Beiträge von Hobbit

    alex 80


    Die Rolle bleibt beim Einlaufen der Kette ins Kettenrad stehen, da hast Du nicht viel Bewegung, daher reicht der hauchdünne Ölfilm auf der Kettenrolle aus. Die Schmierung dort ist eher sekundär. Die wichtigen Flächen sind Hülse zur Rolle, das ist primär zu schmieren.


    Die Dichtringe brauchen eigentlich keine Schmierung von außen. Spröde werden die eigentlich wenn die Kette zu heiß wird.


    Auch Kettenspray zieht zwischen Rolle und Hülse. Voraussetzung ist, dass die Kette sauber ist, sprich der Spalt zwischen Rolle und Innenlasche nicht vermoddert ist und dass das Spray auf die warme Kette gesprüht wird und Zeit hat zu arbeiten. Im Spray ist ein Flussmittel drin, das bewirkt, dass das flüssige Fett ebenfalls durch die Kapilarwirkung unter die Rolle zieht.


    Aber kein Spray kann so gut und gleichmäßig schmieren wie ein gut dosierender Öler.


    @CraytaX


    Wheelies machen dem Öltank gar nichts. Einen gut verbauten Öler sieht man praktisch gar nicht. Wenn ein Öler von außen zu sehen ist hat der Einbauer nicht gut gearbeitet.


    Bei meiner Nuda sieht das so aus:

    Hallo Leute,


    wenn ich hier einige Beiträge lese, drängt sich mir der Verdacht auf, dass einige erst mal nicht wissen wie eine Kette eigentlich aufgebaut ist und warum man die schmieren muss.


    Daher hier mal ein Bericht zum Kettenaufbau, den ich mal verfasst habe und dann eine Schnittzeichnung dazu.



    Wie ist eine Kette aufgebaut und warum muss man sie trotz Dichtringen schmieren?


    Eine Motorradkette ist vielschichtig aufgebaut. Der Kettenbolzen bildet den Kern der Kette. Auf dem Bolzen sitzt die nächste Schicht, die Kettenhülse. Zwischen Hülse und Bolzen ist eine Fettfüllung eingearbeitet, die nach außen durch die Dichtringe (O, X, Z...) abgedichtet wird.


    Dadurch ist das innerer Gelenk der Kette geschmiert. Auf der Hülse läuft aber noch die Kettenrolle. Da dichtet keine Dichtung etwas ab. Zur Seite hin bilden die Kettenlaschen den Abschluss. Die Rolle bleibt, wenn die Kette sich dreht, im Zahnradtal stehen. Die Hülse bewegt sich in der Rolle und erzeugt Reibung. Durch die Reibung entsteht Wärme. Die Wärme führt dazu, dass die Fettfüllung zwischen der Hülse und dem Bolzen sich ausdehnt und sogar flüssig wird. Irgendwann können auch die besten Dichtringe die Füllung nicht daran hindern, nach außen zu gelangen. Das Fett ist weg, der Verschleiß in der Kette nimmt rapide zu. Der Bolzen und die Hülsen, reiben aneinander und bekommen Spiel. Das Kettenglied wird sehr heiß, der O-Ring wird spröde und Wasser gelangt in die Kette. Da rostet der Stahl erst unsichtbar vor sich hin, bis erneut Wasser den Rost mit nach außen spült. Die Kette hat sich gelängt, die Gelenke der Kette sind also ausgeschlagen. Eine Kette wird nicht durch das Auseinanderziehen des Stahls gelängt. Das Kettenglied bekommt Spiel, dass ist Kettenlängung.


    Schmiert man die Rolle und insbesondere unter der Rolle, wird die Reibung minimiert und der beschriebene Effekt stark abgeschwächt. Wobei Öl besser schmiert als Fett oder Teflon.
    Der Schmierstoff muss unter die Rolle gelangen, um die Reibung zu minimieren. Das heißt, der Schmierstoff sollte zwischen Innenlasche und Rolle aufgetragen werden und eigentlich nicht auf die Dichtringe.


    Ich sehe öfters, dass der Schmierstoff auf die O-Ringe gesprüht wird, das ist sinnlos. Der Dichtring an sich benötigt eigentlich keinen Schmierstoff.


    Vorteile und Nachteile der Schmierstoffe:


    Fett hat den Vorteil, dass es nach Ablüften des Flussmittels relativ gut haftet. Der Nachteil ist: es bindet Schmutz. Der Schmutz bildet dann eine Schmirgelpaste, welche die Kette aufreibt. Das führt zu Reibung - Wärme - Längung.


    Teflon hat den Vorteil, keinen Schmutz zu binden, ist aber ohne Korrosionsschutz und nicht wasserfest. Außerdem muss man relativ oft nachsprühen und man sieht nicht ob noch Schmierstoff auf der Kette ist oder nicht.


