Frage zur Motorrevision

  • Hi Leute,


    kurze Vorgeschichte: Ich besitze eine 690 Enduro von 2013 mit 25000km Laufleistung. Seit ein paar Wochen fiel mir eine erhöhte Geräuschkulisse des Motors in From von einem hellen Klackern aus dem Zylinderkopf auf. Ich tippte auf erhöhtes Ventilspiel (welches ich vor ca. 9000km einstellte). Ein Tag bevor ich dann das Ventilspiel einstellen wollte, startete ich den Motor und nach keinen 3 Sekunden fing der Motor an zu quietschen. Natürlich gleich ausgestellt, rein in die Werkstatt und Zylinderkopfdeckel abgeschraubt. Zuerst fiel mir auf, dass sich extrem viel gelber Schleim am Zylinderkopfdeckel abgesetzt hat (siehe Bild). Also ist Wasser im Motor, woher noch unklar (also ob es Kondenswasser ist (da der Motor bei diesen Temperaturen nicht über 65 Grad warm wird) oder Kühlwasser (Ausgleichsbehälter noch halb voll, ob und wie viel fehlt weiß ich nicht, da der Behälter ja generell schlecht zu sehen ist). Beim Betrachten der Kipphebel fiel auf, dass der auf der Einlassseite starkes radiales Spiel aufwies und fest war, sprich die Rolle ließ sich nicht drehen. Daher hat die Nocke auch Spürbare Abnutzungsspuren.
    Zudem waren auf dem ganzen Zylinderkopf schwarze, nicht magnetische Späne verteilt. Beim letzten Ölwechsel (vor 1500km) habe ich keine solcher Späne in den Ölsieben bemerkt.
    Die Vermutung liegt daher dabei, dass sich wohl ein Ölpumpenzahnrad abgenutzt hat (diese bestehen ja aus schwarzem Plastik), sodass der Öldruck nicht mehr ausreichte um die Kette richtig zu spannen, und diese eventuell die Plastikbeschichtung der Alusteuerkettenschienen abnutzte.
    In diesem Zuge will ich gleich eine Motorrevision machen. Geplant ist:
    - Nockenwelle
    - Kipphebel
    - Pleuelkit
    - Kolbenkit
    - Kurbelwellenlager
    - die beiden Ölpumpen
    - Steuerkette
    - Steuerkettenspanner
    - Dichtsatz und Simmeringe


    Nun zu den eigentlichen Fragen:
    KTM bietet ja kein separates Pleuelkit mehr an. Muss ich dann wirklich eine neue komplette Kurbelwelle einbauen, oder gibt irgendwo Alternativen, als Pleuel und Pleuellager.
    Sollte man zudem den kompletten Kolben tauschen (angenommen keine gravierenden Laufspuren vorhanden), oder reicht hier einer Kolbenringsatz?
    Und meine letzte Frage, in einem Video von PiratRacing wird von einem geeigneteren TMB-Kugellager gesprochen. Weiß jemand von welchem genau die Rede ist oder reichen die originalen KTM Kurbelwellenlager aus?


    Erst einmal vielen Dank :)

  • Wegen dem Schmodder würd ich den Motor noch nicht zerrupfen.
    Lass erst mal das Öl ab und schau nach der Farbe!
    Getauscht gehört auf jeden Fall:
    - Nockenwelle
    - Kipphebel
    - Steuerkette
    - Steuerkettenspanner
    - Gleitschienen
    Wenn Das Öl im Ölsumpf auch Wasser hat, dann kannst noch die Zylinderkopfdichtung und den Wellendichtring der Wasserpumpe tauschen.


    An eine schadhafte Ölpumpe glaube ich weniger - hab noch nie von so einem Schaden gehört. Aber das kannst ja leicht nachmessen.
    Das alles geht noch, ohne den Motor zu spalten. Sowas würde ich erst machen, wenn die Hauptlager oder Pleuellager laut klopfen.
    Vom Zerlegen der Kurbelwelle, um an die Pleuellager zu kommen, würd ich eh die Finger lassen. Ohne dem passenden Presswerkzeug ist die Kurbelwelle schnell krumm und nach dem Zuusammenpressen muss sie eh noch gerichtet werden.

    Sprüht der Lenker Funken, bist du zu tief unten