Moin Moin an alle Kupplungsexperten.
Ich wende mich an dieser Stelle an Euch, ich bin am Ende mit meinem Wissen. Im Folgenden beschreibe ich euch meinen persönlichen Leidensweg bezüglich der Kupplung an meiner Enduro R MY 2010.
Alles begann gegen Ende der letzten Saison, wie auch bei dem Threadersteller, mit leichtem (!) rutschen (max. 1/2 Sek.) der Kupplung im 5./6. Gang. Ich hatte dieses Thema zu diesem Zeitpunkt bereits im Hinterkopf und war daher guter Dinge und bestellte für die Schraubersaison schon einmal die EBC Kupplung, verstärkt, komplett.
Nach peniblem Prüfung aller Teile laut Werkstatthandbuch (im Post Nr. 1, die grün markiereten Teile) bin ich das erste Mal stutzig geworden. Eigentlich alles okay, alles im Soll. Scheiben teilweise etwas bläulich, aber okay.
Nach dem beschriebenem Leidensweg im ersten Posting also nicht erst angefangen mit Experimenten, sondern gleich raus mit dem Haufen. Neue Kupplung gut eingeölt, eingebaut nach Anleitung (insb. der genauen Einbaurichtung des Stütz- und Vorspannrings). Alle Teile nach Vorgabe mit Drehmoment angezogen.
Bei der Gelegenheit gleich das Motorenöl gewechselt. Motul 10W60. Das Öl fahre ich auch bereits seit langem, weit vor dem Rutschen der Kupplung.
Saisonbeginn, erste Ausfahrt: Kupplung rutscht. Alles wieder auseinander, Fehlersuche. Kein Fehler beim Einbauen der Kupplung gefunden (ist jetzt auch kein Hexenwerk). Alle Teile, leicht paranoid, nochmal durchgemessen. Alles bestens!
Kupplungsbehälter geöffnet, Fehlersuche nach verschwundenem Hydrauliköl bzw. Vermischung mit Motorenöl. Es war rabenschwarz (ich hab mir auch einen leichten Bezingeruch eingebildet?!), höchste Zeit für einen Wechsel. Einmal mit Magura Blood entlüftet, alles frisch, hellrötlich. Bereits nach der ersten Ausfahrt wieder rabenschwarz, schwarzer Schlamm am Boden. Siegessicher also den KNZ gewechselt, mit dem Bauteil von Sigutech. Druckpunkt war deutlich präziser, aber...genau.
Wieder alles auseinander, mittlerweile mit einem leicht verstörtem Grinsen im Gesicht. Fehlersuche am offenen Herzen die 3.!
Kupplungshebel original, nie was verändert (und wenn, vor Jahren!), alle möglichen Stellungen ausprobiert. Motoröl schieße ich auch aus, fahren immerhin viele und meine Wenigkeit auch seit Jahren.
Die Kupplung rutscht jetzt fast nicht mehr spürbar, aber sie rutscht. Nicht immer, aber manchmal. Oftmals im 5./6. Gang (kein Drehzahlmesser, daher ca.) bei mittlerer Drehzahl und subjetiv auch am Drehzahlende (geringerer Topspeed bei Limiter).
Meine letzte Vermutung, an die ich selbst nicht glaube: falsche Kupplung bzw. Federn? Kupplungsgeberzylinder mit verstopfter Ausgleichsbohrung?
Mache ich einen simplen Fehler oder hat jemand noch eine Idee? 

Merci, Chris