Umstieg 1050 auf 1290 SAS

  • Ich fahre meine 1050 Adventure nun seit knapp 10tkm und bis sehr zufrieden damit.

    Allerdings habe ich festgestellt, dass ich mir öfter 20-30 PS mehr wünsche. Zusätzlich merke ich der Maschine langsam im Bereich Bremsen (Druckpunkt), Kupplung und Getriebe das Alter bzw die 73.000km an.


    Zum Umsteigen schiele ich auf die 1290 SAS.

    Von den 1090/1190 erscheint mir der Aufpreis nicht mehr viel zur SAS.


    Kann die 1290 von der Handlichkeit mit der 1050 mithalten (Fahre 99% Straße, meist sportlich/flott sowie alleine)? Von der Leistung stellt sich mir die Frage gar nicht.

    Gibt es Umsteiger, denen es ähnlich ging?


    Oder lieber nochmal Geld in die 1050 investieren. Per Chip entdrosseln (aber bei 73tkm?), Geld für Kupplung und Getriebe zur Hand haben und evtl auch das Fahrwerk überarbeiten lassen.


    Evtl wäre auch die 890 SMT interessant. Wobei ich nicht weiß, ob sich der Umstieg dann so bemerkbar macht.

  • Moin,
    ich habe den Umstieg von der 1050 auf die SAS (BJ 2019) vor 5 Jahren durchgezogen - und nie bereut.


    Die Geometrie ist exakt die Gleiche, also sitzt man auf der SAS genau wie auf der 1050.

    Die 1050 ist etwas handlicher, was aber wahrscheinlich an der schmaleren Bereifung liegt.

    Die neuere SAS (ab 2021) ist wiederum auch etwas handlicher als die SAS, die ich habe.

    Man sitzt aber in der neueren SAS eben mehr im Motorrad, was mir nicht so gefällt - ich bin aber auch über 1,9m lang.


    Für kleinere Fahrer ist die neuere SAS sicherlich besser geeignet.

    Im Prinzip fährt sich meine SAS aber sehr ähnlich wie die 1050, nur das man eben viel mehr Dampf hat, wenn man denn Gashahn voll aufdreht.


    Der Unterschied zur 890SMT ist nach meiner Meinung aber gewaltig.

    Das Bike ist viel handlicher (auch im vergleich zu einer 1050), die Gasannahme ist im Vergleich zur SAS viel direkter, die Bremsen an der SMT packen mit einem ziemlichen initialen Biss zu, was ich nicht gewöhnt bin. - und auch nicht mag.

    Das Bike ist viel kleiner, kompakter, leichter, fährt sich also ganz anders.

    Für mich ist die SMT nichts, aber das ist natürlich Geschmackssache.


    Es wird hier im Forum ja viel darüber geschrieben, dass die SAS bei hohen Geschwindigkeiten instabil wird, meine nicht.

    Läuft auch über 200 km/h ohne pendeln oder dergleichen.


    Wenn du grundsätzlich mit der 1050 und ihren Umgangsformen glücklich bist, suche dir eine vernünftig bepreiste SAS und du wirst wieder glücklich.

    Die Versicherung ist aber erheblich teurer, tendenziell Faktor 2.

    Ich habe meine Kiste nur HP und TK mit Saisonkennzeichen (4 bis 10) versichert, dann sind es bei meinem Schadenfreiheitsrabatt, der nicht der Beste ist, etwas mehr als €200 (bei HUK24).


    Mir wäre es übrigens neu, dass man die 1050 per Chip entdrosseln kann.

    Und wenn doch, was kostet so etwas?
    Ist es legal? Wohl kaum!

    Bei der 1050 fehlen übrigens nicht 20 oder 30 PS, sondern 1.000 bis 2.000 U/min.

    Diese dämliche Verriegelung bei 8.000 U/min ist ja das Problem.

    Bei der 1090 haben die bei KTM doch nichts anderes gemacht, als genau diese Drosselung zu entfernen - und damit 125PS herausgeholt.


    Das Fahrwerk der 1050 zu überarbeiten wird aber nicht billig.

    Hinteres Federbein z. B. von Wilbers, je nach Ausführung mind. €500 bis über €1000.

    Neue Federn für die Gabel kosten knapp über €100.

    Es gibt aber auch einen ital. Anbieter, der ganze Cartridges für ca. €600 anbietet.


    Frage dich, ob du die Mehrleistung wirklich brauchst/willst.

    Mehr Nutzen wird dir eine SAS kaum bringen.

    Ein sehr gutes Bike ist die SAS aber ganz sicher.

    Die elektronischen Spielereien wie z. B. LED-Licht mit Kurvenlicht sind bei Nacht in den Bergen aber schon sehr hilfreich.

    Mit dem Kurven-ABS und -TCS hat man sicherlich auch noch ein Sicherheitsplus.

    Am Verbrauch ändert sich übrigens nichts, ich habe beide bei normalerweise, flüssiger Fahrweise mit knapp über 5l/100km bewegt.


    Viel Spaß bei der Suche.

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  • ich hatte 3x 1050, 1x 1090 und 1x 1190, jetzt SMT.

    Mein bevorzugtes Revier sind kleine Landstrassen und Pässe. Meine Erfahrungen gelten für diesen Einsatzbereich.


    Die 1050 hat einen genialen Drehmomentverlauf. Wenn du nur beim Überholen manchmal das Gefühl hast, jetzt könnte es etwas mehr sein, dann behalten und wie sie ist und weiterfahren.


    Die 1090 habe ich nach 4 Monaten entsorgt. Die hat genau um die 4-5k eine Drehmomentdelle, die sie im Normalbetrieb spürbar lahmer als die 1050 macht. Mehrleistung ist erst über 8k vorhanden. Die erreicht man im engen Geläuf nicht. Gilt vermtl. auch für ne entdrosselte 1050 wobei ich dachte das geht gar nicht?


    1190 ist ein tolles Gerät. Der Motor läuft weicher als 1050/1090. Allerdings mobilisiert der Motor bis ca 6,5k auch nur 100 PS. Obwohl sich das akustisch nach viel mehr anfühlt 😁. Du nimmst der 1050 im engeren Geläuf also keinen Millimeter ab. Richtig Dampf kommt erst über 8k. Den Drehzahlbereich erreichst du aber nur bei höheren Geschwindigkeiten und freier Bahn. Zudem ist das mit hohem Reifenverschleiß verbunden. In den kleinen Gängen bremst dich die Traktionskontrolle aus.

    Das gilt vermtl. auch für die 1290. Letztere hatte ich aber nur in Probefahrsituationen.

    Für mich war die 1190 vergleichbar mit der 1050 mit Extrapunch auf der Bundesstrasse zum Überholen aber etwas unhandlicher und steifer.


    Die SMT ist um Welten schneller als die 1050 und dazu unglaublich handlich und leichtfüßig und reicht beim Überholen auch für stärkere PKWs die Gas geben. Für mein Einsatzprofil die Perfektion! Allerdings macht Gas geben bzw. Drehmomenteinsatz so viel Spaß, dass meine Tourenreifen schneller als bei allen anderen fertig sind.


    Ausreichend bequem für Dolotouren mit tgl. 8 Std. Rollzeit waren alle gleichermaßen.


    Viel Erfolg bei der Entscheidung! 😊