Sägenzahn bei Vorderreifen

  • Hallo,

    eine Frage an die Reifen und Fahrwerkspezialisten hier, ich fahre eine SMT 890 mit Bridgestone S23, ich musste jetzt wieder einen neuen Vorderreifen montieren und habe festgestellt das der abgefahrene Reifen leichte Sägezahn Bildung hatte,

    hat jemand eine Idee wodurch das kommen kann, hinten habe ich das immer und denke das es vom aus der Kurve Rausbeschleunigen kommt aber für vorne habe ich keinen Plan,

    Luftdruck fahre ich V 2,5 / H 2,9

    Fahrwerk steht auf Standard

    Gabel ca. 25mm Durchgesteckt

    Grüße aus dem Hunsrück

  • Gabel durchstecken bewirkt schon mal eine Verschiebung des Schwerpunkts Richtung Vorderachse, es lastet bereits statisch mehr Gewicht auf der Vorderachse.

    Beim Bremsen passiert dann Vorne in etwa das Gleiche, wie Hinten beim Beschleunigen, nur mit negativem Vorzeichen.


    Wäre zumindestens meine Erklärung, ohne dass ich davon wirklich Ahnung hätte.

  • IMG_1189.png

    Naja es gibt pro Profilrille einen vorderen und einen hinteren Block, der hochkommen kann. "Sägezahn" kann ja beides sein.


    Meistens kommt vorne die vordere Kante hoch und hinten die hintere.

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  • Dann kannst Du mal testen die Zugstufe 1 - 2 Klicks zuzudrehen.


    Kommt aber noch auf andere Faktoren an, Federrate, Fahrergewicht etc....

  • ok Danke für den Tipp, werd ich mal testen, ich wiege mit Klamotten 110 Kg und die Federn sind Serie

    Grüße aus dem Hunsrück

  • Hallo,

    damit haben wir das Thema im Grunde schon auf den Punkt gebracht: Mit 110 kg Gesamtgewicht ist das Fahrwerk in der Standard-Einstellung schlichtweg zu weich.

    Die Werkseinstellung ist in der Regel für ein Fahrergewicht von 75 bis 85 kg ausgelegt – inklusive Kleidung und Gepäck. Leichte Abweichungen nach oben oder unten sind dabei unproblematisch, aber bei einer Differenz von 25 kg besteht definitiv Handlungsbedarf.

    Wie viel du genau anpassen musst, lässt sich pauschal nicht sagen – das hängt von deinem Fahrstil, dem Gelände und deinem persönlichen Empfinden ab. Die Angaben von KTM – ob im Handbuch oder unter der Sitzbank – sind hier leider sehr allgemein gehalten und bieten kaum Spielraum für Feinjustierung.

    Um die optimale Abstimmung zu finden, wirst du also ein wenig ausprobieren und testen müssen. Eine härtere Federvorspannung ist der erste Schritt, eventuell sind auch Änderungen an Zug- und Druckstufe oder sogar eine stärkere Feder nötig.


    KTM macht’s oft sehr einfach mit Angaben wie „Standard“ oder „Komfort“, aber keine genauen Zahlen zu Gewicht oder Setup. Deshalb hilft nur: messen, anpassen, fahren – und bei Bedarf aufrüsten.

    Yamaha FZR 1000 Model 1998

    Benelli Tornado 900 Modell 2011

    Suzuki TL 1000R Modell 1998

    KTM 790 Duke Model 2023

    KTM 890 SMT Modell 2023

  • wo kann man an der Gabel die Federvorspannung einstellen, ich kenne nur die Verstellung für Zug und Druckstufe oben auf der Gabel

    Grüße aus dem Hunsrück

  • vielen Dank für Eure Antworten und Tips, ich werde mal mit anderer Einstellung versuchen und evtl. mal mit einem Fahrwerk Spezialisten Kontakt aufnehmen, hatte an meiner SMT 990 das Fahrwerk von GL Suspension machen lassen und war sehr zufrieden damit

    Grüße aus dem Hunsrück

  • Das ist der richtige Weg. :Daumen hoch:

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • MMn. spielt hier auch der Reifendruck eine Rolle. Hierbei sollte die Angaben des Motorradherstellers erst mal ausprobiert werden. Die Angaben des Reifenherstellers sind mWn. die Maximalangaben bzw. empfohlener Druck. Da du aber den Reifen auf so viele unterschiedliche Bikes mit unterschiedlichen Geometrien/Gewichtsverteilung usw. montieren kannst, sind hier die Angaben des Motorradherstellers eher zu beachten. Ich fahre wie gesagt mit 2,4 v/ 2,4 h.

    Alles kann, nichts muss :Daumen hoch:

  • Nein. Sägezahnbildung hat überhaupt nichts mit Reifendruck zu tun.

    Das ist definitiv ein Fahrwerksthema.

    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. :winke:

  • Aha. Sehr interessant. Diese absoluten Aussagen sind in so einem Forum immer zu hinterfragen..... siehe folgendes


    Sägezahnbildung am Motorradreifen kann sehr wohl mit dem Reifendruck zusammenhängen.

    Sägezahnbildung (auch "Heel-and-Toe wear" oder "Feathering" genannt) ist ein ungleichmäßiger Verschleiß des Reifenprofils, bei dem sich die einzelnen Profilblöcke an einer Kante höher und an der anderen Kante niedriger abnutzen, wodurch eine Art "Sägezahn"-Muster entsteht. Man kann es oft fühlen, wenn man mit der Hand über die Lauffläche streicht.

