Hallo,
bin nun ebenfalls im "Club"! Leider auch von mir nur ein weiterer Erfahrungsbericht und keine tiefere Erkenntnis, außer: Lichtmaschinen sind hitzeempfindlich, ein alter Hut! Nur daß meiner Meinung nach bei KTM von den ersten, erfahrungsgemäß hier noch wenig anfälligen 950er LC8 über die 1190er und 1290Superadventure (´15-´17) bis zu den aktuellen 1290er Adventures die Kühlung der Lima weder mit der Leistungsentwicklung der Motoren Schritt gehalten hat, noch bei der Gestaltung der Verkleidungen und Tanks hinsichtlich der Fahrtwindkühlung ausreichend berücksichtigt wurde. Qualitätsschwankungen bei der Statoren mal außer Acht gelassen, das alleine würde die Häufung der Ausfälle über so lange Zeit nicht erklären...
Meine 1290Superadventure 2016, absolut problemlos in jeglicher Hinsicht bis über 70tsd km!
Differenz Ladespannung zwischen Multimeter an Batterie und Cockpitdisplay ca. 0,5V, im Stand bei etwas erhöhter Drehzahl abgelesen (altes Display wie bei den 1190ern).
Im Frühjahr bei 73.500km wegen kleiner Undichtheit den Lima-Deckel gezogen. Alle Wicklungen hell und unauffällig, Leitungen i.O., Steckerpins gegeneinander gemessen bei 0,1 Ohm, Pins gegen Masse alle "unendlich". Also alles gut!
Jetzt bei 75.500km in den Alpen, 32°C Außen, Öl bis 99°C: Ladespannung laut Cockpit bis runter auf 13,0V, ohne Halogen-Abblendlicht und ohne laufenden Lüfter. Entspricht ca. 13,5V an der Batterie, also am unteren Rand des Solls von 13,5-14,0V laut KTM-WHB.
Was tun? Vor uns noch mehrere Tage in Hitze über Izoard, Bonette usw. Neuen Stator und Dichtung im Gepäck. Aber mal eben vorm Hotel machst Du das nicht. Es ist Freitag Abend und die regionalen Werkstätten - wo ich mir einen Platz zur Eigenreparatur hätte erbeten können - haben bereits Samstags zu. Also: Tourabbruch und 450km heim, mit massiven Staus bei Basel. "Fahren nach Voltmeter", das trifft es genau! Starke, auffällig schnelle Schwankungen der Anzeige zwischen 13,7 und 13,0V. Am Berg und auf der Autobahn offenkundig weniger von der Öltemperatur abhängig (durchweg 95-99°C) als von der Kühlung durch Fahrtwind. Aus dem Stau raus, innerhalb des ersten Kilometers Anzeige wieder auf mind. 13,5V rauf.
Ergebnis zuhause: Durchmessen des Stators nach wie vor sollgerecht! Wicklungen oben/rechts deutlich dunkler als die anderen. Nach dem Ausbau: auf deren Rückseite erste schwarze "Verkrustungen" zu sehen, die Leitungen - vormals verdeckt durch die breite, blecherne Haltefeder - sind in ihrer Isolierung schwarz angeschmort.
Probefahrt mit neuem, originalem Stator und altem Regler: Ladespannung an Batterie bis 14,2V, in Fahrt lt. Cockpit 13,7-13,8V, mit Halogen-Abblendlicht ca. 13,6V. Bei zusätzlich laufendem Lüfter ca.13,4V.
Zweite Probefahrt mit neuem, originalen Regler: ähnliches Ergebnis, aber augenscheinlich noch stabiler bleibende Werte.
Was bleibt angesichts längerer Touren? Am eigenen Motorrad zuhause die Spannungsdifferenz zwischen Multimeter an Batterie und Cockpitanzeige eruieren. Unterwegs ab und zu ablesen. Wird der untere Grenzwert des Solls lt. WHB - ohne Zusatzverbraucher und ohne Lüfter - erreicht, kann es nach meiner Erfahrung bereits kritisch geworden sein mit dem Gesundheitszustand der Lima. Vorsorglich einen neuen Stator + Deckeldichtung + Regler im Gepäck zu haben, ist sinnvoll auch dann, wenn man die Reparatur nicht selbst vornehmen kann. Zumal diese durchaus sehr aufwändig werden kann, weil einem wie bei mir diese verdammte kleine Anlaufscheibe des Drehmomentbegrenzers natürlich hinter den Rotor fällt und dieser gezogen werden muß.
Hakim