RU 1750 mit EVO1?

  • Guten Morgen und frohe Ostern :grins:
    Also ich konnte der Suchfunktion leider keine eindeutige Antwort auf diese Frage entlocken.
    Ich fahre eine 09er 690 SMC --> im Moment mit EVO1 Mapping, offenem Luftfilter und BOS Esd ohne KAT.
    Meine Frage ist jetzt ob ich den RU 1750 ohne Probleme bzw. dauerschäden am Motor mit dem EVO1 Mapping fahren kann oder ob ich noch das Kastl benötige?
    Wenn ich schonmal dabei bin noch was zum Einbau des RU 1750 :grins:
    Wie werden die Schläuche die zur Originalen Airbox gehen verlegt? Speziell der, der unter der Airbox ist. :sehe sterne:


    Gruß
    Alex


  • Und hier gibts dazu viiiele Infos: 690 SMC: Neues aus der Tuning-Küche :grins:


    Und ja, es lohnt sich das Ganze zu lesen! :ja:


    Dem werde ich mich dann heute abend mal widmen :grins:
    Steht da auch noch was zu der Verlegung der Schläuche bei dem RU 1750 drin?

  • Welche Schläuche? Man kann die Kurbelwellengehäuseentlüftung in den RU führen, dann muss der Schlauch verlängert und ein passendes Loch oben in den RU geschnitten werden. Kann man aber auch lassen...

  • Irgendwo habe ich das mal im Forum gelesen und rauskopiert, weil es mich auch sehr interessiert, ob der RU zum EVO1 passt.



    Zitat von Highscore:


    "Bis hier habe ich nur Vollgas interpretiert. Also Leistungskurven vom Prüfstand. Vollgas ist aber nur die halbe wahrheit, nur eine Seite der Medaille. Die meiste Zeit fährt
    man ein Motorrad in der Teillast. Auch auf der Rennstrecke ist die Performance in der Teillast alles andere als ein Nebenthema. Nur mit Response, glasklarer, kontrollierbarer
    Leistungentfaltung am Kurvenscheitel und danach, im Übergang in die Beschleunigung am Kurven-Exit, wird man so richtig schnell.
    In diesen Situationen zeigt der RU, wie gut seine Ansauglänge dem 690 "schmeckt". Der Motor fühlt sich auch unten rum, dem dezenten Drehmoment-Minus bei 4500, einfach super an - auch ohne jede Kastl-Gemisch-Hilfe.
    So eine Ansauglänge wirkt einfach bereits aus sich heraus. Und das können mir einige unter Euch bestätigen, die den RU-1750 drauf geschraubt haben, ohne deswegen extra das Gemisch anzupassen.


    Das läuft dann schon fühlbar besser, wenn dann aber noch das Gemisch analog zur neuen Drehmoment/Atmungs-Charakteristik durch den RU-1750 angepasst ist, dann geht die Fuhre nochmal
    ein Schäuferl feiner/reiner."




    MFG Oli

  • Also daraus würde ich jetzt mal schließen, dass man den RU auch komplett ohne veränderung fahren kann. Was mich der gesunde Menschenverstand aber irgentwie nicht glauben lassen will, wenn schon für den offenen Originalen Luftfilter das Mapping geändert werden muss.


    Interessant wäre es mal wenn man wüsste wie viel mehr oder weniger Luft der RU 1750 im Vergleich zu dem offenen Originalen Luftfilter zuführt. Dann könnte man eine genauere Aussage treffen.
    Naja ich werde mir wahrscheinlich das Kastl mitbestellen, wird mir hier ja auch so geraten :wheelie:
    Aber schonmal danke für eure Hilfe :Daumen hoch:

  • Die Frage ist leicht beantwortet:


    "Power is nothing but air & fuel". Das war mal ein alter Dynojet-Werbe-Slogan, aber spricht eine simple Wahrheit aus: Der Druck auf dem Kolbenboden, welcher den ersehnten Schub bringt, ist nichts anderes als heiße Luft, luft die der Motor ansaugt und über die Verbrennung von Sprit möglichst maximal erhitzt.


    Der Sprit ist dabei eigentlich die zweitrangige Sache, wenigstens eim Benzin- oder Ottomotor. Denn anders als beim Diesel (darum funktioniert da "Chiptuning" auch so hübsch) gibt es hier nur ein Verhältnis, in dem man Benzin mit Luft aufmischen kann - das richtige. Soviel zu wenig als auch zuviel dämpft das Feuer bei der Verbrennung. Das ist im Prinzip nicht viel anders als bei einem Kamin-Ofen. Der heizt auch am besten, wenn nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Brennstoff eingefüllt ist.
    Die Faustregel für das Benzin/Luftgemisch, da berühmt-berüchtigte Air/fuel-ratio oder auf (europäisch) Lambda liegt bei Lambda 0,88 oder A/F 13:1. Chemisch ideal, damit das Benzin auch wirklich vollständig verbrennt, wäre ein A/F von 14,4:1. Dieses Maß steht für 1 kg Benzin aufgemischt mit 14,4 kg Luft. Der Eoropäer spricht hier von einem Gemisch Lambda = 1.


    Also die beste Leistung, das heißeste Feuer im Brennraum, stellt sich ein, wenn dezenter Luftmangel im Gemisch vorliegt. Warum das so ist, ist gar nicht so leicht und schnell beantwortet. Auf jeden Fall ist das keine Theorie, sondern seit Anbeginn der (Otto-)Motortechnik eine Erfahrungstatsache: Ist einfach so:


    Wenn wir also von der Leistung eines (Benzin-)Motors reden (und vergessen den Ruß-Onkel von Diesel mal), meinen wir damit seine Fähigkeit, während des Gaswechsel Luft durch sich zu pumpen. Das eigentliche Gemisch ist dann erst der nachgeordnete Parameter, den man früher im Vergaser-Zeitalter Düsen und Nadeln überlassen hat, heute macht den Job eine Einspritzdüse, gesteuert von Bits & Bytes des ECU-Mappings.


    Das heißt aber nichts anderes, als daß das Drehmoment, das Resultat des Verbrennungs-Bumms auf den Kolbenboden, der essentielle Faktor ist, um zu beurteilen, wie viel Luft ein Motor in der Lage ist zu pumpen:




    Das ist die Drehmomentkurve einer aktuellen SMC/Enduro von 2014. Die Referenz unten ist Serie, die rote Kurve in der Mitte entspricht der EVO-1-Konfiguration mit dem "offenen" Deckel vorn an der Airbox über dem Serienfilter, der obere Kurve zeigt, was der RU-1750 von K&N bewerkstelligt.
    Ich bringe hier den aktuellen Motor mit seiner Doppelzündung, weil der dadurch deutlich unsensibler auf ein "schlechtes, hier zu mageres, Gemisch reagiert, denn Das Mapping, das Gemisch ist auf allen drei Dyno-runs "all stock", also so, wie es KTM im Werk schuf.
    Es erübrigt sich zu erwähnen, daß alle Runs am selben Tag auf demselben Prüfstand gemacht wurden, und zwar hintereinander weg vor Publikum, dem Besitzer des Bikes.


    Im Serien-Trim ist natürlich das Gemisch der ECU an das Drehmoment und damit "die Luft" angepasst, welche der Motor mit der Serien-Airbox pumpt. Das kann und macht KTM natürlich.
    Der RU-1750 lockt dann erfreulicherweise nochmals eine Menge Drehmoment aus dem Motor. Das ist damit zugleich der Beleg dafür, wie besser der Motor mit diesem Filter die Luft pumpt.


