Reifenluftdruck und dessen Auswirkung

  • Hab mich mit dem Thema noch nie so wirklich beschäftigt und jetzt interessierts mich doch mal wie das mit dem Luftdruck ist.


    Was bewirkt ein höherer bzw. niedriger Luftdruck hinsichtlich Grip, Fahrgefühl, Verschleiß, Handling,....
    Wo ist eigentlich der unter bzw. der oberer Grenzwert?


    Das ganze beziehe ich auf die gängisten Strassenreifen auf der Landstrasse!


    Gibt ja sicherlich einige die sich da genauer auskennen.

  • Die Stabilität eines Reifens hängt enorm von dem Luftdruck ab und sollte nicht unterschätzt werden!!!
    Wichtig ist die genaue Einhaltung der für den jeweiligen Reifen angegebenen Werte.


    Ist der Luftdruck zu gering walken die Reifen sehr stark. Da sich durch die innere Reibung die Karkassenlagen und Gürtellagen enorm erhitzen, kommt es zu einer Verschlechterung des Handlings.
    Unter Umständen löst sich die vulkanisierte Lauffläche bei großer Erhitzung ab. Das ist lebensgefährlich :amen: und muss unbedingt vermieden werden!!!!


    Ist der Luftdruck zu hoch verschlechtern sich das Kurvenverhalten, der Bremsweg und die Kilometerleistung um ein Vielfaches, da die Aufstandsfläche des Reifens zu gering ist.


    Grundsätzlich gilt dabei eine wöchentliche Kontrolle. :zorn:

  • Öhm... mal dumm dazwischen gefragt: Warum stehen mir dann in Sachen Reifendruck ausschliesslich Informationen des MOTORRADherstellers zu Verfügung?


    Ich bin mir sicher, dass ich bei Michelin (ich fahre momentan den MPP) nirgends eine Angabe bezüglich Reifendrucks für die KTM Super Duke finden werde.
    Falls ja, straft mich ruhig Lügen! Und sagt mir wo!

    Without data you're just another person with an opinion.

  • Öhm... mal dumm dazwischen gefragt: Warum stehen mir dann in Sachen Reifendruck ausschliesslich Informationen des MOTORRADherstellers zu Verfügung?


    Ich bin mir sicher, dass ich bei Michelin (ich fahre momentan den MPP) nirgends eine Angabe bezüglich Reifendrucks für die KTM Super Duke finden werde.
    Falls ja, straft mich ruhig Lügen! Und sagt mir wo!


    Also Michelin gibt beim MPP bei Solo fahrt 2.3 und 2.5 an! und:Wir empfehlen Ihnen, bei keinem Einsatz einen Luftdruck zu fahren, der mehr als 0,1 bar unter diesen Empfehlungen liegt. Nur damit ist die bestmögliche Funktion des Reifens gewährleistet.


    Und was gibt KTM an für die Superduke?


    Ich denke dass es nicht schlecht ist!!


    gruz

  • Ist die Michelin-Aussage modellbezogen?
    Wenn ja, wo findest Du die Angaben?


    Nebenbei erwähnt: "bei keinem Einsatz" sieht wohl von der Rennstrecke ab!
    Ich bin den am AdR vorne mit 2.1 und hinten mit 1.9 gefahren...
    Hat bei einer Fahrwerkseinstellung irgendwo zwischen Standard und Sport optimal gepasst.

    Without data you're just another person with an opinion.

  • Ist die Michelin-Aussage modellbezogen?
    Wenn ja, wo findest Du die Angaben?


    :nein: nicht Modellbezogen!Allgemein!


    Aber ich denke mal bei 200 kg der meisten Sportbikes kann dass nicht so schlecht sein!
    Aber was sagt KTM?


    gruz

  • Für dich Marq:


    Luftdruckempfehlung für den Michelin Pilot Power und Pilot Power 2CT



    in bar, gemessen am kalten Reifen



    Einsatz Luftdruck
    vorne hinten
    solo Landstraße 2,3 2,5
    Zweimannbetrieb 2,5 2,9
    Autobahn 2,5 2,9
    Rennstrecke 2,2 2,2



    Wir empfehlen Ihnen, bei keinem Einsatz einen Luftdruck zu fahren, der mehr als 0,1 bar unter diesen Empfehlungen liegt. Nur damit ist die bestmögliche Funktion des Reifens gewährleistet.

  • Aber was sagt KTM?

    2.4 vorne und hinten, wenn ich mich richtig erinnere... (Shame on me! So handhabe ich es halt...)


    Na ja, ich kann mir irgendwie nicht so richtig vorstellen, dass bei einem 1000er Supersportler mit über 180 PS der Reifen mit gleichem Druck genauso funktioniert wie mit dem ultraagilen 120PS starken V2... Egal ob sie beide ca. 200Kg wiegen.


