Wie driftet man richtig?

  • Liebe SUMO Fahrer,


    ich fahre eine 990 SMR und übe fleißig das driften. Manchmal bekomme ich es einigermaßen gut hin, aber manchmal will das Mopet nicht so wie ich will.
    Wenn ich auf eine Kurve zufahre, bremse ich vorne und schalte runter. Das Heck wird unruhig und bricht etwas aus. Um das unruhige unter kontrolle zu haben spiel ich mit der Kupplung und das Motorrad bricht leicht aus. Mit etwas mehr Gas und gegenlenken hat man es unter kontrolle finde ich. Es klappt aber nur manchmal.


    Ist der Ablauf richtig??? Oder mach ich was falsch??? Gibt es Lehrmaterial auf DVD oder so???


    Ich würde mich freuen wenn ihr mir Tipps und Ratschläge geben könntet.


    Recht vielen Dank schon mal. :Daumen hoch: Euer Lulatsch

  • http://www.kom-marktl.de da steht alles was du brauchst auch das:


    Supermoto oder Supermotard heisst ja bekanntlich nichts anderes als Supermotorrad und diese Bezeichnung rührt nun weniger von der Maschine her als von dem Fahrer der sie fliegen lässt...extrabreit fliegen die Supermoto-Piloten in die Kurven um dann mit Vollgas wieder herauszubeschleunigen und es sind genau diese Bilder die ein jeder Zuschauer begeistert mit nach Hause nimmt.
    Wie funktioniert das? Am Kurveneingang rastenkratzend, ganz tief unten, querrutschend und gleich drauf voll am Gas wieder kontrolliert heraus...Geil! Tja - mit der These das das eben nur was für die Profis ist oder mit „Das kann man eben oder nicht“ beruhigt man sich halt und übt sich weiterhin in Fantasiedrifts, auf der heimischen Couch vor dem Flimmerkasten mit den EM-Supermoto-videos.
    Nun, mir war das zuwenig und ich beschloss geich nach meinem Einstieg in die Supermoto-Szene solch gottgleiches Kurvensliden einfach mal zu praktizieren...mit dem Ergebnis zwei gebrochener Handgelenke nach einem vorbildlichem Brems-HighSider .
    Wieder mal Zeit nachzudenken denn für mindestens 10 Wochen war da nichts mehr mit Fahren.
    Wie geht’s richtig? Richtiges driften war die Frage die mich nun beschäftigte und das kam heraus dabei:
    Das SM-typische AN-DRIFTEN einer Kurve ist wohl am treffendsten als „Bremsslide“ zu bezeichnen wobei es wichtig ist ein bischen zu schnell in die Kurve einzulenken, dann erst zu bremsen und zwar wie gewohnt vorne und beim Beginn des Bremsen „Gas zu“ und hineinlegen in die Kurve.
    Keinesfalls sollte bei den folgenden Manövern das Hinterrad blockieren, durch die starke Bremsung vorne und durch das Runterschalten und die leichte Betätigung der Fussbremse entseht eine Verzögerung am Hinterrad die nur minimal sein sollte und diese Bremsung lässt dann hinten die Traktion schwinden und den SLIDE beginnen...Je nach Motorrad ist die Fussbremse mehr oder weniger zu gebrauchen, die Bremswirkung sollte jedenfalls hinten nur leicht und sehr kontrolliert sein. Bei diversen Modellen, zb. umgebauten Crossern musste ich feststellen das ein Bremsbelagwechsel, hin zu höherer Dosierbarkeit, den Fahrernerv ganz schön schonen kann und den kontrollierten Slide wesentlich erleichtert.
    Achtung: Gefahr bei zuwenig Schräglage! Entsteht erst die Schräglage die wir zum Sliden auch benötigen dann weiss auch das Hinterrad in welche Richtung es nun driften darf, andernfalls rutscht Du nämlich nur geradeaus aus der Kurve.
    Eine andere Möglichkeit wegen fehlender Schräglage falsch zu reagieren ist das Lenken nach Links in einer Linkskurve, du lenkst zum Kurveninnern und provozierst einen HIGHSIDER,
    also bitte GEGENLENKEN!
    Die folgenden Regeln zum richtigen Driften funktionieren also nur wenn die Schräglage dem Hinterrad die Flugrichtung zuteilt...soviel haben wir nun registriert, also auf zum zweiten Teil...
