Continental TKC80 Gen2 - Erste Erfahrung

  • So, nachdem mir mein Nachbar letzte Woche noch die neuen TKC80 Gen2 montiert hatte, war ich am Wochenende gute 600 km auf gemischter Straßen- und Schottertour unterwegs, und möchte euch mal meine ersten, nicht professionellen Eindrücke schildern.


    Die Anfahrt zum Treffpunkt (circa 60 km) erfolgte im Trockenen und war damit ideal zum Einfahren der Reifen. Da mein Nachbar von Sportmotorrädern kommt, hatte er es mit dem Luftdruck etwas übertrieben. 2,5 bar finde ich dann doch etwas viel für eine Enduro 🙈

    Also am Treffpunkt auf circa 1,6-1,7 bar abgesenkt. Dann ging es los auf eine schöne, entspannte Runde mit circa 40 % Schotteranteil (natürlich waren da auch ein paar weiche Straßen durch den Wald dabei).


    Am Sonntag hat es uns dann leider am Nachmittag noch mit Gewittern erwischt. Der Vorteil war, dass die Staubentwicklung deutlich geringer wurde. Über die Nachteile von Regen brauche ich euch wohl nichts zu sagen 🤪


    Insgesamt kann ich folgendes erstes Fazit ziehen:

    Grip auf trockener Straße: einwandfrei, hier habe ich auch nichts anderes erwartet.

    Grip auf Schotter: für alles, was ich in Deutschland so an Schotterwegen kenne, wird der Reifen völlig ausreichen. Ich persönlich fand ihn präziser und gripfreudiger als den vorher montierten Mitas E07. Allerdings muss ich auch sagen, dass der Pirelli MT 21, den ich auf meiner vorherigen XT 660 Tenere gefahren hatte, mir im Schotter noch etwas präziser erscheint, insbesondere wenn der Untergrund sehr weich ist (Schwimmschotter). Mir ist allerdings bewusst, dass man diese beiden Motorräder nicht 100%ig vergleichen kann.

    Die letzten Stunden im Regen haben einen guten Eindruck hinterlassen. Natürlich sind wir etwas langsamer gefahren, aber ich hatte mit den Reifen, keinerlei Rutscher oder andere brenzlige Situationen. Hier ist er dem Pirelli MT 21 eindeutig überlegen.


    Und zum Abschluss noch ein Blick auf den Verschleiß: der Pirelli hat zum Beispiel auf der HardAlpiTour nach circa 900 km massiven Verschleiß mit vielen Rissen, ausgebrochenen Ecken und stark abgerundeten Kanten gezeigt.

    Der Conti nach jetzt gut 600 km ist gerade mal eingefahren und zeigt nur ganz geringe Abrundung an den Stollen. Natürlich kann ich die Schotterwege hier nicht mit dem scharfkantigen Schotter in den Westalpen vergleichen. Außerdem waren wir auf der HardAlpiTour immer deutlich flotter unterwegs. Andererseits hatte die Yamaha auch nur 48 PS.


    Insgesamt bin ich mit dem Conti sehr zufrieden, für einen 50/50 Reifen macht er seine Sache sehr gut.

    Im Herbst auf der HAT werden wir dann sehen, wie er sich auf den dortigen Wegen schlägt.


    IMG_5895.jpg


    Schöne Grüße

    Werner

    Was zählt wirklich beim Moppedfahren? Nicht PS/kg oder L/100km sondern SMILES PER MILE


    Yamaha SR500

    Suzuki DR350

    Yamaha XT660Z

    KTM 690 Enduro R 2023 :Kürbis:

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  • Hallo Werner. Vielen Dank für deine Erfahrungen. Halte uns doch bitte auf dem laufenden. Ich habe Aktuell auch noch den Mitas E07 drauf, aber der könnte vom Tkc evtl abgelöst werden. Der Vergleich zwischen den beiden würde mich sehr interessieren.

    Viele Grüße Matthias

  • So, und nachdem Fotos nur von neuen Reifen natürlich nicht so wirklich aussagekräftig sind, bin ich extra für euch noch mal in die Tiefgarage gelaufen.


    Vorne:


    IMG_7688.jpg


    Hinten:


    IMG_7690.jpg

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  • Hallo Matze,


    Die Mitas E07 waren auf meiner 690 noch original drauf, ich hatte die mit gut 1700 Kilometern gekauft. Da die Kiste beim Vorbesitzer eineinhalb Jahre rumstand, wollte ich die Gummis eh nicht mehr allzu lange fahren.

    Auf der HAT empfand ich sie als nur durchschnittlich, in den - zum Glück wenigen - matschigen Abschnitten war ich gar nicht angetan. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich meine 690 vor der HAT nur die circa 250 Kilometer vom Hotel in Sestriere zum Start in Sanremo gefahren hatte. Ich bin also ohne die KTM jemals auf unbefestigtem Untergrund getestet zu haben direkt bei der HardAlpiTour gestartet, und musste mich erst an das Bike gewöhnen. Von daher mag das ein oder andere Unbehagen, dass ich den Reifen zuschrieb, durchaus der fehlenden Gewöhnung an die zur XT doch deutlich anderen Fahreigenschaften zuzuschreiben sein.


    Prinzipiell finde ich aus meiner ganz persönlichen Sicht den TKC in allem Belangen (außer vielleicht der Lebensdauer, dazu kann ich nichts sagen) besser als den E07.

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  • Alternative ist auch der E09 Darkar, ich finde ihn vergleichbar mit dem Pirelli MT 21.


