~~~Langstrecken-Superduke in Action~~~

  • Salve Freunde des Sexsports,


    ich war einst der liebe G%tt, aber Petrus hat mein Passwort vergessen, und nun habe ich mich eben nochmal unter meinem bürgerlichen Namen angemeldet...


    Wollte euch nur kurz mitteilen, dass die Langstrecken-Superduke, die das Team KTM Schittko-Racing aus Unna bei der Speedweek (24-Stunden-WM in Oschersleben) einsetzen wird, am kommenden Sonntag ihren nunmehr 3. Einsatz haben wird (für mich der 1. Test), und zwar beim sog. GEC (German-Endurance-Cup) in Oschersleben.
    Ein 3-Stunden-Rennen steht auf dem Programm - Start ist um 17 Uhr am Sonntag.


    Bei den bisherigen Einsätzen (Bördesprint 1 und 2, 4- und 6-Stunden-Rennen) hat sich die SD gut geschlagen und ist jedesmal ohne Probleme ins Ziel gekommen.
    Die Qualizeit für die Speedweek ist auch schon lange unterboten. Am Sonntag werden Zeiten weit unter 1:40 anvisiert.


    Der Motor ist bis auf leichtes Feintuning und einen einzelnen Akra serienmässig.


    Wer grad in der Nähe ist kann ja am Sonntag mal kurz vorbeischauen....


    Bleibt so schön,


    34 aka Bundy (formerly known as Der liebe G%tt)

  • @ bundy


    schwünsch dir für deinen ersten superdukeritt alles gute und g%ttlichen grip ...


    berichte mal wenn die schlacht geschlagen ist und bring viele pixxx mit ... :amen:



    Zitat

    ...einen einzelnen Akra...


    gewichtsgründe oder wie :?:

  • Hallo Bandy,


    fahr vorsicht und siehe zu, dass der gelbe Aufkleber unterhalb der Sitzbank heile bleibt.


    Viel Glück und schönen Gruß an Konrad


    Gruß


    DLT

  • Beim Keuschheitsgürtel der heiligen Hildegard von Mattighofen, WAR DAS GEIL!!!!!!!!!!!!! :sensationell::sensationell:
    Die SD ist das spaßbringendste Mopped das ich je fahren durfte.... :grins:
    Musste am Samstag das Sprintrennen der Superbike-Klasse (750 cc 4-Zyl., 1000 cc 2-Zyl.) als Jungfernfahrt nehmen, mangels Trainingszeit vom letzten Startplatz, und mit neuen Continental-Holzreifen, die ich ebenfalls nie zuvor gefahren hatte.
    Ich stellte mich auf eine herbe Niederlage ein, aber nach anfänglicher Rumschwuchtelei wurde ich eins mit der SD, brannte die Bücklinge übelst her und wurde noch 8. ~~~ :lol: (es waren leider nur 7 Runden...).
    Am Ende stand eine 1:39,2 auf dem Laptimer. Ich dachte erst er wäre kaputt, aber die Zeitnahme bestätigte die Zeit, mit der ich zuvor nicht mal mit Slicks gerechnet hätte...
    Die Reifen waren wirklich nicht übel (~Pirelli-Diablo-Niveau), aber nach 3 Trainingsturns fingen sie in heißem Zustand schon mal an zu rutschen...
    Um einen direkten Vergleich zu haben, montierte ich am Sonntag noch Bridgestone BT002-Rennreifen. Damit konnte ich beim morgendlichen Einrollen bei Kaltluft schon lockere 38er-Zeiten fahren.
    Beim Finalrennen, dem Pirelli-Cup über 30 min., musste ich wieder von ganz hinten starten. Der weiche Hinterreifen hatte sich schon fast in einen Slick verwandelt. Nach einem üblen Startcrash gab ich beim Restart nochmal alles und wemste mich auf lustigen Linien im Gebückten-Slalom mit konstanten 38er-Zeiten auf den 6. Gesamtrang nach vorne, was den Sieg in der Superbike-Klasse bedeutet hätte (ich fuhr jedoch außer Wertung, weil ich ja keine Pirellen draufhatte).
    Jedenfalls hab ich irgendwann aufgehört, die Leute zu zählen, die in Trauben um die SD rumstanden und gefragt haben, ob man so ein Höllengerät auch so richtig offiziell kaufen kann... :titten:
    Ich werd gleich mal dem Herrn Zaha meine Bankdaten durchgeben~~~~ :kürbis: :willkommen:


    :alter schwede: Wheelies gehen immer und überall, der Druck aus den Ecken ist gigantisch, das Originalfahrwerk funzt bis auf leichtes Frontpendeln beim harten Anbremsen einwandfrei, und der (@Mario> aus Gewichtsgründen angebrachte, einzelne) Akra röhrt herrlich....


    Probleme gab es keine, außer dass ich die Fußrasten um 3 cm absägen musste und Konrad jetzt einen Spezial-Kupplungsdeckel bauen muss - der Originale ist fast durchgeschliffen.... :suche und finde:


    Das 3-Stunden-Rennen sind wir dann nicht mehr gefahren. Ich musste heim zu meiner hochschwangeren Gattin, und Konrad hatte nach dem Horrorcrash, den er aus der Boxengasse mitansehen "durfte" auch nicht mehr so richtig Bock....


    Freu mich schon brutalst auf den nächsten Test am 20.06. in Osch. Da werden mit lecker Slicks dann die 1:35 in Angriff genommen, die laut meinem Popometer locker drin liegen~~~ :boxing:


    Bilder gibt es glaubsch in Kürze hier: http://www.motofoto-fischer.de


    Bleibt so schön,


    34 (gestern noch 53)

  • Hallo Bundy,


    habt ihr euch auf die Nase gelegt?
    Ist der Aufkleber unter der Sitzbank heile geblieben?


    Wir lernen uns spätestens beim 24 Stunden Rennen in Oschersleben am 13.08.2005 kennen.


    cya


    DLT

  • @ bundy


    :knie nieder: für den bericht und :respekt: für deine leistung ....


    Zitat

    Probleme gab es keine, außer dass ich die Fußrasten um 3 cm absägen musste


    hat die dukette auf der piste so wenig schräglagenfreiheit ?
    hab ich schon mal gehört das sie das heck etwas angehoben haben wegen der schräglage .... :sehe sterne:




    Zitat

    Ich musste heim zu meiner hochschwangeren Gattin...


