Blog zu meiner Freeride E-SM

  • Hallo, ich habe angefangen einen Blog über die Freeride E-SM zu schreiben, schaut doch mal rein. Werde alle Beiträge auch im Forum posten, aber hier ist schonmal der Link. Design ist im Moment leider noch recht karg, aber naja, ist ja eigentlich nicht so wichtig.


    http://freeride-e.blogspot.de/





    Servus,
    ich heiße Franz, bin 22 Jahre alt und studiere im Moment in München an der TU. Ich fahre seit ich 18 bin Motorrad, anfangs noch mit einer Honda CB500, später mit einer (immer noch aktuellen) 1000er Ducati Monster.


    Für die Stadt hatte ich Anfangs noch einen 125er VX Viertakt-Roller von Gilera, den ich aber schnell gegen einen 180er Gilera Runner FXR eingetauscht habe. Der hat zwar locker das Doppelte wie der VX verbraucht, aber hey, Sprit ist ja eh billig wie nie und Spaß war mir wichtig. Der 180er Zweitakter war halt unschlagbar in dieser Kategorie, wie leider auch in allen anderen Kategorien. Sprit, Wartung und Verschleiß waren jenseits von Gut und Böse. Ca. 10 Euro Benzinkosten auf 100km plus diverse kleinere Reparaturen schlagen schon krass ins Geld, einmal zum naturwissenschaftlichen Außenposten der TU nach Garching und zurück hat bei dem Verbrauch ca. 3.50 gekostet. Der Wertverlust des Runners war dagegen minimal bis nicht-existent, ich habe ihn für 1300 Euro damals gekauft und für 1350 wieder verkauft.


    Als KTM im Jahr 2014 damals die Freeride rausgebracht hat war ich hin und weg. Ich habe ein Faible für ausgefallene Klamotten und Fahrzeuge und die Freeride E kam mir da gerade recht. Nur der Preis war ein Tiefschlag, 11445 Euro (inklusive Auslieferungskosten) war einfach zu viel. Im Kopf hatte ich schon Super-Moto Räder montiert und damit das ideale Stadtfahrzeug geschaffen. Als KTM dann 2015 auch noch wirklich die E-SM rausgebracht hat, war ich vollends angefixt. Aber ja, der Preis. Indiskutabel für mich und vermutlich 99,9% der Motorrad fahrenden Bevölkerung. Vor zwei Monaten habe ich dann bei KTM NORD in München ein Angebot für eine "normale" Freeride E für "gerade mal" 8000 Euro gesehen und bin sie daraufhin auch Probe gefahren.




    Kurz gesagt - sehr geil. Allerdings war die Freeride nicht voll geladen als ich sie zur Probefahrt abgeholt habe (muss das Personal wohl sehr überrascht haben, das ich zum vereinbarten Termin aufgetaucht bin) weshalb ich mir auch kein gutes Bild über die Reichweite verschaffen konnte. Ein kleines, aber extrem wichtiges Detail bei E-Fahrzeugen m.M. nach, aber das muss KTM Nord wissen. Bei der Probefahrt hatte ich dann auch prompt alle meine Erwartungen bestätigt - krasses Drehmoment, geringe Reichweite und für die Stadt ungeeignete Reifen. Als ich nach einer guten Stunde Fahrzeit (Kilometer weiß ich leider nicht mehr) auf dem Weg zurück zum Händler war fiel der Akkustand auf den letzten Metern in den roten Bereich und die Fahrstufe damit auf 1 zurück. Und im Modus 1 macht das Gerät einfach keinen Spaß. Schlechter wie ein Fahrrad, geschweige denn ein Pedelec. So bin ich dann die letzten 600 Meter zurück gekrochen. Nach der Rückgabe blieb ich mit gemischten Gefühle zurück. Irgendwie war alles einen Tick "zu wenig". Zu wenig Topspeed, zu wenig Reichweite, zu wenig Grip in den Kruven. Meine Nachfrage ob die E-SM (die die meisten meiner Probleme lösen sollte) auch zur Probefahrt bereit stünde, wurde leider verneint und bis heute steht auch keine bei KTM Nord. Ich hatte das Kapitel Freeride E eigentlich schon abgehakt, bis mir ein befreundeter Händler eine praktisch neue E-SM für 7000 Euro angeboten hat. Der Preis war extrem heiß und ich wusste - wenn nicht jetzt, dann nie.


