Duke 390 Getriebeschaden - Garantiefall?

  • Hallo, ich bin gestern mit meiner Duke 390 6tKM BJ 2019, Kaufdatum 1. Feb 2020 auf eine längere Tour etwa 600km gefahren. Wie immer bei so langen Touren: Öl - Check ok, Luft - ok.

    Auf dem Rückweg haben wir uns für die Autobahn entschieden und ich bin etwa 2 Stunden auf der Autobahn mit 160kmh gefahren, als dann auf einmal mein Getriebe geknallt hat und blockiert ist. Ich bin dann ins schleudern gekommen, fast auf der Rechten spur in ein Auto geknallt, dann aber auf dem Seitenstreifen zum stehen gekommen.

    Ich habe die Maschine dann abgestellt und gemerkt, dass ich vom 4 gang nicht mehr runter schalten kann. Im Schauloch war kein Öl mehr zu sehen. Erst später als der Abschleppdienst nach 2 Stunden da war, konnte ich die Maschine wieder in Neutral bringen. Die Maschine wird am Montag zu KTM überführt.


    Ich würde gerne mal eure Sicht der Dinge hören, kann KTM hier hergehen und mich in die Pflicht nehmen, z.B alle 100km nach dem Öl zu schauen? Ich habe leider die Angst, dass man mich mit den Kosten im Regen stehen lässt, da mir bei Problemen mit Wasser im Display auch nicht geholfen wurde.


    :Daumen runter:

  • Ich würde gerne mal eure Sicht der Dinge hören, kann KTM hier hergehen und mich in die Pflicht nehmen, z.B alle 100km nach dem Öl zu schauen?

    Könnten Sie, steht aber nicht im Handbuch, also musst du das wohl auch nicht machen, aber: Getriebe ist halt prädestiniert für Schäden, die durch den Kunden entstanden sind, da machen viele Hersteller gar nichts. Besonders schlecht für dich: Das Fahrzeug ist mehr als 6 Monate alt, wäre der Schaden ein paar Tage früher entstanden müsste KTM dir nachweisen, dass das Getriebe bei Auslieferung fehlerfrei war. Dafür zählt übrigens das Datum der Übergabe, nicht das Datum des Kaufvertrags. Wurde dir das Fahrzeug erst nach dem 08.02.2020 übergeben hast du wesentlich bessere Karten. (Stichwort: Beweislastumkehr und gesetzliche Gewährleistung)


    Ansonsten würde ich bei deinem KTM Händler erst mal freundlich bleiben und anhören, was der zu sagen hat. Wenn du vorher etwas mehr wissen willst, kannst du ja mal die Garantiebedingungen wälzen. Ich denke mal KTM wird das von sich aus beheben, wenn nicht wirds aber schwierig.

  • Also das Motorrad wurde mir genau am 08.02 übergeben, hilft das?

    Also im wahrscheinlichlisten Falle, werde ich wohl auf den 5000€ sitzen bleiben?

  • Also das Motorrad wurde mir genau am 08.02 übergeben, hilft das?

    Also im wahrscheinlichlisten Falle, werde ich wohl auf den 5000€ sitzen bleiben?

    Dann hast du Glück und in meinen Augen auch aus juristischer Sicht beste Chancen. Also ganz entspannt zum Händler und sich anhören, was der zu sagen hat. Wenn KTM sich querstellt, was ich nicht glaube, kannst du weiter sehen. Das du auf dem Schaden sitzen bleibst halte ich dadurch, dass der Schaden innerhalb 6 Monate ab Kauf sichtbar wurde, für nahezu ausgeschlossen. Der Verkäufer müsste dir rechtssicher nachweisen, dass du den Schaden verursacht hast.

  • so würd ich das beim Händler nicht erzählen


    Ich auch nicht.. 160km/h ist ja Vmax bei der 390. Da ist mir klar, dass die nach 2 Stunden Vollgas die Grätsche macht..

    05/2019 bis 02/2020 --> 2017er 390 Duke

    seit 03/2020 --> 2020er 790 Duke L

  • Also den Zettel mit dem Auslieferungsdatum vom 08.02 habe ich gefunden. Der KTM Mobility Service wurde ja zum abschleppen beauftragt. Dann rede ich am Montag ganz freundlich mit dem Händler, und erzähle nichts von ausführlichen Vollgasfahrten. Für mich als erstes Besitzer eines Mopeds, ist das aber alles ziemlich neu, im Sinne von, dass es klar ist, das nach 2 Stunden Zügig fahren, das Gefährt kaputt geht. Die Situation war mit dem blockierenden Hinterrad wirklich Lebensgefährlich

  • Sicher, dass das Getriebe die Ursache ist? Kann ich nicht glauben.

