 8 9
Laufleistung: 10 9 (~7 tkm) 8 (~6 tkm) 9 (> 7 tkm) 8 (~6 tkm) 8 (~6 tkm) 8 (~6,5 tkm)
ENDERGEBNIS* 130 110 118 113 106 117 118



Eigenschaften der einzelnen Touren(sport)reifen

Bridgestone T31

Ausgesprochen gut hat uns sein Handling, welches auch im sportlichen Einsatz keinerlei Nervosität zeigte und die absolute Stabilität – selbst bei Höchstgeschwindigkeit und provozieren kein Lenkerflattern – gefallen!


Sein gutes Feedback lässt den Fahrer immer im Klaren, was unter ihm geschieht. Dies werden sicher gerade sportliche Fahrer zu schätzen wissen.

Auch beim Fahrkomfort ist der Bridgestone T31 eher etwas für die sportliche Fraktion, da der Reifen knüppelhart (härtester aller Testreifen) ist.


Sportliches Beschleunigen tief aus der Kurve heraus quittiert er mit leichtem Ausbrechen des Hinterrads (übersteuern). Wir gehen davon aus, dass dies mit der Leichtigkeit der 690 Duke im Solo-Betrieb zusammenhängt. Dies liesse sich z.B. bei schweren Fahrzeugen sowie mit Gepäck oder Fahren mit Sozius verbessern.


Im Nassen macht er eine gute Performance, kann aber – zumindest auf unseren leichten 690ern – nicht zu den weicher abgestimmten (Mischung + Karkasse) Mitbewerbern aufschliessen.


Zum Abschluss haben wir für den T31 doch noch das Fahrwerk komfortabel (weicher) abgestimmt und konnten auf den leichtgewichtigen 690ern einige Verbesserungen feststellen.

Da der harte Reifen (zu) weiche Fahrwerke kompensiert, wäre er auch eine gute Bereifungsmöglichkeit für die normale 690 Duke (ohne R).


Grundsätzlich halten wir ihn eher für die sportiven Fahrer geeignet. Uns persönlich ist er für den Landstraßeneinsatz auf kleinen Straßen dritter Ordnung (viele Asphaltunebenheiten) zu hart in der Abstimmung geraten (siehe Bewertungstabelle "Eigendämpfung"); ansonsten wäre er auch auf den dritten Platz in der Gesamtwertung gekommen.




ContiRoadAttack 3 [CRA3]


Einzigartiger Vorteil bei Conti-Reifen ist die TractionSkin-Technologie, womit bei Neureifen kein Einfahren benötigt wird – quasi "ready 2 race".


Kein Reifen unserer Testkandidaten ist so schnell warm wie der CRA3 – egal ob im Trockenen, Nassen oder bei Kälte.

Conti nutzt lediglich eine Reifenmischung; wobei während des Produktionsprozesses mittels temperaturkontrollierten Aushärtung diese angepasst wird (Conti's MultiGrip-Technologie) – anstelle mehrere Mischungen zu nutzen. Diese bietet beim ContiRoadAttack 3 einen sehr guten Grip und transparenten Grenzbereich.

Die weiche Flanke führt bei sportlicher Gangart und höheren Temperaturen ab ca. 28°C aber auch zu größerem Profilverlust; leicht zu erkennen an den "Wuzerln" auf den Seitenflächen.


Sein harmonisches Handling, verbunden mit der angenehmen Spurtreue fällt sofort positiv auf. Dies schafft direkt ab Start bestes Vertrauen in den Pneu.

Die hervorragende Eigendämpfung ist ideal auch für sportliche Fahrer abgestimmt, da die Eigendämpfung zwar auf schlechten Landstraßen die unangenehmen Verwerfungen und Spitzen ausgleicht, aber keineswegs überdämpft daher kommt und somit ein klares Feedback beschert.


Wie zuvor schon erwähnt, bietet der CRA3 auch eine super Nässe- und Kälteperformance; dank der guten Mikroverzahnung des Compounds und den technisch angeordneten Profilrillen.

Aufgrund dieser Ausgewogenheit seiner Eigenschaften ist der ContiRoadAttack 3 immer noch ein perfekter Allrounder und eine "eierlegende Wollmilchsau" unter den aktuellen Tourensportreifen.





Dunlop RoadSmart III [DRS3]

Diesmal (im Vergleich zu unserem Einzeltest aus 2016) kommt beim DRS3 am Vorderreifen die neue SP-Version zum Einsatz (hinten normale Version), welche lt. Dunlop speziell für leichtere Roadster, Naked- und Crossover-Modelle entwickelt wurde. Diese besitzt eine weichere Karkasse als das Standardmodell "ohne SP-Kennung".


