Federvorspannung ändern oder gleich eine härtere Feder? 690 R Enduro

  • Moin,


    Könnte einen Rat gebrauchen :rolleyes: , habe heute mal die Federvorspannung an meiner 690 R Enduro Bj. 2013 (1800 km)
    Vermessen.
    Wiege mit Klamotten um die 95 Kg, vielleicht auch 92 :grins: , egal.
    Ergebnis 5 - 10 mm über der KTM Handbuch Empfehlung, finde persönlich aber auch, das sie zu weit einfedert :kacke:
    Jetzt die Frage, gleich Feder tauschen oder die Vorspannung erst mal anpassen? :tröst:
    Brauch dafür dann natürlich noch Federspanner, oder spare ich mir den Aufwand?
    Danke euch schon mal, im Voraus


    Grüße :wheelie:

    Einmal editiert, zuletzt von GEO-R ()

  • Hallo Georg,
    die Vorspannung des Federbeines ist DIE elementare Fahrgestelleinstellung,
    die nahezu JEDER machen muss,
    der nicht ZUFÄLLIG das Gewicht hat, auf das das Federbein aktuell gerade eingestellt ist.


    Im Idealfall wird damit auf JEDE Belastungsänderung reagiert:
    mit oder ohne Gepäck, Soziusbetrieb, usw. erfordern einfach jeweils seine andere Vorspannung
    und deshalb gab/gibt es auch immer wieder Motorräder mit einem Handgriff an den Federbeinen
    oder einer (nachrüstbaren) hydraulischen Fernverstellung.
    Letzteres wirst du nicht brauchen, solange du überwiegend allein unterwegs bist
    und einen Federspanner brauchst du sicher auch nicht.


    Wichtig ist, dass im Bereich der Vorspannungsverstellung alles schön sauber ist:
    Alles im dort, besonders das Gewinde schön sauber waschen (Zahnbürste!)
    und großzügig mit Kriechöl tränken - auch das obere Federende.
    Warten.
    Die obere Nutmutter wird mit einem großen Schraubendreher und einem 1000g-Hammer losgeklopft
    und dann wird die untere angezogen, während der andere das Hinterrad entlastet.
    Dann entlaste das Hinterrad (Moped über den Seitenständer aufkippen),
    während ein Helfer die untere Mutter mit dem Hakenschlüssel aus dem Bordwerkzeug
    oder auch mit Schraubenzieher und Hammer anzieht.
    (Man kommt elendig dazu und muss 47mal umsetzen, aber es geht!)
    Zum Schluss die obere Mutter wieder kontern.


    Der Negativfederweg mit in normaler Position draufsitzendem Fahrer (!)
    soll 25...30% vom Gesamtfederweg sein - nicht mehr und nicht weniger.

    (Für die Messung ist ein Helfer erforderlich.)


    Dann mach eine ausgedehnte Probefahrt mit grimmigen Bodenwellen und kleinen Sprüngen
    und beobachte, ob die Federung durchschlägt.
    Wenn ja, brauchst du eine härtere Feder - SONST NICHT.
    (Lasst dir keine :kacke: einreden!)


    ACHTUNG:
    Auch wenn du eine härtere Feder montierst, MUSST du die Negativfederwegeinstellung machen!

    Mit fröhlichen Grüßen aus Wien


    DSP

  • Oh das ging ja fix, danke Peter :winke:
    Deine Ausführung habe ich in einem anderen Fred schon verfolgt und soweit alles richtig.
    Problem bei mir ist das Einstellen der Vorspannung, also ich habe die Hammermethode ausprobiert (Hakenschlüssel geht im eingebauten Zustand garnicht) und wenn ich weeitergemacht hätte, wäre die Alu-Vorspannmutter wohl gestorben :zorn:
    Egal ob entlastet oder belastet, das geht mir zu schwer.
    Jetzt ist die Überlegung ausbauen und dann mit Federspanner ran gehen oder gleich eine neue Feder nehmen?
    Federspanner müßte ich mir dann natürlich noch extra besorgen.
    Schraubstock fehlt auch, wo man den Dämpfer vernünftig bearbeiten könnte :weinen:


    Neue Feder würde ich dann bei der nächsten Inspektion mitmachen lassen, denke ich mal :sensationell:

  • Du brauchst keinen Federspanner - der hilft dir auch nicht!
    Mach das WIRKLICH ordentlich sauber und tränke es in Kriechöl - 1 Tag warten.
    Bau dir ein Verstellwerkzeug, indem du ein 8...12mm Rundmaterial schräg absägst.
    Damit geht das schon!


    P.S.: Ganz vorsichtige Naturen können natürlich das Federbein ausbauen
    und es dann verstellen und wieder einbauen und messen,
    aber das ist schon SEHR aufwändig!


    P.S.2: Wenn man bedenkt, dass man da dran doch öfter mal dreh sollte
    (Wochenendgaserei, große Tour mit Gepäck, Tusnelda hinten drauf, ...)
    ist die Verstellerei eigentlich eine schöne Fehlkonstruktion!

    Mit fröhlichen Grüßen aus Wien


    DSP

  • Check als erstes deinen negativ Federweg damit sollte man beginnen.
    Motorrad komplett entlastet (ausgefedert bis zum Anschlag) zu Motorrad ohne Fahrer sollten 25-35mm sein.
    Ab Werk ist dieser leider öfters völlig daneben.
    Auch die Druckstufe sollte zur Ermittlung des Neg. Federwegs nahezu ganz offen sein um das Egebnis nicht zu verfälschen.


    Dann prüfe den Durchhang:
    Durchhang (RACE SAG): Einfederweg des Motorrades unter dem Gewicht des Fahrers mit Bekleidung.


    Ändere die Federvorspannung bis zu einen Race Sag hast wie er im Handbuch angegeben ist (sollte ungefähr 1/3 des gesamten Federwegs sein).
    Ist anschließend der Negativ Federweg zu gering brauchst du definitiv eine härtere Feder.
    Die KTM´s sind mit Federn für Fahrer mit ungef. 75kg ausgestattet da bist du halt deutlich drüber.


    Greetz MXle

    [color=#ff6600]MoGG #94 Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit :grins::wheelie:

  • Richtig ist:
    Der Negativfederweg ist ab Werk ist dieser leider öfters völlig daneben.
    Der Negativfederweg bei komplett entlastetem Motorrad (ohne Fahrer) ist jedoch nur dann relevant,
    wenn das auch so (d.h. ohne Fahrer) fahren soll;
    für Leute, die MIT dem Motorrad fahren wollen, ist das völlig uninteressant.
    Warum soll ein 80 kg-Crosser unter seinem Eigengewicht genauso tief einfedern,
    wie eine mit 250 kg-Reiseenduro?


    ... und wenn sich auf den Crosser ein 100kg-Bär setzt,
    während auf der Reiseblunze ein 55 kg-Hendl fährt?
    Bei BEIDEN Motorräder ist eben der Negativfederweg MIT Fahrer wichtig
    und DANN wird geschaut, wie der Federweg beim Fahren ausgenützt wird:
    Der MX mit dem Bladen soll nicht durchschlagen
    und das Dickschiff mit dem Dünnen sollte auch den gesamten Federweg nützen.


    Die Druckstufe beeinflusst die Ermittlung des Negativfederwegs gar nicht:
    Die Zeiten, wo die Dämpfung ohne Bewegung wirksam ist, sind seit 50 Jahren vorbei.

    Mit fröhlichen Grüßen aus Wien


    DSP

  • THX, ich probiere mal die Krichölvariante, kann mir das zwar nicht vorstellen aber ich probiere es :denk:


    Wie weit sollte ich die denn Spannen, erst mal 5 mm oder gleich auch 10 mm gehen?
    1 mm habe ich ja schon geschafft :lol:
    Ein passendes Setup dann zu finden, ist jetzt nicht so schwer.
    :driften:

  • Wie weit sollte ich die denn Spannen, erst mal 5 mm oder gleich auch 10 mm gehen?


    Durch die Progressionsheberl kann man das leider nicht so einfach sagen:
    Mach mal 5 mm und miß dann nochmal den Negativfederweg,
    da siehst du gleich, was das gebracht hat!


    Hi Sülldorfer,
    das ist eine wirklich glänzende Idee!
    Zwischen Feder und Mutter solltert dann idealerweise noch ein Teflonscheiberl.

    Mit fröhlichen Grüßen aus Wien


    DSP

  • Ich hab Murytal genommen ! das war Griffbereit !
    Den un teren Teller hab ich weiter verwendet da der die Feder zentriert ,jedoch hab ich da das Gewinde weg gedreht .
    Diese art Teller gibt es ja zu kaufen nur hab ich die nicht mit dem passenden Gewinde gefunden,Vielleicht hat die ja mitlerweile jemand im Angebot ?

  • Sülldorfer, Coole Idee :Daumen hoch:
    Ganz schöne Asterei, auch mit WD40 und ob da jetzt noch ein Hakenschlüssel hält? :crazy:
    Dummerweise habe ich den Zettel der ersten Messung nicht mehr, also alles wieder von vorne.
    Popometer sagt. ist schon etwas straffer :rolleyes:


    :zwinker:

  • Ja, son Versteller suche ich auch. X-trige hat leider keinen für die 690.

    Go fast... :Tempo:


    Freiheit ist nichts wert, wenn man wie ein Diener lebt!

  • Rechne den Kaufpreis inkl. Versand und Montage in Arbeitsstunden um
    und du kannst EINIGE Male deine Federvorspannung ändern!
    Außerdem schaut das ganz schön schwer aus:
    Das sollte man nur auf eine Gummikuh montieren.


    Sinn macht das, wenn man wirklich oft die Vorspannung ändern muss:
    Solo, solo mit schwerem Gepäck, mit dicker Sozia, mit der und Gepäck, ...
    Im Normalfall genügt als Kompromisseinstellung 25% des Gesamtfederweges für Solobetrieb;
    dicke Sozias will ich ohnehin nicht und mit meiner Süßen fahr ich dann halt an der Obergrenze von 30%.
    Sollte man mit schwerem Gepäck auf Urlaub fahren, wird halt nachgespannt.
    => Billig, effektiv und leicht.

    Mit fröhlichen Grüßen aus Wien


    DSP

    Einmal editiert, zuletzt von dsp ()

  • Habe weil dort mal Interesse bestand 6 Gewinderinge gedreht !
    Habe das Gewinde damals anhand meines Federbeins geprüft das kann Ich bei denen jetzt halt nicht !
    Falls jemand möchte kann Ich die Ringe gegen eine kleine entschädigung gerne abtreten .
    Sollte das nicht passen gibt es das zurück und gut .

  • Richtig ist:
    Der Negativfederweg ist ab Werk ist dieser leider öfters völlig daneben.
    Der Negativfederweg bei komplett entlastetem Motorrad (ohne Fahrer) ist jedoch nur dann relevant,
    wenn das auch so (d.h. ohne Fahrer) fahren soll;


    Hallo DSP:


    Leider interpretierst du das wieder komplett falsch! Ein vollkommen entlastetes Federbein bedeutet nicht, daß kein Fahrer am Moped ist. Es gibt zahlreiche Situationen, wie grobe Bodenwellen und Sprünge.
    Außerdem zieht das Hinterrad beim beschleunigen in die Federn und macht es beim Kurvenausgang instabil.
    Somit ist der statische Durchhang und somit die Grundvorspannung schon wichtig, überhaupt bei Leichtgewichten, Schwergewichten oder falschen Federn.


    Negativfederweg wird in den Bedienungsanleitungen von KTM mit Fahrtdurchhang beschrieben, dieser ist marginal mit der Vorspannung einstellbar. Alles andere ist nicht sinnvoll, da sich die Härte der Feder nicht mit der Vorspannung verändert und zu viel Vorspannung wie zu wenig Vorspannung die Funktion des Federbein beeinträchtigt.


    Sollte jetzt beim GEO-R der Negativfederweg, bei korrektem statischen Durchhang (18mm), zum Beispiel 100mm sein wird er um einen Tausch der Feder nicht herum kommen.

    Jage nicht, was du nicht töten kannst!

  • Völlig richtig ist:

    Negativfederweg ... ist ... mit der Vorspannung einstellbar. Alles andere ist nicht sinnvoll, da sich die Härte der Feder nicht mit der Vorspannung verändert und zu viel Vorspannung wie zu wenig Vorspannung die Funktion des Federbein beeinträchtigt.


    Sollte jetzt beim GEO-R der Negativfederweg (mit Fahrer) zum Beispiel 100mm sein
    und sich nicht durch vorspannen der Feder auf 80 mm (= 30% von 265 mm Gesamtfederweg) reduzieren lassen,
    wird er um einen Tausch der Feder nicht herum kommen
    ... vollkommen egal bei welchem statischen Durchhang.


    Sicher gibt es zahlreiche Situationen, wo das Federbein vollkommen entlastetet ist (grobe Bodenwellen, Sprünge, Stoppy),
    nur gibt´s dann genauso wenig einen statischen Durchhang wie wenn das Hinterrad beim Beschleunigen in die Federn zieht:
    Im ersteren Fall wirkt KEINE Kraft auf die Federung, weshalb man auch KEINEN Negativfederweg hat,
    im zweiteren Fall wirkt eine Kraft, die GRÖSSER als die durch die Achslast samt Fahrer (!) erzeugte ist,
    wodurch der aktuelle Negativfederweg GÖSSER als der (im stehen mit Fahrer gemessene dynamische) Federweg ist.


    In BEIDEN Fällen gibt´s also vor allem eines NICHT:
    Den statischen Durchhang
    und somit ist der völlig UNWICHTIG,
    überhaupt bei Leichtgewichten, Schwergewichten, aber auch Mittelgewichten,
    falschen oder richtigen Federn.

    Mit fröhlichen Grüßen aus Wien


    DSP

  • Ok, ich habe mich wohl unverständlich ausgedrückt.


    Mit dem statischen Durchhang und dem Negativfederweg wird die korrekte Federrate bestimmt. Diese ist sehr wichtig für das Fahrverhalten und viele Probleme kommen von einem falsch eingestellten Federbein. Wie Vorderradpendeln und Instabilität beim Beschleunigen am Kurvenausgang oder Bremsen.


    Als Rechenbeispiel für die Enduro R:


    lt. technische Daten hinten 250mm Federweg ergibt einen optimalen Negativfederweg von 75mm (lt. Handbuch 70-80mm)


    Statischer Durchhang Soll 18mm, Toleranz normalerweise 10%


    Hat der GEO jetzt einen Negativfederweg von sagen wir 90mm muß er die Federvorspannung erhöhen und sagen wir einmal auf 80mm einstellen. Dann muß nochmal der statische Durchhang gemessen werden, liegt dieser jetzt unter 16mm MUß die Feder getauscht werden. Da die Federrate mit Erhöhung der Vorspannung nicht erhöht wird. Eine korrekte Federrate ist wichtig. Da sind wir sich doch einig, oder?


    mfg

    Jage nicht, was du nicht töten kannst!

  • Spawn eigentlich hast du im ersten Post alles richtig erklärt. DSP will nur einfach nicht begreifen das der statische Federweg auch einen praktischen Nutzen beim Fahren, Bremsen und Einlenken hat.
    Er weigert sich einfach :lol::prost:

    Go fast... :Tempo:


    Freiheit ist nichts wert, wenn man wie ein Diener lebt!

    Einmal editiert, zuletzt von Totto ()

  • ... viele Probleme kommen von einem falsch eingestellten Federbein. Wie Vorderradpendeln und Instabilität beim Beschleunigen am Kurvenausgang oder Bremsen.


    Als Rechenbeispiel für die Enduro R:
    lt. technische Daten hinten 250mm Federweg ergibt einen optimalen Negativfederweg von 75mm (lt. Handbuch 70-80mm)


    ... die Federrate mit Erhöhung der Vorspannung nicht erhöht wird. Eine korrekte Federrate ist wichtig. Da sind wir sich doch einig, oder?

    Grundsätzlich schon,
    aber was wollen wir machen,
    wenn die Mühle trotz korrektem statischem und dynamischem Durchhang
    durchschlägt ODER ihren konstruktiv vorgesehenen Federweg nicht nutzt?
    Im ersteren Fall ist wohl die Feder zu weich, im zweiteren wohl zu hart
    oder ist der Konstrukteur "schuld", der der SMC 250 mm Federweg verpasst hat?


    Federweg in Motorrädern unterzubringen ist IMMER teuer, konstruktiv aufwändig und damit schwer
    (und auch manchmal ein bissl fragwürdig durch Veränderung der Geometrie beim Einfedern, Nicken, ...);
    diesen Aufwand treibt man nicht, um dann z.B. 40% davon durch Nichtbenutzung zu verschenken!


    Deshalb ist die korrekte Federrate die,
    wo bei korrekt eingestelltem (dynamischem) Negativfederweg
    im realen Fahrbetrieb der gesamte konstruktiv vorgesehene Federweg genutzt wird

    (oder vielleicht ein kleines Bissl weniger).


    Den im realen Fahrbetrieb NIE -auch nicht beim Bremsen oder Einlenken- vorhandenen statischen Durchhang
    benötigt man dazu einfach nicht.


    Lieber Totto,
    weigere dich mal DU nicht,
    eine nachvollziehbare und unwiderlegbare Argumentation PRO statischer Durchhang zu liefern!

    Mit fröhlichen Grüßen aus Wien


    DSP