Yamaha Ténéré 700

  • Mal eine OT-Frage: Woran liegt das eigentlich, dass manche Motorräder die Kette so malträtieren und andere nicht?

    Hallo,

    da gibts viele Gründe, die treten meist im Rudel auf:

    Während eines Arbeitsspiels hast ja die 4 Takte, nur im Arbeitstakt (jetzt 1 Zylinder) gibt der Motor Leistung ab, für die 3 anderen Takte müss die Energie dafür irgendwoher kommen. Heisst auf 180 Grad hat Leistung, auf die anderen 540 Grad bis zum nächsten Arbeitstakt nicht. Das gibt einen unrunden Motorlauf. Da kanns man jetzt gegensteuern, z.B. über Schwungmasse. Hast Du viel davon läuft der Motor ruhiger, dreht aber nicht so spontan hoch wie einer mit weniger Schwungmasse. Du kannst auch einen weiteren Zylinder an den Motor bauen, dann hast nicht wie beim Einzylinder alle zwei Kurbelwellenumdrehungen einen Arbeitstakt sondern zwei Arbeittakte. Dadurch wird der Motorlauf dann gleichmässiger. Wenn Du nachher bei einem 1-Zylinder bist, hast Du gleichmässigen Rundlauf auch ohne Schwungmasse. Es gilt also: Um einen Runden Motorlauf zu haben, brauchst entweder viele Zylinder oder viel Schwungmasse.

    Nun ist Rundlauf ja nicht das einzige Konstruktionsziel, wenns auf LEistung und spontanes Hochdrehen ankommt, dann kann man zu Gunsten der Leistung auf Rundlauf verzichten. Bei Rennmotoren ok, aber einen dayly driver willst Du so nicht haben. Also gibts einen Kompromiss.


    Die modernen Einzylinder und auch Zweizylinder haben jedoch aufgrund der Auslegung als Sportmotor den Focus eher auf Leistung denn auf Fahrkomfort. Dazu kommt, dass diese Motoren schon ab Leerlaufdrehzahl richtig Dampf haben. Nutzt aber nix, wenn Du unter der Drehzahl bist, bei der der Motor so hoch dreht, dass die einzelnen Arbeitstakte nicht mehr spürbar sind.


    Wenn man jetzt einen geilen Sporteinzylinder, z.b. den allseits geliebten 690er, mal mit niedrigen Drehzahlen fahren mag, dann klappt das nicht gut, 80 km/h im 6. Gang, z.B. in Frankreich oder der Schweiz, da hackts schon arg auf der Kette. Der Motor hätte bei den Drehzahlen schon genug Leistung um das Motorrad zu bewegen, aber der Rundlauf ist so bescheiden, dass es den gesamten Antriebsstrang auf dauer kaputtschlägt. Man kann dann runterschalten, aber mit 5000 Umdrehungen bei 80 km/h, das macht mir zumindest keinen Spass. Da ist aber jeder anders empfindlich.


    Deshalb ziehe ich einen sanften Motor für Urlaub und täglichen Einsatz vor, den 690er dann lieber für freies Fahren.

  • Man nehme als Vergleich mal eine 690er Enduro, mache eine Rally-Verkleidung oder Scheibe dran und andere Sitzbank und dann kann man gerne mal vergleichen; preislich, leistungsmäßig und auch sonst weitestgehend identisch. Nur halt 40 kg schwerer, die Ténéré. Bin mir nicht sicher, wie sie dann (für das Geld) abschneidet.

    Das Konzept wäre interessant, wenn KTM da einen Motor mit 10 PS weniger und mehr Schwungmasse einbaut. Es geht ja hier doch eher um ein Motorrad, welches in Europa eingesetzt wird, also meist Strasse, geschlossene Ortschaften, Geschwindigkeitsbegrenzungen usw. Der 690er ist ein kräftiger Motor, aber der ist so Drehzahl hungrig, das wäre für mich ein KO-Kriterium. Ein Reisemotorrad sollte 80 km/h im grössten Gang ohne Kettenschlagen hinbekommen. Permanentes hin- und Herschalten ist beim Reisen keine Option. Kürzer übersetzten auch nicht, dann könnte ich ja gleich im 4. fahren......