    In den folgenden zwei Wochen habe ich mein selbstgebautes E-Bike mit 4KW und meinen 180er Runner verkauft, damit war dann auch mit etwas Erspartem genug zusammen. Nächste Woche hole ich sie jetzt ab und ich bin verdammt gespannt.


    Mein geplantes Einsatzgebiet ist die Münchner Innenstadt und die gelegentliche Ausfahrt nach Garching. Auf die Cross-Strecke möchte ich auch irgendwann, aber nicht vor den ersten 2000km auf der Uhr. Einmal aus Respekt vor meinem ersten Neufahrzeug, aber auch weil ich die 1200 Euro für einen Cross-Radsatz im Moment nicht auch noch auf der hohen Kante habe. Gebrauchte Freeride-Radsätze sind auf Ebay im Moment leider sehr rar gesäht, deshalb muss das noch warten.


    Insofern ist mein Profil scheinbar perfekt für das Bike - vor allem auch wegen meinem Zugang zu einer Steckdose am Stellplatz. Jeden Abend den Akku mehrere Treppen hochzuschleppen, wäre überhaupt nicht das Meinige. Meine Hauptsorge im Moment ist das die Reichweite nicht für einmal nach Garching und zurück reicht. Das Ladegerät passt zwar zusammen mit meinem Laptop in meinen Rucksack, aber es ist halt nicht ideal.


    Direkt nach dem Kauf hat mich prompt mein Bruder angerufen und sich von sich aus über sein KTM-Pedelec beschwert - kein guter Start. Die Bremsen und Kette des 2700-Euro Rads mussten nach etwas mehr wie 1000 km schon ausgetauscht werden, ohne Kulanz oder jegliche(!) Reaktion von KTM. Da macht man sich natürlich schon Gedanken, wenn das nagelneue Pedelec auf 1000 Kilometer mehr kostet wie ein 6er Golf Diesel (4,5 Liter Schnitt). Und sein Bosch-Motor macht wohl auch schon leichte Geräusche. Ich hoffe mal das ist bei der Freeride besser - echte Langzeiterfahrungen gibt es ja noch nicht.


    Nächste Woche hole ich sie jetzt ab und halte euch dann natürlich mit Updates und Fahrvideos auf dem Laufenden. Ich werde auch eine Excel-Tabelle mit Gesamtkosten führen und die Freeride hier mit dem 180er Runner, einem 50er Roller, Car-Sharing und den Öffentlichen in München vergleichen. Vielleicht auch noch mit einem Renault Twizy, wenn ich sehr motiviert bin. Ich sage gleich an dieser Stelle aber voraus das es die KTM recht schwer haben wird. Allein für die Akku-Abnutzung (NP 3300 Euro) muss ich eine Abschreibung von ca. 0,1% pro Ladung vornehmen - KTM garantiert 80% nach 700 Ladungen, nach 1000 Zyklen wird dann wohl das vollständige Ende der Zellen erreicht sein. Sprich, jede vollständige Akkuladung kostet mich 3,30.)

  • Servus,


    wie schon gesagt, seehr interessant. Ich werde weiter lesen.


    Wie weit ists denn bis zur Uni und zurück? Hast du die SM dann praktisch gekauft ohne diese probe zu fahren?


    Auf den Bildern hat das Ladegerät immer so schwer und großs ausgeschaut. Gut zu wissen, dass es in einen Rucksack passt...



    Gruß
    Apfel

  • Also nach Garching raus sinds 17km ein Weg. Denke nicht dass ich das hin und zurück über die Autobahn schaffen werde, aber Landstraße ist hoffentlich drin. Ansonsten wird sie nur in München bewegt werden, kurze Strecken, bis maximal 10km.


    Genau, hab sie nicht Probe gefahren, nur die E-XC. Die SM ist leider verdammt schwer zu finden. Das Ladegerät is etwa so groß wie eine Schuhschachtel (tick größer), aber recht leicht.