    Grafit ist zum Schmieren der Motorradkette eigentlich untauglich. Es bildet zwar einen Schmierfilm, bleibt aber auf der Oberfläche der Kette und des Materials. Es hat keine Kapilarwirkung und dringt nicht zwischen die Rollen und die Hülsen, wo die Schmierung hauptsächlich benötigt wird.


    Öl hat den Vorteil, fast keinen Schmutz zu binden, am besten zu schmieren und sich einfach entfernen zu lassen. Nachteil: es muss öfters aufgetragen werden.


    Hier greifen dann die Vorteile eines Kettenölers. Er versorgt die Kette permanent mit minimalen Ölmengen. Das frische Öl ersetzt das durch die Scherkräfte in der Kette verbrauchte Öl und die Kette hält sich durch den Öltausch auch sauber. Wenn der Öler richtig eingestellt ist, bleibt das Motorrad sauberer als bei der Verwendung von Kettenfett. Durch die permanente, gleichmäßige Schmierung (Kühlung) verschleißt die Kette wesentlich langsamer als bei der herkömmlichen Spraymethode.
    Man kann davon ausgehen, dass bei einer guten Kettenqualität die Kette durch einen guten Kettenöler mindestens doppelt so lange, in der Regel 3-4 mal länger hält.


    Ich habe vor ein paar Jahren auf der Intermot in München mal eine Umfrage über Kettenpflege gemacht. 100 Motorradfahrer haben einen Fragebogen ausgefüllt. Eine Frage war die durchschnittliche Lebensdauer der Kette, Ergebnis: 6.000 bis 45.000 km. Die breite Masse lag zwischen 18.000 und 22.000 km. Mit Öler kommt man zwischen 50.000 und 100.000 km mit einer Kette. Das ist abhängig von dem Öler selbst, der Kettenqualität (da gibt es enorme Unterschiede), der richtigen Kettenspannung, einem in der Flucht eingebautem Hinterrad und auch aber nur sehr begrenzt von der Fahrweise.


    So gesehen ist ein Kettenöler eigentlich die beste Lösung für die Kettenpflege.



    Allzeit gute Fahrt


    Heiko


    Beitrag bearbeiten/löschen Bearbeiten Direkt antworten Antworten Zitieren Zitieren Beitrag zum Zitieren auswählen

    Prinzipiell hat Henry Recht. Ich fahre meine Ketten um die 70 000 km. Allerdings nur Straße. Das Ritzel verschleißt immer als Erstes. Da sich mit Öler die Kette aber nicht ungleich längt, kann man das Ritzel auch mal so tauschen. Funktioniert bei mir seit Jahren ohne Probleme. Ich muss so alle 30-40 000 km das Ritzel wechseln. Auch bei den Zahnrädern gibt es große Qualitätsunterschiede.
    Ich habe auf meiner Nuda auch eine Reginakette, die war ab werk schon ungleich gelängt, ein kleines bisschen. Ich habe die Kette nun seit etwas über 20 000 km drauf und sie ist noch recht gut beieinander. Es gibt einen etwas gehässigen Spruch: Kaufe nie eine Kette mit Frauennamen (Iris, Regina). Im überwiegenden Offroadeinsatz kann eine Kette ähnlich lange laufen wie bei mir. Dazu braucht man aber auch etwas Glück, denn wenn sich mal ein Stein einklemmt kann das schon den Kettentod einleiten. Ramona Eichhorn ist vor Jahren mit ihrer LC4 54 000 km mit einer Kette gefahren (Sahara, Kalahari, Namib, Australien, Neuseeland. Dann hat ein Stein einige Rollen herausgebrochen. Die Gesammtlängugn zum Neuteil war nach dem Vorfall 5 mm.


    Allzeit gute Fahrt


    Heiko

    thomas


    Ihr habt beide Recht. Die EVO Pumpe ist temperaturunabhängig n(bis zu einer gewissen Temperatur) durch die Hubkolbenpumpe (nicht jede Pumpe ist temperaturunabhängig) und sie ist temperaturgesteuert durch einen Sensor und die Software. Eine Pumpe muss bei niedrigen Temperaturen gegen einen größerenen Wiederstand arbeiten, da das Öl ja zäher wird. In dieser Situation steuern wir die Spule der Pumpe länger an, damit der Pumpvorgang auch abgeschlossen wird. Bei 20°C dauert der Pumpvorgang deutlich unter einer Sekunde, bei -20°C sind es über 20 Sekunden. Das bei -20°C keiner mehr fährt, weiß ich übrigens auch, aber bis zu diesem Wert haben wir die Software gestaltet.