    Sowas gabs aber schon mal, Suzuki DR 750 BIG. Schwerer, ok, aber den 28 Liter Tank hatte sie schon dabei. Der Motor hatte mit 50 PS genug Leistung, war aber eher ein sanfter Geselle, zum Reisen ideal, und bei Bedarf gings auf der Lndstrasse damit auch sehr gut vorwärts. Ich ärgere mich immer noch, dass ich die verkauft habe.

  • Servus Peter

    Freut mich sehr dass Du das auch so siehst. Mit Anhänger nach Kärnten,danach

    Südtirol und Gardasee. Möchte nichts anderes. Wenn ich sehe wie die ihre GS‘n

    mit Topcase 280kg,mit hochrotem Kopf aus der Parkposition wuchten,kann

    ich nur lachen.

  • Servus Peter

    Freut mich sehr dass Du das auch so siehst. Mit Anhänger nach Kärnten,danach

    Südtirol und Gardasee. Möchte nichts anderes. Wenn ich sehe wie die ihre GS‘n

    mit Topcase 280kg,mit hochrotem Kopf aus der Parkposition wuchten,kann

    ich nur lachen.

    Nuja, ich hab auch nicht verstanden, warum auf den GSen auf dem Hänger hinterm Wohnmobil immer die Koffer und das Topcase drauf sind, so wenig platz ist doch im Wohnmobil auch nicht, dass man da die Ochsenschwanzsuppe reinpacken muß :kapituliere:.

    Oder gehts da eher um den Fernreiseauftritt auf der Passhöhe? Ein Schelm, der Böses dabei denkt :arsch:.


    Ich gebs ja zu, ich reise auch oft mit dem Hänger an, wenns nur eine Woche Urlaub ist, da mag ich einfach nicht 2 Tage auf der Autobahn verbringen. Reisen mit dem Moped geht auch in 9 Tagen von Bonn bis Portugal und zurück, bisschen anstrengend ists dann schon, und man wird ja alt.....


    280 kg? Kabinenroller? Twizzy oder doch ne GS ? :arsch:


  • Natürlich gibt es in allen möglichen Einsatzbereichen der Tenere 700 jeweils deutlich bessere Bikes aber in der Summe ist das schon nahe an der Eier-legenden-Wollmilchsau (genau wie eine 790er).


    Besonders geil: Auf einer kurvigen Landstraße kann man die Tenere mit etwas Mut voll auswinden ... und dabei ist man dann nicht langsamer als eine durchaus engagiert bewegte SuperDuke unterwegs, zumindest jetzt im Herbst. Der arme SD Fahrer wurde m.E.n. Opfer seiner Traktionskontrolle. Er hat alles gegeben mir zu entfliehen, kam aber einfach nicht aus den Kurven raus und <schwupps> war die kleine Tenere wieder dran.

    Nach meiner gestrigen Probefahrt kann ich das 1:1 unterschreiben.

  • [...] aber der ist so Drehzahl hungrig, das wäre für mich ein KO-Kriterium. Ein Reisemotorrad sollte 80 km/h im grössten Gang ohne Kettenschlagen hinbekommen. Permanentes hin- und Herschalten ist beim Reisen keine Option. Kürzer übersetzten auch nicht, dann könnte ich ja gleich im 4. fahren...

    Aber fallen da dann nicht die meisten 4 Zylinder raus? Klar sie fahren sanfter aber haben untenrum im Vergleich zu 1 oder 2 Zylinder deutlich mehr zu kämpfen.


    Bin letztens ne GSX S750 gefahren und die hat schon Spaß gemacht aber gefühlt ein Drehzahlband wie meine alte Kawa Er-5 oder ne 390 Duke. Und dann war sie unglaublich laut und nervenaufreibend. Klar konnte man mit der auch unter 50 im sechsten Fahren, vor allem ohne ruckeln und zuckeln, braucht halt dann aber auch ihre gefühlt 12 Sekunden auf 100.