    Gegenlenken? Woher kommt eigentlich die Schräglage oder wie lenke ich richtig? DU lenkst dagegen! JA genau, in der Linkskurve eben nach rechts, d.h. Du ziehst am rechten Lenkerende und drückst am linken, dabei winkelst Du das Motorrad immer stärker ab. So driftest du in Richtung Scheitelpunkt und von dort an beginnst du das rechte Lenkerende weg zu drücken, linkes ziehen (dadurch richtet sich dein Bike ein wenig auf) und die Kuppplung kommen lassen und Gas geben (dadurch gibt’s Grip am Hinterrad und Du pfeifst wie eine Rakete aus der Kurve raus).
    Dabei unterstütze ich das ganze gerne mit einem mitslidendem Innenfuss der am Boden mitfährt, viele strecken ihn crosser-mässig unter dem Lenker durch zum Vorderrad doch im Notfall sitzt man dann gleich am Boden wobei der mitgeführte Slidefuss bei mir durch kräftigen Druck am Boden sogar zwei schiebende Räder in der Kurve so entlasten kann das man das ganze Bike wieder einwenig aufrichtet und wieder Grip erfährt...um weiterzufahren.
    Ich kann mich damit also aus Notlagen retten, die sonst einen Gruss auf dem Asphalt bedeuten würden, übrigens benutz ich diesen Fuss in fast jeder Runde ein-bis zweimal. ;-)
    Grundsätzlich gilt: Das ganze sollte man üben indem die gleiche Kurve immer wieder und wieder schneller angefahren wird und plötzlich beginnst Du zu spüren das es ab einer gewissen Geschwindigkeit zuviel wird zum normalen Bremsen, Bremsen lösen und dann einlenken ist nicht mehr möglich weil Du schon bis zum Kurveninnern hineinbremst.
    Du bremst also bis zum Kurvenscheitelpunkt, tief in die Kurve hinein und weil Du Dein Gewicht nach vorne verlagerst und das Gas geschlossen ist schieben die Massen so richtig nach vorne und durch die Schräglage (Lenker aussen ziehen und innen drücken reguliert den Schräglagenwinkel) nach aussen und dein Hinterrad beginnt zu sliden...
    Klar, so einfach! Wenn da nicht das Stempeln wär...
    ...das Stempeln des Hinterrades das nur durch eine schleifende Kupplung stabilisiert werden kann, es wird also nicht ganz aus- od. eingekuppelt um eine gewisse Spannung am Hinterrad zu halten und Stempeln und Unruhe zu vermeiden auch dieser „Stabilisator“ hat in die Rutschpartie mit einzufliessen.
    Das „Kupplung kommen lassen und Gas geben“ –Timing wird am Scheitelpunkt extrem wichtig denn die Entscheidung wann Du damit beginnst ist das Beenden des Drifts. Den Drift solltest Du so genutzt haben das Du damit auf den Scheitelpunkt zugeflogen bist, den richtigen Winkel zur Weiterfahrt „eingerutscht“ hast und dadurch einen grossen Teil der normalen Linie gespart hast. Trotzdem kannst Du auf der schnellen weiten Linie deiner Gegner hinausbeschleunigen weil du den richtigen Abschusswinkel aus der Kurve raus schon im Rutschen eingenommen hast, STARFIGHTERFEELING included!
    Das ist richtiges Driften beim Supermoto und wer das nochmal stichpunktartig braucht, hier bitte:
    1. FULL SPEED auf die Kurve zu
    ACHTUNG: 2. u. 3. sollten zeitgleich erfolgen: ;-)
    2. GAS ZU, Kuppeln, Vorne BREMSEN
    3. Einlenken (Zug und Druck) und Runterschalten, Kupplung schleifen lassen u. hinten leicht bremsen
    4. Hinterrad geht in den SLIDE, mit Zug an Lenkeraussenseite und Druck auf Lenkerinnenseite die Schräge regulieren, Oberkörper im Winkel der Mopedschräglage oder mehr ins Kurveninnere, nicht nach oben (Drücktechnik vermeiden)
    5. Zum Scheitelpunkt rutschen, Drift auflösen durch lösen der Kupplung und Gas geben
    6. Das Gewicht und die Traktion sind nun wieder an Hinterrad und Du kannst optimal aus der Kurve rausbeschleunigen.
    So, nun sollte man das ganze einfach mal üben oder einen Kurs belegen. Leider gibt’s nicht die Chanche alles sofort in einem Tageskurs zu erlernen. Das wäre zuviel verlangt, eine Anleitung zum Üben könnt Ihr euch dort gerne holen, denn ein guter Driftkurs ist nicht mehr als das. Eine Anleitung um das ganze zu üben, Tag für Tag oder Woche für Woche-Umso öfter Ihr trainiert desto schneller klappts aber gebt euch Zeit zum lernen und denkt auch mal theoretisch darüber nach was ihr praktisch umsetzen wollt. Das hilft!