    Das Öl ändert mit sich ändernder Temperatur die Viskosität, das ist Physik, hat also nix mit Werbung zu tun. Zwischen 10°C und 30°C ist der Unterschied in der Viskosität (Flussgeschwindigkeit) und damit in der abgegebenen Menge etwa 410 %. Dadurch kann man den Scotti eigentlich nie genau einstellen. Ich habe das zumindest nie hin bekommen. Man stellt nach wenn die Kette zu trocken aussieht, dann ist sie aber schon trocken gelaufen oder man stellt nach, wenn die Felge verölt ist, auch hier ist man zu spät, es ist ja schon passiert. Bei einem Öler, bei dem die abgegebene Ölmenge unabhängig von der Temperatur gleich bleibt, kann man sehr viel genauer einstellen und die Einstellung verändert sich auch nicht von selbst.


    Der 100 ml Tank des CLS EVO wird mit etwa 80 ml Öl befüllt und ich komme damit ohne ihn leer zu fahren locker 12-14 000 km weit.


    Allzeit gute Fahrt


    Heiko

    Ah, jetzt, der Henri,


    wenn Du Dir den Aufbau der Kette mal anschaust, wirst Du sehen, dass der Schmierfilm, den man aufträgt, bzw. von einem Öler aufgetragen wird nichts mit der Fettpackung zu tun hat. Die sitzt zwischen dem Bolzen und der Hülse. Da bekommst Du keinen Schmierstoff hin. Schmieren muss man zwischen der Rolle und der Hülse. Immer wenn die Kette ins Kettenrad läuft, bleibt die Rolle im Zahnrad stehen und unter der Rolle dreht sich die Hülse beim Umlenken um die Zahnräder um den Bolzen und in der Rolle ein Stückchen weiter.


    Das Öl, das der Öler einseitig an der Kettenradflanke abstreift, wird als Faden abgezogen und durch die Fliehkraft nach außen gedrückt. Der Faden wird dann genau in den Spalt zwischen Ketteninnenlasche und Rolle hineingedrückt. Durch die Kapilarwirkung und die Drehbewegung zieht sich das Öl unter der Kettenrolle bis zur andern Seite und zwischen der Hülse und Rolle ist dadurch ein Schmierfilm entstanden. Die Kette ist geschmiert.


    Warum halten bei einigen Motorrädern die Ketten nicht so lange wie wir das sagen? Das liegt einmal an der Montage, was bei Dir ja ausfällt, den den Öler habe ich ja eingebaut. Zum anderen an der Bedieneung, es ist sehr wichtig nach Regenfahrten die Kette wieder so schnell wie möglich zu schmieren. Dazu erhöht man für etwa 5 Minuten über das Display die Ölmenge auf Maximum. Ansonsten dauert es zu lange, bis die Kette wieder ausreichend durchgeschmiert wird und sie läuft heiß.
    Dann wären wir noch bei der Qualität der Kette. Deine Ducati hatte eine Regina Kette verbaut und die haben nicht gerade den Ruf sehr hochwertig zu sein. Ich habe heute einen alten Kunden von mir getroffen, der hat mir erzählt, dass er seine XX Superblackbird mit fast 60 000 km und der ersten Kette verkauft hat (fährt jetzt ZZR 1400).


    Was passiert, wenn eine Kette mal nicht geschmiert ist? Beim Umlenken der Kettenglieder um die Zahnräder dreht sich die Hülse in der Rolle ein Stückchen. Deswegen muss man die Kette schmieren. Ist zwischen diesen Bauteilen mal kein Schmierstoff, dann reiben sich Rolle und Hülse. Das wird so heiß, dass die Fettfüllung einen Stock tiefer, zwischen Bolzen und Hülse sich verflüssigt. Damit dehnt sich das Fett aus und drückt sich am Dichtring vorbei, wobei dieser spröde wird und später auch Regenwasser rein lässt. Das innere Gelenk reibt sich nun auf und bekommt Spiel. Die Kette hat sich gelängt und stirbt ab jetzt langsam oder schnell vor sich hin.
    Diese Kettenlängugn passiert meist nur an einigen Stellen, die Kette längt sich also ungleich.

    Sorry Leute, aber das schaut bei beiden eher gewöhnungsbedürftig aus. Warum verbaut ihr das nicht unsichtbar?


    Man kann das auch so machen wie hier. Ist zwar kein Scottoiler aber das geht mit dem Scotti genauso.

    @1290edi


    Na so was ein Coburger. Ich bin aus Wiesenfeld.


    Die Fettfüllung, die der Dichtring in der Kette hällt befindet sich zwischen dem Kettenbolzen und der Kettenhülse. Die kann man nicht auswaschen. Der Kettenmax reinigt die Oberfläche der Kette.


