R 1100 Gs als Zweitmotorrad

  • Da ich in mich von meiner SM, das hat viele Gründe, einfach nicht trennen kann hab ich mir überlegt ein Zweitmotorrad zum Reisen anzuschaffen. Eigentlich schärft mich schon länger die Africa Twin, aber die werden mittlerweile echt schon zu Liebhaberpreisen gehandelt und sind oft eher mau ausgestattet.
    Warum auf einmal der Sinneswandel? Es ist Schlussendlich eine Geldfrage, ich hab mit der SM genug Wertverlust eingefahren (50% in 5 Jahren), die Gebrauchtpreise der 2 Zylinder KTM's sind mir zu hoch selbst wenn ich meine SM gut verkaufe (Angebote waren da), müsste ich locker 4000€ drauflegen um einen würdigen Nachfolger zu finden, mit dem ich dann wieder anständig Wertverlust einfahre.


    Jetzt hat mir eine Bekannter seine GS angeboten,


    ~2800€ R1100GS Bj. 99, 67tkm, ABS. TÜV wird bei verkauf frisch gemacht.
    Das Interessante an den GS'en ist halt das meist das komplette Gepäcksystem, so auch bei dieser, dabei ist und das ABS. Bislang hab ich ja gedacht BMW's gelten als ewig haltbar, aber nachdem ich mal Google angeworfen hab bekomme ich bedenken.
    Der Motor scheint ja problemlos zu sein aber alles andere!? Kuwe Simmering, Getriebe, Kardan, Endantrieb da findet man genug Berichte über Schäden, und Undichtigkeiten, Reparaturen sind gleich recht teuer und Zeitaufwändig, wie schlimm stehts denn wirklich um diese Bauteile? Ists wirklich so schlimm wie man liest oder sind die "einzelnen" Fehler einfach durch die Masse an Motorrädern die verkauft wurden im Internet so starkt präsent? Aufgrund dessen das es sich hier um ein Letztmodell handelt, sollten doch alle Kinderkrankheiten behoben sein, oder? Was kann ich mir vom Preis in den nächsten Jahren erwarten, ich habe vor das Motorrad maximal 3 Jahre zu behalten (max. 6000km pro Jahr) dann wirds wieder verkauft, das Vorgängermodell scheint ja schon wieder an Beliebtheit zu gewinnen.


    Wer hier im Forum hat denn eventuell Erfahrung mit den Dingern und kann mir Tipps geben, bzw. ists überhaupt sinnvoll eine so alte Kuh, mit den km nur wegen dem Preis zu kaufen?
    Schrauben kann ich selbst, werd ich bei der BMW auch tun, hab aber eigentlich mehr das fahren im Kopf als ständig zu Schrauben und meine Freizeit dafür ist auch begrenzt.


    lg Michael

    4 Mal editiert, zuletzt von Michael_690SM ()

  • moin,


    die 99er sind die ausgereiftesten 1100er.
    ab 97 waren die getriebe ok, schäden gab es trotzdem hin und wieder.
    und klar liest man etliches im internet über schäden ... das liegt daran, dass es bei vielen verkauften moppeds auch mehr defekte gibt als bei raritäten.


    2800 klingt ok, ich würde ihm 2500 bieten.


    solange das getriebe keine mucken macht, sind alle reparaturen mit überschaubarem aufwand zu erledigen.
    bei technischen fragen kann ich http://www.powerboxer.de und http://www.gs-forum.eu empfehlen.

  • 2800 ist is für ihn schon das Limit, da is nix mehr drin, wir sind von 3300 dahin. Denke aber das ist Ok, wenn man bedenkt was man sonst an Motorrad für das Geld bekommt.


    Der Wert is schlecht einzuschätzen aber vergleichbare sind in Österreich aber auch in D-Land nicht wirklich günstiger zu bekommen.

  • Hallo Michael,


    wenn die GS Bj. 99 ist, hat Sie schon das modellgepflegte Getriebe (M97 oder 98),
    da sollte der Gangspringer nicht mehr so akut sein.
    Ansonsten sind die 1100er ok.
    Reagieren beim ABS etwas sensibel auf Unterspannung.
    Für 2.800.- und 67 tkm ist das ok, viel preiswerter werden die Dinger nicht mehr.
    Zur Technik findest Du bei Gerd´s powerboxer punkt de alles, was Du wissen willst und musst.


    Gruß
    Christian

  • ma kauft ned afoch a bmw!


    Zeig mir ne 2 Zyl. KTM zu dem Preis und ich bin sofort dabei....


    Es soll a Motorrad werden um das sich einfach nix gschert wird. Kein Putzen, wurscht wenns umfällt oda die Gepäckrolle was zerkratzt. Meine SM ist mir zu heilig um sie auf Schotter zu bewegen oder 500km über die Autobahn zu prügeln.

  • ...