  • Ihr seid ja krank! :gute besserung:
    ICH WILL DAS AUCH KÖNNEN - NEID, NEID, NEID! :knie nieder:


    Muss mich unbedingt mal so einem Training anschließen!
    Aber erst nächstes Jahr!


    Haut rein und bleibt bloss oben! :respekt:

  • Hier gucken jetzt ab auf's Mopped und üben.

    Das dumme daran ist, daß es mit der 990 gleich mal richtig teuer wird, wenn denn die Erdanziehung siegt es abwärts geht und den Tank erwischt.


    Zum üben von Drifts würde ich erstmal ne alte Grucke nehmen und mit der üben, denn wenns mit der abwärts geht hält sich der finanzielle Schmerz wenigstens in Grenzen.

    Heute ist ein guter Tag zum sterben!

  • Alles klar, jetzt weiß ich was ich falsch mache. Ich leg mich nicht so weit in die Kurve wie mein Motorrad. Ist aber auch ein Komisches Gefühl, wenn man in Schräglage ist und das Hinterrad geht weck. Was mir noch aufgefallen ist, wenn man ungeübt ist sollte man auch mit dem herausbeschleunigen forsichtig sein. Ich hätte meine 990 SMR auch schon mal fast am boden gehab. Den Gedanken, was das Motorrad gekostet hat, sollte man aber ausblenden.Sonst :weinen: Wenn man üben will, sollte man dort üben wo kein Verkehr ist.Am besten auf ein abgesperrten Gelände. Dann kann man sich auch besser auf das Driften konzentrieren.


    Ich danke Euch nochmal für die so exakte und gut beschriebende Antwort. :peace:


    Jetzt heißt es: üben, üben, üben,....


    Fahrt vorsichtig Euer Lulatsch

  • Wenn man üben will, sollte man dort üben wo kein Verkehr ist.Am besten auf ein abgesperrten Gelände.


    Wenn man driften will, dann bitte schön nur auf abgesperrtem Gelände/Rennstrecke.
    Dis hat im öffentlichen Straßenverkehr einfach nix verloren.

  • Ich bin der gleichen Meinung wie Arkon88:
    man stelle sich vor: Man geht auf eine grössere Tour mit der festen Absicht, grausam in jeder auch noch so unbekannten Kurve zu driften. Gegenverkehr, Kuhfladen , Gullideckel etc. etc. werden es eine sehr kurze Tour werden lassen. Am Hausberg kann man ja noch sagen ok, aber sonst würd ich auch sagen nur auf der Piste, evtl. mit einer leichteren Sumo. Es geht IMMER viel Geld flöten, wenn man die Dicken wegschmeisst :ja:
    Was ich viel lässiger mit der 950/990er finde sind Beschleunigungsdrifts, die man meiner Meinung nach mit etwas besser zu kalkulierndem Risiko zustande bringt. Freilich schneller ist man dabei nicht wirklich, aber es sieht cool aus..
    Gruss
    hitch

    Dirty deeds :wheelie: , done dirt cheap :peace::teuflisch:

  • ich greif das hier einfach mal wieder auf und erkläre mal meine problematik.. Versuchs mit der SMC-R.. wenn ich auf die Kurve volles produkt drauf zuhämmere und dann die Gänge runterknalle(2-3) dann klappt das recht gut mit der AHK..(versuche sie übrigens trotzdem im schleifpunkt zu halten!? richtig-falsch?!) sobald ich aber langsamer werde und zum scheitelpunkt der kurve angesegelt komme, fängt das hinterrad das stempeln an!?... was ist falsch? Zug- Druckstufe? Falsche technik? arbeitet die AHK nicht genügend oder arbeitet meine Linke hand nicht genügend? :ja:


    MFG

  • Also generell soll eine AHK sowas ja verhindern. Dass sie das jetzt nicht tut ist aber schon möglich weil zB das Fahrwerk einfach falsch eingestellt ist, würd ich an deiner stelle einfach mal n bisschen rumspielen, bei mir ist das auch immer trial&error. Was allerdings nicht passieren dürfte ist, dass das Hinterrad macken macht wenn DU die kupplung schleifen lässt. Da machst du wohl irgendwas falsch.
    Ich würd auch einfach die Kupplung reinknallen, wozu hat man denn ne ahk wenn man sie nicht nutzt? Und ich weiss zwar nicht wie gut du fährst, aber als amateur macht sie ihren Job eigentlich immer besser als du ;)
    Grüße

  • Das dumme daran ist, daß die AHK von Adler ist und einen reinen Wegwerfartikel darstellt. Beim reinen Supermoto hält das Scheißteil keine 10 Stunden durch.