    Die Kette ist so aufgebaut, wie auf der Grafik zu sehen. Bei der Verwendung eines Ölers reicht es eigentlich die Oberfläche der Kette ab und an mal mit einem öligen Lappen abzuwischen. Die Kette meiner alten ZX-9R habe ich zu Testzwecken nie gereinigt, bin nur (mit Öler) gefahren. Die Kette hielt 75 359 km.

    Nun ja, was soll ich sagen, dann musst Du halt mal mehr fahren. :grins:


    Das soll halt jeder so machen wie er denkt. Der Öler schmiert die Kette deutlich anders als man das manuell mit der Dose macht. Die Kette verklebt nicht, sammelt keinen Dreck und wie gesagt sie hällt etwa drei mal so lange. Bei einem größeren Motorrad hat sich die Anschaffung mit einem gesparten Kettensatz schon rentiert. Bei der kleinen Duke würde das wohl 1,5 Kettensätze dauern.


    Ich persönlich sehe das in erster Linie nicht aus wirtschaftlicher Sicht. Ich habe keine Lust auf die Sprüherei und den abgeschleuderten Kettenfettmodder. Bei anderen Zubehörteilen hat man praktisch gar keinen wirtschaftlichen oder technischen Nutzen, dafür werden aber noch ganz andere Summen ausgegeben (Auspuff, Carbonteile, Hebel...).


    Man kann so ein System übrigens auch jederzeit von einem Motorrad auf ein anderes umbauen, daher ist es eher eine einmalige Anschaffung. Wie gesagt, muss halt jeder selbst wissen.


    Allzeit gute Fahrt


    Heiko

    Hallo,


    aus meiner Erfahrung nach kommt die Idee des Einbaus der Bedienung (Display oder Drehschalter ist da erst mal egal) unter der Sitzbank vom Wunsch her nie was verstellen zu müssen. ist verständlich aber nicht gut. Im Regen oder Offroadbetrieb muss die Ölmenge schon angepasst werden. Ansonsten wird die Kette massiv darunter leiden.


    Der Öler ist so gebaut, dass er bei trockener Fahrbahn mit extrem wenig Öl auskommt. Würde ich bei meiner 900er Nuda die 80 ml des Tanks komplett leer fahren wären das etwa 16 000 km. Das bedeutet aber, dass sehr wenig Öl nachkommt, was bei Regen oder schmutziger Fahrbahn/Piste dazu führt, dass die Kette nicht mehr ausreichend geschmiert wird. Es dauert deutlich über eine Stunde die ausgewaschene Kette, bei trockener Fahrbahn, mit der Grundeinstellung durchzuschmieren.
    Wenn man das ein paar mal macht bekommt sie einen weg. Daher den Schalter so verbauen, dass man ihn während der Fahrt bedienen kann, dann macht man es auch. Anhalten Sitzbank abnehmen, verstellen, Sitzbank wieder drauf, weiter und später wieder das Ganze zurück zurück macht man auf Dauer nicht, der Mensch ist faul.


    Drehschalter im Seitenbereich oder Display am Lenker ist unauffällig und macht die Bedienung sehr leicht.


    Der Aluhalter ist eine deutliche Hilfe bei der Montage und wie schon gesagt, er schützt den Tank.


    Verstellen im Regen oder Offroad.



    Allzeit gute Fahrt


    Heiko

    Hallo,


    Die Düsenposition vor dem Auflaufpunkt der Kette ist wichtig, damit sich das Öl optimal verteilen kann. Das funktioniert besser als die 6h Position. Ideal ist es, die Kette nach oben auf das Zahnrad zu drücken und dann noch ein Zahnradtal Platz zu lassen. Da muss dann die Düse hin.


    !!!Wichtig!!! Die Düse muss unbedingt mit der Schnittfläche am Kettenrad anliegen, da darf kein Abstand sein, auch nicht die Düsenöffnung zur Kette drehen, das ist falsch.


    Da das System in der Grundeinstellung nur alle 4,5 Minuten einen Tropfen Öl abgibt muss man natürlich erst mal etwas fahren um einen Ölfilm zu sehen. Ich fahre nach einer Neuinstallation immer erst mal 5 Minuten auf volle Pulle und stell dann auf die entsprechende Grundeinstellung zurück.


    Du wirst von der 5 auch auf die 4 oder die 3 gehen können, musst Du ausprobieren.

    Hallo,


    probiert habe ich es noch nicht, dürfe aber gehen, zum Befüllen, ohne die Verkleidung dann immer abbauen zu müssen, sollte man in den Tank eine dritte Leitung einbauen. Dann kann man über die befüllen und die Luft kann über die Belüftung entweichen. Den dritten Nippel würde ich Dir beilegen und telefonisch erklären wie man den einbaut. Da ich nicht weiß an welcher Stelle der Nippel am Besten gesetzt wird, musst Du das selbst machen.