  • Coole Sache, werde ich verfolgen! Wenn überhaupt kommt bei mir aber nur die E-XC in Frage, mit zig Kilometern Wald- und Feldwegen vor der Haustür.


    Über die "Akku-Abschreibung" hab ich mir auch schon Gedanken gemacht. Wenn man annimmt, mit einer Ladung etwa 30km zu schaffen, ergäbe das bei 700 vollen Ladungen 21.000km Gesamtfahrstrecke (in der Praxis eher weniger, wenn man nicht jede Ladung leer fährt, sondern schon vorher wieder voll lädt). Bei einer (Sport-)Enduro wäre das eine ordentliche Strecke und vielleicht auch akzeptabel, dann mal 3.300€ in die Hand nehmen zu müssen - in Anbetracht der Tatsache, dass vorher ja praktisch keine teuren Wartungsarbeiten notwendig waren. Und natürlich nur unter der Annahme, dass Motor, Elektronik usw. weiterhin halten und zwischenzeitlich kein Geld verschlungen haben. Wahrscheinlich ist das aber "schöngerechnet". Hier im Forum hat ja schon jemand nach 40 Ladungen (!) von nachlassender Kapazität berichtet - vermutlich ein Garantiefall, leider gabs keine weiteren Informationen mehr wie KTM dazu stand.


    Unter'm Strich glaube ich, dass sich die E-Modelle nicht "rechnen" für den Besitzer. Sondern man entweder "Vorreiter" sein möchte, oder keine andere Chance hat Enduro hinterm Haus zu fahren, oder einfach was Außergewöhnliches für Zwischendurch will, oder man sonstige Gründe hat... :zwinker:


    Die SM ist leider verdammt schwer zu finden.


    Bei meinem Händler in Bayreuth steht eine E-SM, dem Reifenzustand nach zu urteilen kann die probegefahren werden. :zwinker:

  • Also in dem Launch-Video von 1000ps sagt ein KTM-Mann dass die 700 Zyklen für volle Zyklen gelten. Also darf man wohl durchaus öfter anstecken, wenn der Akku nur halb voll ist. Im gleichen Video sagt er aber auch das 70km eine "durchaus realistische" Reichweite sind, was nun scheinbar mal überhaupt nicht der Fall ist. Da muss man wohl nochmal bei KTM anfragen und harte Fakten fordern.


    Ja, das mit dem Akku ist so eine Sache. Umgekehrt fallen halt sonst wirklich gar keine Kosten an, da Motor und Elektronik im Normalfall tatsächlich wartungsfrei sind.


    Für mich als Hobbyschrauber und Bastler ist das mit der Aufrechnung der normalen Service-Kosten natürlich eine schlechte Rechnung, da ich grad beim Zweitakter eigentlich alles (bis auf nen KW-Tausch) selber machen kann und dadurch viel Geld einfach spar.


    Gerade kriegt man die E-SM auch für 7250 Euro neu! Steht im anderen Thread. Ist natürlich ärgerlich für die richtigen Early Adopter, aber den Rest freuts :)


    KTM gibt ja immerhin drei Jahre/700 Zyklen Garantie, da muss man sich halt mit gespitzem Bleistift hinsetzten und immer wieder die Reichweite dokumentieren. Denn bei dem was ich jetzt im Moment von KTM so höre was Kommunikation angeht, glaube ich dass die da keinen Millimeter kulant sein werden.

  • Im gleichen Video sagt er aber auch das 70km eine "durchaus realistische" Reichweite sind, was nun scheinbar mal überhaupt nicht der Fall ist. Da muss man wohl nochmal bei KTM anfragen und harte Fakten fordern.


    Der 2016er Prospekt der E-XC/-SX spricht von 50km. Ich hab ja in meiner kleinen Rechnung oben nur mal mit 30km gerechnet, da diese Angabe wahrscheinlich genauso realistisch ist wie Verbrauchsangaben in Prospekten. :zwinker:


    KTM gibt ja immerhin drei Jahre/700 Zyklen Garantie, da muss man sich halt mit gespitzem Bleistift hinsetzten und immer wieder die Reichweite dokumentieren. Denn bei dem was ich jetzt im Moment von KTM so höre was Kommunikation angeht, glaube ich dass die da keinen Millimeter kulant sein werden.


