Der Nachteil der Titanlegierungen ist die geringere Kriechfestigkeit. An Stellen, die ständig unter Druck stehen, verformt sich Titan stärker als Stahl. An den Titanauspuffanlagen kann man das am deutlichsten an den Einhängeösen für die Federn feststellen, die nach einiger Zeit deutlich dünner werden, wo die Feder aufliegt. Auch in den Steckverbindungen der Anlage kriecht Titan stärker als V4A. Man muss also eher mit einer Reparatur an einer Titananlage rechnen, als an einer V4A-Anlage.
Die Wärmeleitfähigkeit der Titanlegierung ist ungefähr gleich, wie die der warmfesten Edelstähle. Eine thermische Entlastung des Motors kann durch unterschiedliche Auspuffwerkstoffe nie erreicht werden, weil die Wärmeabfuhr ausschließlich durch die Gasmenge bestimmt wird, die aus dem Motor ausströmt. Ob die Wärme dann direkt über einen gekühlten Krümmer oder erst mit dem Abgas aus dem Auspuff transportiert wird, spielt für den Motor keine Rolle mehr, weil das Gas - und damit die Wärme - in beiden Fällen ja schon aus dem Motor raus ist.
Für thermisch sehr hoch belastete Bauteile verwendet man sogenannte Superlegierungen wie z. B. Inconel (Nickel-Chrom-Legierung) oder Nimonic (Nickel-Kupfer-Legierung). Aus Inconel werden beispielsweise Auspuffanlagen für Formel-1-Motoren gefertigt. Die erreichen selbst bei Temperaturen um 800°C noch Festigkeitswerte, die Titan oder V4A bei rund 650 °C haben.