Ventilschaden - Metall im Zylinder

  • Hallo liebe Gemeinde,


    eigentlich wollte ich ja "nur" meine hintere Fußdichtung wechseln, aber beim Blick mit dem Endoskop in den vorderen Zylinder, war die Dichtung gleich mal vergessen.

    990 Superduke, Modelljahr 2013, knapp 27.000km


    Bitte um eure Beurteilung der Bilder.


    Für mich macht es den Eindruck, dass das Material im Zylinder vom Ventil stammt.


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  • Das sind abgelöst Ablagerungen. Längere Standzeit?

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Würde ich auch sagen.


    Man sieht nicht viel, aber die Zylinderwand scheint ok zu sein. Das wäre sie bei Metallstücken im Brennraum nicht.

  • Bitte um eure Beurteilung der Bilder.

    Reste vom Herbstlaub. Schlampig gekehrt. *scnr* :grins:

    Ich würde aus aussaugen. Keine Pressluft nehmen.
    Dann von Hand und ohne Kerzen, also kompressionsfrei, durchdrehen. Erneuter Check.

    Dann könnte man einen Kompressionstester reinschrauben und mit dem Anlasser den Kolben mal paar Hübe machen lassen.

  • Das sind abgelöst Ablagerungen. Längere Standzeit?

    Jein. Ich habe sie im Herbst '23 mit ca. 16.000km gekauft. Also doch relativ wenig Kilometer für das Alter.

    Heuer bin ich 10.000km damit gefahren.


    Was sich noch zum Motorrad sagen lässt, ist, dass eine offene Ansaugung von Highscore verbaut ist.

    Ich hatte sie am Ende der Saison mal am Prüfstand inkl. Lambdamessung über eine Auspuffsonde. Dabei konnte man sehen, dass sie im unteren Drehzahlbereich aufgrund der aktiven Lambdasonde im Closed Loop läuft, sprich genau bei Lambda 1 und sobald die Drehzahl über den Closed Loop hinausgeht, läuft sie viel zu fett. Teilweise bei Lambda 0,69.


    Ich habe daraufhin selbstgefertigte Lambdaeliminatoren verbaut, um sie untenrum anfetten zu können und habe am originalen Steuergerät das vorhandene Akramapping gegen das Standartmapping getauscht und auf das Highscore-Kastl auch ein dementsprechend passendes Mapping aufgespielt.


    Jetzt läuft sie, gemessen mit einer Bosch-Breitbandsonde, die statt der orginalen Lambdasonde in den vorderen Krümmer eingeschraubt wurde (leider musste ich sie mit einem Spacer etwas aus dem Abgasstrom herausnehmen, da die Breitbandsonde aufgrund der Verjüngung im Krümmer ansonsten nicht einzuschrauben wäre), mehrheitlich zw. Lambda 0,82 -0,93 unter Last.


    Zusammengefasst ist sie ca. 9.000km viel zu fett gelaufen, wohlgemerkt nur bei absoluter Volllast. Beim üblichen Landstraßenheizen wird nicht immer die Last eines Prüfstandes bzw. diese Menge an Kraftstoff anliegen. Aber trotzdem viel zu fett.

    Und noch 1.000km mit dem aktuellen Setting, das laut Lambdasonde in etwa passen sollte.


    Würde ich auch sagen.


    Man sieht nicht viel, aber die Zylinderwand scheint ok zu sein. Das wäre sie bei Metallstücken im Brennraum nicht.

    Ja, allzu schlecht sieht die Zylinderwand nicht aus. Es sind zwar Spuren zu sehen (siehe Bilder), jedoch scheinen diese den Honschliff nicht zu schädigen, aber bitte um eure Einschätzung.
    Ev. sind es nur Spuren der Ablagerungen, die sich zwischen Kolben und Zylinderwand zerreiben.


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    @all

    Was wäre euer Zugang zur weiteren Vorgehensweise?


    Fahren und hoffen, dass sich alles wegbrennt?

    Zylinder abnehmen und die Ablagerungen zur Gänze entfernen? Vor allem ev. Einschlüsse zwischen Kolben und Zylinderwand.


    Was mit etwas wundert, ist der Zustand dieser "Ablagerungen". Kann es sein, dass diese erst nach dem Abstellen des Motors "abgefallen" sind? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass sie noch diese Größe hätten, wenn der Motor damit gelaufen wäre.

  • Zusammengefasst ist sie ca. 9.000km viel zu fett gelaufen,

    Das ist lange und viel, und kann natürlich eine Ursache sein.

    Wie geschrieben, ich würde es aussaugen.

    Und Ölwechsel, falls noch nicht geschehen. Vielleicht findet sich da ja auch noch was. Und eine Geruchsprobe zeigt auch, ob nach dem vielen Sprit eine Ölverdünnung vorliegt.

  • Hallo dmxforever,


    setze an Dein Endoskop den Magneten an und schaue ob Du eine Probe ziehen kannst (FE - Metalle). Wenn nicht mit einer langen Pinzette.


    Dann wird Dir die Analyse leichter fallen. Für mich sieht das Ganze nach etwas hauchdünnem aus, vermutlich kohlenstoffbasierend. Das lässt es sich dann sehr leicht zwischen den Fingern zerreiben.


    Bin auf Deine Rückmeldung gespannt,


    Michael

    It isn't easy being perfect, but somebody has to be.

    Niki Lauda :winke:


    1975 Suzuki 550 GT, 1982 Suzuki 750 SZ Katana, 1985 Suzuki 1100 SZ Katana, 2012 BMW F800 GT, 2021 KTM 1290 GT

  • exakt das würde ich auch machen; check mal um welche rückstände es sich handelt;

    würden wahlen irgend etwas verändern,

    wären sie längstens verboten

    was sagt der faschist: "ich bin der antifaschist, das musst du mir glauben"

  • Hallo Leute,


    danke für die guten Tipps.


    Die Umsetzung dieser war leider nicht ganz so trivial für mich.


    Für mein Endoskop mit beweglichem Kopf habe ich leider weder einen Magnetaufsatz noch Greifer. Das wäre natürlich perfekt geeignet gewesen.

    Auch komme ich mit dem Endoskop und einem flexiblen Magnetstab nicht gleichzeitig durch das Zündkerzenloch, um neben dem Herumgestochere etwas sehen zu können.


    Nichtsdestotrotz hat es vorerst den Anschein gemacht, dass keine magnetische Komponente im Brennraum ist, da ich bei der Fummelei mit dem Magnetstab nichts entnehmen konnte.


    Der nächste Schritt war der Staubsauger in Kombination mit Klebeband und einem dünnen Plastikschlauch. Das Ganze war ebenfalls etwas fummelig, um an die richtige Stelle im Zylinder zu kommen, aber ich konnte etwas Material entnehmen (siehe Foto).


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    Inzwischen liegt kein loses Material mehr im Zylinder und nach Begutachtung des Ergebnisses im Staubsauger, kann man wohl festhalten, dass sich alles in Wohlgefallen "aufgelöst" hat.


    Meine Theorie wäre somit, dass sich beim Ausbau des Motors bzw. dem Transport in den Keller durch leichte Erschütterungen Ablagerungen von den Ventilen gelöst haben und am Kolbenboden gelandet sind. Deswegen hatten sie auch diese verhältnismäßig "großen" Ausmaße. Der Staubsauger hat dann schlussendlich alles pulverisiert.


    Somit kann ich wieder beruhigt schlafen und mich ans fröhliche Fußdichtungswechseln machen.


    Danke nochmal für eure Hilfe!

  • TIP von mir, wenn Du sie auf hast mach die Kolben Raus und reinige die Kolbenringe !

    Die Backen zu 99% fest

    Desshalb kommt der Ölverbrauch.

  • Hatte ich zwar nicht vor, aber sicherlich sinnvoll, wenn man den Zylinder eh schon abnimmt bzw. bei einem durchschnittlichen Ölverbrauch von ca. 0,5l auf 1000km.