    Das doofe ist halt, dass Du es trotzdem kaum beweisen kannst, dass der Akku den Bach runter geht. Das steht und fällt ja offenbar mit dem, was der Händler aus dem Akku auslesen kann (Anzahl Zyklen / Restkapazität). Wenn Du "fühlst" und vielleicht auch notiert hast, dass die Kapazität weniger wird, aber der Händler nichts dementsprechendes ausliest, kommt es (wenn überhaupt) zur Kulanzfrage seitens KTM... :rolleyes:


    Wäre halt einfach schön wenn man hier mal lesen würde, dass sich KTM insbesondere beim Akku kulant zeigen würde. Wenn die Kunden schon (zumindest lt. Liste) >10k€ für ein Elektrobike ausgeben. :ja:

  • Hi,


    also wenn ihr euch vorher schon so viele Gedanken macht, dann vielleicht doch lieber garnicht erst kaufen. Es ist eben was anderes, was neues (zumindest bei KTM). Da kann man so ein Risiko schon eingehen. Für einen selbst ist es sicher interessant die ganze Sache zu dokumentieren, jedoch denke ich, dass es nicht sinnvoll ist dies als Grundlage für einen Kulanzantrag zu führen. Da wird man ja nie Happy mit der neuen, wenn man immer nur mit dem Rotstift da sitzt.


    Ich denke schon dass Du damit locker zur Uni und zurück kommen wirst, aber Du wirst es uns schon sagen. Ich freue mich auf jeden Fall, dass es jetzt mal wirkliche Erfahrungsberichte gibt :)



    Gruß
    Apfel

  • also wenn ihr euch vorher schon so viele Gedanken macht, dann vielleicht doch lieber garnicht erst kaufen.


    Ganz ehrlich: Das ist ganz genau meine derzeitige Überlegung!


    Freeride E: "Geringe Lautstärke und wenig Wartungsaufwand, aber u.U. noch nicht 100%ig ausgereifte Technik zum höheren Preis"
    Freeride 250/350: "Mehr Lautstärke und Wartungsaufwand, aber normale Verbrenner-Technik zum niedrigeren Preis (als Gebrauchte)"


    Das liegt sicher auch an meinem persönlichen Hintergrund, nur ein Zweitmopped für mal ne halbe Stunde Feld-/Waldwege hinterm Haus zu suchen, ohne jedoch ernsthafte Offroadambitionen zu haben. Da schrecken halt auch Angebotspreise von 7k€ für die E ab, wenn ich eine 250/350 gebraucht für ca. 4k€ bekommen kann. Die 1050 ist ja schon nur ein Spielzeug, die Freeride wird dann Spielzeug². :grins:


    Es ist eben was anderes, was neues (zumindest bei KTM). Da kann man so ein Risiko schon eingehen.


    Da wiederum bin ich mir nicht sicher ob ich Dir zustimmen kann. :zwinker:

  • Bei einem Spielzeug im Wert eines Mittelklasse-Jahreswagen darf man schon Fragen zur Qualität stellen.


    Aktueller Blogeintrag:
    (Empfehle es im Blog zu lesen, da sind die entsprechenden Teile verlinkt)


    Wie es scheint gibt es gerade einen starken Preisverfall bei den E-Modellen von KTM. Hat die Freeride E bis vor 4 Monaten noch praktisch durchgehend bei allen Händler 11000+ gekostet, wird sie bei den meisten jetzt für 8000 angeboten. Heute habe ich auf mobile.de einen Freeride E-SM Vorführer mit weniger wie 600km für gerade mal 5950 Euro gesehen.


    Gerade bei der E-SM ist das ein krasser Preisverfall, da es das Modell erst seit einem Jahr überhaupt gibt. Scheinbar läuft die E-Mobilität für KTM überhaupt nicht. Das Ganze erinnert stark an das Phaeton-Debakel bei Volkswagen, als VW den Preis innerhalb von einem Jahr nach Marktstart ebenfalls praktisch halbieren musste. Ich denke nicht das sich die Preise jemals wieder nach oben bewegen werden, auch wenn praktisch alle Händler die Preise als limitierte Sonderaktion bewerben. An dieser Stelle will ich zusätzlich noch auf diverse Förderprogramme von deutschen Städten verweisen. Die Stadt München z.B. fördert die Elektromobilität bei Gewerbetreibenden mit bis zu 25% bzw. 500 Euro bei elektrischen Zweirädern.


