Das Hauptthema hat Heiko auch weiter oben beschrieben: Reibung. Erzeugt bekannterweise Wärme. Und wenn so eine Kette heiß wird, dann leiden die Dichtungen. Das machen sie eine Weile mit, und dann sind sie halt kaputt.
Wenn ich jetzt kein reiner Schönwetterfahrer bin, dann habe ich irgendwann auch mal feuchte bis nasse Straßen. Das sorgt dann dafür, dass die Schmierung - egal ob Kettenspray oder Kettenöl - abgewaschen wird. Was zunächst mal nur für die Umwelt schlimm ist. Die Kette wird ja dann "wassergekühlt". Schlimm wird es, wenn die Straße dann wieder abtrocknet und diese "Kühlung" ausfällt. Weil das Fett ist ja dann weg. Ich könnte natürlich rechts ranfahren, mein Spray auspacken, Kettenpflege betreiben und ablüften lassen. Aber wer macht das schon. In der Regel fährt man halt die Tagestour fertig und sprüht nach Ende der Tour was auf die Kette, wenn es blöd läuft erst am nächsten Morgen und fährt dann gleich los.
Was das betrifft, dass die Kette stets auf der Seite, auf der die Düse nicht hängt, als erstes fertig ist...
100% des Öls kommen auf der Seite mit der Düse an und verteilen sich mittels Adhäsion. Nur dauert es halt eine Weile, bis das Öl auch auf der anderen Seite angelangt ist. In dieser Zeit - z.B. nach einem Regen oder einer Fahrt über eine Schotterpiste - ist die gegenüberliegende Seite halt ungeschmiert, die Reibungstemperaturen steigen und setzen den O-Ringen zu.
Deshalb haben verschiedene Ölersysteme auch Regenmodi, bei denen im Prinzip nichts anderes gemacht wird, als die Ölmenge zu erhöhen, um die Zeit bis die Kette wieder völlig im Öl steht zu reduzieren. Nur wenn diese halt manuell sind, dann vergisst man das im Gefecht ganz gerne. Und man sollte es bei abtrocknender Straße machen, weil wenn es noch zu nass ist, wird das Öl gleich wieder abgewaschen.