Wo und wie genau Kettenspannung kontrollieren?

  • Moin und hallo,


    Ich bin seit Anfang der Woche stolzer Besitzer einer 390 Adventure und bei letztem guten Wetter eine Runde gedreht.

    Nun kommt die Maschine erst einmal in den Wintergarten und ich sehe mir soweit alles an und durch, da ich zwar schon lange den Führerschein habe, aber das mein erstes eigenes Motorrad ist.

    Nun zur eigentlichen Frage: ich werde aus der Beschreibung im Handbuch nicht ganz schlau, was das Kontrollieren der Kettenspannung angeht. Je nachdem an welcher Stelle ich kontrolliere kann ich die Kette mehr oder weniger, bzw. Bis ganz an die Schwinge drücken und ich mache mir nun sorgen, ob das so sein soll oder nicht?!

    Vielleicht kann der ein oder andere mir dabei helfen, bzw. Hat vielleicht sogar jemand ein Foto parat, welches den Vorgang gut darstellt :denk:

    Bin für jeden Tipp dankbar.

    Grüße Jan :grins:

  • Willkommen im Forum.

    Das Thema wurde hier schon öfter diskutiert. Wenn du genau auf die linke (in Fahrtrichtung) Seite der Schwinge schaust, siehst du in der Nähe der breitesten Stelle der Schwinge, an deren Unterkante eine Marke und auch eine Mini-Grafik die zeigt, wie man messen soll. Die Marke ist wegen der Farbschicht auf der Schwinge schwer zu sehen.

    Nun zu deinem Problem: Die Serienkette ist von so schlechter Qualität, dass sie sich schon nach wenigen hundert Kilometern anfängt, ungleich zu längen. Das ist es, was du merkst, wenn du an verschiedenen Stellen misst. Versuche die Stelle zu ermitteln, an der die Kette die höchste Spannung aufweist. Dann nimmst du einen Meterstab, drückst die Kette gegen die Schwinge und stellst einen Abstand zwischen Kettenoberkante und Schwingen-Unterkante von höchstens 5 mm (also keinen höheren Wert) ein. Merke hierzu: Je größer der Abstand, desto straffer ist die Kette gespannt.

    Ich stelle die Kette immer so ein, dass sie bei starkem Druck in Richtung Schwinge, diese schon berührt (also ohne zu messen).

    Eine ungleich gelängte Kette birgt die Gefahr, dass sie im Extremfall von Ritzel oder Kettenrad springt, was fast immer mit einem Sturz einhergeht. Also zeitnah auswechseln, bevor es gefährlich wird. 2 Empfehlungen für eine gute Kettenmarke wären Regina und D.I.D. Letztere habe ich montiert. Auch wichtig: Immer den ganzen Kettensatz wechseln, also Ritzel, Kette und Kettenrad.


    P.S. Es ist fast unmöglich zu verstehen, wie laut Anleitung genau gemessen werden soll. U.a. hat die Schwinge einen Absatz, d.h. innen, wo die Kette unten vorbei läuft ist die Schwinge weiter von der Kette entfernt als an der sichtbaren Vorderkante. Welchen Abstand soll man also ermitteln: den innen oder den an der Sichtkante? Zudem ist die Grafik in der Anleitung so ungenau, dass man es nicht erkennen kann. Auch fehlt eine genaue Beschreibung in Worten.

    Kawasaki Z 400 B (BJ 1979)

    Yamaha XJ 600

    Yamaha FJ 1200 ABS

    KTM 390 Adventure

    Royal Enfield Classic 500 EFI

    5 Mal editiert, zuletzt von Timzed ()

  • Vielen Dank für deine Antwort und entschuldige meine späte Rückmeldung.

    Ich war letzte Woche wegen eines Problems mit meiner Lenkersperre beim Händler, bzw. in der Vertragswerkstatt und habe gleichzeitig noch einmal einen Blick auf die Kette werfen lassen. Sie haben sie mir nachgespannt und zum Zustand aber weiter nichts gesagt, außer dass es normal sei, dass sich die Kette unter Benutzung und Last weitet und das normal ist.

    Ich werde regelmäßig zu Hause weiter kontrollieren und zur not nachspannen. Mit dem zuständigen Händler habe ich mich darauf verständigt, dass wir im Juli, wenn eh die nächste Inspektion ansteht, den Kettensatz einmal austauschen. In deren KTM Bestand führen tatsächlich D.I.D. Ketten.

    Ich verstehe nur nicht, warum nicht das kleine Geld in die Hand genommen wird, seitens KTM und serienmäßig eine D.I.D. Kette verwendet wird.

  • Ich verstehe nur nicht, warum nicht das kleine Geld in die Hand genommen wird, seitens KTM und serienmäßig eine D.I.D. Kette verwendet wird.

    KTM hat im letzten Wirtschaftsjahr ca. 375.000 Motrräder verkauft. Mit einer besseren Kette kein einziges mehr.

    Aber sie haben pro Motorrad ca 10,- im Einkauf wg. der Kette gespart.


    Rechne selbst.

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

    Einmal editiert, zuletzt von Kondos ()

  • Ich verstehe nur nicht, warum nicht das kleine Geld in die Hand genommen wird, seitens KTM und serienmäßig eine D.I.D. Kette verwendet wird.

    Ist eine reine Geldfrage. Bei den Stückzahlen wird aus kleinem Geld auch schell mal ein riesen Betrag, bei dem der BWLer dann schon mal den Rotstift zückt. Außerdem ist das ein Verschleißteil und somit KTM ziemlich egal, weil nicht von Garantie und Gewährleistung betroffen. Und je mehr der Kunde in Werkstattaufenthalte und Ersatzteile investiert, desto besser (finanziell) für KTM.

  • Guten Morgen


    ich habe einen neuen Kettensatz montiert.


    Dann habe ich mit Spanngurt eine gerade Flucht von Mitte Ritzel, Mitte Drehpunkt Schwinge und Mitte Achse Hinterrad eingestellt


    Die Kette hab ich nach Methode Timzed eingestellt.


    Wo alles fertig war, hab ich meine Duke 5 nochmal so auf dem Seitenständer abgestellt, das die Kette oben gespannt ist.


    Könnte man jetzt nicht z. B. eine Metallstange ablängen und diese von unten durch die Kette durchschieben, bis sie an der markierten Stelle an der Schwinge ansteht


    Dann oberhalb der Kette, in die Metallstange eine Markierung machen und schon hätte man ein Hilsmittel, die Kettenspannung zu kontrollieren .


    ich befürchte nur, das ich da vlt. einen Denkfehler habe.


    Gruß Stephan


    PS: Bitte keine Noten für 's zeichnen

  • Es gibt mindestens einen guten Grund, warum KTM das Einstellen im hinten aufgebockten Zustand angibt: Mit der von dir beschriebenen Methode ist es schwierig bis unmöglich, die Kettenspannung an unterschiedlichen Stellen zu ermitteln. Du müsstest das Motorrad durch die Gegend schieben und immer wieder nachmessen. Das wird kaum jemand machen.

    Also besser immer aufgebockt und mit freiem Hinterrad an verschiedenen Stellen messen, auch wenn sich eine Markenkette (von der ich bei dir nun ausgehe) weniger ungleich längt. Etwas wird sie das immer tun.

    Irgendwie vermisse ich schon ab und zu die Hauptständer meiner früheren Bikes, vor allem auf Reisen.

    Kawasaki Z 400 B (BJ 1979)

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    Royal Enfield Classic 500 EFI

  • Nee Quatsch, die hatte / hab ich auf meiner in Ruhe gestellten VFR drauf.


    nicht ganz 50 TKM


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