    Mit der KTM-internen "Aktion" scheint es jetzt aber wenigstens zu klappen, bei KTM München Nord sind die drei Freeride E aus dem Verkaufsraum verschwunden.


    Vielleicht ist dieser Preisverfall auch nur der Vorbote eines neuen Modells, eine Duke E mit eingebautem Ladegerät war ja scheinbar in der Entwicklung. Mit erhöhter Reichweite könnte man dieses Modell natürlich wieder etwas hochpreisiger anbieten, ohne die Freeride total zu kannibalisieren. Die wahrscheinlichere Erklärung werden aber einfach extrem schlechte Verkaufszahlen sein.

  • Naja, ich glaube aber auch nicht dass man sich bei KTM da wirklich Hoffnungen auf den großen Wurf gemacht hat, so realistisch muss man da schon denken. Punkt 1: Elektromobilität ist noch nicht bei der breiten Masse angekommen, es gewinnt zwar immer mehr an Fahrt, ist aber doch noch relativ beschränkt von der Zielgruppe her. Punkt 2: Geringe Reichweiten. Das ist denen klar und damit wird das Gerät auch nur für einen extrem schmalen Einsatzbereich fähig. Die E-SM als Kartbahnspielzeug oder für ne schnelle Runde in der Stadt, mehr ist da ja nicht drin. Die Enduro ist nicht zum Wandern geeignet weil Reichweite zu gering, und auf Crossstrecken sind die 2 bzw 4 Takt Motoren eben bewährt. Da wird auch keiner einfach so umsteigen, grade wegen Punkt 3: Dem Preis. Man zahlt da eben die Vorreiterrolle mit. Geringe Stückzahlen fördern das noch zusätzlich. Wenn das mal Massenmarktsware wird, dann fällt da auch der Preis - aktuell bietet es aber absolut keinen Mehrwert einer "normalen EXC/Freeride" gegenüber, mal abgesehen von der Lautstärke. Und die Vision mit Crosspisten in Städten ist und bleibt eben eine Vision, das ist vl Zukunftsmusik aber bisher noch lange nicht gegeben. Da fehlt es nicht zuletzt auch an Infrastrukturen.

  • Da stimmt ich dir nicht komplett zu.
    Ich denke dass KTM mit der Freeride eine Plattform geschaffen hat, die sie jetzt auch in den kommenden Jahren verwenden wollen. Einem soliden Elektromotor mit ausreichender Kühlung kann man mit einfachen Mitteln deutlich mehr Leistung entlocken. Die ersten Protoypen hatten ja noch 10PS Dauerleistung und 30PS Peak. Ich mein, das Einzige was dem Bike noch fehlt um innerhalb von 10 Jahren sämtliche Benziner im straßenzugelassenen 125er-Bereich einfach auszuradieren, ist die Reichweite und ein konkurrenzfähiger Preis. Beides kann KTM problemlos noch auf der aktuellen Basis erreichen.


    Ich bin selber erschrocken wie weit KTM mit diesem Konzept eigentlich schon ist. Ich mein, "das Einzige" was sie noch brauchen ist eine ordentliche Batterie und da wird mit Hochdruck geforscht.


    http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article149300714/Super-Batterien-sollen-Kohle-Oel-und-Gas-ersetzen.html


    "Im Oktober verkündete ein Forscherteam, eine Batterie gebaut zu haben, die eine zehnmal so hohe Dichte hat wie die besten Batterien derzeit auf dem Markt."



    Die müssen "nur" noch diese Batterie in den gleichen Kasten bauen, ein neues Ladegerät entwickeln und im normalen Straßenbetrieb sind die Verbrenner Geschichte. Das ist in 10 Jahren m.M.n. realistisch. Und bei einer angenommenen Lebensdauer von 1000 Zyklen und einer echten Reichweite von 300km wäre das Bike beim aktuellen Preis auch von den Kosten her einem Verbrenner weit überlegen, selbst bei einer vollständigen Batterieabschreibung!