    sagst ihr schöne grüsse von der dukegemeinde .
    da kommt sicher ein kleiner k%reaner auf die welt ... :lautlach:





    @ dlt


    was hats den mit den aufkleber auf sich ?

  • SUPER Bericht! Danke :sensationell: .


    Fussrasten kürzen, Kupplungsdeckel durchgeschliffen und das alles auf Reifen auf Diablo Niveau *wow* :respekt: .


    Dafür brauchts wohl ne Rennstrecke. War gerade auf Korsika und Sardinien und hat außer bei einer Kulle in Schräglage der Seitenständer nichts aufgesetzt. Ach so, ja im 2 Mann Betrieb hat der Ständer permanent und in Rechtskurven der Krümmer 2 mal aufgesetzt.


    Welche Übersetzung bist Du denn gefahren?


    Und nochmal einen fetten :respekt:

  • @Mario> Wir waren auch zeimlich verblüfft, aber der Kupplungsdeckel war wirklich grenzwertig abgeschliffen. Die Fußrasten gingen anfangs gar nicht, aber mit 3 cm weniger hat es dann gefunzt. Konrad fräst jetzt noch Adapterplatten für die Rasten, damit wir sie ein bißchen höher bekommen.


    @Schmiddi> Wir sind vorne nur 1 Zahn kürzer gefahren, also 16/38. Sie ging damit im 4. noch willig aufs Hinterrad wenn ich ein bißchen am Lenker gezogen hab.... Im 3. musste ich beim rausbeschleunigen drücken damit sie unten geblieben ist... :lol:
    Jedenfalls ein endsgeiles Gerät! :titten:


    Einen vollständigen Bericht gibt es bei http://www.racing4fun.de im Forum unter "Erfahrungsberichte" :grins:

  • Bundy: ganz grosses :respekt::respekt::respekt: für deinen bericht auf racing4fun
    selten so viel spazz beim lesen in einem forum gehabt. an dir ist ein schelmischer schreiberling verlohren gegangen.
    wobei die angelegenheit mit der verlohrenen kette arg übel ist. das ist schon fast der worst care solch einer veranstaltung. ich wünsche allen der verunglückten fahrern ganz ganz viel :gute besserung::gute besserung::gute besserung:


    es gruesst
    der bria :teuflisch:

  • :grins: Naja, der Bericht ist ja noch lange nicht fertig....


    @Haggi> Danke für die Pics! Genau so soll das aussehen. Wir werden uns aber in der Höhe wohl mit 2 cm zufrieden geben (wegen meinen langen Gräten) :motz:


    Hier mal vorab ein Bild (leider ist die SD ein bißchen abgeschnitten, man sieht aber die Kupplungsdeckelproblematik im Anfangsstadium :sehe sterne: - die Person auf dem Bild kenne ich nicht :urlaub: )


    Bilder sind bei o.a. Adresse ab 11.06. zu sehen, ein Video mit div. Zerwheelungen gibts in 2 Wochen~~~ :boxing:


    Bleibt so schön,


    34

  • Zitat

    Original von Bundy
    - die Person auf dem Bild kenne ich nicht


    is aber auch ein hässlicher vogel .... :lautlach:


    kannst du uns bei nächsten zusammentreffen bundy-superdukette mal ein foto von hinten machen
    (nicht von dir -von der duke) wegen den einzelakra .
    möcht mal kucken wie das aussieht....




    @ haggi


    saubere arbeit .
    hat das orginalschaltgestänge gelangt ?
    und wie is das mit den bremszylinder , haste den versetzen müssen ?

  • Haggi, kannst Du eine Zeichnung der Adapterplatten zur Verfügung stellen? Oder hast Du Copyright ;-). Ein Höherlegen der Rasten wäre interessant, da die Fußspitzen immer auf dem Boden kommen wenn ich sie nicht ganz innen auf der Raste plaziere.


    Bundy, entweder Rennstrecke ist wirklich eine andere Welt, oder es hat mit unserem unterschiedlichen Körpergewicht zu tun. Ich fahre die gleiche Übersetzung und wenn ich es nicht provoziere passiert es im 3'ten Gang nie, dass das Vorderrad abhebt. Vielleicht bin ich auch nur ne Wurscht :weinen: . Nochmal :respekt: .

  • ich hab mal für die faulen unter euch die berichte aus den racing4fun forum rausgesucht ....



    Part I : Das erste Mal


    Nachdem ich am Freitag noch einen neuen Motor für meine Battle-KTM organisieren und nach Köln bringen musste, reiste ich erst am Samstag gen Osten und wurde um 12.34 Uhr in Box 4 von einem ekelerregenden Menschen begrüßt. Sein Name ist Jens und er sieht wirklich scheiße aus, aber ich mag ihn, weil er mir immer Werkzeug leiht und eine tolle Kühlbox hat, in der man Korearohstoffe bei sibirischen Temperaturen lagern kann.
    Er half mir beim Abladen der quietschorangenen Superduke. Ich schämte mich ein bisschen wegen der albernen Farbe - normalerweise zünde ich nur auf schwarzen Rössern.
    Trotz der Farbe war ich gespannt wie der Kürbis sich benehmen würde - hatte ich doch bald erstmals das Vergnügen, mit ihm auszureiten.
    Viel Zeit blieb mir nicht mehr, um 14 Uhr war das Superbike-Sprintrennen angesetzt, das ich lustigerweise als erstes „Training“ zum Ausprobieren der Ergonomie und der neuen, völlig unbekannten Größe „Continental-Attack-Reifen“ nutzen wollte.
    Im Rennbüro gab mir eine überaus hübsche Dame einen Zettel zum Ausfüllen und ich sah aus dem Augenwinkel, dass sich in der SBK-Klasse Ducatis, Aprilien und ¾-Gixxen tummelten. Scheisendreck, ich würde fürchterlich gespalten werden.
    In der Phantasie sah ich mich schon mit hohen 49er-Zeiten mit den Contis rumrutschen und fand den Plan mit dem SBK-Rennen nicht mehr so gut.
    Ich hatte gerade noch Zeit, die Kupplungs- und Bremshebeleien auf meine Gorillapranken einzustellen, als es auch schon losging.
