Hallo KTM-Freunde,
meine 690er Enduro hat`s kurz vor Weihnachten auch erwischt. Schaltung tut nicht mehr. Irgendwie konnte ich nach mehrfachem undefiniertem Hoch- und Runterschalten nach Hause fahren. Vermutung, die Schalt- bzw. Rückholfeder ist gebrochen? So war es auch. Nach dem Ablassen des Motoröl`s und Abnehmen des Kupplungsdeckels lag das abgebrochene Stück der Feder „unentschuldigt“ im Motorraum, soweit so gut!
War jedoch ganz erschrocken und entsetzt, als ich den Kupplungsdeckel von innen bzw. die Bilder gesehen habe. Woher kommt dieser „Schlonz“? Kühlmitteleintrag im Öl? Kann nicht sein, beobachte den Motoröl- und Kühlmittelmittelstand peinlichst genau. Maschine verbraucht kein Kühlmittel, Wasserstand alles i. O. immer am untersten Strich des Ausgleichsbehälters. Selbst beim letzten Ölwechsel in 10/2025 keinerlei Auffälligkeiten. Also konnte der „Schlonz-Eintrag“ nur durch etwas anderes verursacht worden sein. bzw. in den Motor gelangen? Somit tippte ich auf den Kupplungsnehmerzylinder (KNZ) auf der gegenüberliegenden Seite der Kupplung.
So wie es aussieht ist der werkseitig verbaute "Magura" nach 20.000km ausgestiegen! Bei jedem Kuppeln pumpte der KNZ scheinbar ein wenig Bremsflüssigkeit in den Motorraum und diese wurde über den „Druckpilz“ der Kupplung auf die Innenseite des Kupplungsdeckels gespritzt. Bei kleiner Undichtigkeit der KNZ-Kolbendichtung merkt man es ja nicht sofort, zumal der Kupplungsflüssigkeitstand nicht abnimmt, weil ja auch etwas Motoröl „Rückwärts“ in`s Kupplungsmedium bzw. in den Flüssigkeitsbehälter (Bremsflüssigkeit) der Kupplungsarmatur gedrückt werden kann. Der Behälter war randvoll.
Im Prinzip war ich letztendlich über den Bruch der Rückholfeder froh, dadurch konnte der defekte KNZ entdeckt werden.
Der KNZ wurde unverzüglich und kompromisslos auf einen SiguTech (Made in Germany) umgerüstet. Maschine läuft wieder.
Wünsche Allen eine Gute Saison 2026, Grüße aus Nordbayern - Jürgen