    Ich stehe neuen Technologien auch mit einem skeptischen Blick gegenüber, aber KTM fehlt an diesem Punkt wirklich nur noch die Akkutechnologie um das absolute Killer-Bike im Repertoire zu haben. Und das ist schon ziemlich cool.

  • [...]das Einzige was dem Bike noch fehlt [...] ist die Reichweite und ein konkurrenzfähiger Preis. Beides kann KTM problemlos noch auf der aktuellen Basis erreichen.


    Die Krux ist doch: Mehr Reichweite kommt mit neuer Akkutechnologie. Und genau die hat ja anfangs ihren Preis, d.h. die Steigerung der Reichweite wird erstmal zu Lasten des Preises gehen, d.h. während das eine "Problem" kleiner wird, wird das andere erstmal noch größer! Der Preis geht dann mit weiter fortschreitender Entwicklung und v.a. steigenden Absatzzahlen wieder zurück.


    (Weil: Die Forschung kann nur in den seltensten Fällen etwas BESSER und zugleich GÜNSTIGER machen. Meist wird es durch die Forschung besser und durch die Massen günstiger.)


    Weil Motorräder, anders als Autos, nur in weniger häufigen Fällen zeitkritisch eingesetzt werden, ist die Problematik der Ladedauer hier m.M.n. nicht ganz so ausgeprägt. KTM bewirbt zwar die schnelle Ladezeit in den Prospekten, mir persönlich ist sie aber fast egal. Ob es 60, 90 oder 120 Minuten dauert, von 0% auf 100% zu kommen wäre mir wurscht. Wird bei Dir vielleicht anders aussehen. :zwinker:

  • Hi,


    also ich lass mich auch gerne von der ganzen Sache begeistern aber eine Weltneuheit hat KTM da jetzt nicht wirklich entworfen. Andere Hersteller sind sogar deutlich weiter. Ihr kennt doch alle die Bikes von Zero, oder?


    Nur wird da die Vollcross nicht mehr gebaut. Vielleicht keine Abnehmer?



    Gruß
    Apfel

  • Zitat


    Einem soliden Elektromotor mit ausreichender Kühlung kann man mit einfachen Mitteln deutlich mehr Leistung entlocken.


    Stimmt. Mit einfachen Mitteln die viel wiegen.
    Der "solide" Elektromotor ist dann auch wieder n riesen Brummer und mehr Leistung bedeutet immer weniger Akkulaufzeit. Zumindest solange sie es nicht schaffen, den Wirkungsgrad über 1 zu heben : D


    Zitat


    Ich mein, "das Einzige" was sie noch brauchen ist eine ordentliche Batterie und da wird mit Hochdruck geforscht.


    Das Einzige, was die gesammte Elektromobilitätsbranche mMn noch brauch sind ordentliche Akkus. Das ist auch schon der einzige Knackpunkt an der ganzen Sache, allerdings auch dee größte. Sonst sind Elektrofahrzeuge ne super Sache und die Zukunft, bzw die "besseren" Fahrzeuge.


    Bei den Akkus beißen sich leider die Eigenschaften: klein, leicht, große Kapazität, günstig und langlebig.
    Keine mag so recht zu den anderen Passen.


    Gruß

  • Naja, bei einem Elektromotor bist du grundsätzlich erstmal nur durch die Temperatur beschränkt. Egal ob Kabeltemparatur wegen Innenwiederstand oder Lager wegen Reibung.


    Im Ebike-Bereich ist Flüssigmetalkühlung da im Moment der letzte Schrei, damit konnte man einen sonst luftgekühlten Motor statt 4,5KW Dauer und 9KWPeak mit 9KW Dauer fahren. Also da geht Einiges, wenn man will.


    https://electricbike-blog.com/2015/12/18/ferrofluids-join-the-ebike-motor-cooling-revolution/


    Hab das auch schon live gesehen, echt beeindruckend.