    Es soll a Motorrad werden um das sich einfach nix gschert wird. ...


    ein büschen zuwendung braucht die Q aber auch :staun:


    alle 10.000 motoröl wechseln, ventile kontrollieren/einstellen, synchro
    alle 20.000 restliche öle wechseln
    alle 40.000 keilriemen und kraftstofffilter


    aber alles recht easy zu machen

  • Hallo,


    <Meine SM ist mir zu heilig um sie auf Schotter zu bewegen oder 500km über die Autobahn zu prügeln.>


    ...dann pass blos auf, daß Deine Heilige nicht in der Ecke verstaubt und die Zweitmopette am Sockel kratzt.


    Gruß
    Christian

  • Da spricht jemand aus Erfahrung ...

  • Ich fahre grade aufgrund Studium und des damit einhergehenden Geldmangels die alte 1100er GS von meinem Vater, BJ 98. Bis vor letzter Saison war alles ok, dann hat sie einen Gangspringer im Dritten bekommen und steht jetzt grade in der Werkstatt. Ansonsten ist das einzige das bisher kaputt war der Anlasser und da gibts einen neuen passenden für 50€ (wenns nicht orginal sein soll, der kostet 500 mehr). Vom Handling her kann man fast nich glauben, was mit so nem Trümmer alles geht. Die Wartung ist generell relativ easy zu schaffen, das hab ich regelmäßig auf dem Bordstein vorm Haus gemacht, allerdings muss man eher ein Teil mehr als bei anderen Moppeds abschrauben. Unter 3000 geht für eine GS super in Ordnung! Wenn dir nix ausmacht, dass das Motorrad eher zum Verstecken aussieht, würde ich zuschlagen!


    Grüße

  • Von Getrieben liest man ja sehr viel schlechtes.. Welchen km Stand hat deine GS? Ich hab keine Lust gleich mal 1000€ in die Überholung und an Arsch voll Arbeit zum ausbaun zu investieren da vergeht einem die Lust an BMW. Hat sich das vorher irgendwie abgezeichnet, wie kann ich was bei Besichtigung überprüfen?
    Keine Sorgen die Wartung meiner Motorräder wird nicht vernachlässigt und ich kenne die Intervalle der BMW, hab mir das mal zusammengerechnet das is ja ein Witz im Vergleich zur KTM (wenn nichts kaputt geht)
    Wie sich das mit dem Zweitmotorrad entwickelt wird sich dann zeigen, im Moment bin ich da guter Dinge das die KTM einfach ein bisschen entlastet wird und für sportliche Tagestouren weitergenutzt wird.

  • Hatte ich vergessen zu schrfeiben, momentan knapp über 110.000km, als es angefangen hat warens wohl so um die 107-108.000km. Das Getriebe hält also an sich schon :grins:
    Wenns noch nicht da ist, bemerkst dus leider nicht. Bei mir hat es angefangen, dass ich dachte sie verschluckt sich, weils erst ein kleinerer Ruck und immer beim Beschleunigen war. Dass es gangabhängig war ist mir erst nicht aufgefallen, da ich nicht auf den Gang sondern auf die Drehzahl achte. Nach einem Tausch des Luftfilters (in den sich übrigens Mäuse eingenistet hatten) und einigen Diagnosestunden bin ich einfach weitergefahren, bis es dann wirklich heftig wurde und mir dann auch gesagt wurde drauf zu achten obs denn gangabhängig ist.
    Worauf ich bei einer Probefahrt achten würde, sind eben einmal das, besonders im vielbenutzten Dritten Gang, einfach öfter das Gas wegnehmen, kurz ohne Last weiterfahren und dann gas auf. Wenn sich dann aber nix tut heisst es nicht gleich, dass nix is, leider. Andererseits auf das ABS, bzw. die Anzeige davon. Nach dem Anlassen sollte es komplett normal sein und etwa 10m nach dem losfahren sollte es die Selbstdiagnose mit einem, naja, "Knirschen" abgeschlossen haben und allles im Cockpit erloschen sein. Wenn nicht heißt das Elektrikproblem und der Rattenschwanz kann natürlich auch gewaltig sein...

  • Ich hatte 15 Jahre Lang die GS 1100. Bis ich die 690 Duke Probe gefahren bin...


    85.000 km zuletzt. Allerdings immer wieder Probleme mit dem Kardan, so alle 40.ooo km.


    Zum REISEN zu 2. ist sie soweit ok. Selten fehlen doch ein paar PS z.B. beim überholen.

    Ex
    Zündapp KS 50 Cross

    Piaggio Boxer Moped
    MZ 250 ET
    Yamaha 750 XS +750 XJ + 900 XJ
    BMW GS 1100
    KTM 690 Duke Bj. 12+13+16 fuhr Sohn wurde 06.24 verkauft.

    KTM 790 verschenkt nach gleichzeitigen Ausfällen.