    Natürlich musste ich in Ermangelung einer Trainingszeit, die alle am Freitag gefahren wurden, von ganz hinten starten. Waren auf dem Trainingsausdruck noch 18 Fahrer vertreten, so zählte ich jetzt fast 30. Anscheinend waren außer mir noch andere erst am Samstag eingetroffen.
    In der Aufwärmrunde versuchte ich, den Conti mit wilden Hasenhaken auf Temperatur zu bringen, aber in der Startaufstellung hatte ich immer noch ein mulmiges Gefühl wegen den Pneus. Schließlich hatte mich vor 10 Jahren am Hockenheim so ein Conti-Pillemann schon einmal böse getäuscht und war ohne Vorwarnung in der schnellen Links nach der Sachskurve in Marginalschräglage weggerutscht - seitdem höre ich bei der Erwähnung der Silbe Conti Heino singen...
    Nun denn, ich würde schon sehen was passieren würde. Das alte Reinhold-Helge spiel begann - der hässliche Mann mit der roten Fahne (der sich später als Bürger Micha herausstelte) verließ die Zielgerade, die Ampel sprang auf Rot, ging gefühlte 2 Sekunden später wieder aus, die Zweizylinder röhrten ihre Symphonie der Vernunft, und der Spaß konnte beginnen.
    Ich kam ziemlich gut weg und konnte Ende Start/Ziel gleich ein paar Zünder kassieren, indem ich in der Links länger außen blieb und so den Stau in der Mitte umfahren konnte.
    Die Duke fühlte sich gut an, nur die Reifen konnten mir noch kein Vertrauen vermitteln, und so schwuchtelte ich in den ersten Kurven ziemlich rum. Ein paar Pillemänner überholten mich in den Kurven, nicht wissend dass ich so etwas überhaupt nicht mag. Auf den Geraden ist das ok, aber vor und in den Kurven geht so etwas mal gar nicht.
    Also korealisierte ich die handwarmen Conti-Pneus zu heißen Dunlop-Slicks und drückte im Cockpit den roten Schalter mit der Aufschrift „Seek & destroy“ - das ist englisch und heißt soviel wie „Ranbremsen & vollstrecken“.
    Die Korealisierung war erfolgreich, und ich konnte Einen nach dem Anderen nach hinten durchreichen. Aber WIE geil war das denn??? Dieses Mopped ließ sich so brutal mördermäßig bewegen dass es mir die Mundwinkel bis zu den Ohren zog! Mein Grinsen wurde auch nicht kleiner als ich merkte, dass sich das Vorderrad ausgangs der schnellen Schikane beim Beschleunigen auf den Curbs immer vom Boden löste, und ich so, mehr oder weniger ungewollt, in herrlich schrägen Wheelies auf die folgende schnelle Rechtskompression zufliegen konnte - und das ohne Zeitverlust.
    Mit fortschreitender Schräglage merkte ich aber, dass, vor allem in der ersten Rechtskurve, die langen Serienrasten der Duke fürchterlich aufsetzten. Die würde ich nachher mit meiner genialen Boa-Eisensäge absägen, hehe.
    Die 7 Runden des Sprintrennens vergingen viel zu schnell. In der letzten Runde konnte ich noch eine Aprilia auf eben jenen Wheelie-Curbs ausgangs der schnellen Schikane ausbeschleunigen, weil betreffender Zünder eine alberne Linie fuhr, zwischen den schikanösen Kurven viel zu weit nach links kam, und so nicht gscheit aus der Links rausbeschleunigen konnte. Dadurch hatte ich dann aber ein großes Problem: Ich konnte mir in den letzten beiden Kurven natürlich keinen solchen Vorsprung mehr herausfahren, dass es für einen ruhigen, besonnenen Zielwheelie aus dem 3. Gang gereicht hätte, und ein Zielwheelie war natürlich Pflicht! Ich schaute in der letzten Rechts zurück und sah den Aprilianer nur ca. 20 m hinter mir. Also musste Plan B greifen - ich beschleunigte den 2. und den 3. Gang aus, schaltete in den 4., stellte zur Einleitung des Wheelies den rechten Fuß auf die Sitzbank, und zog sie hoch.
    Der hässliche Micha winkte mich freudig wheelend ab, und als ich auf Höhe der Ziellinie nach rechts schaute, sah ich die Aprilia genau neben mir vorbeihuschen. Tja, dann war der Platz eben weg. Wichtig war nur, dass der Wheelie zur Unterhaltung des Pöbels gestanden wurde.
    Da der Teamchef noch nicht da war und mich somit auch nicht rügen konnte, zog ich den Wheelie natürlich bis ans Ende der Geraden durch und lobte die Duke so für ihre geile Performance.
    Als ich beim Rausfahren in die Boxengasse auf den Laptimer schaute, traute ich meinen hübschen Augen nicht - stand da doch glatt „Best 1:39,23“.
    Ich dachte erst an einen Softwarefehler oder eine Matrixverschiebung, aber die Zeitnahme bestätigte die Messung.
    Ich war perplex. Mit den Reifen hatte ich mir Zeiten um 1:42 ausgerechnet, aber gleich beim ersten Mal eine tiefe 39.....
    Darauf trank ich erstmal in meiner Phantasie einen Dujardin. In Wirklichkeit war es Bonaqua, aber es war lecker.
    Ich war leicht euphorisch ob dieser Zeit und verließ die Box. Dies war leichtsinnig, denn draußen traf ich auf ein Wesen, das mir mit seiner unglaublichen Hackfressität den Atem raubte. Das musste der vernünftige Mann sein - Dr. Jaeckel und Mr. Hyde in Personalunion - Freens der Große, Herr über Volt und Ohm.
    Ich begrüßte ihn trotz meines Ekels ob seiner Hässlichkeit recht herzlich und spürte sogleich, dass wir auf derselben Wellenlänge zündeten. Mit diesem Menschling würde ich noch viel Spaß haben, soviel war sicher....