    Rennstrecke 2,2 2,2

    :nein:

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  • 2.4 vorne und hinten, wenn ich mich richtig erinnere... (Shame on me! So handhabe ich es halt...)


    Na ja, ich kann mir irgendwie nicht so richtig vorstellen, dass bei einem 1000er Supersportler mit über 180 PS der Reifen mit gleichem Druck genauso funktioniert wie mit dem ultraagilen 120PS starken V2... Egal ob sie beide ca. 200Kg wiegen.


    Du hast wohl vergessen dass die SD auch 100nm hat und die supersportler so ca. 115nm¨!


    Wo ist da der Grosse Unterschied?



    gruz

  • Du hast wohl vergessen dass die SD auch 100nm hat und die supersportler so ca. 115nm¨!
    Wo ist da der Grosse Unterschied?

    M.E. ist nicht nur das Drehmoment ist ausschlaggebend. Wie sieht es mit der Stabilität bei.... sagen wir mal "höheren" geschwindigkeiten?
    Wie oft fährt man mit einer SD über 220? Wie oft treibt man das Spielchen mit 'nem Kilosportler?

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  • M.E. ist nicht nur das Drehmoment ist ausschlaggebend. Wie sieht es mit der Stabilität bei.... sagen wir mal "höheren" geschwindigkeiten?
    Wie oft fährt man mit einer SD über 220? Wie oft treibt man das Spielchen mit 'nem Kilosportler?


    hab ich doch gedacht dass die Antwort kommt!
    Wie oft fährt man über 220 ?


    Also wenn es so ist wäre dann der Luftdruck bei den Kilosportler wichtiger!!!
    Aber aus irgendeinem grund geben die ja einen Wert an der Allgemein gültig ist!!!!



    gruz

  • Wenn ihr mal genau hinschaut sind die Werte alle im kalten Zustand gemessen.


    Auf der Rennstrecke werden die Reifen heißer ->sehr hoher Druckunterschied zum kalten Zustand!
    Auf der Landstraße werden die Reifen warm aber nicht so heiß wie Rennstrecke ->immer noch deutlich Druckunterschied zum kalten Zustand


    Wenn ihr die Werte von Michelin mal hochrechnet mit den jeweiligen Temperaturen (kalt=20°C, Landstraße =50°C, Rennstrecke = 65°C) werdet ihr sehen dass die Reifen dann bei Betriebstemperatur alle um die 2.5/2.9 liegen.


    Bei Fahrten zu zweit oder über die Autobahn sind das andere Fälle, weil die Reifen hier entweder am Lastmaximum oder nur sehr punktuell belastet werden. Da muss schon im kalten Zustand mehr Druck drin sein um die Aufstandsfläche nicht übermäßig groß sein zu lassen.



    Ich hab mal nen Excel-File gemacht wo ihr die Drücke und Temperaturen eingeben könnt um mal zu sehen wieviel das jeweilig ausmacht. Für Ingenieure unter euch: Basieren tut die Rechnung auf der Idealen-Gas-Gleichung von Boyle-Mariott.

  • Ist die Michelin-Aussage modellbezogen?
    Wenn ja, wo findest Du die Angaben?


    Nebenbei erwähnt: "bei keinem Einsatz" sieht wohl von der Rennstrecke ab!
    Ich bin den am AdR vorne mit 2.1 und hinten mit 1.9 gefahren...
    Hat bei einer Fahrwerkseinstellung irgendwo zwischen Standard und Sport optimal gepasst.

    letztes jahr habe ich mich am luk-driving center mit dem männchen vom michelin-truck unterhalten: er sagte ganz klar, der MPP darf auch auf der rennstrecke auf keinen fall unter 2,2 gefahren werde, weil er eine extrem weiche karkasse hat. sie haben testfahrten gemacht und bei unter 2,2 ist er schon mal von der felge gesprungen. aber selbst wenn er "nur" wegklappt müßte ich das nicht haben..der 2ct hat zwar eine stabilere karkasse, aber auch für den gilt die offizielle michelin-2,2 grenze..

  • ...Basieren tut die Rechnung auf der Idealen-Gas-Gleichung von Boyle-Mariott...

    Offtopic:
    Klugscheissmodus an:
    Die ideale Gasgleichung basiert auf einer Zusammenfassung der Gesetze von Gay-Lussac und Boyle-Mariotte.
    Boyle-Mariotte haben ihre Untersuchungen ohne Temperaturänderungen vollzogen und damit p*V=konstant ermittelt.
    Gay-Lussac hat ermittelt, dass ein Volumen bei konstantem Druck proportional zur Temperatur ist.
    Beides zusammen ergibt dann das Ideale-Gasgesetz.
    :zwinker: :grins:

  • garp: dass es damals gepasst hat lag dann wahrscheinlich an dem meinerseits verhaltenem Angasen...
    Fakt ist, dass ich mich sowohl bei konstanter Beschleunigung als auch in der Bremszone immer auf der sicheren Seite gefühlt habe.