  • Also meine GSX 750 R konnte man ab 50 im 6ten fahren, meine Streety kann ab 40 den 6ten nehmen und zieht ohne Ruckeln sauber raus. Bei mir waren Mehrzylinder also immer smoother.

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  • Ich hab meine Vierzylinder Sevenfifty und die CB 1300 dafür geliebt, mit unter 1000 Umdrehungen durch die Stadt, das war einfach genial, ok, Beschelunigungsorgien waren da nicht drin, dazu war dann zuwenig Dampf im Kessel. Es nahm dann langsam Fahrt auf. Ein Einzylinder kann das halt nicht. Dafür kann der Einzylinder aber anderes viel besser, SMC fahren ist im Vergleich zum Vierzylinder fahren einfach göttlich, also wenns nicht mehr Hackt.

  • In der neuen Ausgabe der MOTORRAD 23/2019 gibts die Offroad-Wertung der Mittelklasse-Reiseenduros.


    Die ADV R schlägt die Tenere. Was nicht wirklich überraschend ist. Überraschend ist, dass man die Tenere überhaupt mit gewertet hat. Sie ist nämlich zwar auf den Col de Sommeiller rauf gekommen, aber nicht mehr runter. Ein Loch in der Ölwanne (und natürlich auch im Motorschutz) hat dem Spaß ein Ende gesetzt. Aber man kann ja auch ohne Motor runter rollen?!?


    Dabei ist der Sommeiller jetzt nix gravierend schlimmes. Eigentlich ein Standard für leichte und mittlere Offroadfahrten. Anscheinend ist die Bodenfreiheit der Yamaha doch recht gering.


    Irgendwie verstehe ich die MOTORRAD nicht so ganz in dem Punkt. War nun der Test zu hart für die T700? Alle anderen sind doch auch nach Hause gekommen. Kann doch bei einem derartigen Mopped nicht sein, dass die Bodenfreiheit zu gering ist? Das ergibt doch keinen Sinn?

  • Die Bodenfreiheit sollte gleich sein, wie eben auch die Sitzhöhe. Nur gibt es eine Differenz zwischen den Federwegen. Die T7 soll ja auch eher komfortabel abgestimmt sein, vielleicht ist sie eben einmal zu weit durchgefedert :zwinker:

  • War nun der Test zu hart für die T700?

    Off-Road kann immer etwas kaputt gehen, als singulares Ereignis sollte man das nicht überbewerten.

  • Off-Road kann immer etwas kaputt gehen, als singulares Ereignis sollte man das nicht überbewerten.

    Einverstanden. Wobei ein Loch im Motor schon etwas (zu)viel "etwas" ist. Würde mich interessieren wie/wobei genau das passiert ist.

  • Ist doch alles nur noch Alu, mir hat mal der Schalthebel ein Loch rein gemacht beim umfallen im Stand, muss nur dumm fallen.