    Aber recht muss ich Dir geben der E07 ist in meinen Augen ein reiner Strassenreifen ....


    alles selber getestet auf 690 Enduro und 890R


    ~mike

  • Mit Mitas habe ich in der Vergangenheit nicht die allerbesten Erfahrungen gesammelt, auch wenn das schon viele Jahre her ist


    Da hat sich mit Sicherheit einiges getan, aber gerade der (alte) E09 hat mich damals nicht wirklich überzeugt

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  • Warum haben sie dem TKC denn nun in der neuen Version keine versetzten Stollen verpasst?

    Das war DER Schwachpunkt der Urversion.

    Sehr wenig Seitenhalt.

  • Warum haben sie dem TKC denn nun in der neuen Version keine versetzten Stollen verpasst?

    Das war DER Schwachpunkt der Urversion.

    Sehr wenig Seitenhalt.

    Der hat doch versetzte Stollen. Oder was meinst du? Mehr Negativ-Anteil? Dann leidet halt wieder die Straßenperformance.


    Ja, die Seitenführung fand ich beim Pirelli MT21 (auf der XT) etwas besser auf sehr weichen Oberflächen, aber das war jetzt mit dem TKC immer mehr als ausreichend.

    Ist halt ein 50/50 Reifen und damit ein Kompromiss. Der MT21 war dafür auf nassem Teer mit Vorsicht zu genießen.


    Für mich passt der jetzt erstmal. Vielleicht teste ich als nächsten Reifensatz den Dunlop Trailmax Raid, aber der kostete zum Bestellzeitpunkt nochmal deutlich mehr


    Schönes Wochenende

    Werner

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  • Ich meine eher seitlich versetzte Stollen an den Rändern, denn das ist das einzige was wirklich guten Seitenhalt bringt, was meiner Meinung nach Offroad mit das Wichtigste ist.

    So wie hier:

    Screenshot_20260606_091944_Firefox.jpgDer Unterschied ist gigantisch. Ich fahr nur noch das Profil auf dem Bild oder sowas wie nen Michelin Tracker. Dunlop D606 ist auch ok. Alles andere taugt für Straße und nen trockenen Feldweg, raubt einem aber die Sicherheit wenns mal etwas nasser wird und schmiert direkt unkontrolliert über den Untergrund.

    Für mein Fahrprofil eher nicht so gut.

    Auch die "moderneren" V-Profile (Anakee Wild oder ähnlich) liegen mir absolut gar nicht (offroad).


    Den TKC mag ich trotzdem ... aber eben eher als "Straßenreifen plus".

  • Hallo Kalle (oder Gerd?)


    Die Pfeilprofile taugen mir auch nicht, hatte ja vorher den E07 drauf, und früher auf der Tenere mal den Anakee Wild getestet.


    Ja, der von dir genannte Versatz der Stollen in seitlicher Richtung mag da eine noch bessere Seitenführung bringen, je nach Untergrund. Da ich aber kein Hardenduro fahre, sondern außer Straßen nur Schotter- und Waldwege hier in Bayern sowie die allseits bekannten zum Teil sehr sandigen oder sehr grob geschotterten Wege in Ligurien und im Piemont, wird mir der TKC reichen.

    Und ich habe nur ein Moped, daher muss der jeweilige Reifen auch auf der (nassen) Straße gut funktionieren. Und wir wissen ja, dass es keinen Reifen gibt, der von der Straße bis zum tiefen Matsch alles perfekt kann.

    Der von dir im Bild gezeigte Reifen ist doch ein MotoZ, oder? Die sollen ja auf nasser Straße auch eher haften wie ein Stück feuchte Seife. Das mag in Down Under passen, aus meiner Sicht ist das aber eher suboptimal für die hiesigen Breiten.


    Ich werde auf jeden Fall in den nächsten Tagen mit den Contis mal auf meine persönliche „Schlamm-Hausstrecke“ fahren, da hatte es mich vor ein paar Wochen mit dem E07 gemault. Wenn das auch halbwegs funktioniert, dann passt der Conti zu meinem Fahrprofil


    Schönen Sonntag noch

    Werner

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  • Hi Werner,


    das was du beschreibst ist auch genau der ideale Anwendungsfall für den TKC. Auf der Straße fährt der ja wirklich sehr gut und wenns nicht matschig wird, dann passt es auch.

    Das Nässeverhalten des alten TKC fand ich vor 15/20 Jahren kriminell, aber mit den neueren Mischungen wars immer akzeptabel. Auch die Laufleistung wurde mit den Jahren immer besser.


    Genau: Auf dem Bild ist der Motoz Rallz zu sehen. Auch der funktioniert auf der Straße gut - für einen so groben Reifen. Bei zu viel Bremserei auf der Straße (Serpentinen) überhitzt er vorne schon und fängt an zu schmieren. Bei Nässe ist es "ok". Der Reifen rutscht nie unkontrolliert einfach mal weg, aber schnell fahren ist halt auch nicht drin. Beim Gasgeben auf der nassen Straße in Kurven sind Drifts vorprogrammiert, falls man mehr als "leicht" Gas gibt. Für mich und meine Fahrerei ist es ein super Reifen, aber für dich der mehr Straße fährt würd ich ihn dann eher auch nicht empfehlen.


    Den Rest ... Mitas E07, Seifenwerke Heidenau K60 Scout und andere ... sehe ich als reinen Straßenreifen für lange Touren, bei denen hier und da mal ein Wegelchen zu fahren ist. Hab das Thema aber für mich persönlich abgeschlossen und wechsele lieber öfter die Reifen, als immer schlecht zu fahren. :ja:

    Generell käme ich auch nie auf die extremen Laufleistungen, die da manch einer erreicht.

    20tkm auf einem Satz? Ok ...