    2 Stunden den Motor im Mager-Modus quälen kann er einfach nicht ab und läuft heiß.

    Viele Grüße aus dem Sauerland
    Didi

  • Sicher, dass das Getriebe die Ursache ist? Kann ich nicht glauben.

    2 Stunden den Motor im Mager-Modus quälen kann er einfach nicht ab und läuft heiß.

    Also ich kann es dir nicht zu hundert Prozent sagen, es war aber seltsam, dass das Hinterrad blockiert hat und die Gänge erst nach einer halben Stunde wieder schaltbar waren und im Guckloch keinerlei Öl mehr war. Meinst du die Möglichkeit besteht, dass die Maschine gar keinen Schaden davon getragen hat?

  • Ich würde von einem Schaden im Zylinder ausgehen, der Kolben hat einfach durch Überhitzung blockiert. Bei einer Blockade im Getriebe wäre das sicher auseinander geflogen und Du hättest sicher nicht mehr schalten können.
    Der Motor ist nicht dauerhaft vollgasfest :zwinker:. Ähnliche Schäden gabs schon paarmal.

    Viele Grüße aus dem Sauerland
    Didi

  • Würde auch eher auf Zylinder / Kolben (klemmer oder fresser) tippen. Lange Vollgasfahrten sollte man lt. Handbuch so oder so vermeiden.

  • Ich würde von einem Schaden im Zylinder ausgehen, der Kolben hat einfach durch Überhitzung blockiert. Bei einer Blockade im Getriebe wäre das sicher auseinander geflogen und Du hättest sicher nicht mehr schalten können.
    Der Motor ist nicht dauerhaft vollgasfest :zwinker:. Ähnliche Schäden gabs schon paarmal.

    Danke für die Infos ist denn bekannt ob so ein Schaden von KTM über die Gewährleistung/Garantie reguliert wurde

  • Ohne es jetzt genau zu wissen, aber ich würde vermuten das bei so einem jungen Mopped da keiner was nach fragt. Denke die werden ohne zu murren den Motor tauschen (oder reparieren) sofern es nen größerer Schaden sein sollte.

  • Sicher, dass das Getriebe die Ursache ist? Kann ich nicht glauben

    das hab ich mir nach der Aussage...

    nach 2 Stunden da war, konnte ich die Maschine wieder in Neutral bringen

    ...auch gedacht

    für mich klingt das eher nach klassischem Kolbenreiber



    werde ich wohl auf den 5000€ sitzen bleiben?

    wie kommst du auf die Summe ?


    aber wie schon gesagt wurde...erst mal ruhig bleiben und warten was der Händler sagt

  • Lange Vollgasfahrten sollte man lt. Handbuch so oder so vermeiden.

    Fast, das ist ein Hinweis zum Einfahren. Hat die Maschine mehr als 1.000km auf der Uhr und die erste Inspektion hinter sich erwähnt KTM kein Vollgas mehr. In der Fahranleitung ist lediglich davon die Rede, zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs nach Erreichen der Höchstgeschwindigkeit den Gashahn ein wenig zurückzudrehen und auf die Temperatur (des Kühlmittels) zu achten. In meinen Augen wäre selbst das aber keine Fehlbedienung. Man muss zwar von einer reduzierten Lebensdauer ausgehen, wenn die Bauteile stark belastet werden, aber nicht mit einem plötzlichen Versagen rechnen, zumindest nicht bei so einer vagen Aussage im Handbuch, die sich eher aufs Sprit sparen bezieht. (Ich würde sogar sagen, dass der Motor bei Vollgas langsamer überhitzt als bei kurz vor Vollgas, weil dann das Gemisch etwas fetter sein sollte, was sich eher positiv auf die Temperatur auswirkt)


    Trotzdem haben die anderen Recht, unter die Nase reiben würde ich das niemandem und in Zukunft darauf achten.

  • Es wurde ein Werkstattauftrag erstellt, aber die Vorlaufzeit liegt aktuell bei 4 Wochen :(

    Mein Arbeitskollege kennt einen Konstrukteur bei KTM, den habe ich mal angerufen und der war der gegensätzlichen Meinung wie hier im Forum: "sowas sollte einfach nicht passieren"