Wie auch die normale Version des Vorderrads (ohne SP) bietet der DRS3 mit SP am Vorderrad eine hervorragende Spurtreue.

Auch im Sommer bei Temperaturen nahe der 40°C (Lufttemperatur) bietet er Top-Grip und überraschend wenig Verschleiss.


Die neue SP-Version am Vorderrad zahlt sich gerade auf bescheidenen Straßen dritter Ordnung (viele Asphaltunebenheiten) aus, da dieses mehr Komfort bietet.

Das veränderte Vorderrad zahlt sich ebenso bei der Bremsstabilität aus. Selbst bei sportlicher Fahrwerksabstimmung und tiefes Bremsen in die Kurve hinein schenkt Vertrauen.


Bei Nässe bietet er eine gute – für den üblichen Straßenfahrer weit ausreichende – Performance.

Lediglich bei Kälte muss der DRS3 generell länger warm gefahren werden. Hierbei bietet sich auch unbedingt eine rundere Fahrweise an.


Der Dunlop RoadSmart III bietet viel Reserven bei der Landstraßen-Hatz (im Trockenen) und ist mit seiner Laufleistung überragend.

Er ist ein Vertreter der sportlichen Fraktion der Tourensportreifen, der seine positiven Eigenschaften bis zum Ende behält!





Metzeler Roadtec 01 [MR01]

Der unauffällig überarbeitete MR01 hat das "Singen" des Vorderrades, welches die ersten Vorderreifen des Debütjahrs 2016 zeigten, ausgemerzt.


Im Trockenen ist er ein guter, – im direkten Vergleich zu seinen jüngeren Mitbewerbern – aber inzwischen kein herausragender Reifen mehr.

Auch beim Handling liegt er weiter hinten und durch seine flachere Bauform hat er unter den Probanden das größte Aufstellmoment.


Er bietet einen extrem hohen Fahrkomfort, was u.a. auf sehr besch… Straßen und sogar im leichten Offroad seine Vorteile hat – dank seines weichen Compounds und der groben Profilrillen. Dies ist für Langstreckenfahrer im quasi Allterrain-Einsatz – ebenso bei eher harten Fahrwerken – vorteilhaft. Da die Entwicklung seit 2016 jedoch nicht still steht und bei den aktuellen Marktbegleitern ein harmonisches Handling bis in tiefste Schräglagen mehr Vertrauen schenkt und auch das Feedback besser ist, führte dies zur Abwertung unsererseits.


Der MR01 ist immer noch eindeutig ein hervorragender Tourenreifen, was seine sehr gute Nässeperformance betrifft – auch in Schräglage.

Das selbe gilt für das schnelle Warmfahren und seine Eignung bei Kälte.


Der Metzeler Roadtec 01 ist aus unserer Sicht ideal für Reisen mit ungewissen Wettersituationen, insbesondere was Nässe + Kälte betrifft; sowie für Ganzjahresfahrer und Driftkönige.





MICHELIN Road 5 [MR5]

Kommen wir zu einem weiteren Vertreter der sportlicheren Fraktion der Tourensportreifen.


Ebenso wie der DUNLOP sollte der MR5 vorm sportlichen Angasen etwas länger als der CRA3 warmgefahren werden.

Im Gegensatz zum CRA3 ist der MR5 auch für hohe Temperaturen gut geeignet und bietet auch bei heißen Sommern bei knapp 40°C Lufttemperatur ein sauberes Profilbild.


Seine schon sportlich anmutende Karkasse bietet ein hervorragendes Handlingsgefühl und superbe Spurtreue; nur bei Highspeed verhält er sch etwas nervös.

Ab ca. 35° Schräglage, klebt der Reifen förmlich am Asphalt. Dies kommt zum Einen von der Beimischung von Ruß auf der äußeren Lauffläche und zum Anderen vom durchgängigen Slick-"Profil" am Rand. Beim sportlichen Anbremsen in die Kurve gibt’s hingegen ein leichtes Aufstellmoment.


Dank Michelin’s ACT+-Technologie (Karkassumschlag – somit an den Seitenflächen stabiler) wurde auch evtl. Einknicken der Karkasse beim Herausbeschleunigen aus Kurve gut gelöst.