    Hier sind die Zusammenhänge mit dem Reifendruck:

    1. Zu geringer Reifendruck:

      • Erhöhte Walkarbeit: Ein zu niedriger Druck führt dazu, dass die Reifenflanken beim Fahren stärker walken (sich verformen und wieder zurückfedern). Diese erhöhte Walkarbeit und die damit verbundene höhere Temperatur können die Gummimischung übermäßig beanspruchen.
      • Ungleichmäßige Belastung der Profilblöcke: Die Profilblöcke werden beim Abrollen und Bremsen/Beschleunigen ungleichmäßig belastet. Bei zu geringem Druck können sie sich stärker verformen und verziehen, was zu einer ungleichmäßigen Abnutzung an den Kanten führt. Die Aufstandsfläche ist zu groß und die Blöcke arbeiten zu stark gegeneinander.
      • Führung des Reifens: Der Reifen wird unpräziser geführt, was zu stärkerem "Rutschen" oder "Wegdrücken" der Profilblöcke führen kann, statt zu einem sauberen Abrollen.
    2. Zu hoher Reifendruck:

      • Reduzierte Aufstandsfläche: Ein zu hoher Druck verringert die Kontaktfläche des Reifens zur Straße. Dadurch werden die wenigen in Kontakt stehenden Profilblöcke stärker punktuell belastet.
      • Erhöhter Schlupf: Die geringere Aufstandsfläche und die höhere Steifigkeit des Reifens können zu mehr Mikroschlupf führen, besonders beim Beschleunigen und Bremsen, da die einzelnen Blöcke nicht so gut "greifen" können. Dies kann die Sägezahnbildung fördern.
      • Weniger Dämpfung: Ein zu harter Reifen dämpft weniger Vibrationen und Stöße vom Fahrwerk, die sich dann stärker auf das Profil übertragen und die ungleichmäßige Abnutzung verstärken können.

    Weitere Faktoren, die Sägezahnbildung beeinflussen:

    • Fahrstil: Starkes Beschleunigen und Bremsen, insbesondere in Kurven, beansprucht die Profilblöcke ungleichmäßig.
    • Fahrwerkseinstellungen: Eine fehlerhafte Fahrwerksgeometrie (z.B. falsche Spur oder Sturz bei Mehrradfahrzeugen, bei Motorrädern aber auch Dämpfungseinstellungen) kann zu ungleichmäßigem Verschleiß führen.
    • Reifenkonstruktion und -mischung: Manche Reifenprofile oder Gummimischungen neigen eher zur Sägezahnbildung als andere. Tourer-Reifen, die auf lange Laufleistung ausgelegt sind und oft stärkere Profilblöcke haben, können anfälliger sein.
    • Gewicht und Lastverteilung: Eine ungleichmäßige Gewichtsverteilung kann auch eine Rolle spielen.
    • Alter des Reifens: Mit zunehmendem Alter kann das Gummi härter werden und die Anfälligkeit für ungleichmäßigen Verschleiß erhöhen.

    Was tun?

    1. Korrekter Reifendruck: Dies ist der wichtigste und einfachste Ansatzpunkt. Halte dich unbedingt an die vom Motorradhersteller empfohlenen Drücke und passe sie bei Soziusbetrieb/Gepäck entsprechend an.
    2. Fahrstil: Versuche, sanfter zu beschleunigen und zu bremsen.
    3. Regelmäßige Kontrolle: Überprüfe den Reifendruck regelmäßig und kontrolliere den Reifen auf ungleichmäßigen Verschleiß.
    4. Fahrwerkscheck: Wenn die Sägezahnbildung stark ausgeprägt ist oder schnell auftritt, könnte es sinnvoll sein, das Fahrwerk in einer Fachwerkstatt überprüfen zu lassen.

    Auch wenn Sägezahnbildung in gewissem Maße bei Motorradreifen, insbesondere am Vorderrad (durch die Bremskräfte) oder bei Tourenreifen, normal sein kann, deutet eine starke Ausprägung oft auf ein Problem hin, und der Reifendruck ist dabei ein Hauptverdächtiger.

    Alles kann, nichts muss :Daumen hoch:

  • Fi.. dich mit deinen KI Weisheiten.

    Das muss nun wirklich nicht sein. Warum direkt beleidigend werden?

    Leider auch nicht der erste verbale Ausrutscher den ich von dir lese.

    Das hier ist ein Forum. Wenn man da mit verschiedenen Meinungen nicht klar kommt, sollte man sich hier nicht aufhalten.


    Kann mir nicht vorstellen, dass das Thema Sägezahn zu 100% am Fahrwerk liegt in keine anderen Einflüsse hat. Daher ruhig mal andere Dinge in Betracht ziehen.

    Im Endeffekt wird durch die Durchgesteckte Gabel die Geometrie so verändert sein, dass nur noch eine professionelle Fahrwerksabstimmung helfen wird.


    Zur Info, ich fahre meine SMT aktuell noch auf Standard Einstellungen. Und das bei einem Körpergewicht weit außerhalb der Norm und habe keine Probleme mit Sägezahn.

    Daher denke ich, dass der Fahrstil, Luftdruck usw. schon einen Einfluss darauf hat.