Kupplungsproblem und unsauberer Gangwechsel: evtl. Luft im System? - SMC (2008)

  • KTM SMC 690 2008


    Hallo zusammen


    Kleine Frage an euch.


    Letztes Jahr hatte ich Probleme mit meiner Nasskupplung. Ich habe das System seit ich das Bike habe 3x entlüftet. Beim letzten Mal bin ich mir aber nicht sicher, ob wirklich alles perfekt war.


    Symptome:

    • Gänge gehen teilweise schwer rein

    • Manchmal besser, manchmal schlechter

    • Ich habe beim Schalten oft gewartet, bis die Drehzahl ganz unten war, um das Getriebe nicht unnötig zu belasten dann gingen die gänge besser rein ohne viel Kraft


    Meine Vermutung war:

    • Luft im Kupplungssystem

    • oder Problem mit dem Kupplungsnehmerzylinder


    Kupplungsflüssigkeit habe ich gewechselt → beim kurzen fahr Test im Winter fühlte es sich besser an.

    Trotzdem habe ich das Gefühl, es läuft noch nicht 100% sauber.


    Nehmerzylinder habe ich ausgebaut und geprüft:

    • Kein Flüssigkeitsaustritt

    • Innenwand optisch ok

    → wieder eingebaut und neu entlüftet.


    Test mit aufgebocktem Motorrad:

    • Von Neutral in den 1. Gang geschaltet

    • Hinterrad dreht sich leicht mit

    • Manchmal länger, manchmal kürzer

    • Deutlich weniger stark als ganz am Anfang des Problems


    Beim Durchschalten ist mir aufgefallen:

    • 1 → 2 Gang geht nicht „butterweich“

    • Neutral ist spürbar

    • Ich muss den Schalthebel recht klar anheben, damit er in den 2. geht


    Jetzt meine Fragen:

    • Ab wann ist leichtes Mitdrehen des Hinterrads normal?

    • Welche Checks würdet ihr noch machen?

    • Gibt es klare Referenzpunkte, um zu prüfen, ob die Kupplung sauber trennt?

    • Sind die LC4 (2008) bekannt für Probleme mit dem Kupplungsnehmerzylinder, auch wenn äußerlich alles dicht ist?


    Ich bin ehrlich gesagt etwas verunsichert da ich keine Referenz habe und will kein Getriebe riskieren.


    Freue mich über jeden Tipp 🙏

  • Kurzes Update


    Ich glaube, ich habe das Problem gefunden.


    Vermutlich war der Kupplungsnehmerzylinder nicht korrekt montiert. Die untere Schraube hält gleichzeitig die Abdeckung für Kette und Ritzel. Dadurch konnte ich zuerst nur die beiden oberen Schrauben richtig anziehen. Die untere kam erst später rein.


    Jetzt bin ich so vorgegangen:


    • Nehmerzylinder sauber und plan angesetzt
    • Obere Schrauben nach Drehmoment angezogen
    • Danach Abdeckung montiert
    • Untere Schraube eingesetzt und festgezogen



    Wichtig war, dass der Nehmerzylinder wirklich komplett flach anliegt.


    Ergebnis:

    Der 1. Gang geht jetzt sauber in den 2. Gang.


    Ich beobachte es noch ein paar Tage, aber beim heutigen Test fühlt es sich so an, als wäre das die Ursache gewesen.

  • Die 2008er hat ja Öl als "Kupplungsflüssigkeit", z. B. Magura blood.

    Also keine Bremsflüssigkeit reinmachen, sonst sind deine Dichtungen hin....

    Gruß, Kussl; 690 SMC, 2010

  • FYI Das mitdrehen des frei stehenden Rads bei gezogener Kupplung ist ganz normal!

    Das ist auch stark unterschiedlich, in Abhängigkeit von der Öltemperatur.

    Heisses Öl - geringes mitdrehen

    kaltes Öl - starkes mitdrehen, kann man aber mit der Hand anhalten.

  • Die 2008er hat ja Öl als "Kupplungsflüssigkeit", z. B. Magura blood.

    Also keine Bremsflüssigkeit reinmachen, sonst sind deine Dichtungen hin....

    Hallo Kussl

    Ich habe Magura Blood drin. Hatte nur einmal Hydraulic Fluid 75 drin von Motorex sollte jedoch kein Problem sein oder?

  • Das ist auch stark unterschiedlich, in Abhängigkeit von der Öltemperatur.

    Heisses Öl - geringes mitdrehen

    kaltes Öl - starkes mitdrehen, kann man aber mit der Hand anhalten.

    Super das ist ein toller Referenzpunkt. Ich war jetzt trotzdem so frei und habe mir einen Kupplungsnehmerzylinder von Sigu Tech bestellt, da ich immer noch das Gefühl habe, leichte unterschiede beim Schalten während der Fahrt zu haben. Ich melde mich sobald der verbaut ist.

  • Hallo Kussl

    Ich habe Magura Blood drin. Hatte nur einmal Hydraulic Fluid 75 drin von Motorex sollte jedoch kein Problem sein oder?

    Nope, das passt.

    Gruß, Kussl; 690 SMC, 2010

  • Weiteres Update:


    Kurzfassung:

    Die Feder im Kupplungsgeberzylinder ist gebrochen (siehe Foto).


    Ausführlich:

    Ich hatte, wie oben beschrieben, seit etwa einem Jahr Probleme mit der Kupplung (hakelige Schaltung). Zuerst vermutete ich ein schlecht entlüftetes System oder einen defekten Nehmerzylinder.

    Nach dem Entlüften lief alles zunächst gut, wurde aber nach ca. 30–40 Minuten wieder zunehmend schlechter. Daraufhin habe ich den Nehmerzylinder ersetzt und das System erneut gründlich entlüftet (ca. 20–30 Durchgänge). Ergebnis: Anfangs deutlich besser, nach etwa 50 Minuten wieder das gleiche Problem.

    Dabei fiel mir auf, dass der Geberzylinder feucht wurde. Ich habe ihn gereinigt, erneut entlüftet und festgestellt, dass weiterhin Mikroblasen aufsteigen. Nach 1–2 Tagen Standzeit war der Geberzylinder wieder leicht feucht.

    Also habe ich ein Revisionskit bestellt und den Geberzylinder komplett zerlegt. Beim Prüfen der Zylinderwand ist mir zunächst nichts aufgefallen. Die gebrochene Feder habe ich anfangs nicht erkannt, da die Teile ineinander steckten und es fast wie gewollt aussah.

    Erst als mir die scharfen Enden der Feder auffielen, wurde klar: Die Feder ist gebrochen. Diese könnten die Dichtungen beschädigt haben bzw. die scharfen Enden der kaputten Feder hätten zwischen Dichtung und Zylinderwand geraten können.


    Meine Vermutung:

    Nach dem Entlüften funktionierte es jeweils kurz besser, aber durch die defekte Feder wurde der Kolben nicht mehr korrekt zurückgedrückt oder die Feder hat die Dichtung beschädigt → dadurch kam immer wieder Luft ins System.


    Nächste Schritte:

    Ich werde den Geberzylinder komplett erneuern (inkl. Feder), alles sauber entlüften und erneut testen. Falls das Problem weiterhin besteht, prüfe ich noch die Leitung auf Undichtigkeiten.

    Ich melde mich wieder mit dem Ergebnis.