    Gerade "oben raus" geht mit dem RU einiges, was die Serien-Airbox dem Motor einfach verwehrt. Genau in diesen Bereichen, wo nun das Drehmoment im Vergleich zur Serie "sprudelt", braucht und will der Motor nun aber neuen Sprit.
    Denn original läuft der Motor ziemlich perfekt mit dem richtigen, weil für seine Bauart leistungsträchtigsten Gemisch. Die Jungs in der KTM-Entwicklung sind doch nicht doof und stimmen natürlich das Gemisch so ab, daß sich die beste Leistung einstellt, also nicht zu fett und nicht zu mager.


    Mit dem RU-1750 dran läuft der Motor aber um Prozente besser, weil stärker. Diese neue Luft sollte man unbedingt mit Sprit anreichern, damit der Motor wieder so stark, und das heißt hier auch kühl und sicher, wie in der Serie läuft.
    Das gilt nicht nur für den 690 des aktuellen Baujahrs, sondern selbstverständlich auch für die Vorgänger-Versionen dieses Aggregats, das gilt für jeden Motor:
    Das Gemisch, das die beste Leistung macht ist (so gut wie immer) automatisch auch jenes, das ihn am besten, weil am kühlsten und sichersten laufen läßt.


    Wer den RU auf seinem Motor einfach so fährt, merkt auch ohne Gemisch-Gimmicks die Mehrleistung, auf Dauer tut man ihm aber weh (Auch wenn der Murdl mittlerweile einen Stand und eine mechanische Reife erlangt hat, daß er selbst solchen Missbrauch erstaunlich lange ohne Schäden wegsteckt).

    "Highscore" Fa. Myjet

    Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Tuning-Kits und -Teilen für Motorräder

    (Zwangs-)Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich, da Gewerbeschein-Besitzer

    weitere Bikes: Kawasaki KLE500 (daily commuter), Buell 1125R (die mit dem starken Herz aus Österreich), KTM Duke 790, Kawasaki Z1000´76

    3 Mal editiert, zuletzt von Highscore ()

  • Erstmal danke Highscore, dass du dich hier auch zu Wort meldest und dann auch noch so ausführlich :Daumen hoch:
    Zunächstmal lag ich dann ja mit meiner Vermutung richtig das man den :Kürbis: nicht einfach mit dem Ori Mapping und derartigen Modifikationen fahren sollte. Kennt man ja noch aus alten Mofa bzw. Vergaserzeiten wie du es bereits erwähnt hast :grins:
    Dürfte ich dann noch fragen, wie stark sich dein RU 1750 Mapping auf dem Kastl von dem EVO1 Mapping von KTM unterscheidet?
    Ich meine die werden ja auch gut Sprit hinzugefügt haben :ja:
    Mir ist klar, dass ich die optimale Abstimmung erst auf dem Prüfstand erreichen kann. Ich möchte aber gerne, wie jeder andere auch, so nah wie möglich mit dem geringesten Aufwand an diese Abstimmung heran kommen :grins:
    Für mich wäre dieser geringste Aufwand --> RU 1750 holen und fahren.
    Weil ich jetzt aber technisch auch nicht gerade ein Pfosten bin (was man hier villeicht nicht merkt :kapituliere:) möchte ich mich gerne Rückversichern in wie weit diese Kombi denn funktioniert oder auf Dauer funktionieren kann. Du kennst denke ich beide Mappings sehr gut und kannst mir da bestimmt helfen. Um nochmal auf die oben gestellte Frage zurück zu kommen. Wo unterscheidet sich dein Kastl Mapping von dem EVO1 KTM Mapping?


    Gruß
    Alex

  • Wieso soll ausgerechnet das KTM-EVO-2-Map mit dem RU-1750 harmonieren?


    Etwa weil die Spitzenleistung annähernd auf demselben Niveau liegt?


    Bitte macht Euch frei, wenn ich hier versuche, mit Euch Leistungs- (genauer Drehmoment) -Kurven zu diskutieren, immer auf die Max-Werte zu schielen. Noch wichtiger ist nämlich der Verlauf der Kurven, denn der zeigt sich im Detail, bei welcher Drehzahl der Motor wie viel Luft pumpt.


    Was nun das KTM-EVO-2-Map angeht, so bildet das natürlich die Leistungsentfaltung des Motors mit der EVO-2-Nocke ab. Und mit dieser Nocke geht der Motor, im Gegensatz zum RU-Trim, leider unter 5000 RpM so gar nicht.
    Entsprechend läuft daher eine RU-bestückte SMC/Enduro mit diesem KTM-Map.


    Mir ist bekannt, daß einige KTM-Dealer gerne das EVO-Map als "Racing-Map" in KtMs laden, die "nur" entkorkt" sind, also bei denen nicht der vollständige Evo-"-kit - hier vor allem die Nockenwelle - verbaut wurde.
    Das ist aber kontraproduktiv, weil unterhalb von 5000 läuft der Motor dann so mager, daß er Gefahr läuft, zu klingeln.

    "Highscore" Fa. Myjet

    Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Tuning-Kits und -Teilen für Motorräder

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  • man darf seine meinung auch ändern (meine ich ironiefrei!) aber am 16.nov 2012 (beitrag 59 in 690 smc:rally/evo 2 nockenwelle und kastl) hast du das evo 2 mapping noch empfohlen:"nicht perfekt aber bestimmt nicht so weit weg vom optimum+diese combo könnte/sollte recht fein funktionieren"
    habe damals deswegen von evo 1 auf evo 2 gewechselt und für mich eine deutliche verbesserung festgestellt.
    meine 2008er 690 enduro hat jetzt 88000km auf dem buckel ( mit langen heißen wüstentouren,fernreisen mit extremen temperaturunterschieden, vielen km in wirklich schwerem gelände ( nicht nur schotterwegbolzerei) und läuft perfekt( ausnahme war sept 2012 in griechenland ein rollenkipphebelschaden.kommt aber häufiger vor da wohl mindere qualität von ktm verbaut wurde.der schaden entstand mit original airbox und evo 1 mapping). evo 2 mapping mit ru -filter ist seit ca. 25000km verbaut.
    gruß aus münchen :prost:

  • "Könnte/Sollte" ist Konjunktiv, möglich, daß es funktioniert, aber sicher ist es nicht.


    Als ich das vor zwei Jahren geschrieben habe, habe ich von der Absicht gesprochen, so ein EVO-2-Map in einer 690 mit Standard-Nocke mal testen zu wollen.


    Allerdings hatte ich bis dato noch keine Gelegenheit dazu und weiß nix Genaues.

    "Highscore" Fa. Myjet

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  • Also noch einmal in ganzen Zahlen und kurz und bündig: Es sind rund 10% Zusatz-Sprit notwendig, damit mit RU-1750 das Gemisch rund um die Spitzenleistung so fett ist, wie es KTM mit der Serienabstimmung vorgibt.


    Interessanterweise führt dieser Sprit-Mangel, wenn man den RU ohne jede Gemisch-Anpassung "nur so" fährt, nicht zu einem manifesten Leistungsverlust, denn der Motor funktioniert in einem breiten Fenster für das Gemisch.


    Ich denke mir aber, KTM hat sich was gedacht, da sind sicher Stunden/Mannjahre am Prüfstand verbracht worden, wenn das Gemisch für die Serie festgelegt wurde. Und bei diesen Versuchen standen sicher neben der Leistung Dinge wie Standfestigkeit und thermische Sicherheit ganz oben auf der "To-do"-Liste.

    "Highscore" Fa. Myjet

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  • Alles klar :Daumen hoch:
    Dann haben wir denke ich mal alles umfassend geklärt :grins:


    Vielen Dank nochmal :respekt:


    Ich denke wir können das Thema dann mal ruhen lassen.