Meine Erfahrung nach nun ca. 1000km bei der Dinaric Rallye und ca. 550km bei dem KRKA Enduro meine Erfahrung, Einschätzung zur 790er für Rallye und Co:
Wenn das Gelände bißerl offener ist, komme ich mit den Sportenduro Fahrern ganz gut mit. Kumpel, der ungefähr gleich schnell ist, oder sogar bißerl schneller musste eigentlich nie warten, zumindest wenn er voraus navigiert hat. Durch das Gewicht braucht man bißerl mehr Vorlaufzeit für die Kurven, wenn man selbst vorraus fährt, bißerl mehr Sichtweite um uneinsehbare Kurven (sind öffentliche Wege, man muss immer mit Gegenverkehr rechnen).
Sieht man die Strecke weit genug nach vorne, sind Kurven einsehbar, dann kann man die Dicke ganz schön laufen lassen.
Korrekturen (verschätzte Kurve, zu spät gesehenen Abzweiger) kann man nicht ganz so aufzwingen, dafür kann mans auch über gröberen Boden gut laufen lassen, ohne dass Unruhe aufkommt.
Am letzten Tag sind wir mal kurz feuchte Streckenteile gefahren. Wenns zum rutschen anfängt, ist das Abfangen schon schwieriger, bzw. reißt einem das Moped schon mit einer ganz anderen Wucht aus dem Gleichgewicht. Zieht dann schon ganz anders am Lenker weg.
Nach nun 1000km Dinaric Rallye und ca. 550km KRKA hab ich eine richtige Freude mit der 790er.
Zwar ist ein Bekannter mit seiner T7, trotz weniger Federweg, locker mitgefahren, aber er ist ja generell da unteren sehr, sehr flott unterwegs ;)
Offroad ABS funktioniert tadellos. Kein Bedürfnis, das ABS auch vorne ab zu stellen.
Gasannahme "Offroad" ist im Gelände optimal, damit fährt sich das Ganze schön rund, ohne zu überfordern.
Die Schlupfregelung auf 5 von 10 passt mir Offroad auch fast immer sehr gut. Genügend Schlupf auf losem Schotter, damit es sich nach vorne durch gräbt, dabei ohne zuviel zurück zu regeln.
Einzig beim Strandtest hat es mir die Leistung zu stark weg genommen, da hab ich beim ersten Run keinen richtigen Vortrieb bekommen. Am zweiten Tag, ohne TC gings dann gleich besser.
Einzig der Reifenverbrauch ist extrem hoch, trotz aktiver TC. z.B. hier nach 550km auf einem Mitas E09:
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Ich hab noch immer nicht meine im Juni bestellte, hintere schmale Offroadfelge erhalten. Deshalb der E009.
Solange man sich nichts einfährt, die Karkasse steckt den Boden wohl ohne Probleme weg, kann man Schlauchlos fahren.
Die Dinaric bin ich nur Schlauchlos gefahren, hab Reparaturstopfen mitgenommen.
Jetzt in KRKA zum Test einen "Notlauf" Mousse eingebaut. Bin zwar auf 2Bar Luft gefahren, das Mousse wäre mit der 4,5" breiten Felge viel zu klein, aber um langsam auf die Straße und zurück fahren zu können, hätte es helfen können. Zum Glück, musste ich es nicht testen ;)
Vorne bin ich bei der Dinaric nur einen Tag mit dem E09 gefahren: Das kleine Volumen und Luft ist nicht progressiv, da hat es dauernd durch geschlagen. Obwohl Gas rausgenommen, hatte ich am ersten Tag schon 3 Dellen in der Felge.
Am Abend mit einem Bekannten, der seit Jahren mit einer 950er sehr flott unterwegs ist, gefragt, was er vorne bei solchen Gelände fährt: X-Grip HulkyBoy. Ist auch auf der 450er mein Standardreifen für schnellere Geschichten.
Ist ein sehr voluminöser 90/100/21 Reifen.
Dazu Mousse und Heureka, endlich Ruhe vorne. Auch führt der Reifen deutlich besser im Schotter.
Der HulkyBoy ist nach 1600km noch OK:
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Keine eingerissenen Stollen, Stollen zwar niedriger und die Kanten rund, hält aber noch immer gut in Kurven.
Das WP Pro FW funktioniert unauffällig perfekt. IMHO braucht es nicht mehr als die 240mm Federweg. Zumindest beim fahren, solange man nicht bei größeren Kanten abzieht.
Reifen und Mousse Verschleiß treiben die Kosten gegenüber leichten Sportenduros hoch, aber in Summe dürfte es mit der 790er sogar günstiger sein (1500km, 30 - 40BH sind für die 790er ein Klacks, für eine Sportenduro schon eine ganze Menge, der Wertverlust deutlicher).
Das Carpe Iter ist schon fein. Gegenüber meinen ersten Versuchen mit einem Outdoorhandy ist die Ablesbarkeit meist sehr gut, wenn auch mein Gamin CX276 noch etwas länger ablesbar bleibt.
Das el. RB nur per GPS mit dem CI funktioniert durch das 5hz GPS schon ganz OK. Die Genauigkeit ist ausreichend. Bei schnellen Passagen zählt der mechanische Tripmaster meist zuwenig, wegen Schlupf am Vorderrad. Muss man nach vorne nach justieren. Hier funktioniert der GPS Tripmaster genauer bis perfekt.
Dafür im Wald oder bei engen Kurven, kürzt das GPS ab, da funktioniert der mechanische TM besser.
Dass das RB etwas kleiner ist, als auf Papier stört nicht wirklich. Vorteil ist, dass es stabil auf dem Display steht, während das Papier-RB schon mal Eigenleben entwickelt, per Hand fester gespannt werden muss.
Manchmal ist Vorteilhaft, dass man 4-5 Bilder im Voraus sieht, dann wieder wäre es einfacher, wenn man nur 3 Bilder, wie beim Papier-RB sehen würde.
Bei der 450er bleib ich beim Papier-RB. Für die seltenen Geschichten mit der 790er ist das CI schon OK.