    Nebenbei sei erwähnt dass Ingo ihn immer bei 2.1 plusminus 0,1 fährt... Er sagt hätte immer gepasst.
    War nicht die einzige Infoquelle die ich damals angezapft hatte. Alle gaben ca 2,0 als Schnitt an... :denk:


    Kann natürlich auch sein, dass das "abspringen von der Felge" bei Fuchs und Co passiert ist.... Und so fahr' ich vielleicht im nächsten Leben mal! :zwinker:

    Without data you're just another person with an opinion.

  • sie haben testfahrten gemacht und bei unter 2,2 ist er schon mal von der felge gesprungen.


    Mit Verlaub, das ist gleich mehrfacher Unsinn. Wenn überhaupt, kann der Reifen nur ins Tiefbett springen, wenn Seitenkräfte auftreten. Die müssen sogar ganz erheblich sein, weil der Sicherheitshump das verhindert. Einfach mal beim Reifenhändler zugucken, wenn er einen Reifen demontiert und staunen, wie laut das knallt, wenn die Maschine den Reifen abdrückt.


    Seitenkräfte können beim Motorrad außerdem nur bei einem Highsider auftreten - in dem Fall würde ich mir aber andere Sorgen machen, als dass der Reifen ins Tiefbett springen könnte (was er aber nicht tun wird).


    Wie Wallimar schon geschrieben hat, ist der Druck bei betriebswarmem Reifen wichtig. Wenn man auf Strecken unterwegs ist, auf denen der Reifen kräftig walkt, muss man auch einen entsprechend niedrigen Druck im kalten Zustand einstellen. Bei niedrigen Außentemperaturen und Sumo-ähnlicher Fahrweise, also engen Kursen, kann das auch problemlos unter zwei bar sein. Selbst bei sehr niedrigen Drücken unter einem bar springt der Reifen nie ins Tiefbett!

  • Physiker? :grins:

    :alter schwede::peace: KTM Superduke R - weil "Das muss Drücken im Gesicht!" :peace::alter schwede:


  • Mit Verlaub, das ist gleich mehrfacher Unsinn. Wenn überhaupt, kann der Reifen nur ins Tiefbett springen, wenn Seitenkräfte auftreten. Die müssen sogar ganz erheblich sein, weil der Sicherheitshump das verhindert. Einfach mal beim Reifenhändler zugucken, wenn er einen Reifen demontiert und staunen, wie laut das knallt, wenn die Maschine den Reifen abdrückt.


    Seitenkräfte können beim Motorrad außerdem nur bei einem Highsider auftreten - in dem Fall würde ich mir aber andere Sorgen machen, als dass der Reifen ins Tiefbett springen könnte (was er aber nicht tun wird).


    Wie Wallimar schon geschrieben hat, ist der Druck bei betriebswarmem Reifen wichtig. Wenn man auf Strecken unterwegs ist, auf denen der Reifen kräftig walkt, muss man auch einen entsprechend niedrigen Druck im kalten Zustand einstellen. Bei niedrigen Außentemperaturen und Sumo-ähnlicher Fahrweise, also engen Kursen, kann das auch problemlos unter zwei bar sein. Selbst bei sehr niedrigen Drücken unter einem bar springt der Reifen nie ins Tiefbett!


    das kannst du meinetwegen für so unsinnig halten wie du möchtest. ich hab nur den michelin-mann zitiert. und wenn ein michelin-mann was über michelin-reifen sagt, dann tendiere ich einfach mal dazu ihm zu glauben..egal ob das nicht-michelinmänner für unsinn halten. wörtlich hat er gesagt, dass der reifen sich bei testfahrten quasi "um die felge gewickelt" hätte. davon hätten die auch fotos. ..egal ob er ins hoch- oder tiefbett gesprungen oder gehüpft ist (oder auch nicht). und ich frage mich ernsthaft, was für einen grund sollte der denn haben, so eine geschichte zu erfinden? ich geh einfach mal davon aus, dass sie stimmt.


  • das kannst du meinetwegen für so unsinnig halten wie du möchtest. ich hab nur den michelin-mann zitiert. und wenn ein michelin-mann was über michelin-reifen sagt, dann tendiere ich einfach mal dazu ihm zu glauben..egal ob das nicht-michelinmänner für unsinn halten. wörtlich hat er gesagt, dass der reifen sich bei testfahrten quasi "um die felge gewickelt" hätte. davon hätten die auch fotos. ..egal ob er ins hoch- oder tiefbett gesprungen oder gehüpft ist (oder auch nicht). und ich frage mich ernsthaft, was für einen grund sollte der denn haben, so eine geschichte zu erfinden? ich geh einfach mal davon aus, dass sie stimmt.


    sehe ich auch so! :ja:


    warum immer alles anzweifeln!


    gruz