Fussbremszylinder hängt fest?

  • Hi Leute,

    Ich wollte heute die 125er Duke (Bj. 2015) meine Sohne fahrbereit machen.

    Die Maschine hat ca. 1 Jahr herumgestanden.

    Allerdings habe ich ein kleines Problem:

    Der Fussbremszylinder scheint festzuhängen.

    Wie äußert sich das:

    Am Anfang ließ sich die Maschine ganz normal schieben, wie ein Fahrrad.

    Dann hab ich bei eingeschalteter Zündung die Beleuchtung prüfen wollen.

    Dabei ist mir aufgefallen, dass das Bremslicht dauerhaft eingeschaltet war.

    Am Ende hat sich herausgestellt, dass das Bremslich an bleibt, sobald man den Fussbremshebel betätigt.

    Danach ist auch das Hinterrad fest.

    Hab dann versucht, die Beläge mal auseinander zu drücken.

    Minimales Spiel war da.

    Nach einer gewissen Zeit hat sich die Bremse hinten auch wieder gelöst und das Bremslich ging aus.


    Wo würdet ihr anfangen zu suchen?

    Bremszylinder an der Fussbremse?

    Bremssattel?


    Gruß

    Dodger

  • Hab nochmal geschaut.
    Wenn das Rad frei läuft, dann hat das Bremspedal etwa 7mm Spiel.

    Wenn ich ein Paar Mal pumpe, dann bleibt das Rad fest und das Spiel am Bremshebel ist ca. 1,5cm.

    Scheint also, als ob der Geberzylinder hängen bleibt.

    Wie wechselt man in dem Fall die Bremsflüssigkeit, weil ich kann ja nicht pumpen...

    Welche Kraft drückt den Bremszylinder denn wieder zurück, wenn man mal auf die Bremse getreten hat?

    Oder erledigt das die kleine Feder unter dem Pedal?


    Gruß

    Dodger

  • Sattel abnehmen, Beläge raus und alles säubern. Vor allem die Führungen für die Grundplatten der Beläge im Sattel. Bremskolben reinigen und dann etwas zurückdrücken, dabei auf den Flüssigkeitsstand im Vorratsbehälter achten! Ob der Kolben im Bremszylinder der Hinterradbremse richtig arbeitet sieht man ja beim Betätigen des Bremshebels. Muss in die Ausgangsstellung zurück gehen. Das war`s eigentlich auch schon.

  • Bremshebel durch die Feder. Die Beläge werden durch die Verformung der Dichtringe der oder des Bremskolben/s im Sattel minimalst zurückgesetzt. Mach das erstmal mit dem Sattel. Wenn das nicht hilft, Bremsflüssigkeit wechseln. Wenn die Entlüfterschraube am Sattel geöffnet und der Bremshebel betätigt wird, drückt es ja die Flüssigkeit durch. Wenn dann die Entlüfterschraube geschlossen und der Bremshebel daraufhin entlastet wird, müsste, einwandfreie Funktion vorausgesetzt, der Geberkolben im Hauptbremszylinder in die Ausgangsstellung zurückgehen. Eventuell mal die Staubmanschette wegschieben, um das besser sehen zu können.

    Habe die Hinterradbremse der 125er nicht vor Augen, aber so ist das Prinzip. Wenn du dir unsicher bist, lass das besser in der Werkstatt machen.

  • Rückmeldung meiner Aktivitäten:

    1. Bremsklötze ausgebaut

    2. Bremssattel wunderbar leichtgängig

    3. Bremskolben mit Schraubzwinge zurückgedrückt. Ging leicht, würde sagen, der Kolben ist freigängig. Im Ausgleichstbehälter hat sich mal so gar nix getan, eigentlich hätte ich erwartet, dass der Pegel steigt. Dann mal spaßeshalber die Entlüftungsschraube geöffnet.

    Kam aber nix. Am Pedal konnten man nur die letzten 2mm pumpen, der Rest war quasi Leerlauf. Der Bremskolben hat sich auch nicht mehr bewegt, bei geschlossenem Ventil.

    Und mit vieeeeeeel Druck auf das Pedal hat sich an der Entlüftung ein Tröpfchen gebildet.

    Was würdet ihr aus dieser Beschreibung schließen?

    Geber-Zylinder kaputt?


    Kann man da auch ruhigen Gewissens einen aus dem Zubehör nehmen oder muss es das 110€-Original sein?

    Muss man beim Tausch auf irgendwas besonderes achten?


    Eigentlich wollte ich die Maschine nur für den Verkauf aufhübschen :nein:

  • Hört sich nach Luft im System an. Eine Undichtigkeit kannst du nicht feststellen? Ich gehe mal davon aus, dass du schon mal eine Bremse entlüftet hast. Wenn man also den Vorgang Fußbremshebel belasten=> Entlüfterschraube am Sattel leicht öffnen=> wieder schließen=> Bremshebel entlasten und das mehrfach macht, dann müsste die Luft am Sattel entweichen und Flüssigkeit nachgedrückt werden. Flüssigkeitsstand im Vorratsbehälter müsste sinken. Klappt das nicht, würde ich vermutlich darauf schließen, dass der Kolben im Zylinder der Fußbremse nicht arbeitet. Für mich käme dann nur ein Originalteil, eventuell nur neuer Dichtungssatz, in Betracht.

  • Das mit dem pumpen und dann das Ventil öffnen hab ich ausprobiert, ging halt nix.

    Für mich macht es den Eindruck, als würde der Geberzylinder keinen Druck aufbauen.

    Gibt es eine Nummer für einen Reparatursatz für den Zylinder?

  • Würde deshalb einen KTM Händler anrufen. Louis hat wohl auch entsprechende Dichtungssätze, z.B. (Art. No. 10058166) Ist zwar keine Raketentechnik, würde es aber nur machen, wenn du dir das zutraust.

  • blöde Frage nochmal: die Kiste hat ja ABS.

    Die Leitung vom Geber Zylinder geht ja demnach an die Hydraulik Einheit des ABS Systems.

    Kann man da überhaupt so einfach entlüften?

    Muss man dabei die Zündung eingeschaltet haben oder die Kiste sogar laufen lassen?

  • Es geht schon "normal" auch.


    Gerade bei einem System mit viel Luft drinnen tut sich der Händler aber leichter, der kann den ABS Block aktiv ansteuern.


    Wenn du den Kolben gut zurück bekommst ohne, dass der Stand im Behälter steigt, würde ich auch auf massiv Luft im System tippen.

  • Hab es nochmal probiert, keine Chance.

    Es baut sich beim Entlüften kein Druck im System auf.

    Wenn man pumpt und dann bei gedrücktem Pedal das Ventil öffnet, dann kommt ca. 1cm Bremsflüssigkeit im Schlauch.

    Dann Ventil wieder zu und nochmal gepumpt. Ventil wieder geöffnet, nix passiert. Die Flüssigkeitssäule bleibt einfach stehen.

    Wenn ich das Ventil offen lasse und den Bremshebel loslasse, dann wird aber die Flüssigkeit aus dem Entlüftungsschlauch wieder in das Bremssystem "reingesaugt".
    Also irgendwie scheint der Fussbremszylinder ja doch zu funktionieren.

    Vielleicht doch ein Problem bei den Bremsschläuchen?
    Oder noch schlimmer: beim ABS-Modul?
    Was würdet ihr als nächstes tun?
    Fussbremszylinder wechseln?


    Gruß

    Dodger

  • Die Bohrung vom Reservoir ins System wird freigegeben, wenn der Bremskolben im Sinne Ruhelage ist.


    Kommt er das nicht, findet kein Ausgleich statt.

    Daher käme dann auch das Verhalten, dass nach einmaligem Ablassen erstmal überhaupt nichts mehr geht.


    Möglicherweise ist die Betätigungsverstellung so verstellt, dass der Kolben immer gedrückt bleibt.


    (Ich kenne allerdings dein Motorrad nicht aus eigener Erfahrung, das ist jetzt nur die Theorie aus der KFZ Technik).

  • Die Theorie hatte ich auch schon, zumal der Bremslichtschalter ständig gedrückt ist.

    Wir haben jetzt mal versucht, mit Zug die Flüssigkeit aus dem Entlüftungsventil zu bekommen, auch keine Chance.

    Ich werde mir jetzt einen neuen Geberzylinder besorgen und mal schauen, ob es damit dann funktioniert.

  • So, weiter geht der Spaß.

    Erstmal: nein, der Schlauch ist nicht geknickt.

    Dann hab ich mal einen Geber-Zylinder gekauft, der lt. Homepage zu einer Duke meines Baujahres passt.

    Das einzige was jedoch passt, ist der Abstand der Befestigungsbohrungen.

    Der Bremslichtsschalte hat eine M10x1.0 Gewinde, der neue Zylinder eine M10x1,25er.

    Die Kolbenstange ist viel zu lang, die Gabel, mit welcher sie mit der Fussbremse verbunden wird, ebenfalls.

    Beides (Kolbenstange + Gabel) sind wohl aus gehärtetem Stahl, eine Modifikation daher nahezu unmöglich.

    Daher, lasst euch sagen: das hier, passt nicht!!
    Hauptbremszylinder