    Höre erstmals nach 49 Jahren mit Motorradeln auf, nur noch Radeln

  • So hab bis jetzt 2 Stk. besichtigt bis jetzt leider immer ein reinfall, alles ausgelutschte Kisten (Fahrwerk, Kupplung, Radlager, bei einem normalen Motorrad keine große Sachen bei der BMW schon) da fahr ich lieber mitn Auto auf Urlaub :-), also falls jemand was interessantes für mich weiß eine PN an mich das wär der Hammer.
    Auch eine Africa Twin wäre denkbar.

    Einmal editiert, zuletzt von Michael_690SM ()

  • Bin selbst 12 Jahre eine 1150er GS als Ganzjahres-Alltags-Fahrzeug gefahren, natürlich auch in der Freizeit.
    Der genannte Preis geht nach meiner Einschätzung für österreichische Verhältnisse und für die Laufleistung schon in Ordnung.
    Wenn man das Ding ausgiebig Probe fährt und anschaut und sich dabei nichts Negatives feststellen läßt, dann kann man es kaufen. Nach meiner Erfahrung dürfte man da noch mal locker 20-30000 km damit fahren können, ohne dass irgendetwas ist.
    Meine Kuh hatte beim Verkauf im Frühling ca. 130000 km drauf, in denen kein Problem mit Getriebe und Kardan aufgetreten ist. Einzig der Simmering der Kurbelwelle zur Trockenkupplung hatte bei gut 70000 km angefangen, ein wenig Öl durchzulassen. Da sowieso irgendwann die Kupplung anstand, wurde das dann gleich mit erledigt. Witzig war dabei, dass die Kupplung zu meiner Überraschung noch gar nicht ausgetauscht hätte werden müssen, sondern wohl noch 20-25000 km durchgehalten hätte. Das war die erste(!) Kupplung! Weil aber schon mal offen war, wurde sie natürlich trotzdem neu gemacht.
    Die Wartung habe ich immer selbst gemacht. Das ist bei der Boxer-Kuh wirklich kein Hexenwerk, wenn man nicht gerade zwei linke Hände hat. Mit der entsprechenden Anleitung aus Marken-Foren (oder von einem Mechaniker) kann man sich bei einer Boxer-Kuh durchaus auch an größere Reparaturen selbst heranwagen.

  • eine 1100GS für 2800 und das in österreich ist für meine begriffe ein schnapper oder eine bastelbude.
    man sollte da schon beurteilen können, was man kauft.
    woran ist der deal mit deinem bekannten denn gescheitert?


    für eine ordentliche 1100er würde ich in D normalerweise 3000-3500 kalkulieren, für eine 1150 einen tausender mehr.
    darunter bekomme ich normalerweise nicht das, was ich von einem mopped erwarte, was pflege- und wartungszustand angeht.


    für gute africatwin werden schon liebhaberpreise gezahlt.

  • woran ist der deal mit deinem bekannten denn gescheitert?


    Die großen Dinge waren:


    - Raglager hinten hatte Spiel, spürte und hörte man beim fahren (TÜV ließ es durchgehn verstehe nicht warum)
    - Fahrwerk vor allem hinten fast keine Dämpfung mehr, fuhr sich echt komisch das Ding
    - Er hat kurz vor Verkauf die hintere Sitzbank verloren
    - vordere Sitzbank komplett durchgesessen
    - Kupplung rutschte durch (3. Gang bremse getreten und Kupplung loslassen, ich vermüte Öl)
    - Reifen vorne und hinten fertig (Grenzwertige Profiltiefe, platt gefahren und alt)
    - Sitzbankverriegelung defekt und fehlte auch irgenwie (deswegen hat er die hintere auch verloren)
    - Ölablassschraube vernudelt, kA ob das reparabel gewesen wäre, er hats mir nur gesagt, und das er das Öl immer abgesaugt hat.....
    - keine Koffer, nur Givi Halter
    - Bremsschläuche noch Ok, aber alt



    das hab ich in 20min inkl. Probefahrt rausgefunden und ihm dann einfach ehrlich gesagt das das nichts für mich ist, ich kann zwar viel selbermachen hab aber keine Lust mir noch mehr Arbeit aufzuhalsen dann komm ich ja erst nicht zum fahren, lieber ein bisschen mehr ausgeben dafür was gepflegteres kaufen. Preislich wäre man sich sicher einig geworden, das sich das selber reparieren rentiert hätte. Ich kenne die 1100er GS, bin mal einen Tag mit einer unterwegs gewesen die 120.000km oben hatte und die fuhr um Welten besser.


    Sie is übrigens jetzt übers Internet zu haben jetzt für 3400 mit neuer Sitzbank :-)


    http://www.willhaben.at/iad/viewimage?adId=82944871#3

  • das wäre mir auch zu viel an mängeln gewesen.
    gute entscheidung, die finger davon zu lassen. :Daumen hoch: