Auswirkung des Drosselklappendurchmessers

  • Servus zusammen,


    ich hoffe, dass mir hier jemand auf meine folgende Frage eine Erklärung geben kann.
    Ich poste unter Technik-Talk, da die Frage ja allgemeingültig ist und nicht wirklich modellbezogen.


    Ich habe die Drosselklappe meiner Husqvarna 501 von 2024 vermessen und habe Messwerte zu der Drosselklappe einer Husqvarna FC 450 von 2024.


    Der Eingangsdurchmesser und der Ausgangsdurchmesser sind gleich.
    Der Stutzen zum Zylinderkopf hat die gleiche Teilenummer und der Ansaugtrichter der FC passt auch auf die Drosselklappe der 501.


    Der Unterschied liegt bei der tatsächlichen Klappe:

    FE 501: 42mm

    FC 450: 44mm

    Ich gehe davon aus, dass das Gehäuse grundsätzlich "gleich" ist, dass die Klappe halt weiter vorne sitzt.


    Und jetzt zu meiner Frage: Was ist der Vorteil der "größeren" Drosselklappe der 450? Ist offen nicht offen?


    Mir fallen dazu zwei Sachen ein, bei denen ich mir nicht sicher bin:

    - Aggressiveres Ansprechverhalten (z.B. hätte ich doch z.B. bei 50% Drosselklappenöffnung dann mehr Querschnitt wo die Luft durchkommt)

    - Bei 100% Drosselklappe kommt auch die Luft etwas ungehinderter durch


    Gibt es noch weitere Vor- oder Nachteile?

    Ich tu mir eben schwer den großen Vorteil zu sehen wenn die effektive Bohrung gleich ist.


    Kann man mit einem Leistungszuwachs bei entsprechender ECU-Abstimmung rechnen?


    Danke für Eure Hilfe!


    Grüße

  • Es geht im den Durchsatz bei Vollast. Mehr Luft, mehr Benzin, mehr Bumm.

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Könnte es mit der Zulassung für die fe Zusammenhängen? FC ist ja Cross, keine Zulassung möglich, somit auch keine Probleme mit Euro Normen für Abgase, Lärm usw

  • Also grundsätzlich sind die FEs für die Straße aus ja eh gedrosselt, aber es kann natürlich sein, dass beim schlagartigen Aufreißen die Husqvarna auch gedrosselt zu laut wäre


    Danke für den Gedanken!

  • Ich habe die Drosselklappe meiner Husqvarna 501 von 2024 vermessen und habe Messwerte zu der Drosselklappe einer Husqvarna FC 450 von 2024.


    Der Eingangsdurchmesser und der Ausgangsdurchmesser sind gleich.
    Der Stutzen zum Zylinderkopf hat die gleiche Teilenummer und der Ansaugtrichter der FC passt auch auf die Drosselklappe der 501.

    Strömungslehre ist nicht trivial.


    Ziel bei diesem Thema hier ist die optimale Füllung des Zylinderkopfs. Dazu verwenden die Hersteller viel Aufwand bei der Konstruktion des Ansaugtrakts vom Luftfilter bis hin zu den Einlassventilen. Der Durchmesser über diese Strecke soll möglichst gleichmäßig sein und auf dem Weg soll es keine Widerstände geben. Gewisse Verwirbelungen jedoch sind gewollt, damit sich der Sprit gut mit der Luft vermischt. Es gilt das Bernoulli Prinzip.


    In deinem Fall tippe ich auf einen ganz einfachen Grund für den unterschiedlichen Durchmesser. Neben der Gestaltung des Ansaugwegs ist für die Füllung des Zylinderkopfs natürlich das angesaugte Luftvolumen entscheidend, also vom Hubraum. Dieser ist jedoch bei den beiden Bikes unterschiedlich. Da könnte der Drosselkappendurchmesser eine Abstimmmaßnahme sein, wenn alles übrige gleich ist.


    Was Kondos schreibt kannst du getrost vergessen... :grins:

  • Die sind fast unverändert, ich meine dass der FC-Trichter minimal länger ist, allerdings hat er etwas mehr Volumen im Vergleich zu dem der FE

  • Halte dich unbedingt an Empfehlungen von Rudi. Die werden dein Leben ungemein bereichern. :applaus:

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Halte dich unbedingt an Empfehlungen von Rudi.

    Danke für die Blumen, oh weiser allwissender Kondos. :achtung ironie:

    Jedoch habe ich keinerlei Empfehlung ausgesprochen. Hast du wohl übersehen...

  • Ich zitiere mal aus "Motorrad" Online

    Zitat

    Auch die Geometrie der Saugrohre hat klare Regeln: Lange Saugrohre mit kleinem Durchmesser steigern die Füllung bei niederen und mittleren Drehzahlen, hemmen aber bei hohen Drehzahlen den Luftstrom und verschlechtern damit die Höchstleistung.

    Maximale Höchstleistung ist nur mit kurzen Saugrohren in Verbindung mit großen Durchmessern möglich, da diese Konfiguration einen großen Gasdurchsatz bei hohen Drehzahlen zulässt. Mit dem Nachteil, dass der Motor in unteren und mittleren Drehzahlen entsprechend an Leistung und damit Drehmoment einbüßt.

    Wäre auch mein laienhaftes Verständnis. :lautlach:


    Wir haben damal bei den 950/990er mit dem Ansaugtricher der Duke und 'nem Blechkeil im Ansaugtrichter experimentiert. :zwinker:

  • Danke für den Auszug!


    Meine 501 wird eine Supermoto.

    Ich will mir langfristig einen 500er Tuning-Motor bauen und da macht dann die größere Drosselklappe vlt. schon Sinn.


    Auf dem Plan steht dann auch eine Kopfbearbeitung, vielleicht kann mir dann der Tuner auch noch ein paar Infos mitteilen :zwinker:


    Und bei der Supermoto sind die niedrigen Drehzahlen ja eh nicht ganz soooo wichtig wie bei einer Enduro :grins: