Du vergleichst ernsthaft einen Automotor mit einem grossen Einzylinder??? ![]()
Junge Junge
Zudem läuft bei der KTM auch das Getriebe, Kupplung etc. im gleichen Öl, das ist ein grosser Unterschied!
Motor einfahren nach MotoMan-Methode - sinnvoll?
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Die Methode ist gefühlt 20 Jahre alt, ob das alles noch so richtig ist bei modernen Motoren? Und warum soll man dem Hersteller des Motors nicht glauben?
Ganz einfach:
Weil die Hersteller andere Motivation haben wie die Motorradbesitzer.Lasst uns mal ansehen:
Was sagt die Motoman-Methode?
(stark vereinfacht, auf das Wesentliche reduziert
und ohne jetzt über km und Prozente zu diskutieren)1.) Mach SEHR frühe Ölwechsel und nicht erst nach 1000 km.
Wir haben bei meiner neuen Duke690R nach 150 km das Öl rauslaufen lassen:
Das sah grauslichst aus und die Siebe waren komplett voll mit Spänen und ... Haaren?
Wer das gesehen hat, will KEINE 1000 km damit fahren - DER Dreck muss raus
... und falls man schon damit 1000 km fahren will, dann doch bitte schonend!
(Dass bei JEDEM Ölwechsel auch die Filter erneuert werden, muss ich ja nicht extra sagen, oder?)
Ließe sich ein Fahrzeug gut verkaufen, wo der Hersteller den ersten Ölwechsel nach 100 km vorschreibt?2.) Belaste den Motor recht bald stark, aber anfangs nur kurz.
Vor 20 Jahren und auch heute noch werden AUSSCHLIESSLICH die Kolbenringe und die Laufbuchse eingefahren;
ALLE Anderen Bauteile sind von Anfang an voll belastbar und brauchen keinerlei Einlaufphase.
Die Kolbenringe gehören RASCH eingefahren,
sonst gibt´s viel Blow-by und der Kolben wird seine Hitze nicht gut genug an die Laufbuchse los.
Der Einlaufprozess wird aber nur dann rasch erfolgen,
wenn die Kolbenringe schön an die Laufbuchse angepresst werden
und das macht der Gasdruck, sobald man schön fest Gas gibt.
Um den Kolben dabei thermisch nicht zu überlasten (fressen!), tut man das anfangs nur kurz, für Sekunden,
und lässt dann immer wieder den Motor dann mit hoher Drehzahl bei Standgas motorbremsen.
Dabei wird an den Kolbenringen Motoröl durchgesaugt und kühlt die eben noch strapazierten Stellen.
Entsprechend dem fortschreitenden Einlaufprozess steigert man die Belastung und die Belastungszeit langsam.
Ließe sich ein Fahrzeug gut verkaufen, wo DIESE Einfahrprozedur vorgeschrieben wird?3.) Steigere die Drehzahl zunehmend bis an den Begrenzer.
Die Kolbenringe werden durch den Gasdruck an die unteren Flanken der Ringnuten angepresst,
aber bei hohen Drehzahlen heben die beim Umdrehen im oberen Totpunkt ab
und legen sich durch die Trägheit der Masse an die oberen Flanken der Ringnuten an.
Damit gelangen die Kolbenringe bei hohen Drehzahlen um ein paar hundertstel mm höher.
Dazu addiert sich die Länge, um die sich bei hohen Drehzahlen das Pleuel dehnt:
Bei den Methanol-Motoren der Bahnrennmaschinen sind das bis zu unglaubliche 1,5 mm
und auch wenn das bei unseren Motoren sicher nicht soviel ist,
müssen die Kolbenringe die Laufbahn auch "dort oben" einfahren.
Tut man das nicht, bekommt man einen Motor, der bei hohen Drehzahlen faul ist*.
Das stört den Hersteller in keiner Weise.
*)Wir hatten eine Duke, die mit 2500 km noch immer nicht gut ging,
weil sie noch nicht genug gefordert worden war.
Eine flotte Ausfahrt reichte als Heilung und der Ölverbrauch sank stark.
Nach 20.000 km rumtuckern hätte das vielleicht nicht gereicht.4.) Zieh den Einfahrvorgang möglichst in EINEM Stück durch.
Jeder Kaltstart ist schädlich, da der kalte Kolben weder rund noch zylindrisch ist
noch aufgrund der Ausdehnung den Arbeitsdurchmesser erreicht hat.
Folglich passt er auch nicht gut in die kalt ebenfalls nicht zylindrische Laufbuchse,
kippt, zwickt und drückt mit Punktbelastung,
während der Schmierfilm an der Kolbenlaufbahn noch nicht da ist
oder durch die Kaltstartanreicherung verdünnt oder sogar abgewaschen wird.
Das sind keine guten Bedingungen für den Einlauf.
Ließe sich ein Fahrzeug gut verkaufen, wo der Hersteller Kaltstarts "verbietet"?Fazit:
Die Einfahrvorschriften berücksichtigen die Vorstellungen der Hersteller und der Marketingstrategen.
Sie werden schon Motorschäden verhindern (Garantiereparaturen!),
aber weder hinsichtlich der Leistungsfähigkeit noch der Lebensdauer das Optimum herausholen.
Insofern hat der Motorradbesitzer abweichende Interessen, m.a.W.:
Die Motoman-Methode wird also nicht grundsätzlich falsch sein.Schöne Grüße aus Wien
Babsi -
Wir haben bei meiner neuen Duke690R nach 150 km das Öl rauslaufen lassen:
Und was für eine Ölsorte wurde wieder eingefüllt.?
Doch wohl kein Birkenwasser für die noch eventuell verbliebenen Haare im Motor.
Habe nun in 32 Jahren Motorradfahren schon zig Ölwechsel hinter mir aber Haare im Motor hatte ich auch noch nicht.
Stellt sich für mich jetzt die Frage ob ich mit meiner neuen 690 R die ich im Oktober kaufen werde erst zum Friseur fahre und dann zum Händler.
Ich liebe Motorräder aus Mattighofen weil damit wird es nicht langweilig.
Gruß
Norbert -
Zitat
Welche Motoren haben Stahlzylinder? Ich frage nur weil ich keinen kenne...
gesendet von meim Telefon
Alte harleymotoren zum Beispiel. Shovels und Panheads.
Und nur weil der Zylinder aussen aus alu ist muss das nicht heißen das er nicht eine stahlbüchse hat :)Gesendet von meinem A0001 mit Tapatalk
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Hey Leute, wahrscheinlich meint ihr Stahlguss

Zum Thema:
das mit dem Einfahren hatten wir schon mal in einem anderen Thread ausführlich besprochen, ohne wie wahrscheinlich auch bei diesem Thread auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
Was ich festgestellt habe:Das Argument mit dem Einfahröl während der Einfahrphase wechseln: macht Sinn, kann ich bestätigen.
Einfahren nach Herstellerangabe: macht Sinn, wenn man Schäden ausschliessen will (das will ja der Hersteller in der Garantiephase), ABER IMHO man sollte dem Motor mit dem mineralischen Öl etwas Zeit geben, dass sich Ringe und Kolben "einschleifen" können, das heisst IMHO ist der 1000er Service zu früh angesetzt, sollte eher 2000er heissen. Von da ab die edlen Tropfen einfüllen und alles ist gut.
Einfahren nach Motoman: passt wohl, ist aber wohl nicht für jedermann so einfach durchführbar (technisches Verständnis, richtige Anwendung der Methode)
So, der Rest wird Wiederholung sein.
Gruess
hitch -
Ich fahre meine Töff mit einem Mittelding zwischen Method Man Methode und Herstellerangabe ein.
1. Die erste Tour (ab Händlerhof) nicht unter 250 km (ich fahr die 1000 km übers Wochenende runter, die Zeit nehm ich mir)
2. Das Bike zügig bewegen, alle Gänge benutzen und nach dem warmfahren immer wieder kurz beschleunigen (Vollgas noch vermeiden) und dann abtouren lassen.
3. Die Maximaldrehzahl im Laufe der Tour von 4500 auf 6000 U/min steigern, den Motor nicht untertourig fahren
4. Nach 100 km fahre ich den Töff wie später auch auf einer flotten Tour: immer schön aus den Kurven von unten raus beschleunigen, Motorbremse benutzen, alle Gänge und Drehzahlen durchfahren, dabei Drehzahlorgien und hartes Beschleunigen vermeiden.
5. Nach 250 km gibts auch mal für kurze Zeit mehr Drehzahl (z.B. beim Überholen), aber immer mit genug Zeit danach, damit der Kolben sich wieder erholen kann
6. Ab 500 km wird auch mal kurz angegast, immer im Wechsel mit flotter Fahrt, bis die 1000 km voll sindRichtige Wemsorgien gibts bei mir erst nach dem Service mit Vollsynthetischem Öl (Motul 300V 15W60)
Ich überlege mir, in Zukunft bei 250 km noch einen Ölwechsel einzuschieben, um den ersten Dreck aus dem System zu kriegen. Eingefüllt würde dann wieder mineralisches Öl...Hatte grade nach 13 Monaten den 20000er Service bei meiner Duke 4R, alles sieht sehr gut aus und sie rennt wie der Teufel...
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Und was für eine Ölsorte wurde wieder eingefüllt.?
Doch wohl kein Birkenwasser für die noch eventuell verbliebenen Haare im Motor.
Habe nun in 32 Jahren Motorradfahren schon zig Ölwechsel hinter mir aber Haare im Motor hatte ich auch noch nicht.
Stellt sich für mich jetzt die Frage ob ich mit meiner neuen 690 R die ich im Oktober kaufen werde erst zum Friseur fahre und dann zum Händler.
Ich liebe Motorräder aus Mattighofen weil damit wird es nicht langweilig.
Gruß
Norbert
Er wird wohl nicht solche Haare meinen, sondern metallisch feiner Abrieb...sollte eigentlich klar sein aber halt nicht für alle. -
Er wird wohl nicht solche Haare meinen, sondern metallisch feiner Abrieb...sollte eigentlich klar sein aber halt nicht für alle.Einige schmieren sich auch Öl in die Haare um sich besser mit ihrem Moped identifizieren zu können.
Es ist immer wieder ein Genuss in diesem Forum wie hier auf ironisch gemeinte Beiträge geantwortet wird.
Ist jetzt alles klar.?
Gruß
Norbert -
Hatte heute eine Probefahrt mit dem neuen Multivan T6...
Laut Händler wird dort die ersten paar tausend Km das Mapping so eingestellt, dass das Gemisch fetter ist und die Drehzahlen immer in einem verträglichen Bereich bleiben. Das fand ich irgendwie entwürdigend und ich hoffe, dass die Mopedindustrie mit diesen Mätzchen nicht nachzieht.
Ich möchte das selbst in der Hand haben. -
Ich möchte das selbst in der Hand haben.
Willkommen im 21. Jarhundert!
Meines Wissens läuft das schon so bei 1290 SD und bei den BMW S1000 clonen.
Ob das nun entwürdigend ist, kann man bezweifeln.
Sicher ist es eine Bevormundung.Wie ABS, ESP, elektronische Fahrwerke, Traktion Control, Etc... auch.
Nur zur Erinnerung, wir dürfen entscheiden ob wir uns diese Dinge in unser Leben holen oder nicht!
Hinterher rumzunölen empfinde ich als unerwachsen.
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genau, das ist dann auch alles was wir heute noch entscheiden dürfen --> Kaufen oder Nicht kaufen, DAS is hier die Frage!

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Möchten wir AMAL Vergaser, Lucas Lichtmaschienen, Duplex Bremsen, und Wartungsintervalle von 5000 km zurück?
Die Motoren brauchten nach 25.000 km eine Überarbeitung der Ventilsitze und nach 50.000 km neue Kolben.War Suuper damals....