Hallo alle zusammen! Nachdem ich nun schon des öfteren gelesen habe, dass nach einem ESD-Tausch die Leistung im oberen Drehzahlbereich abnimmt und bisher keiner dafür einen konkreten Grund nennen konnte, möchte ich hier mal eine Vermutung äußern und gleichzeitig Premiere mit diesem Beitrag feiern ;).
Zunächst zu den Grundlagen: Serienmäßig verbaute ESD dämpfen den "Lärm", der aus dem Zylinder tritt mithilfe von phasenverschobenen Schallwellen. Die Schallwellen werden im Topf über mehrer Kanäle mit unterschiedlicher Länge geleitet und über diverse Trennwände reflektiert, was eine Phasenverschiebung verursacht und die Wellen sich entsprechend gegenseitig auslöschen. Diese Reflexionsschalldämpfer haben bedingt durch die Kanäle und Wände ein erhöhtes Gewicht und entsprechende Baugrößen im Vergleich zu den im Zubehörhandel erhältlichen Absorptionsdämpfern (Akra, Leo, Mivv, usw.). Die bestehen in der Regel lediglich aus Leichtmetallen und Wolle. (Soviel mal zu den Schalldämpfern)
Um die Leistung von Motoren im oberen Drehzahlbereich zu steigern benutzen Ingenieure den Effekt von negativen Schallwellen. Dabei erzeugen die Schallwellen, die aus dem ESD austreten negative rückwärtslaufende Wellen, die durch den ESD und den Krümmer wieder in den Zylinder laufen. Dabei entsteht im Zylinder ein zusätzlicher Unterdruck durch den noch mehr Treibstoff-Luft-Gemisch in den Zylinder strömt, als es allein durch den abwärtsgehenden Kolben möglich wäre. Der Effekt kann dabei so stark werden, dass die Leistungszunahme mit der eines Turbomotors (mit niedrigem Ladedruck) verglichen werden kann. Um diesen Effekt jedoch nutzen zu können werden die Kanäle und Wege, die die Wellen zurücklegen genau berechnet um den Leistungszuwachs im richtigen Drehzahlbereich zu haben. (vgl. http://www.kohlenbrander.de/te…s/abgasanlage_eines_2.htm , http://www.vw-kaeferclub.com/technik/tipps/ansaug.html)
Meine Vermutung ist deshalb, dass beim Tausch des ESD's dieser Effekt wegfällt und so die beschriebenen Leistungseinbußen zustande kommen.
Nun bin ich jedoch kein Ingenieur in diesem Gebiet, sondern habe mir diese Infos aus verschiedenen Quellen geholt (sieh oben). Wer sich noch genauer damit beschäftigen möchte, dem lege ich das Buch Motorradtechnik von Jürgen Stoffregen wärmstens ans Herz.
Wie bereits erwähnt bin ich kein Mann vom Fach, sondern versuche dem Rätsel etwas näher zu kommen ;). Besser informierte können mich aber gerne korrigieren. Man lernt ja bekanntlich nie aus.