    Part II: Hackfresseninvasion


    Im Laufe des Nachmittags lernte ich dann wieder eine Menge Hackfressen kennen, die zwar durch die Bank hässlicher waren als Angela Merkel am Morgen, die aber allesamt sehr nett und vernünftig zu sein schienen. Der langmähnige Dude und sein langmähniger Bruder Lucas waren mir natürlich aufgrund ihrer Headbanger-Haarpracht und ihres redlichen Musikgeschmacks sofort sympathisch. Jörg, der sich grad mit dem Dude unterhielt, unterstrich seine Hässlichkeit noch mit einem fehlenden Fronthauer, der ihm einen lausbübischen Charme verlieh. Dann musste ich noch den Anblick von Chris ertragen, der genauso furchtbar aussah wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Dies wurde aber durch das schmeichelhafte Antlitz seiner Freundin wieder ausgeglichen. Mir ist es immer wieder ein Rätsel, wie solche Rübennasen wie Chris sich solche Frauen angeln. Ich kann es mir nur so erklären, dass diese Gestalten ihre Hässlichkeit mit besonders exotischen sexuellen Praktiken auszugleichen versuchen...
    Ich werde hierzu jedoch noch seine Freundin befragen.
    Kurz traf ich noch Normen, der natürlich mal wieder auf Pole stand mit einer 35er-Zeit. Er berichtete mir freudig von einem endlich funktionierenden Fahrwerk.
    Ich plauderte noch kurz mit Wolle, K3-Franz, Lars und Stoppie, die ich aber irgendwie immer gleich wieder aus den Augen verlor.
    Reidi stand auch einmal ganz plötzlich vor mir und sagte Grüß Gott. Ich erkannte ihn nur an seinem schwäbischen Akzent - irgendwie hatte ich ihn aus der Hackfressengalerie noch viel hässlicher in Erinnerung.
    Irgendwann traf ich den hässlichen Mann, der immer die Fahnen schwenkte und fragte ihn, ob er Thomas sei. Er blickte entsetzt drein und antwortete: „Nein, ich bin der Micha.“
    In den freien Trainings fuhr ich noch mit den Contis, die wir eventuell bei der Speedweek einsetzen wollen wenn sie sich bewähren. Die Reifen haben mich echt überrascht - als reine Straßen-Holzreifen zwar nicht der absolute Bringer in Sachen Grip, aber durchaus auf Pirelli Diablo-Niveau. Am Ende des 3. Turns fing der Hinterreifen jedoch an, bedenklich zu rut-schen, und ich beschloss, für das GEC-Zeittraining am Abend als Vergleichspneus die Bridgestone BT002 aufzuziehen. In Box 1 sah ich wieder den Micha-Thomas-Verschnitt. Um ihn zu foppen fragte ich ihn nochmal ob er Thomas sei. Er schrie: „Um Gottes Willen NEIN, der Thomas ist doch viel hässlicher und dicker als ich!“ Dieser Mann schien mir nicht sehr sensibel zu sein.
    Während ich schwer am Schrauben war, saßen Jens, Ralf und die anderen Biertrinker in unserer Box schon längst in ihren Campingstühlen und genossen den Abend. Ich nahm meine geniale Boa-Säge und versuchte, die Fußrasten um 3 cm zu kürzen. Das geniale Patent dieser Säge war aber gelinde gesagt für den Popo, und so brach mir das Sägeblatt nach 10 Sekunden ab. Jens grinste sich einen ab, gab mir seine Metallsäge aus dem 1. Weltkrieg, und liess sich wieder in seinen Stuhl plumpsen.
    Damit ging es dann besser und die Rasten verloren den Kampf gegen die Säge.
    Pünktlich zum Zeittraining begann es dann zu regnen. Wahrscheinlich deshalb, weil Jörg nicht in seiner Box war, sondern in der Boxengasse rumlief. Dann fing es immer sofort an zu tröpfeln.
    Ich schickte ihn also zurück in seine Box und beschloss, dass die Ideallinie 2 Runden vor Schluss wieder trocken sein würde.
    5 Minuten vor Ende des Zeittrainings fuhr ich also mit den neuen BT002 raus und sah, dass mein Beschluss fast korrekt umgesetzt worden war. Das Problem war nur, dass die Ideallinie nicht komplett trocken war, sondern nur etwa die Hälfte, und die auch nur halb.
    Also fuhr ich eine Runde im Schwuchtel-Modus und dann noch eine im Supermoto-Style, in den Kurven das Bein stelzig rausgestreckt, um etwaige Wegrutscher noch auffangen zu können. Da ich die Duke aber nicht wegwerfen wollte fuhr ich sehr piano und hoffte auf einen Platz im Mittelfeld, damit wir wenigstens nicht von ganz hinten starten mussten.
    Als ich in die Box zurückkam sagte mir der mittlerweile angekommene Teamchef Konrad, dass ich den 11. Startplatz erwemst hatte. Jens und die anderen Biertrinker saßen immer noch faul in ihren Campingstühlen und tranken unvernünftigen Hopfen-/Malzsaft. Aber jetzt konnte ich mir auch ein Erfrischungsgetränk mischen.
    Der erste Schluck war wie immer herrlich und machte meinen Gaumen zu einem glücklichen Organ.
    Ich hatte den ersten Schluck gerade verdaut, als der Teamchef zu mir kam und mit ernster Miene fragte: „Buuuuundyyyyy, hast du dir den Kupplungsdeckel schon mal genau angeschaut????? „Nein“, antwortete ich.
    Ich holte dies sofort nach und sah, dass der Deckel bedenklich angeschliffen war.
    „Das war NICHT ICH“, sagte Konrad, „ICH fahr nicht so schräg!“
    Ich überlegte kurz und kam dann zu dem Schluss, dass der Schliff höchstens von einem Rutscher über beide Räder in der Rechts nach der Triple herrühren könnte.
    Ich konnte mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich mit den Contis solche Schräglagen gefahren sein sollte. Wir beschlossen also, für den nächsten Turn am Sonntag morgen Panzertape auf die abgeschliffene Stelle zu kleben, um erkennen zu können, ob es sich hier um einen Einzelfall handelte.
    Konrad hatte zur mechanischen Verstärkung und zu unserer Unterhaltung (& zu meiner großen Freude) Kartoffel mitgebracht - seines Zeichens Werxmechanix des schweizer Bolliger-Langstrecken-Teams und einer der vernünftigsten Menschen die ich kenne.
    Kartoffel baute also den Grill auf, grillte lecker Würstchen und Steaks, und erzählte wieder lustigste Geschichten aus der Welt der Langstrecke.
    Um 20 Uhr machte ich mich mit Jens und den Kollegen aus der Box auf den Weg ins Motopark-Hotel, wo die Siegerehrung mit anschließender Freibierausgabe stattfinden sollte. Da Freibier wie alle Biere unvernünftig ist, beschlossen Freens und ich einstimmig, den nobel aussehenden Barkeeper dazu zu bringen, uns Korea zu mixen.
    Nachdem Freens ihm ca. 77 mal erklärt hatte was er wollte, nämlich Rotwein mit Cola, schaffte er es dann, 2 Stück davon zu mischen. Es sollten nicht die letzten an diesem Abend sein.
    Nach der Siegerehrung wurden auf einer Großleinwand Videos von allen Rennen gezeigt, was mich ziemlich verblüffte. Es war schon immens was hier für ein Aufwand getrieben wurde. Neben Hami Race Video, die die genialen Videos gedreht hatten, waren laut Aussage von Thomas noch 2 Fernsehteams (darunter RTL) vor Ort.
    Ich hoffte bloß, dass die Kameras den Großteil der Aufzünder nur mit Helm erfassen würden. Wenn die normale Außenwelt sehen würde, was für Gesichtsbaracken sich in den Fahrerlagern rumtreiben, dann wäre dies das Ende für unser (noch) relativ cooles Image.
    Nachdem ich mit Freens, Jens und den anderen Hackies etliche Koreakelche geleert hatte, begab ich mich zusammen mit Konrad wieder zurück ins Fahrerlager.
    Dort verweilten wir noch in der Box von Chris und koreanisierten ein wenig. Die Betonung lag bei mir auf „wenig“, denn ich wollte ja am nächsten Morgen der Duke noch ein wenig auf den Zahn fühlen und Mittags den Pirelli-Cup fahren, bevor wir dann das 3-Stunden-Rennen in Angriff nehmen würden.
    Andere Menschen tranken ein wenig mehr als wenig, was teilweise zu sexueller Erregung und Balzspielen führte (hier seien aber keine Namen genannt....).
    Zu späterer Stunde besuchte ich noch die langmähnigen Rocker in bzw. vor ihrer Box. Als Gastgeschenk brachte ich eine Musikanlage, eine Sentenced-CD und Korea mit.
    Leider beschwerten sich zahlreiche Anwohner über die zu laute Musik, und so mussten wir den Pegel etwas reduzieren, was schade war.
    Der Dude erschien mir schon zu Anfang etwas bierisiert, und wie ich am nächsten Morgen erfahren musste, ging es ihm nicht besonders gut. Unredlicherweise schob er seinen schlechten Zustand auf den Koreagenuss und nicht auf die 20 Bier, die er zuvor vernichtet hatte.
    Pünktlich um 3 Uhr machte ich es mir dann auf den Vordersitzen meines T4 bequem, weil ich zu faul war, um den Rücksitz umzuklappen. Um halb acht erwachte ich, weil meine Beine komplett eingeschlafen waren. Ich musste kurz lachen, weil ich wohl der Einzige im Fahrerlager war, der aufgewacht war, weil etwas anderes eingeschlafen war. Sehr witzig.
    Da Korea in Maßen fit und fidel macht, saß ich um 8.36 Uhr schon wieder auf der Duke und fuhr ein paar schöne, geschmeidige Runden, um den neuen BT002 ein bisschen einzufahren.
    Wegen der doch noch recht kalten Temperaturen fuhr ich im Normalmodus um den Kurs, merkte aber, dass der Bridgestone erheblich mehr Grip beim Rausbeschleunigen hatte als der Conti. Beim Anbremsen war er zwar ein bisschen kippeliger, aber dafür ließ er sich bis weit in die Kurven rein brutalst auf der Bremse abwinkeln ohne wegzurutschen.
    Und obwohl ich in den Kurven bewusst langsam gefahren war, stand auf meinem Lappenzeiter nach dem ersten Turn eine 1:38,2.
    Mit einem abwesenden Grinsen auf meinen zarten Lippen setzte ich mich in den Stuhl von Jens, der wahrscheinlich noch im Jackie-Koma lag (er musste nicht mehr fahren), öffnete seine Kühlbox, und trank in der herrlichen Stille der leeren Box einen Schluck eiskaltes Wasser. Das Leben war wie eine Schachtel Pralinen......



    Part III: Himmel und Hölle


    Vor dem 2. Turn drehte ich die Druckstufe der Gabel und des Federbeins nochmal ein bisschen weiter zu, da das Serienfahrwerk für mein Gefühl immer noch zu weich war. Später (wenn Konrad ausgeschlafen hatte) mussten wir noch die Vorspannung des Federbeins reindrehen.
    Im 2. Turn, der gleichzeitig mein Letzter an dem Tag sein sollte, weil Konrad ja auch noch ein bisschen trainieren musste (wenn er dann mal ausgeschlafen hatte), wollte ich noch diverse Alternativlinien ausprobieren - vor allem die Triple-Line des Negotiators Struck, der außer seinem außerirdischen Fahrkönnen auch die Kaninchenlinie in der Triple negierte und sie langweiligerweise in einem schnellen Bogen fuhr, um dann spitz in die folgende Rechtskehre reinzubremsen. Ich bevorzugte immer noch meine Variante, bei der ich nach der Mitte der Triple scharf nach links zog, dabei durch Geschwindigkeitsverlust 3 m verlor, die Rechtskehre dann aber auf einer fast geraden Linie links an den linken Curbs der 3. Links vorbei über die Rasengittersteine anbeschleunigen und bis über den Scheitelpunkt hinaus anbremsen konnte, wobei ich auf den gemeinen Bückling jedes Mal mind. 10 m gutmachen konnte.
    Ich versuchte also 3 Runden lang die Linie des Negotiators, die ich ja früher auch immer gefahren war. Ich war zwar sicherlich bis zum Anbremsen der Rechts schneller unterwegs, musste dann aber immer viel zu viel Kraft aufwenden, um in die Rechts umzulegen. Nun denn, ich musste ja eine Linie finden, die es mir im August ermöglichen würde, ca. 8 Stunden im Kreis zu fahren, und das möglichst stressfrei. Ich beschloss deshalb, meine Kaninchenlinie beizubehalten, die den zusätzlichen Vorteil hatte, dass ich in jeder Runde beim Überfahren der Curbs bzw. der Gittersteinchen eine schmeichelhafte Massage meiner Weichteile erhielt, die zum Einen Schmerzen lindern, und mich zum Anderen während der langen Nacht wach halten würde. Ein sehr vernünftiger Plan. Ich war mir sicher, dass auch mein Mentor Freens diesen gutheißen würde.
    So, nun hatte ich aber genug herumgealbert. Nun wollte ich doch noch einmal sehen was mit den weichen Brückensteinen gehen würde.
    Da ziemlich viel Verkehr herrschte kam ich aber auf keine gute Runde und ließ mich zurückfallen, um noch eine einigermaßen freie Runde zu erhaschen.
    Dies gelang mir dann auch. Ich erwischte die Links nach Start/Ziel zum ersten Mal wirklich perfekt, Hasseröder und Triple waren ähnlich genial, und auch die beiden Schikanen wurden zügig zerschnitten. Ich war auf einer gefühlten 36er-Runde, doch dann kam der Antizünd und machte die Ampeln rot. So etwas konnte ich nicht leiden - das war wie absolut überirdischer Sex - und kurz vor dem gemeinsamen Höhepunkt kommt die Schwiegermutter ins Zimmer und sagt, jemand müsse noch den Müll runtertragen (nein Ulli, das habe ich nicht selbst erlebt...).
    Ich hob also traurig meinen Arm, fuhr raus in die Box und stellte die Duke auf den Ständer. Ein leicht schlaftrunkener Konrad kam mir entgegen und kniete sich neben den Kürbis.
    Sein zerknautschtes Gesicht bekam noch mehr Knautsche als er den Kupplungsdeckel betrachtete - das Panzertape hatte in der Mitte ein Loch, und der Deckel sah aus, als würde er gleich zu lecken anfangen (nein Ulli, nicht das was du jetzt wieder denkst...).
    „Pillemann, soll ich jetzt 25-Zoll-Felgen bestellen oder was?“ brummelte Konrad in seinen nicht vorhandenen Bart.
    Die folgenden beiden Turns fuhr Konrad dann mit dem Kürbis und ich konnte mich ein wenig ausruhen vor dem Rennen zum Pirelli-Cup. Konrad war auch sehr angetan von den Bridgestone-Reifen, bemängelte aber ebenfalls die leicht swingende Front beim Anbremsen. Hier würde jedoch bald eine vernünftige Öhlins-Gabel Abhilfe schaffen.
    Der Hinterreifen sah nach den beiden Turns auf der rechten Seite aus wie ein gemeiner Slick, aber ich war zu faul um zum Pirelli-Cup-Rennen nochmal Reifen umzuziehen (außerdem hätte die Zeit eh nicht mehr gereicht).
    Im Vorstart stellte ich mich neben Freens und schwor ihm, ihn auf seiner albernen ZX-10 fürchterlich herzubrennen. Er lächelte vor sich hin und schien mich nicht ernst zu nehmen.
    Nach der Einführungsrunde wurde ich wieder ganz ans Ende des Feldes verbannt, weil ich ja keine gültige Trainingszeit vorzuweisen hatte. Der Einweiser stellte mich genau in die Mitte der letzten Reihe. Weil ich diesen Platz albern fand und lieber von rechts starten wollte, stellte ich mich nach der Warm-Up-Lap ganz nach rechts, weil der Startplatz auch noch frei war. Dies sollte sich gleich als weise Entscheidung herausstellen.
    Irgendwann sprang die Ampel dann auf Rot und ging kurz darauf wieder aus. Ich ließ die hydraulische Kupplung der Duke langsam kommen und gab Gas, doch die Kupplung wollte nicht greifen und rutschte durch. Als sie wieder zupackte strebte das Vorderrad massiv gen Himmel und ich musste ruckartig Gas wegnehmen. Das passierte mir beim 2. Versuch gleich nochmal, und ich kam erst weg als alle schon auf dem Weg waren.
    Ich presste mich flach auf den Tank und flog auf die Startlinie zu, als ich plötzlich Funken sah und mitansehen musste, wie ein Motorrad im 45-Grad-Winkel in ein stehendes Mopped krachte. Instinktiv griff ich sofort in die Bremse, als plötzlich überall um mich herum Motorräder und deren Fahrer herumflogen. Links von mir stieg ein Motorrad senkrecht auf, ein Tank kam von links an mir vorbeigerauscht. Ich schlug unzählige Haken um herumliegende Teile, und zuletzt lag direkt vor mir ein Fahrer, halb auf der Strecke, halb auf der Wiese. Ich ging nochmal voll in die Eisen, kam noch um Haaresbreite rechts an ihm vorbei und dann auf der Wiese zum stehen.
    Ich war völlig geschockt und musste mich in der Box erstmal hinsetzen, weil es mich sonst wahrscheinlich umgehauen hätte.
    Jens kam mit ernster Miene zu mir und sagte, dass unserem Boxenkollegen Ralf beim Start die Kette gerissen war, woraufhin ein von hinten gestarteter Fahrer in ihn reingefahren wäre.
    Einige andere konnten auch nicht mehr ausweichen und so kam es zu dem schlimmen Massencrash. Ich blieb in der Box während die Verletzten versorgt wurden und betete, dass es Doc Scholl und seinem Ärzteteam, die zum Glück vor Ort waren, gelingen würde, alle zu retten.
    Im Fahrerlager war es mucksmäuschenstill. Alle warteten auf die Meldung, dass es den Verletzten den Umständen entsprechend gut ging, und als Micha dies dann übers Mikro verkünden konnte, fielen wohl allen Aufzündern tonnenschwere Steine vom Herzen....
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Sache ohne die erfahrenen Ärzte und das schnelle Handeln aller Verantwortlichen wesentlich schlimmer hätte ausgehen können...
    Wie schon geschrieben saß ich mit meinem neuen Brennbruder Freens gerade beim Frustessen, als die Durchsage von Micha kam, und er sagte, die Teilnehmer des Pirelli-Cups sollten selbst entscheiden, ob sie in Anbetracht der Umstände nochmal fahren wollen.
    Für uns beide war es keine Frage, was zu tun war, nämlich das einzig Vernünftige: Aufzünden!



    Part IV: Grande finale


    Konrad hatte nach dem Crash unser ganzes Geraffel mitsamt der Superduke schon wieder zum Bus geschafft, weil wir eigentlich davon ausgegangen waren, dass der Tag damit gelaufen wäre. Wir saßen ein bisschen bedröppelt und unschlüssig neben dem Bus und fragten uns, was zu tun sei. Konrad sagte, er habe eigentlich nicht mehr so richtig Lust auf Mopped fahren, außerdem hatte er in der Firma ca. 34 KTMs stehen, die auf Kundendienste warteten, und da sei es vernünftig, nicht erst um 4 in der Nacht zu Hause zu sein.
    Diese Argumentation konnte ich voll und ganz nachvollziehen, stellte aber flugs den Antrag, dass ich zumindest noch das Pirellen-Cup-Rennen fahren wollte. Erstens war ich froh um jeden Meter, den ich mit der Duke fahren konnte, und zweitens wollte ich noch ein bisschen Spaß haben mit dem kleinen Freens. Konrad fand diesen Vorschlag vernünftig und so schafften wir die Duke und ihre Reifenwärmer wieder in die Box. Nach dem Rennen der IG-Königsklasse sollte der Restart sein. Die Stimmung war natürlich jetzt ein wenig gedämpft, aber da ich an die Chaostheorie glaube, war ich mir sicher, dass sich der Zustand der Verletzten durch eine geballte, fröhliche Aufzündung nochmals bessern würde.
    Am Vorstart neckte ich den kleinen Freens diesmal nicht mit albernen Herbrennversprechen. Ich würde Wheelies sprechen lassen....
    In der Aufwärmrunde fuhr ich direkt hinter Freens. Am Ende der Triple zog er nach links, hoppelte über die Curbs und zeigte mir beim Umlegen in die Rechts den Vogel, wobei er fast noch durch die Wiese musste. Hätte ich keinen Helm aufgehabt dann hätte ich mir Knoten in die Haare machen müssen vor Lachen.
    Nach der Warm-Up-Lap stellte ich mich wieder hinten rechts an. Der hässliche, unsensible Mann mit der roten Flagge rannte von der Strecke und verlor wieder einmal sein Funkgerät.
    Ampel rot - aus - Gaaaaaaas.
    Diesmal klappte der Start vorzüglich, und ich hätte bereits auf der Geraden einige überholen können, aber ich nahm Gas raus und wartete bis zur schnellen Links.
    Dort war innen wie immer Stau, und ich konnte rechts herum wieder ein paar überholen. Ich war aber immer noch sehr weit hinten und sah Normen schon in die Triple einlenken.
    Freens war natürlich auch noch weit vor mir, und mir wurde bewusst, dass seine Herbrennung mit meinem müden Hinterreifen ziemlich schwierig werden würde.
    Natürlich musste ich dennoch alles geben um ihn einzuholen, und dies tat ich dann auch.
    Da ich in Rechtskurven nicht mehr wirklich gut rausbeschleunigen konnte, verlegte ich mich auf extremste Spätbremsungen und mehr Risiko in Linkskurven, was auch prächtig funktionierte. Ich konnte jeden, der auf den Geraden nicht weit genug weg kam, beim Anbremsen einsacken. Wer das nicht mit sich machen ließ, den holte ich mir ausgangs der schnellen Schikane beim Rausbeschleunigen auf den Curbs. Warum ließen sich die Nasenbären denn auch immer so weit nach links rübertreiben in der Rechts...? - selber schuld, hehe.
    Ich muss sagen dass ich bei einem Rennen noch nie so viel Spaß gehabt habe wie in diesem! Mit der Duke ging einfach alles - quer in die Kurven reinbremsen, im Wheelie wieder raus (vor allem nach der schnellen Schikane im Bergaufstück -*seufz*), umlegen wie mit einem Fahrrad - herrlich!
    15 Minuten vor dem Ende sah ich einen Zünder in einer gelben Kombi vor mir. Konnte das Freens sein? War ich schon so weit vorne? Ja, er war es - Freude erfüllte mein kleines Herz, das würde dem Rennen noch die Krone aufsetzen!
    Ich robbte mich immer näher an den Vernünftigen ran und bremste ihn dann vor der letzten Rechts innen aus. Natürlich kam er auf der Geraden wieder an mir vorbeigeflogen, aber er wusste jetzt, dass etwas Böses, Orangenes hinter ihm lauerte, und hatte bestimmt schon ein fettes Grinsen auf seinem nicht allzu schönen Gesicht.
    2 Runden lang kam ich nicht mehr an dem Sack vorbei, weil er mir auf den Geraden immer brutal wegfuhr. So entschied ich mich für eine Ausbremsung in der Hasseröder, danach würde er nicht mehr überholen, weil er die Kaninchen-Triple-Linie sehen wollte (hehe), und auf dieser würde ich ihm dann so viele Meter einschenken, dass er auf der Gegengeraden nicht mehr rankommen würde.
    Der Plan funktionierte perfekt und ich konnte gemütlich vornewegfahren, natürlich nicht ohne noch ein paar Wheelies zur freens`schen Belustigung einzustreuen.
    Vor mir tauchte langsam aber sicher ein Fahrer in einer relativ zerschossenen Kombi auf. Je näher ich kam, desto sicherer war ich mir, dass dies nur der K3-Franz sein konnte, der zur Tarnung auf einer weiteren ZX-10 unterwegs war.
    Exakt 7 Minuten vor dem Ende war ich in der letzten Rechts an seinem Hinterrad und freute mich schon auf ein paar weitere, lustige Minuten. Doch was war das? Roch ich da etwa ein Bierfahne? Ja, es war eindeutig Biergeruch, der mir da aus dem Helm von Franz entgegenwehte. Eine Farce. Wenn ich hinter jemandem herfuhr dann wollte ich entweder den Duft der großen, weiten Welt in Form von Korea riechen, oder alternativ Zweitaktöl (vorzugsweise TTS) bzw. verbrannten Gummi! Ich musste ihn also überholen, und zwar so schnell wie möglich. Mein Plan sah wieder die Hasseröder als Schlachtfeld vor, aber am Ende der Zielgeraden blieb ich mit meinen langen Siebenmeilenstiefeln beim Runterschalten einmal mehr an dem blöden Knubbel hängen, der sich rechts neben dem Schalthebel befindet und landete im Leerlauf. Yiiiieeehaaaaaaaah, was für ein Gefühl, wenn man extra spät auf der Bremse war, und dann schon in Linksschräglage im Stoppie aufs Kiesbett zubremst....
    Ich nutzte die grün angepinselte Fläche vor dem Kiesbett voll aus und konnte mit klopfendem Herzilein wieder auf die Strecke zurück. Nun beschloss ich, etwas zu tun, das Freens später als Essenz der Vernunft bezeichnen sollte: Ich sagte mir, dass es sowohl nach dem alten als auch nach dem neuen Vernunftsbegriff vernünftiger war, die Verfolgung des Biertrinkers aufzugeben, und mich stattdessen noch ein paar Minuten mit meinem kleinen Freund Freens zu vergnügen. Als ich mich nach der folgenden Rechtskurve umblickte, sah ich schon das alberne Grinsen unter dem Visier des Vernünftigen. Die folgenden Runden waren nochmal so geil, dass ich Tränen lachen und 2 mal das Visier öffnen musste, um sie wegzuwischen.
    Wo es nur irgend ging zog ich die Duke aufs Hinterrad und fuhr extrakrasse Linien, um Freens gebührend zu unterhalten. Der Plan war, in der letzten Runde einen Synchronwheelie mit dem Vernünftigen zu machen, und so wartete ich vor der letzten Rechts bis er fast neben mir war, hob die Hand im 81-Grad-Winkel nach oben und forderte ihn so zum finalen Wheelie-Duell. Wir waren aber durch die Albernheiten der vorangegangenen Runden noch so durcheinander, dass wir die Wheelies total in den Sand setzten.
    Normalerweise mache ich den Finalwheelie immer im 4. Gang mit dem rechten Fuss auf der Sitzbank stehend. Nun hatte ich aber leider den 5. Gang drin, und so war der Wheelie, der eigentlich bis ans Ende der Zielgeraden gehen sollte, schon weit vor der Ziellinie wieder zu Ende, und irgendwie war ich dann zu faul, um sie nochmal hochzuziehen. Ich schämte mich ein bisschen, wurde dann aber in der Auslaufrunde von Freens getröstet. Er schüttelte ständig nur den Kopf, zeigte mir den Vogel, und machte mit allerlei anderen Gesten klar, dass er die letzten Minuten sehr vernünftig gefunden hatte.
    Ich weiß bis heute nicht, auf welchem Platz ich in dem Rennen gelandet bin (ich glaube auf dem 6.), aber es war mir auch völlig egal.
    Freens bekam einen netten Staubfänger für den 2. Platz in der offenen Klasse (weil er Pirellen drauf hatte), wir setzten uns gegen Keks durch und vernichteten noch die Hälfte des Sekts, und irgendwann packten wir dann unsere sieben Sachen zusammen.
    Schade war dass Normen und unser Boxennachbar Frank im Rennen gestürzt bzw. gestürzt worden waren, aber ihnen ist zum Glück nichts passiert, und ich hoffe dass die beiden beim nächsten Event wieder dabei sein können.
    Der Vernünftige lieh mir dann noch sein Duschbad (DuschDas for men - für alle Frauen die das schon immer mal wissen wollten), ich schaute mir noch die erste Stunde des GEC-Rennens an, verabschiedete mich von allen Zündern, und fuhr glücklich wieder zurück in den äußersten Süden der Republik.
    Das dicke Grazie al forno (ital.: überbackenes Dankeschön) geht an Thomas und Micha von BP, die uns das Training noch kurzfristig ermöglicht haben (auch wenn wir uns als GEC-Schwuchteln geoutet haben...), an Doc Scholl und seine Mannen und alle Verantwortlichen für ihren Einsatz nach dem Unfall, an Hami von Race Video für das sicherlich koreative Video, Motofoto Fischer für die Bilderschießung, und an alle Hackfressen (you know who you are!) die diese Veranstaltung zu dem gemacht haben was sie war: EINFACH GEIL !!!


    Bleibt so schön, wir sehen uns wieder,


    34

  • Hallo Bandy,


    mit den kurzen Fußrasten findet sogar die Polizei Nähe Konrad ganz toll. Ich hatte gestern Abend das Vergnügen mit der SuperKonradDuke fahren zu dürfen. Ein bißchen bin ich durch das Örtchen gefahren. Als ich auf der Autobahn war konnte ich diesen Donnervogel beschleunigen. Auf dem Notstreifen sah ich aus ca. 500 Meter Entfernung die Polizei. Diese hatten gerade einen Motorradfahrer angehalten. Ich bin mit ca. 100 km/h (weiß nicht genau, weil der ...................... angeschlossen war) an der Polizei vorbeigefahren. 2 Min. später Rückspiegel geschaut und so ein weiß-grünes Auto viel mir auf. Polizei links von mir und schauten das Motorrad an. Vor mir ein LKW. Dann Polizei vor dem LKW. Ich wollte von der Autobahn wieder runterfahren und gesehen Polizei hatte das selbe vor. Ich weiter gerade aus. 2 Min. später Polizei hinter mir. Dann Polizei links neben mir. Dann Polizei vor mir. Dann Kelle gggg. Hinterher gefahren und auf einem Parkplatz angehalten. Was standen da viele Polizeiautos. Netter Polizist zu mir gekommen und meinte: Wir waren neugierig was das für ein tolles Motorrad sein würde. Ich: Das ist die SuperDuke. Polizei: Noch nie gesehen sieht voll super aus aber der Auspuff ein klein wenig laut. Ich meinte: Ich habe keine Ahnung von Motorräder, wird wohl so original sein. Polizist: Taschenlampe reingeleuchtet. Da fehlt ja die Hälfte. Er hatte recht, weil du ja weißt, dass dieser Donnervogel nur ein Auspuffrohr hat. Oder habe ich etwas falsch verstanden was er meinte? Dann haben die netten Polizisten nach ca. 10 Min Gesprächsdauer so ein Mikrofon daran gehalten. Nach dieser Zeit habe ich es endlich gerafft, dass ich auf dem Parkplatz von einer Polizeistation stand. Ich hatte Glück. Die Batterien waren leer von diesem Messgerät. Aber auf einmal kam ein anderes Gerät zum Vorschein. Nachdem der Donnervogel wieder angemacht wurde meinte der Polizist ca. 105-110 DB.
    Diese Story ging noch ca. 20 Min. weiter und das Ende vom Lied ist: Leider kannst du in der nächsten Zeit mit diesem Motorrad nicht fahren!
    Das Ende war nicht unbedingt ganz richtig. Telefoniere mal mit Konrad. Auf jeden Fall hat dieses Motorrad den Seegen von der Polizei und daher kann auf der Rennstrecke nichts mehr schief gehen. Es grüßt der Liebling von der Polizei.


    DLT oder neuer Nick DLVDP

  • @dlg (bundy)


    extrem göttlich geschrieben.sehr lobenswert der artikel.
    ein redlicher schreiberling. :sensationell:


    Haggi
    sieht sehr fein aus was du da am start hast.

    Stell dir vor, du gehst in dich und niemand ist da!