  • Hallo zusammen,

    konnte gestern die neue Tenere Probefahren. Nachdem vor einigen Jahren die ersten Bilder des Prototypen im Netz zu sehen waren, wollte ich die eigentlich neben meine XT500 in den Stall stellen. Drei Jahre Wartezeit, von der Studie über den Prototypen und dann der Testversion, waren mir dann aber doch etwas zu lang und so erweiterte 2017 die Duke 690 R den Fuhrpark. Nach dem Hype der überall um die Tenere herrscht, waren die Erwartungen bei mir doch recht hoch. Positiv empfand ich das Fahrwerk, vor allem auf schlechten kleinen Landstraßen. Sie fuhr tatsächlich wie auf Schienen und bügelte die vielen Asphaltaufbrüche/Flicken komplett weg – sehr angenehm! Die Sitzbank fand ich auf der kurzen (eine Stunde) dauernden Fahrt recht komfortabel, Ergonomie (bin 178 cm) war auch in Ordnung. Was den hochgelobten Motor angeht, der verhält sich total unauffällig. Für Solofahrten bestimmt kräftig genug, vibriert null, lässt sich schaltfaul fahren ist aber auch sehr „emotionslos“. Für die Alpen mit Gepäck müsste man dann wahrscheinlich schon ordentlich am Kabel ziehen damit es vorwärts geht. Ab 100 km/h hatte ich zudem sehr unangenehme Verwirbelungen am Helm, ist aber natürlich Größenabhängig. Ich persönlich fand die Probefahrt etwas ernüchternd. Die Tenere ist bestimmt für viele und vieles ein gutes Motorrad, aber ein so herausragendes??? An meine KTM musste ich mich erst mal drei Monate gewöhnen, jetzt hat die Bleiberecht - da ist bei jeder Ausfahrt irgendwie Leben drin.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende

    Michael

  • Am 5.11. gibt es von Suzuki eine Weltpremiere, wahrscheinlich eine neue DR (Big) zu bewundern.

  • Die Hersteller wollen ja möglichst viele Stückzahlen verkaufen. Wie schafft man das? Mit einem Modell das den durchschnittlichen Geschmack trifft und in dessen Budget passt. Dass das Yamaha perfekt hinkriegt, zeigen die Verkaufszahlen der MT-Modelle seit Jahren, die immer an der Spitze liegen. Aus Aktionärsicht hat Yamaha den Job zu 100% erfüllt. Gut möglich, dass ambitionierte Fahrer zu einem "besseren" Modell greifen, BMW & Co. werden an der T700 aber überhaupt keine Freude haben. Bin auf die Absatzzahlen vom Oktober gespannt...

    Ride hard or stay home :driften:

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  • Da muss sich KTM mit den 125-790 Duke Modellen aber mit anhängen.
    Vor allem Duke 4 und 5 sind/waren doch absolute, optisch und preislich, mainstream Motorräder. Nach der Duke 3 ein absoluter Richtungswechsel aus der Nische mM.

    Vor der Zeit wurde in einem Testbericht über die WP Fahrwerke immer nur in höchsten Tönen gesprochen. Jetzt gehts durch bis zu den 1290er, dass Leute ihr Fahrwerk umbauen (wollen, bsp Federbein SD1.0)

    KTM hat sich mit der 790 Duke doch sicher die Zahlen der MT‘s angesehen, und mit der Adventure waren sie voraus :)

  • Mainstream ist das aber nicht, wenn ich die vielen Ausfälle durch fast Baureihen sehe , und es kommt täglich was neues hinzu.

    Gefühlt haben sich die Schäden verdoppelt.

    Eher zu schnell auf dem Markt geworfen würde ich das nennen.


    "KTM hat sich mit der 790 Duke doch sicher die Zahlen der MT‘s"

    Haben allerdings nicht auf die Zuverlässigkeit geachtet!

  • So wie es ausschaut scheint die T700 trotz aller "Mängel" oder "Nachteile gegenüber XXXX" doch recht brauchbar zu sein, für die angepeilte Zielgruppe sowieso. Ich bin neugierig, wie sich das Moped denn dann verkauft, wenn genug verfügbar beim Händler stehen.


    Jedenfalls wird sich Yamaha mit der T700 ein richtig grosses Stück vom 2020er-Kuchen abbeissen.


    Für die anderen Hersteller wirds dann immer noch genug Kunden geben, denen die T700 "nicht gut genug" ist.


    Weiter oben las ich von Neuauflage DR 750 Big, das kann auch was schickes geben, wenn Suzuki darauf achtet, dass der Motor nicht auf Höchstleistung um jeden Preis sondern auf Laufkultur ausgelegt wird, also Reise tauglich. Ich hatte mal die 109te Dr Big die jemals gebaut wurde, die konnte das (warum hab ich die nur verkauft, ich Idiot).