    Mal noch OT -> Dienstag hol ich sie ab :)

  • Hi,


    coole Sache mit dem Blog, dafür mein Lob! :Daumen hoch:


    Bin die Freeride E-XC auch vor einigen Tagen Probegefahren und begeistert.


    Passt für meinen Einsatzbereich perfekt (zur Arbeit und in die Stadt kaufen fahren)!




    Gruß


    Hanni

  • Also seit ich etwas aufmerksamer durch meine Münchner Nachbarschaft fahre entdecke ich jeden Tag gefühlt eine neue Baustelle oder Kiesgrube die man mit der XC erobern könnte. Die nächste Anschaffung für die SM wird definitiv ein gebrauchter Enduro-Radsatz!


    Wenn du nur Straße fährst schau dir die E-SM an, die gibts als Vorführer bei einem Händler auf mobile für gerade mal 5900 Euro!

  • Ich konnte die Freeride jetzt endlich abholen und habe die ersten 150 Kilometer hinter mir. Und ich bin hin und weg. Total. Das Ding ist das beste Motorrad, was ich jemals gefahren bin.
    Und ja, die Reichweite ist nicht der Hit, der Preis ist hoch und der Wertverfall steil, aber egal. Das Ding ist wirklich so dermaßen geil.
    Sämtliche Punkte die mich an der E-XC noch genervt haben, sind bei der E-SM beseitigt. Dank der längeren Übersetzung kann man in der Stadt auch mal auf 70 beschleunigen ohne dass der Druck nachlässt und das Handling ist mit den SuMo-Reifen erste Sahne. Bei der Reichweite kann man von ca. 27-30km bei aggressiver Fahrweise ausgehen. Man muss sich einfach überlegen ob die eigene Situation zum Motorrad passt. Ich war damit auch in und um meine kleine Heimatstadt (~25.000 Einwohner) unterwegs und hier war das Bike einfach perfekt. Straßensperre wegen Baustelle? Hahn auf und durch. Neubaugebiet mit glatten, neuen Straßen und scharfen Kurven? SuMo-Strecke. Bodenschwellen in besagtem Neubaugebiet? Spungschanzen. Jede Baustelle wird zum Spielplatz. Und das Beste daran? Es stört keinen. Die Leute sind freundlich, neugierig und ich hatte wirklich noch keine negative Erfahrung. Ich will die E-SM nicht mehr hergeben.
    Das Ladegerät ist auch ausreichend klein um es im Rucksack mitzuführen, bin gestern 60 Kilometer weit gefahren und habe auf halbem Weg nachgeladen. Da der angepeilte McDonalds leider keine Außensteckdose hatte (und ich den Schlüssel für das Powerpack vergessen hatte - sonst hät ich es mit reingenommen) bin ich einfach (oh die Ironie) zur nächsten Tankstelle gefahren. Dort konnte ich problemlos (und gratis!) laden. Mein Wunsch an KTM wäre trotzdem ein kleineres, schwächeres Ladegerät zum mitnehmen. Halb so groß, mit 5-6A Leistung, das wäre perfekt.
    An dieser Stelle muss ich noch eine Warnung ausprechen - unterschätzt das Ding nicht. Das Drehmoment ist brutal und man muss sich an die Kombination aus wenig PS und viel Druck erst gewöhnen. Mich hätte es fast gelegt als ich auf einer staubigen Landstraße gefahren bin und mir bei gerade mal 60 km/h einfach das Hinterrad weggebrochen ist. Der Druck liegt ständig an und das Hinterrad nutzt jede Gelegenheit auszubrechen. Man neigt dazu die Leistung der Freeride gelegentlich zu unterschätzen, genauso wie das gesamte Fahrerlebnis. Das Bike will geradezu mit kurzen Hosen und T-Shirt gefahren werden, aber dem Asphalt ist es egal ob man mit Strom oder Benzin unterwegs ist. Es verleitet einfach extrem dazu Unfug zu machen, so viel sei gesagt.







    Ich halte mich bei diesem Post jetzt sehr kurz, das Bike ist schon fast wieder voll, und ich will vor Fußball nochmal ne Runde drehen!

    2 Mal editiert, zuletzt von thafra ()