Der neue MICHELIN Road 5 bietet auch im Nassen hervorragenden Grip. Der MICHELIN Road 5 nutzt die MICHELIN XST Evo-Technologie mit Lamellen + Reservoirs.

Zur Abwertung im Nassen gegenüber seinen Mitbewerbern kommt es lediglich, da ab ca. 35° Schräglage die sportliche Russ-Mischung einsetzt (Hinweis für sportliche Fahrer, die auch bei Nässe "am Gas hängen").


Erst zum Ende der Laufleistung hatte der MR5 erste Performance-Einbußen.




Pirelli Angel GT II [PAGT2]

Auch der Newcomer 2019 gehört unserer Meinung nach zum sportlicheren Segment der aktuellen Tourensportreifen-Generation.


Die neue Reifenmischung schenkt hohes Vertrauen – im Trockenen sowie im Nassen. Und die schnelle Durchwärmung des Reifens unterstützt dies noch zusätzlich.

Da Pirelli an den Außenflanken kein Russ verwendet, bleibt der Reifen auch länger warm, was bei Landstraßenfahrten mit den verbundenen meist längeren Geraden vorteilhaft ist.


Sofort auffällig ist, dass der PAGT2 auf allen Asphalt-Arten – und sogar unasphaltierten Landschaftswegen – eine hervorragende Eigendämpfung beweist!

Diese filtert unangenehme Fahrbahnen-Unebenheiten souverän weg – ohne dabei das Feedback zur Straße zu verlieren.

Sein harmonisches Handling und gute Spurtreue bringen ihm weitere Punkte in unserem Test. Dabei fällt auf, dass die zwei mittleren "Regenrillen" am Vorderreifen eben nicht negativ auffallen.


Der PAGT2 hat ebenso wie Michelin eine an den Seitenflanken verstärkte Karkasse, die auch bei sportlicher Gangart ein sicheres Herausbeschleunigen aus der Kurven garantiert.


Selbst in sintflutartigen Regenfällen zieht der PAGT2 seine zielsichere Bahnen durch die Wassermassen.

Somit kann man vollständig in allen Wetterlagen auf den neuen Pirelli vertrauen und jederzeit entspannt unserem Hobby frönen.


Dank seiner hohen Zuverlässigkeit in allen Fahrsituationen (untersch. Asphalt sowie Trocken+Nässe) ist der Pirelli Angel GT II eine "eierlegende Wollmilchsau" unter den aktuellen Tourensportreifen.




Luftdruck

Wichtig ist der korrekte Luftdruck!

Das als genereller Hinweis, da viele immer noch mit zu wenig Reifenluftdruck fahren!


Dies hat entscheidende Nachteile, da ein Reifen ein "Mindestluftdruck" benötigt,

um optimal – so wie vom Hersteller geplant – arbeiten zu können.

Z.B. bei Nässe ist dies wichtig damit die Profilrillen "geöffnet" bleiben.


Grundsätzlich sind die Reifenluftdrücke lt. Hersteller (siehe Bedienungsanleitung) zu nutzen;

ansonsten dienen auch die Reifenhersteller-Angaben in der Freigabe als Hilfe.


Bei den beiden im Test verwendeten 690 Duke R

ist folgender Kalt-Luftdruck angewendet worden:

2,2 bar vorn / 2,4 bar hinten


!!! Bei den 690ern steht in der Bedienungsanleitung 2,0/2,0 bar.

Dies ist im Straßeneinsatz selbst für ein 48 kg Mädl bei den aktuellen Reifen zu wenig.

ErFAHRungsmäßig ist generell 2,2/2,4 bar ein guter Ausgangswert bei den 690ern.




Unser persönliches Fazit

Kurz und knapp können wir im Endergebnis folgendes festhalten:

Die aktuelle Tourensportreifen-Generation stellt durch die Bank hervorragende Reifen dar!

* :guckst du hier: Je nach persönlicher Gusto und Einsatzzweck ist einmal das eine, dann das andere Reifenmodell ganz vorne.








meine Reifen-ErFAHRungen [Linksammlung – klick mich!]

Kommentare 4

  • hast du den Test abgebrochen oder wo ist der Beitrag gelandet?

    • Da ist wohl was schief gelaufen im neuen Blogbereich :traurig:
      Ich lad das die Tage nochmal neu rein. :zwinker:

    • GEO-R Bericht ist wieder online – diesmal mit Video zur Teststrecke; somit auch etwas Neues für diejenigen, welche den Test schon gelesen haben. :zwinker:

  • Freu mich schon seeehr darauf 💪😍