Ich fahre schon seit ca. 15 Jahren Einzylinder und habe schon insgesamt 5 KTM`s und 2 Honda XR`s besessen. Bin auch mit jeder so ca. 10-15TKM gefahren darunter auch viele Renneinsätze. In dieser Zeit habe ich auch einige Erfahrungen mit den verschiedenen Ölen und den Meinungen einiger Händler gesammelt.
Anfänglich hieß es immer nur kein Vollsynthetisches Öl verwenden. Habe von meinem Händler immer ein mineralisches 15W50 von Motorex bekommen. Hatte mit den zwei Hondas auch nie Probleme. Dann wollte ich meinem Motorrad was Gutes tun und habe Mobil 1 5W50 Autoöl reingeschüttet. War ein riesen Fehler !! Die Kupplung rutschte wie die Sau. Halt die falschen Aditive und nicht für ne Naßkupplung ausgelegt. Nachdem ich zwei- dreimal mit mineralöl gespült hatte ging es wieder....
Bei den KTM`s habe ich immer das Motul 300V 15W50 verwendet. Habe damit nur gute Erfahrungen gemacht und kann es nur weiterempfehlen. Musste mal auf das Castrol RS 10W60 (Motorradöl) ausweichen und wurde erneut mit einer rutschenden Kupplung belohnt...
Meine jetzige 660er hatte einen Motorschaden, allerdings ist ein fremdkörper in den Zylinder geraten und hat eine tiefe Riefe im Nikasil verursacht. Dies hatte absolut nichts mit dem Öl zu tun. Da ich skeptisch war, ob nicht doch ein Lagerschaden für die Riefe verantwortlich war, habe ich die Kurbelwellenlager sowie das Pleuellager ersetzt. Alle Lager waren aber völlig in Ordnung und hätten ohne Probleme wieder verwendet werden können.
Die Kurbelwelle wurde zwecks Einbau des Pleuel Rep.Satzes zu KTM geschickt. Ich war natürlich neugierig, ob das Lager nach den gefahrenen rund 7TKM (darunter viele SuMo Rennen) einen Verschleiß aufweisen würde, lt. dem KTM-Mechaniker aus dem Werk, mit dem ich glücklicherweise telefonieren konnte, sei es völlig i.O. gewesen. Er fragte mich auch nach dem Öl und dem Einsatzzweck meiner Maschine und war selbst sehr überrascht über diesen Zustand des Lagers. Er sagte, dass die meisten 660er unter Rennbedingungen keine 4TKM halten würden. Er hätte zu hauf Rep.Sätze verbaut und die meisten lägen bei ca. 3500 km Laufleistung. Er meinte weiter, dass das Motul 300V ein erstklassiges Öl sei. Die 620 und 640 Modellen hätten deutlich seltener Probleme mit dem Pleuellager....
Da mein Motor mit Sicherheit nicht geschont wurde, bin ich mir absolut sicher, dass dafür nur das gute Motoröl von Motul verantwortlich war. Werde nichts anderes mehr verwenden.
Das muss allerdings nicht heißen, dass das Motorex 10W60 schlechter sein muss. KTM wird schon wissen was sie empfehlen. Nur noch eins zum Schluß, hatte mal ne Ölanalyse nach 800km machen lassen. Verfüllt war das Motul 300v. Dabei kam heraus, dass aus dem einst 15W50 nach dieser kurzen Laufleistung ein 10W40 geworden ist. Verantwortlich war ein relativ hoher Kraftstoffanteil im Öl was bei Einzylindern häufig auftreten würde.. Man kann sich gut vorstellen, was nach einer Laufleistung von 5000 km los gewesen wäre. Kein Wunder, dass KTM ein 60 Öl vorschreibt, wenn davon nach dieser Laufleistung wahrscheinlich nur noch ein 30er übrig bleibt. Das kann ein abreißen des Ölfilmes unter hohen Temperaturen bedeuten.
Deshalb lieber einmal zuviel als zuwenig das Öl erneuern.
Gruß