Ich stand vor 5 Jahren mit meiner Frau vor dem gleichen Problem.
Sie hatte frisch den Führerschein und brauchte ein Reisemotorrad um mit mir Touren zu fahren.
Sie hatte sich dann auch eine G650GS eingeschossen.
Vom Motorrad absolut anfängerfreundlich, jedoch auch ein paar Zentimeter zu hoch.
Also Sitzbank abgepolstert und die Schrittweite verkleinert, Gabel durchgesteckt und Tieferlegung.
Sie kam dann mit beiden Füßen mit dem Ballen gut auf den Boden, mit Gepäck sogar nahezu mit den ganzen Füßen.
Es war Ihr allerdings immer unangenehm und Sie fühlte sich unsicher und nicht richtig aufgehoben.
Im Kopf natürlich immer die große Aussage "wenn du nicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehst, fällt das Motorrad sofort um".
Das ist absoluter Quatsch. Man kann ganz entspannt mit einem Bein stehen, das erfordert nur ein bisschen Übung.
Ich habe relativ lange Beine, aber meine 690 mit Rally-Fahrwerk kommt mit Rally-Sitzbank auf 97cm. Da geht das nur vollgetankt und mit Reisegepäck.
Mittlerweile ist Sie soweit, dass ein leichteres Motorrad wesentlich mehr Sicherheit gibt, einfach weil es dann mit 150 Kilo auch für eine Frau möglich ist, oder eher, die Karre wieder aufzurichten, sollte sie mal umzukippen drohen.
Ebenso Leistung. Da wir eher gemütlich unterwegs sind (80-100kmh) und auch mal ne Weile hinter einem LKW herbummeln können um die Landschaft zu genießen brauchen wir keine 100 PS.
Sie ist jetzt eher in Richtung Honda CRF oder Beta Alp unterwegs.
Die Motorradfrage stellt sich leider erst in 4-5 Jahren wieder, wenn der Nachwuchs aus dem gröbsten raus ist, aber beim Fahrtraining letztes Jahr hat Ihr ein leichtes Motorrad deutlich mehr zugesagt, wie Ihre GS.
Daher meine klare Empfehlung: Leichtes Motorrad zum Anfangen. Wenn dann die Sicherheit da ist, gerne auf was Größeres/Schnelleres.