    Heute ist ein guter Tag zum sterben!

  • Sensemann hast das ding schon getestet in der 690er oder woher dein urteil?

  • Dass die Adler-AHK kein renntaugliches Teil ist, sei mal dahin gestellt. Ich glaube kaum, dass sich eine kaputte ahk so äußert, also nur in der Situation.
    Probier einfach mal den Kupplungshebel los zulassen. So kannst du wenigstens dich selbst als Fehlerquelle relativ leicht ausschließen. Dann bleibt halt noch Fahrwerk und ahk und das jeweils zu testen is halt eher zeitaufwendig...

  • ich greif das hier einfach mal wieder auf und erkläre mal meine problematik.. Versuchs mit der SMC-R.. wenn ich auf die Kurve volles produkt drauf zuhämmere und dann die Gänge runterknalle(2-3) dann klappt das recht gut mit der AHK..(versuche sie übrigens trotzdem im schleifpunkt zu halten!? richtig-falsch?!) sobald ich aber langsamer werde und zum scheitelpunkt der kurve angesegelt komme, fängt das hinterrad das stempeln an!?... was ist falsch? Zug- Druckstufe? Falsche technik? arbeitet die AHK nicht genügend oder arbeitet meine Linke hand nicht genügend? :ja:


    MFG



    mit dem fahrwerk hat das nichts zu tun. die ahk braucht eine gewisse drehzahl um konistent zu funktionieren. halbherzige drehzahlen sind nicht ideal, drum funzt es ja auch gut wenn du voll reinhämmerst. die kupplung am schleifpunkt halten zu können ist gut und erfordert einiges an können. wenn man eine ahk hat, ist aber genau das eigentlich nicht notwendig weil sich ja die ahk um den richtigen schleifpunkt kümmert. das könnte auch der grund sein warum es bei weniger drehzahl hoppelt. versuch mal die finger von der kupplung zu lassen...

  • Allet klar, danke für die Antworten...


    Zu dem gewünschten ergebnis bin ich noch nicht gekommen..leider..


    hatte die Kupplung halt gehalten weil ich mal bei BERGOS gelesen hatte das die ADLER wohl die einzige AHK ist wo man den Druckpunkt selbst noch steuern kann..oder so ähnlich..
    hab aber keine Ahnung in wiefern sich die AHK von modell zu Modell unterscheiden!? dächte halt die werden das RAD nicht für jede Muffe neu erfinden, sondern bei ihrem STIL bleiben!?..
    "Im Vergleich zu den meisten anderen Antihoppingkupplungen kann das Anbremsen und Driften noch mit der Hand an der Kupplung unterstützt werden, ohne das der Kupplungshebel in der Hand "zittert" oder "schlägt".
    Das bedeutet, kein Umgewöhnen mehr nach dem Umbau. Durch Ihre einzigartige Konstruktion, wird die Kupplungshandkraft um bis zu 50% reduziert. Das Rutschen wird durch einen komplexen Mechanismus mit schiefen Ebenen zur Kraftverstärkung verhindert. Unter Motorlast erzeugt das System zusätzlichen Druck auf die Kupplungsscheiben, während im Schubbetrieb ein Schlupf in der Kupplung zugelassen wird.


    Das garantiert dem Hinterrad beim Anbremsen optimalen Bodenkontakt und dem Fahrer deutliche Kraftersparnis"


    gut Bergos meint aber auch das die SUTER scheisse sind... Also is "Ansichtssache" ?!


    "Hallo,


    Druckfeder min. 1700 (teilweise auch dabei noch durchrutschen), ich habe für die Tests 1900 gefahren und habe alle Hoppingfedern durchgetestet.
    Nicht nur in meiner Husky, auch in der Suzuki von Spaniol und in der KTM von Ott. Vernünftig funktionieren tut die Suter bei keinem der Fahrzeuge, das ist mal klar. Alle Drei genannten Fahrer haben die Kupplung schnellstens wieder ausgebaut. Zwei von Ihnen fahren wieder Standart und einer fährt Adler (welche deutlich besser funktioniert!!!)


    Gruß
    BERGOS"


    Grüße

  • aus dem text von bergos kann man nur lesen das er nicht rechtschreiben kann, egal. muss, wenn ich wieder mal nach DE komme den dirk fragen, papier ist ja bekannter weise geduldig :grins: ach ja, und jeder rosstäuscher lobt seine ware, ein alter hut :prost: